Was ist eine Geldherrin?

Der Begriff Geldherrin in seiner heutigen Form hat sich erst zum Ende des 20. Jahrhunderts in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit gedrängt. Selbstverständlich hat es schon immer dominante Frauen gegeben, die sich von einem oder mehreren Verehrern aushalten und finanzieren ließen. Neu ist allenfalls die Variante, dies nun auch öffentlich zu proklamieren. Erst durch das Internet hat dieser Fetisch seine Anerkennung, und damit einhergehend eine Namensgebung, erhalten. Die handelnden Personen in diesem Rollenspiel sind die Geldherrin auf der einen und das Zahlschwein (Paypig) auf der anderen Seite.
 

Geben und Nehmen

Ein wesentlicher Aspekt ist die nicht sexuelle Beziehung zwischen den Beteiligten. Die Domination erfolgt ausschließlich über das Verhältnis Geben und Nehmen. Allerdings ist es ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Rolle der Geldherrin einfach sei. Es ist nicht damit getan, sich von einem Paypig beschenken uns aushalten zu lassen, indem die Domina ihm Schwindeleien oder Lügengeschichten auftischt. Vielmehr geht es darum, dem Sub in aller Deutlichkeit zu sagen, dass es seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit ist, seine Herrin auszuhalten. Eine Gegenleistung kann er weder erwarten noch erhoffen. Für die Geldherrin geht es darum, diesen Spannungsbogen über den gesamten Zeitraum der Beziehung aufrecht zu erhalten. Das Paypig wird nämlich nur dann für die Rechnungen seiner Herrin aufkommen, wenn es ihn sexuell anmacht. Gerade die Interaktionen zwischen Geldherrin und Zahlschwein machen deutlich, wie ambivalent das Verhältnis von Bottom und Top im Einzelfall sein kann.

 

Geldherrin in der Kritik 

Kritiker stellen den Fetisch der Gelddomina immer wieder in Frage. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich einige "Damen" im Nachherein als Männer geoutet haben. Auf der anderen Seite muss der Fairness halber allerdings konstatiert werden, dass es sehr wohl Männer gibt, die die Rolle des Zahlschweins einnehmen. Von daher ist zumindest auf der Bottom-Seite eine echte Nachfrage da. Es bleibt abzuwarten und zu beobachten, inwieweit sich die Gelddomina in den nächsten Jahren in der SM Szene etablieren wird.


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2 Kommentare

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Gast
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Black-Princess

Geschrieben · Melden

Geldherrin! Hört sich an :)

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Gast

Geschrieben · Melden

Wo es Teilnehmer gibt, da kann es auch einen Markt geben. Und klar, dass manche auf den Zug aufspringen. Aber wer als Mann arm ist, hat kaum eine Chance, weil dieses Nehmen und Geben stark kommerzialisiert ist, ohne das dies jetzt groß kritisiert werden soll. Ich finde aber: Ein echtes Verhältnis, welches auf Vertrauen und nicht auf Geld beruht, wird wahrscheinlich für beide Seiten immer schöner sein. Ein gemeinsames wachsen und reinwachsen in die angedachten Rollen.

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