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Sklave184

Fortsetzung des Romans Jugendsünden von Manuel Magiera

Empfohlener Beitrag

Geschrieben

Manuel Magiera

Jugendünden Fortsetzung

 

Der Edelstrich

Kurt hatte meine Mailadresse bekommen. Er fragte nach, ob ich überhaupt noch ein Date haben wollte. Ich überlegte und spürte Erregung bei dem Gedanken, als Edelboy einen Freier zu verwöhnen. Anfang Februar hatte ich wieder einen Wochenendtermin bei Doktor Reimers. Ja, wollte ich. Aufgeregt flog ich nach Hamburg. Ich war nicht der einzige in der Sprechstunde. Rene und Melanie und noch zwei andere Mädchen saßen im Wartezimmer, als ich eintrat. Was für eine stürmische Begrüßung! Rene ließ mir den Vortritt beim Doc. Er gab mir hinterher einen kleinen Zettel in die Hand und erzählte mir leise, wie es nun weiter ging. Ich sollte gegen Mittag in das sehr gehobene Lokal zum Essen gehen. Auf ein Stichwort hin würde mich der Ober an einen Tisch führen und mich dort dem Gast vorstellen. Dieser war US Amerikaner und Geschäftsmann aus Kolumbien. Am Nachmittag wollte er mit mir eine Stadtrundfahrt machen, den Hamburger Hafen ansehen und mich zur Besichtigung einer der größten Hamburger Kaffeeröstereien mitnehmen. Er besaß wohl in Kolumbien eigene Kaffeeplantagen und hatte geschäftlich in Hamburg zu tun. Den Abend und auch den Samstag sollten wir gemeinsam gestalten. Ich nickte nur. Dann eilte ich in mein Hotel an der Reeperbahn, welches Kurt für mich reserviert hatte, um mich umzuziehen. Meine Wahl fiel auf  eine schwarze Jeans, ein dezent gemustertes helles Hemd, eine passende Krawatte und ein helles Sakko. Zufrieden drehte ich mich vor dem Spiegel. Ich sah nun selbst wie ein junger Geschäftsmann aus. Ein Taxi brachte mich zum verabredeten Treffpunkt. Der Ober führte mich an einen Tisch, mit Blick auf die Alster und ließ uns allein. „Hello, I’m Max. Nice to meet you.“ Der Freier sah gut aus. Ich schätzte ihn auf Mitte Vierzig. Leicht gewellte dunkelblonde Haare und blaue Augen musterten mich. Er erwiderte meinen Gruß und stellte sich als Ken Boldman vor. Wir begannen einen leichten Smalltalk. Sympathie kam sofort auf. Ich fragte ihn nach seinen Interessen. Hamburg bot ziemlich viel. Theater, Oper, Revue. Er mochte alles und überließ mir die Gestaltung des Abends. Allerdings sprach er nur Englisch. Der Umstand komplizierte die Angelegenheit etwas. Ich fragte nach dem Termin in der Rösterei und das ich mich sehr darauf freute. Ich hätte familiär mit Bier und Schnaps zu tun und kannte mich hinsichtlich Firmenführungen schon recht gut aus. Er hörte sehr interessiert zu. Wir hatten also zwei Tage und zwei Abende Zeit. Es gab ein kleines englischsprachiges Theater. Das könnte etwas sein, dachte ich sofort. Auf dem Handy las ich mir den Spielplan durch. Es stand für heute Abend eine Komödie auf dem Programm. Ich schmunzelte und bestellte gleich online zwei Eintrittskarten. Danach würden wir in eine bekannte Künstlerkneipe gehen und mit etwas Glück, dort ein paar Prominente von Film und Fernsehen entdecken können. Je nachdem, wie er gelaunt war, würden wir zu späterer Stunde über die Reeperbahn ziehen und uns einige Bars ansehen. Ob wir bei ihm oder bei mir landeten, wollte ich dem Zufall und seinen Wünschen überlassen.

