Japanischer Seil-Bondage ist eine historische Kusnt welche ihre Wurzeln im Westen in der Mitte der 90er Jahre gefasst hat als es von BDSM Enthusiasten aufgenommen wurde.

 

Kinbaku vs. Shibari

Kinbaku, was im Land der aufgehenden Sonne "festes Schnüren" bedeutet, ist eine Form des japanischen Bondage welches komplizierte Muster nutzt um ein dünnes Seil am Grund festzumachen. Diese Technik bezieht sich darauf Kraft auf den Partner auszuüben da in der Japanischen Kultur Hanfseile benutzt wurden um Gefangene unterwürfig zu machen, ähnlich wie Handschellen und ihre Vorgänger, Fesselzangen. Shibari, was wortwörtlich übersetzt "binden" bedeutet, ist eine Technik die dem Kinbaku ähnlich ist. Neuere Praktiken unterscheiden diese beiden jedoch durch eine sehr simple Abgrenzung: das Shibari wird als rein künstlerische Übung mit ästhetischem Zweck gesehen während sich Kinbaku auf die sinnliche Praktik des Bondage bezieht.

 

Osten vs. Westen

Östliche und westliche Seil-Bondage Praktiken sind sehr unterschiedlich. Im Osten werden Peitschen und andere Arten der erotischen Folter vor der höchsten Form des Spiels, Bondage, benutzt, während Bondage im Westen die simpelste und erste Form ist. Westliches Bondage involviert ein einzelnes Seil aus Baumwolle oder Synthetik-Fasern und sein Hauptzweck ist es einen einwilligenden Partner zu fesseln. Östliches Bondage erfordert Kooperation zwischen Partnern und es wird als spirituelle Reise angesehen. Es benutzt dünnere, kürzere Seilstücke aus Hanf und Jute. In Japan sind die Mittel um den Gehorsam seiner Gefangenen sicherzustellen mehrfache, 6-8 Meter lange "Asanawa" Stränge, oder "Hanf Seile", obwohl andere Faserarten auch recht üblich sind, darunter Flachs und Linnen. Die Seillängen, bekannt als "Ken" waren proportional zur Armspanne. Das "Hayanawa" ("schnelles Seil") nutzte die doppelte Armspanne für kurzes Einfangen mit dem Seil. Das "Hon nawa" nutze 14 Mal so viel Länge. Ein weiterer Aspekt von japanischem Bondage ist die Ästhetik, mit der Anwendung von Katas, Regeln und einem beträchtlichen Grad an Bemühung als Hauptquelle der Freude, statt Freude als Ziel.

 

Geschichte des erotischen Seil-Bondage

Japanisches Seil-Bondage soll mutmaßlich mit Beginn der Edo Periode zum ersten Mal für sexuelle Zwecke zum Einsatz gekommen sein, welche sich durch das 17. Jahrhundert bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zog. Seil-Bondage in sexuellem Kontext erweckte erstmals das Interesse der Japanischen Gesellschaft in der späten Edo Periode als Kunst und Kultur von den Menschen in ihrer Freizeit genossen wurden.  Seiu Ito, "Vater des Kinbaku" erforschte die Kampfkunst "Hojojutsu" welche das Fesseln von Menschen mit Seilen umfasste. Er bezoge auch Inspiration aus Ukiyoe Erotik und dem Kabuki Theater, unter anderen Formen der Kunst.

Hoko-Jitsu wurde auch Torinawa-Jutsu genannt. Es ist eine Samurai Fertigkeit. Es entsprang im Tokugawa Shogunat in Japan und wurde zu Edo Zeiten verfeinert. Japanische Krieger der 1450er verfeinerten das "schnelle Einfangen" und Fesseltechniken mit dem Seil. Ein Jahrhundert später wurde das Seil zu einem Teil und Utensil von Gesetzesvollzugs Praktiken.

Verknoten wurde als schändlich angesehen und so wurde es gestattet Gefangene ohne Knoten zu fesseln. Hojo-Jitsu erforderte vier Dinge: den Gefangenen außer Gefecht zu setzen, ihn unversehrt zu lassen, die Techniken geheim zu halten und das Fesseln ästhetisch anspruchsvoll zu gestalten.  Während sich die Samurai gegenüber ihren Gefangenen respektvoll verhielten war diese Kampfkunst unter der Tokugawa Regierung zur Folter benutzt. Als Form der Folter wurde Hojo-Jitsu genutzt um den Gefangenen in der Ebizeme ("Krabben") oder "Tsurushi-Zeme" Position zu fesseln, wobei letztere Gewichte verwendet.

