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Mell97

Schmerzgrenze beim Bdsm

Empfohlener Beitrag

Geschrieben
Diese Frage ist individuell, und hängt von der jeweiligen Sub und deren Tagesform ab. Diese Frage pauschal zu beantworten ist schier unmöglich. Was gestern noch ging, kann heute schon zu viel sein, da die sub einen schlechten Tag hat. Ich gehe dabei immer nach meinem Gefühl, habe auch ein Save-Wort ( dies wird aber so gut wie nie gebraucht). Ich würde meine Sub nie bis zur Bewusstlosigkeit bringen, da dies gefährlich werden kann ( ersticken am Erbrochenem, zu starke Blutungen usw.).
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BULL-77
Geschrieben

(LACH!)...Jeder bzw.jede hat individuell seine eigene Schmerzgrenze was für das Spiel das aller wichtigste ist,nach dem Motto "Kein Schmerz,kein Sinn!" Du hast zwei Möglichkeiten,entweder gehst du nach Hause (das würde ich bevorzugen),oder du erwürgst,erschlägst oder wirfst die schmerzfreie z.b.von einem hohen gebäude,oder fertigst ein paar Betonschuhe für das arme Wesen an und versenkst es im nächst gelegenen Baggerloch oder so...(LACH!)

Steffen-Stgt
Geschrieben (bearbeitet)

Der gesunde Menschenverstand gibt einem doch zu erkennen, wenn jemand fertig ist. Spätestens, wenn man weiter drauf schlägt und es rührt sich nix mehr, außer einer vorhandenen ''ja, du schlägst mich weiter, aber ich kann nicht mehr reagieren''-Atmung, mit nach unten hängendem Kopf. Sollte man dann noch weiter verprügelt werden und es überleben, wäre es wohl ratsam, sich Gedanken zu machen, ob der Top vielleicht doch nicht so die richtige Person ist, für eine BDSM-Beziehung. Ich meine, was sollte es einem Top auch bringen, jemanden, der schon nahezu komatös und apathisch vor sich hin leidet, noch weiter zu bearbeiten, wenn nix mehr zurück kommt?

 

Aber gesunder Menschenverstand ist ja eigentlich eine der Stärken unserer ''Szene''. Auch wenn manches Kopfkino dann in die Realität umgesetzt wird, habe ich noch keine Sadistin erlebt, die sich kaltschnäuzig über gewisse Grenzen hinwegsetzt, die einem der menschliche Körper und Geist auferlegt. Im Gegenteil. Gerade die extremeren Damen weisen eine besondere Sensibiltät in dieser Hinsicht auf und erkennen sofort, wenn die Session umzukippen droht. Meiner Erfahrung nach.

bearbeitet von Steffen-Stgt
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irgendwiedevot
Geschrieben (bearbeitet)
Am 13.11.2017 at 15:39, schrieb Mell97:

Das Problem ist das sie selbst keine Grenzen kennt immer mehr will und das sie warscheinluch schon viel weiter gegangen ist als die meisten subs. Wenn sie selbst keine grenzen kennt wie soll ich sie dann erkennen?

Uhm - und mal wieder bin ich erschrocken, über die vielen ich-bezogenen Kommentare hier, die wenig mit der Frage der Fragestellerin zu tun hatten, die aber vermutlich eh nicht mehr hier mitliest, da schon seit 3 Monaten nicht mehr Online. Vielleicht war es eh keine ernsthafte Frage.

"Keine Grenzen" zu kennen ist was anderes, wie "keine Schmerzen" zu kennen. Entscheidend ist, genau dies bei jener Sub erstmal herauszufinden. Dazu sollte man sich erstmal grob über die grundlegende Biologie bzw Medizin im Klaren sein. Schmerzen sind nichts weiter als eine bestimmte Form der Nervenimpulse, die von bestimmten Hirnzellen erfasst und als Schmerzimpuls innerhalb des Hirns weitergegeben werden.