Ich erzählte ihm nichts, sondern signalisierte nur, dass ich ab heute Abend um sechs Uhr die Führung übernehmen würde. Der Ober kam, fragte nach meinem Getränkewunsch und brachte uns die Speisekarte. Die piekfeine Atmosphäre hätte vielleicht sogar Rene Unbehagen bereitet. Conny wäre hier auf jeden Fall zusammengebrochen. Ich hingegen fühlte mich in meinem Element. Ich wusste, welches Glas und welches Besteck zu welchem Anlass gehörten. Ken leistete sich mehrere kleine Fauxpas. Amerikaner waren in ihren Tischgewohnheiten nicht so abgehoben, wie ich es von europäischen Spitzenrestaurants und ihrem erlesenen Publikum der oberen Zehntausend kannte. Ich schmunzelte und wies ihn darauf hin. Er ergriff staunend meine Hand, hielt sie fest und sah mich überglücklich an. Wir lachten beide in uns hinein und verließen nach dem Essen Arm in Arm das Lokal. Der Taxifahrer erzählte zusammen mit mir auf Englisch von der Stadt, den Bauwerken und ihrer Geschichte. Am Schluss setzte er uns am Hafen ab, wo die Barkasse schon auf uns wartete. Ken strahlte, fragte immer wieder nach. Seine Hände glitten dabei zärtlich über meinen Körper. Wir verhielten uns wie vertraute Freunde. Es war nicht aufdringlich und vor allem nicht affektiert. In der Rösterei drehte ich den Spies um. Und das war nicht gespielt. Ich fand alles hochinteressant und fragte Ken und unsere Begleiter ein Loch in den Bauch. Um kurz vor sechs Uhr endete dieser Teil des Tages. Er wollte gerne ins Hotel und sich etwas frisch machen, fragte, ob ich ihn begleiten würde. Gerne. Er war schließlich der Boss. Vielleicht könnten wir hinterher noch auf einen Abstecher in mein Hotel fahren. Ich dachte daran, das Hemd zu wechseln. Wir standen kaum im Zimmer, da fanden unsere Hände zueinander. Ken zog mich an sich und ich folgte ihm. Unsere Lippen verschmolzen. Das war nicht der Strichersex, den ich vom Parkplatz kannte. Wir wussten beide, was wir wollten. Zogen uns aus, duschten, jeder nahm sich einen Drink, gab dem anderen, was er wünschte. Es war, als wenn wir uns seit ewigen Zeiten kannten, seit langem ein Paar waren, das vertraut und intim miteinander umging, dem kein Detail am anderen fremd vorkam. Was dann geschah toppte alles. So zärtlich hatte noch nie ein Freier mit mir geschlafen. Ich gab mich Ken völlig entspannt hin, ließ ihn die Führung übernehmen und genoss die Augenblicke höchster Ekstase. Am Schluss waren wir beide gekommen und lagen nebeneinander. Er wollte meinen Dildo sehen. Ich erzählte ihm von mir. Er wusste es bereits von Kurt und war sehr neugierig auf mich gewesen.

„Normalerweise bin ich stockschwul und dein Körper hätte mich eigentlich kalt lassen müssen. Aber du hast eine so faszinierende fesselnde Ausstrahlung, der ich nicht widerstehen kann.“ Ich konnte das auch für ihn feststellen. Dann erzählte ich ihm von meinem Abendplan. Wir hätten im Hotel bleiben können. Ich war mir sicher, dass Ken nach kurzer Zeit wieder bereit wäre. Er überlegte. Schüttelte dann den Kopf. Nein, er hatte nicht nur für den Sex mit mir bezahlt, sondern vor allem für meine Begleitung. Und die wollte er auch genießen. Sein Flugzeug ging übermorgen um ein Uhr. Solange gehörte ich ihm. Dann wollte ich jetzt in mein Hotel und mir ein frisches Hemd anziehen. Er wehrte ab. Wir hatten annähernd die gleiche Größe. Ich musste mir etwas aus seinem Wäscheschrank nehmen und trug nach dem Duschen nicht nur ein Hemd und eine Krawatte von ihm, sondern auch seine Unterwäsche. Er bestand darauf. Es war ein komisches Gefühl, das ich nur einmal erlebt hatte, als ich mit meinem Vater unterwegs gewesen war und nach einem Regenguss von ihm Kleidung ausleihen musste. Aber Ken war nicht mein Vater, obgleich er es altersmäßig hätte sein können. Ich erzählte ihm, woran ich dachte. Er nahm meinen Kopf in beide Hände, küsste mich auf den Mund und sagte, okay, dann bist du ab sofort mein Sohn. Und du bist genauso schwul wie ich. Wir fuhren zum Abendessen. Ich hatte ein nettes Restaurant ausgesucht, das gute Hausmannskost servierte. Danach spazierten wir über die Straße in das kleine Theater. Ken amüsierte sich königlich. Auch die Künstlerkneipe gefiel ihm und als es endlich zur Reeperbahn ging, wusste ich, der Abend war gelungen. Wir schliefen bei ihm und am nächsten Morgen fuhren wir in mein Hotel, holten meine Sachen und ich checkte dort aus. Ken wollte meine Handynummer haben. Wir würden uns wieder verabreden, wenn er den nächsten Geschäftstermin in Hamburg wahrnehmen musste. Ich erzählte ihm, dass ich studieren wollte und wahrscheinlich im kommenden Jahr in München leben würde. Wir waren tagsüber im Planetarium gewesen und hatten eine Ausstellung über die Anfänge der Menschheit besucht. Nach der Sauna im Hotel lagen wir im Bett und schmusten. „Ich komme auch nach München, um dich zu haben“, sagte er und küsste mich immer wieder. „Geld spielt keine Rolle und wenn du mal Urlaub in den Staaten machen willst, sag es mir. Ich organisiere dir Hotel und Aufenthalt, allerdings will ich dann auch Liebe von dir.“ Ich erwiderte seine Küsse, stimulierte ihn und nach einer Weile war er erneut bereit. Ich ließ mir den Rücken kraulen und half ihm, seinen Weg in mich zu finden. Es war einfach nur schön. Vollkommen anders als die schnellen Euro am Parkplatz oder die geilen Pädofreunde von Kai. Eine zauberhafte Nacht lag vor uns, in der kein Wunsch unerfüllt blieb. Das Gefühl, sich zu verkaufen, allein den Körper hinzugeben, wich von mir. Fast hätte ich mich in Ken verliebt. Eine warnende Stimme meldete sich rechtzeitig und mahnte professionelles Verhalten an. Ken lächelte. Er hatte gemerkt, dass ich längst kein Stricher mehr war, der sich von ihm für seine Dienste bezahlen ließ. Wir frühstückten zusammen und verbrachten den Rest des Vormittags im Hotel. Zwei Stunden vor seinem Abflug half ich ihm aus zu checken und brachte ihn zum Flugplatz. Etwas wehmütig sah ich die Maschine abheben. Wir würden uns sicher wieder sehen. In der Tasche fühlte ich den Umschlag, den er mir beim Abschied gab. Auf der Toilette schaute ich ‘rein und erschrak fast. Normalerweise sollte ich 2500 Euro für die zwei Tage bekommen. Ken hatte mir mehr als das doppelte hineingelegt und eine Karte dabei geschrieben. Für eine wundervolle Zeit mit einem wundervollen Menschen, stand darauf.