Peitschen, Steinigung, in der Luft hängen lassen und Einengung waren die Norm. Die Hojo-Jitsu Kampfkunst lies mit der Zeit nach und um 1800 verschwand sie völlig. Als obskure Kampfkunst wird Hojo-Jitsu heutzutage immer noch praktiziert.

Durch das Medium von Magazinen wie etwa Yomikiri Romance und Kitan Club wuchs Kinbaku in den 1950ern in Japan an Beliebtheit. Literatur und Kunst welche die Themen Bondage und Sex behandelten, wie etwa die Werke von Marquis de Sade, fingen an das Interesse der Leute für Kinbaku Techniken anzufachen. Ein Jahrzehnt später wuchs die pornographische Industrie in Japan rasant an. Theater in Tokyo fingen an Shibari Shows zu veranstalten, welche ein ahnungsloses Mitglied des Publikums als Freiwilligen forderten für die Unterhaltung der Menge. Einige Live-SM Aufführungen wiesen auch Japanisches Seil-Bondage auf. Japanische Meister, Nawashi ("Seilkünstler") genannt, Kinkabushi oder Bakushi, führen bis zum heutigen Tag Live-Shows auf.

Shibari taucht auch in den Werken vieler zeitgenössischer Künstler, Fotografen, Maler und Bildhauer auf, darunter Hikari Kesho, Jim Duvall und Nobuyoshi Araki.

Als die Kunst sich über Kontinente verteilte und von der westlichen Kultur empfangen wurde klang es weniger bei der allgemeinen Öffentlichkeit an als bei Fetisch-Liebhabern.

Mit der Zeit tauchten mehr heterosexuelle, homosexuelle sowie bi-sexuelle Verfechter auf und Japanisches Seil-Bondage breitete sich auf große Gemeinschaften unabhängig der sexuellen Orientierung aus.

Kürzlich fusionierte Kinbaku mit westlichen BDSM Techniken um hybrid-Bondage Praktiken zu formen, welche als "Fusion" Bondage bezeichnet werden.

Heutzutage setzt Kinbaku die folgenden drei Regeln voraus: Sicherzustellen, dass der Gefangene machtlos ist, ansprechendes Bondage zu erzeugen, einen Gefangenen zu haben welcher still und ruhig auf seiner spirituellen Reise ist.

Einige der heute benutzten Knoten sind der Überhandknoten, Ankerstich, Kreuzknoten, Palstek und der Roringstek.

Die simpelsten Techniken sind Ryo-Tekubi, wobei die Handgelenke am Hintern des Gefangenen festgebunden sin, Kotobu Ryo-Tekubi, wobei die Handgelenke hinter dem Kopf zusammengebunden sind und Mune Nawa wobei der Gefangen um die Brust herum verbunden ist.

Eine der beliebtesten Kinbaku Formen die heutzutage benutzt werden sind: Karada, Ushiro Takate Kote, Kikkou (Schildkrötenpanzer), Hishi (Diamandpanzer), Ebi, Gyaku-ebi (umgekehrtes "Ebi" ähnlich einem Hogtie), Agura (zusammengebunden mit gekreuzten Beinen), Matanawa (Seil im Schritt), Tazuik, Tanuki und Kataashi Tsuri. Ushiro Takatehote, eine Art des Armknotens und des Ebi, was "Krabbe" bedeutet sind einige der schlichtesten BDSM Techniken.

Obwohl die heutigen Praktiken wenig zu tun haben mit der ursprünglichen Japanischen Kunst des Seil-Bondage  war die Bewegung symbolisch für Änderungen in der Gesellschaft. Kinbaku ist ein Flaggschiff des Bondage, welches noch einfallsreichere und befriedigendere Techniken der Zukunft andeutet.
 

Im Englischen Original erschienen bei Fetish.com


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3 Kommentare

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Bin bi sexuelle,viele passiv,liebe sehr Oralsex lecken und blasen,möchte treffen Frauen oder paaren bi sexuelle Männer.wollte probieren meine poppe durch ficken auch..haben keine Erfahrung.

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Gast

Geschrieben · Melden

ich bin eine ssklaven hure d die noch erziehung braucht ich bin für alles zu haben. ich wohne gera stadt und die sklaven hure würde sich freuen wenn ich pot bekommen w+rde....

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Gast

Geschrieben · Melden

Ein sehr gelungener Text, der gerade auch passend ist, Japanes Bondage ist wirklich Anspruchsvoll und Ästetisch schön. Auch wenn man am Anfang denkt wie kompliziert es ist, wenn man einmal das Prinzip begriffen hat und die richtigen Materialien verwendet, ist es eigentlich nicht schwer, besonders wenn man durch Hobby oder Arbeit sowieso schon eine gewisse Routine im Umgang mit Knoten und Seilen hat. MfG Muekon

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