Es kann theoretisch durchaus Menschen geben, die durch Gendefekt oder neurologischen Defekt keine Schmerzen wahrnehmen - so wie es (sehr wenige) Menschen gibt, die keine Angst fühlen können. Zunächst mal ist die Frage wichtig, ob jemand tatsächlich zu den 99% gehört, die Schmerzen als Schmerzimpuls auch empfinden können. Wenn ja... stellt sich die Frage, wie dieser Schmerzimpuls im Hirn interpretiert wird.

Es gibt Menschen, deren neurologische Funktionalität so sehr verändert wurde, daß die meisten Schmerzimpulse tatsächlich keinen eigentlich Schmerz-/Leid-/Stop-Impuls hervorrufen. Die gilt aber selten für ALLE Schmerzformen. Es werden im Hirn zum Teil unterschiedliche Areale angeregt, wenn unterschiedliche Körperbereiche den Schmerzimpuls auslösen. Das heisst, man kann versuchen, sehr unterschiedliche Schmerzimpulse zu verursachen, um zu prüfen, wie Sub da reagiert. Rein medizinisch-neurologisch ist der Schmerz eines Schnitts im Finger ein ziemlich anderer Schmerz, als z.B. der Schmerz eines Darmkrampfes.

Schließlich gibt es neben körperlichen Schmerz auch psychischen Schmerz. Der soll ja oft durch Erniedrigung ausgelöst werden (bzw. auch oft eine Kombination aus Schmerz und Scham). Manche Menschen, die körperlichen Schmerz extrem gut aushalten, können psychischen Schmerz überhaupt nicht gut ertragen. Das gilt zuweilen auch umgekehrt. Die Hirnaktivitäten bei psychischen Schmerz sind zwar sehr ähnlich zu den Hirnaktivitäten von den diversen körperlichen Schmerzvarianten... aber eben doch nicht identisch. Zu psychischen Schmerz kann auch Verlustschmerz gehören oder der Schmerz des allein gelassen werdens oder des Versagens. Es gibt da viele Varianten.

Wie schon mehrfach erwähnt, sollte ein dominanter Part natürlich trotz Schmerzausübung keine dauerhaften Schäden verursachen, obwohl das leider auch im BDSM-Umfeld vorkommt. Dies lässt sich natürlich üben.

Entscheidend für eine dominant-sadistischen Part aus meiner Sicht, ist es sich mit den medizinischen, neurologischen und psychologischen Aspekten inhaltlich zu beschäftigen - also LERNEN zu wollen. Neben der Praxis, jemanden den Arsch zu versohlen, gehört eben auch ein bißchen Theorie, ab wann ein Hämatom problematisch werden könnte, um ggfs. abzubrechen oder gar medizinsch tätig zu werden. Es lassen sich aber rein faktisch SEHR, SEHR STARKE Schmerzen auslösen, OHNE dauerhafte Schäden anzurichten. Jeder Folterexperte eines Geheimdienstes kann da sicher viel drüber berichten. Blöd nur, daß Folter niemals sicherstellt, aufrichtige Antworten zu erhalten.

Entscheidend als Sadist ist aus meiner Sicht, daß man LERNEN möchte, was man da eigentlich anstellt. Entscheidend als Masochist ist aus meiner Sicht, daß man sich den dominanten Part genau anschaut, wie verantwortlich er mit einem umgeht und wie gewissenhaft er seiner Aufgabe nachkommt, all das zu lernen, um beide "an Grenzen" bringen zu können - oder als Sub gar mitlernt und Dom dabei intensiv unterstützt.

Mein Tip an jene noch sehr junge Frau wäre also gewesen, sich sehr intensiv mit der Medizin und Neurologie zum Thema "Schmerz" bei Menschen auseinanderzusetzen und dann über viele kleine und große Experimente herauszufinden, wie Sub tatsächlich "tickt". Das kann je nach Sub schonmal ganz schön lange dauern, da Subs eben keine hohlen, austauschbaren Dronen sind... sondern tatsächlich individuelle Personen :)

bearbeitet von irgendwiedevot

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