Ich fuhr zu Kurt. Er war nicht in der Bar, aber Conny kam mir schnaufend entgegen. Er schleppte Bierkasten herein. Ich lachte. „Hallo, Zuhälter, wie ändern sich doch die Zeiten. Jetzt musst sogar du mal körperlich arbeiten.“ „Da stehen noch drei Kästen, komm, hilf mir und dann erzähl mir von deinem Date.“ Natürlich gehorchte ich, wie es sich für ein braves Pony gehörte. Conny zapfte professionell zwei Bier aus dem Hahn. Er holte ein Englischbuch unterm Tresen hervor. „Ich lese mal vor und du hilfst mir mit der Aussprache. Ich glaube, das lerne ich nie.“ Wir tranken unser Bier, ich verbesserte ihn und erklärte die Bedeutung der Lautschrift. Conny strengte sich an und mit der Zeit konnte sich der Text aus seinem Mund hören lassen. Ich gab ihm 1500 Euro von meinem Verdienst ab. „Hier, mein Zuhälter. Den Rest muss ich für Rene zurücklegen, wobei, wenn die Krankenkasse die Kosten für seine OP übernimmt, dann kriegst du noch etwas mehr. Das sieht gut aus für Rene. Der Anwalt meinte, die Zusage müsste bald kommen. Dann unterstütze ich dich in erster Linie. Rene verdient sich sein Geld selbst. Ich hatte ein tolles Weekend. Wenn Kurts Kunden alle so drauf sind, wie Ken, wird das ein geiles Anschaffen. Kein Vergleich zu den Typen am Parkplatz oder Kais Kumpels.“ „Das glaub ich. Ich hätte auch gerne mal ein solches Date, aber Kurt hat es mir verboten. Ich nenne ihn teilweise schon Pa. Er mag es. Er gibt vor seinen Kumpels sogar mit mir an. Die meisten haben auch Kinder mit ihren Nutten. Einige sind verheiratet und die Frauen schaffen nebenbei an. Kurt meinte, das wäre auch etwas für mich. Er brachte gestern ein Mädchen mit und sagte ihr, dass ich ab sofort auf sie aufpasse. Sie ist jetzt im Laufhaus und kommt nachher zum Tanzen her. Hast du noch Zeit oder musst du wieder nach Hause?“ Ich sah auf die Uhr. „Ich muss in einer halben Stunde zum Flughafen. Grüß sie unbekannterweise. Wir schreiben Montag Deutsch. Ende Mai hab ich es geschafft. Im Juni kommen die mündlichen Prüfungen und dann Penne ade! Aber das mit dem Studium hier wird nichts. Mein alter Herr hat mit dem Dekan in München gesprochen. Ich hab die Zusage von dort so gut wie sicher. Andy geht mit.  Er fährt aber in den Osterferien zu Rene. Der hat ihm schon Andeutungen gemacht, was wir hier treiben. Ich will ihm nächste Woche in aller Ruhe reinen Wein einschenken. Ich denke, er wird es schlucken.“ Conny zapfte noch ein Bier. Kurt stand neben uns und legte mir den Arm um die Schulter. „Max, wie hat dir dein Date gefallen?“ „Super, Kurt. Ken war einfach Spitze. Er hat es auch genossen und ich musste aufpassen, dass ich professionell blieb. Fast hätte ich mich verloren.“ „Ich weiß. Ihm ging es nicht anders. Er rief mich eben an und bedankte sich noch einmal. Die Vermittlungsgebühr für mich kann sich sehen lassen. Bist du zufrieden, oder muss ich noch etwas drauflegen?“ Ich schüttelte den Kopf. „Um Himmels willen, nein, er hat mir mehr als den doppelten Verdienst gegeben. Ich hab einen Teil schon an meinen Zuhälter abgeliefert, sonst legt mich der übers Knie“, grinste ich. Conny sah mich fest an. „So gehört sich das, für ein ordentliches Pony. Hast du seine Kette gesehen, Pa? Rene trägt auch eine. Es ist das Zeichen, dass sie zu mir gehören.“ „Kindskopf“, schimpfte Kurt lachend und wischte seinem Sohn über die Haare. „Wann bist du wieder hier, Max? Soll ich dich einplanen?“ Ich überlegte.

Den nächsten Termin hatte ich Anfang April. Kurz danach fingen die Osterferien an. Rene musste noch zur Schule. Hamburg war dies Jahr spät dran. „Am 06.04. bin ich hier. Das ist ein Freitag. Also, wenn du für das Wochenende etwas abmachen willst, herzlich gerne. Wir haben auch Ferien und ich dachte daran, bei Rene zu bleiben. Dann hätte ich bis zum 18.04. Zeit. Aber ich muss das noch mit meinem Vater klären. Ich hab ihm von dir erzählt. Natürlich nur, dass wir Conny in einer Disco kennen gelernt haben und Rene nun bei dir arbeitet und sich schon mal die Kneipenpraxis für das Studium anschaut. Vielleicht schafft er es und kommt mit. So könnt ihr eure Geschäfte machen. Unser Bier ist ja wirklich gut und der Schnaps auch.“ Kurt nickte. Ich hatte ihm beim letzten Mal ein Probiersortiment von uns mitgebracht. Er war begeistert gewesen. „Das Bier kommt hier bestens an. Ich hab viele Gäste aus Bayern und die werden sich freuen, eine heimische Biersorte trinken zu können. Also, das ist abgemacht. Ich kann dir die erste Bestellung auch gleich mitgeben. Aber ich möchte deinen Vater natürlich gerne kennen lernen.“ Das dürfte kein Problem sein. Vater würde beim nächsten Mal sicher für einen Tag mit hierauf kommen. Ich musste mich verabschieden. Conny drückte mich fest. Wir küssten uns zärtlich. Zu Hause erzählte ich Vater alles und lud ihn im April ein, mich zu begleiten. Er freute sich, als er hörte, dass wir den Kiez unsicher machen würden. Mein alter Herr ließ auch heute noch nichts anbrennen. Obwohl er Mum liebte und nie etwas tun würde, das ihr Kummer bereitete. Die Zeit verging schnell. Wir flogen gemeinsam nach Hamburg und Vater begleitete mich zu Doktor Reimers. Wir sprachen über den OP Termin. Ich sollte nach dem Eingriff von meinem Hausarzt weiter betreut werden. Am Abend trafen wir uns bei Kurt in der Bar. Ich hatte in Absprache mit den anderen erzählt, dass wir mit Conny in unserer Stammdisco ins Gespräch gekommen waren. Vater fand alles völlig plausibel. Er und Kurt verstanden sich auf Anhieb und der geschäftliche Teil wurde schnell zur Nebensache. Die beiden verschwanden nach kurzer Zeit allein im Laufhaus. Vater beschwor mich hinterher, nichts Mutter zu erzählen. Er hatte wohl ein schlechtes Gewissen bekommen. Und das war sicher berechtigt, wenn ich seinem leicht verkürzten Bericht Glauben schenkte. Er musste am nächsten Morgen wieder nach Hause. Ich brachte ihn zum Flieger und wartete im Anschluss in der Ankunftshalle auf Mr. Yamoto aus Japan. Ein älterer Mann, circa 60 Jahre alt, kam auf mich zu. Wir sprachen Englisch und begrüßten uns. Er hatte mich über Kurts Bekannten auf einer besonderen Internetplattform gebucht, wusste allerdings nicht, wie ich aussah. Der Escort Service suchte die Jungen aus, berücksichtigte dabei die Wünsche der Gäste und gab auch eine Garantie ab, dass jederzeit ein Tausch stattfinden durfte, wenn Gast und Junge nicht zu einander passten. Mr. Yamoto schien zufrieden mit mir zu sein. Er wollte zuerst ins Hotel und bestand darauf, dass ich mit ihm fuhr. Im Taxi erklärte ich ihm die Sehenswürdigkeiten, aber er wehrte ab. Er kannte Hamburg und er wollte keine Sightseeing Tour mit mir machen. Im Hotel fragte er mich, ob ich über seine Wünsche informiert war. Ich musste passen. Wir ließen uns etwas zu essen aufs Zimmer bringen. Er schickte mich ins Bad und als ich geduscht herauskam, legte er mir einen japanischen Kimono um. Ich hatte so ein Kleidungsstück noch nie getragen. Aber es fühlte sich sehr bequem an. Wir setzten uns auf den Boden, tranken Tee und ich wartete gespannt, was als nächstes kommen würde.

„Wie steht man in Japan zur Homosexualität?“, fragte ich. Er lächelte und antworte nicht gleich. „Sex ist kein Problem, es ist moralisch nicht verwerflich, wenn zwei Männer zusammen sind. Allerdings gibt es keine Rechte, wie hier, und man kann nur heimlich mit einem Mann zusammen leben. Offene schwule Partnerschaften werden nicht gern gesehen. Ich gehöre einem uralten Samurai-Geschlecht an. Anfang des zehnten Jahrhunderts bis ins neunzehnte Jahrhundert hinein, gab es das Wakashudo. Meistens suchten die Eltern für ihren zehn-bis dreizehnjährigen Jungen einen Lehrer aus, der diesen in der Samuraiphilosphie ausbildete und ihm natürlich auch das Kriegshandwerk beibrachte. Die Jungen blieben bis zum neunzehnten Lebensjahr bei ihrem Lehrer und wurden auch sexuell die Geliebten ihres Meisters. Das war vollkommen normal und gesellschaftlich anerkannt. Es gab aber gewisse Regeln, wie der Sex abzulaufen hatte.“ Ich hörte atemlos zu. „Erzählen Sie bitte weiter, das ist alles hochinteressant“, bat ich. Er lächelte und zeigte mir, wie der Meister seinen Schützling in die Arme zu nehmen pflegte. Der Junge stand dabei, denn nur Frauen hatten sich ihrem Mann unterzuordnen. So war Analsex nicht gesellschaftsfähig, denn er brachte den Jungen in die unterwürfige Lage einer Frau. Er wurde natürlich trotzdem praktiziert, doch niemand sprach darüber. „Männer liebten ihre Jungen mit Schenkelverkehr“, erklärte er weiter. Ich verstand sofort und half ihm, sich zu erleichtern. Das Gummi war entbehrlich. Er spritzte ab, und nahm danach ein Tuch, um mir zärtlich den Oberschenkel abzuwischen. Wir lagen im Anschluss wieder auf dem Boden, tranken nebenbei unseren Tee. Die Atmosphäre wirkte wunderbar entspannend. Einen so gelösten Sex hatte ich zuvor ähnlich nur mit Ken erlebt. Zwischendurch erzählte er immer wieder von seiner Familie. Ich hörte staunend und fast ein bisschen neidisch zu. Als er gezielt nach mir fragte, kam ich anfangs ins Schleudern. Normalerweise erfuhren die Freier nicht unsere wahre Identität. So war der Nachname von Seiten des Jungen tabu und die meisten erzählten auch rührselige erfundene Geschichten über sich, um den Preis etwas hochzutreiben. Ich mochte ihn nicht belügen und berichtete davon, dass ich einem deutschen Adelsgeschlecht entsprang und meine Vorfahren ähnlich wie die seinen, Ritter waren. Er fragte nicht weiter nach, sondern bat, mich wiedersehen zu dürfen. Vielleicht glaubte er mir auch nicht. Wir tauschten die Handynummern aus. Er durfte mich auch ohne den Escortservice anrufen. Andererseits regte ich an, dass er dort trotzdem Bescheid geben sollte und von uns erzählt, damit die Verantwortlichen, wie auch Kurt, ihren Anteil bekamen und nicht hintergangen wurden. Ich würde dafür gerne selbst den Preis etwas nachlassen. Ich wurde nicht ganz schlau aus ihm. Fand er meine Wünsche gut oder hatte er andere Vorstellungen? Emotionen zeigte er mir keine. Ich dachte an einen Bericht über Japaner, den ich gelesen hatte. Das Schlimmste, was einem passieren konnte, war, das Gesicht zu verlieren. Es gab deshalb unzählige Rituale. Vorsichtig fragte ich nach. Er lächelte wieder, ich ließ mich liebkosen und streichelte auch ihn zärtlich. Zwischendurch wollte ich mich auf den Bauch drehen. Er verhinderte es. Ich sollte ihn um die Hüfte fassen, wie er es mit mir getan hatte. Mein künstlicher Schwanz schob sich wie von selbst zwischen seine festen Oberschenkel. Ich stieß und rieb mich an ihm. Als ich keuchend und schwer atmend in seinen Armen lag, küsste er mich wie ein Vater auf Stirn und Wange.

„Wakashudo, das heißt, der Weg der Jünglinge“, sagte er leise. „Und du bist jetzt mein Jüngling, Max. Ich werde dich Meijo nennen, das heißt übersetzt „Ehre“ und ist eine der sieben Tugenden des Bushido.“ Vom Ehrenkodex der Samurai hatte er mir bereits erzählt. Er fragte nach meinem Dildo. Ich revanchierte mich, erklärte ihm, was es mit Transsexualität auf sich hatte. Es gab so etwas auch in Japan, warf er ein. Aber die Menschen lebten ihre Geschlechtsidentität nur heimlich aus. Sogar schwule Japaner hielten sich an die Regeln, nur mit Frau und Kind gesellschaftlich und sozial aufsteigen zu können. Ein transsexueller Mann, wie ich, hatte es allerdings zu einer Berühmtheit gebracht. Fumino Sugiyama war weiblich geboren worden, spielte als Frau in der Fechtnationalmannschaft und war inzwischen als erfolgreicher Geschäftsmann tätig. Er setzte sich für die Rechte transsexueller Menschen ein, erfuhr ich. Yamoto hörte danach weiter meinem Bericht fasziniert zu. Er interessierte sich immer mehr für das Problem, das ich seit frühester Kindheit mit mir herumschleppte. Als ich ihm von meinen Streichen erzählte, wollte er nicht wieder mit lachen aufhören. Ich erschrak fast, denn er war mir so diszipliniert und in sich ruhend erschienen, dass ich mich über seinen plötzlichen Gefühlsausbruch wundern musste. Ich erzählte auch von der Aktion Messwein und meinen Gewissensbissen. „Meijo, mein kleiner Liebling. Ich glaube, der Priester ist dir nicht mehr böse. Er war es sicher nie. Und wenn Gott dir vergeben hat, dann solltest du es auch endlich tun. Ihr habt beide aus euren Fehlern gelernt, du und dein Freund. Das ist das Wichtigste.“ Ich ließ mich in seine Arme fallen. Er küsste mich erneut, berichtete von seiner Heimat und von seiner Arbeit. Der Hotelpage brachte uns Essen herauf. Wir blieben den ganzen Abend auf dem Zimmer und er nahm mich noch mehrere Male in der Nacht, so wie auch ich öfter wieder Lust verspürte und diese besondere Art des geschlechtlichen Beisammenseins zu lieben begann. Ich zollte ihm Achtung und Respekt und blieb ihm trotzdem gleichgestellt. Whow! Was für Erfahrungen und Erlebnisse. Am nächsten Morgen traf er sich mit Geschäftsleuten. Ich durfte ihn begleiten, hielt mich dezent im Hintergrund, während er verhandelte, half ihm Smalltalk zu betreiben und beobachtete ihn dabei genau. Seine höfliche Verhandlungsführung brachte ihn bei den zwei Amerikanern und dem deutschen Geschäftsführer eines Autohauses schnell zum Erfolg. Wir aßen danach allein in einem teuren Lokal zu Mittag. „Was du da gemacht hast, war Psychologie erster Sahne“, sagte ich. „Wieso?“ „Nun, du hast ihnen das Gefühl gegeben, entweder über dir zu stehen oder sich selbst größer zu sehen. Das hat ihnen imponiert. Die merkten gar nicht, wie sie Wachs in deinen Händen wurden. Du hättest am Schluss den Preis ruhig noch höher ansetzen können, die hätten das geschluckt.“ Er lächelte. „Meijo- Kun, als dein Lehrer erfreut deine kluge Beobachtungsgabe mein Herz. Aber wenn ich mein Verhandlungsgeschick, das gar keines ist, sondern nur die allgemeinen Höflichkeitsregeln japanischer Geschäftspartner untereinander widerspiegelt, dazu eingesetzt hätte, den Preis zu treiben, dann hätte ich mein Gesicht verloren, denn ich wäre unehrlich mit mir selbst gewesen. Es gehört zur Ehre eines Samurai ehrlich zu bleiben.“ Ich senkte betreten den Kopf und schämte mich leicht. „Wie soll ich dich ansprechen, gibt es ein Wort, das die Schüler für ihre Lehrer gebrauchen?“, fragte ich ihn. „Natürlich. Es heißt „Sensei“. „Das kenne ich. Das wird immer in den Filmen gesagt. Ich habe große Achtung vor dir, Sensei Yamoto.“, erwiderte ich und zeigte ihm meine Ehrerbietung mit einer leichten Verbeugung an.“ „Nur Sensei, das genügt. Der Nachname wird nicht mitgesprochen.“

Ich spürte ein starkes Gefühl von Zufriedenheit, welches ich eigentlich schon als Glücksempfinden ansah. Was hatte ich in den beiden Tagen bereits alles gelernt. Das Wissen über ein Land und seine Bräuche, das ich so in der Schule nie erfahren hatte, und die ersten Ansätze einer völlig fremden Sprache und Kultur. Ich überlegte und nahm mein Handy hervor. „Sensei, darf ich heute Abend das Restaurant wählen?“ „Ja, das darfst du. Wohin möchtest du mit mir gehen?“ „Ich sehe gerade, dass es japanische Restaurants in Hamburg gibt. Würdest du mir zeigen, wie man richtig mit Stäbchen isst, auch auf die Gefahr hin, dass ich heute hungrig ins Bett gehen werde?“, schmunzelte ich. „Ich freue mich darauf. Aber nun erfüll auch du mir einen Wunsch, Meijo-Kun. Lass uns zahlen und ins Hotel fahren. Ich habe Sehnsucht nach meinem Schüler.“ Die Verbeugung, als Zustimmung gemeint, kam so selbstverständlich, dass ich mich schon in der japanischen Gesellschaft angekommen wähnte. Wir schliefen wieder miteinander. Ich stellte mir dabei vor, ein Samuraischüler zu sein und neben der sexuellen Liebe meines Meisters auch alles wichtige Wissen über die Lehre und Gepflogenheiten dieses Standes zu erfahren. Natürlich lernte ich auch mit einem Schwert zu kämpfen. Und Kampfsport gehörte ebenfalls zu den Künsten eines jungen Samurai dazu. Als wir aneinander gekuschelt auf dem Boden lagen, erzählte ich ihm von meinem langjährigen Taekwondounterricht. Er sah mich erstaunt an. Ich hatte es bis zum 4. Kup und somit zum blauen Gürtel gebracht. Inzwischen trainierte ich nur noch ein bis zweimal in der Woche. Das Fußballtraining in der B-Jugend und mein Reiten nahmen mich sehr in Anspruch und nun lief wegen der Schule im Augenblick gar nichts mehr im Sport. Sensei war Karatekämpfer und wollte sofort etwas von mir sehen. Kein Problem, dachte ich. Allerdings ahnte ich, dass er wohl bereits ein Schwarzgürtel war und ein ernsthafter Kampf für mich in einer Katastrophe enden würde. Wir schoben die Tische zur Seite und machten etwas Platz im Zimmer. Nach einer Aufwärmphase grüßten wir und ich erhielt, wie erwartet, eine Lehrstunde. „Das war schön, Sensei, vielen Dank“, verbeugte ich mich und ließ ihn die Dusche zuerst betreten. „Die Freude ist auf meiner Seite. Du solltest weiter trainieren. Den roten Gürtel solltest du auf jeden Fall anstreben. Du vergeudest sonst dein Talent und die Arbeit, die du in all den Jahren in dein Training gesteckt hast, war umsonst. Und nun komm zu mir unter die Dusche, damit ich dich wieder lieben kann.“ Den Abend verbrachten wir, nach meinen ziemlich verunglückten Versuchen mit Stäbchen zu essen, wider Erwarten auf der Reeperbahn in einem Schwulen Club. Er führte mich dort gezielt in einen SM–Raum hinein. Das Andreaskreuz, die Ketten und der Strafbock lösten spontane Erregung bei mir aus. Er merkte es sofort. Ich überließ mich meinem Herrn und legte mich gehorsam über den Strafbock, zeigte ihm meine Hände vor und wurde angekettet. Er streichelte meinen Po, schlug ein paarmal mit der flachen Hand darauf, was mich bereits fast wahnsinnig machte. Einen Moment verharrte ich allein in der ungewohnten demütigen Haltung, bis er vom Tresen zurückkam. Sensei hatte eine Peitsche und einen Stock in der Hand. Die Schläge, die ich nun erhielt, fühlten sich einfach nur geil an. Ich drehte mich hin und her, versuchte mich loszumachen, was natürlich unmöglich war und gab mich devot seiner Herrschaft hin. Ich wollte kommen, doch er verhinderte es mit einem sehr harten Schlag auf den Po, welcher mich laut aufschreien ließ. „Kämpfe gegen deine Schmerzen, junger Samurai. Du darfst weder Angst noch Schmerz fühlen.“ Ich biss also meine Zähne zusammen und atmete schwer dabei. Mein Hintern brannte nach kurzer Zeit wie Feuer. Die Schmerzen nahmen immer mehr zu. Er schlug mich nun in einem festen Rhythmus. Ich versuchte nicht mehr zu schreien, erinnerte mich an das mentale Kampfsporttraining, das uns befähigen sollte, körperliche Gefühle auszublenden. Langsam ließ ich die Versenkung in die Meditation wieder zu. Ich hatte lange nicht mehr geübt. Als er endlich von mir abließ, spürte ich rein gar nichts. Er löste die Ketten. Ich stand auf um vor ihm niederzuknien und ihm demütig die Hand zu küssen. Wir sprachen kein Wort miteinander. Ich zog mich wieder an. Er nahm mich in die Arme, führte mich nach oben an die Bar und bestellte. Ich lächelte und trank wie er. „Lass uns ins Hotel gehen, Meijo-Kun, ich bin müde.“ Ich verbeugte mich und antwortete: „Ja, Sensei.“

Da lag eine andere Welt vor mir, eine völlig fremde Kultur, ein anderes Leben. Ich fühlte mich in vorige Jahrhunderte zurückversetzt, nahm die Errungenschaften der Neuzeit, Autos, Neonlicht, Reklameschilder kaum noch wahr. Wir lebten nicht mehr in dieser Zeit. Er war Samurai, ich sein Schüler und Geliebter. Gehorsam folgte ich ihm, tat, was er wollte und ließ seine Liebkosungen geschehen. Seine Küsse kühlten meine Striemen und seine Hände berührten sanft meine roten Pobacken. Er nahm mich wieder im Stehen, so wie es sich für einen jungen Samurai gehörte. Irgendwann schliefen wir zusammen ein. Sonnenstrahlen tanzten auf meiner Nasenspitze, als ich endlich erwachte. Sensei war bereits im Bad. Ich stand auf, ging auf die Toilette und ließ mich zu ihm in die Dusche ziehen. Dort wusch er mich, während ich vor ihm kniete und mit Hingabe seinen Schwanz küsste. Um elf Uhr brachte ich ihn zum Flugplatz. In meiner Jacke lag ein prall gefüllter Umschlag. Das erste Mal fühlte ich mich nicht als Strichjunge und hätte das Geld liebend gerne für ein Leben als Samuraischüler mit ihm eingetauscht. „Mata-ne, Meijo-Kun. Wir sehen uns wieder.“ „Mata-ne, Sensei, ich freue mich darauf.“ Traurig sah ich ihm nach, als er durch die Kontrolle ging. Ein letzter Blick. Ja, es war eine schöne Zeit gewesen. Ich fuhr vom Flugplatz sofort zur Reeperbahn. Wie erwartet saß Conny in der Bar und lernte mit einem halbnackten Mädchen auf dem Schoß, Englisch. „Das nennst du also Treue“, begrüßte ich ihn mit gespielt vorwurfsvollem Ton. „Sie heißt Moana und gehört jetzt zu mir, ist also meine kleine Ponystute“, erklärte er und forderte sie auf, uns etwas zu trinken zu bringen. „Ich bin Max, einer seiner Ponyhengste“, bemerkte ich mit leicht sarkastischem Unterton. „Freut mich, da haben wir ja etwas Gemeinsames.“ Conny blickte mich fragend an. „Wie war‘s in Japan?“ „Ich bin jetzt ein Samurai Krieger und du tust gut daran, freundlich zu mir zu sein.“ Ich gab ihm 2000 Euro, die er zufrieden einsteckte. „Du brauchst aber nicht zu wiehern, Max“, schmunzelte Moana, als sie mit drei frischen Cocktails erschien. „Conny kassiert nur. Das aber sehr gerne.“ Ich nickte. „Ich weiß. Am liebsten hat er es, wenn man bunkert.“ Sie setzte sich wieder auf seinen Schoß. „Wir üben jetzt Englisch. Fuck you!“, entgegnete er. „Oje, womit hab ich das verdient.“ Conny erzählte, dass Kurt erst spät am Abend käme. Dann wurde es vorerst nichts, mit der Berichterstattung. Ich hatte zwischenzeitlich eine SMS von Rene erhalten. Er wollte gleich bei uns sein. „Der hatte auch ein Date, mit einem Briten. Die geben nicht so hohe Trinkgelder und Rene spart immer noch für seine OP. Da fällt für mich viel zu wenig ab“, jammerte unser Zuhälter. „Du Armer, du tust mir so leid. Muss ich mich wieder über die Sofakante beugen?“ Noch ehe Conny etwas sagen konnte, wischte ihm Rene mit der Hand übern Kopf. „Du mieser kleiner Zuhälter. Jetzt schickst du auch schon Mädchen auf den Strich. Schäm dich“, grinste er. „Und, lass sehen“, meinte unser Lude lässig. Rene zeigte ihm seinen Umschlag und wedelte damit vor Connys Nase herum. „Hier, einen Tausender kann ich entbehren. Den Rest brauch ich für meinen Schwanz. Die Krankenkasse lässt sich verdammt viel Zeit.“ Conny brummte. „Ich denke, Andy wollte sich bei uns sehen lassen?“, fragte er. „Er kommt morgen Abend mit dem Zug. Meinte, einen Flieger könnte er sich nicht leisten.“ Ich grinste. „Ich hab ihn schon vorbereitet. Er kann sich gleich in Kurts Datei einschreiben lassen und sich sein Taschengeld verdienen.“

Wir flaxten noch eine Weile, bis einige Mädchen zur Arbeit kamen. Inzwischen hatte ich auch viele der Huren, die vorne an der Straße anschafften, kennengelernt. Sie versuchten immer wieder uns rumzukriegen. Wir seien zu schade für den Männerstrich. Es war angesichts der riesen Auswahl nicht leicht, Jenny treu zu bleiben. Im Laufe des Abends begannen die Mädchen, an der Stange zu tanzen. Ich trank mein Bier an der Bar und betrachtete die leicht bekleideten Frauen mit ständig anwachsender Erregung. Vor allem Janine, eine dunkelblonde Schönheit, verdrehte mir dabei völlig den Kopf. Sie merkte schnell, welche Wirkung sie auf mich ausübte. „Max, mein Liebling, es ist an der Zeit, dass du ein richtiger Mann wirst“, hauchte sie mir ins Ohr, als sie ihren Auftritt beendet hatte. Ehe ich mich versah, lag ich in ihren Armen und war gefangen, von Janines Charme und ihren Verführungskünsten. Sie zog mich nach oben, in ihr Zimmer. Um es vorweg zu nehmen, als ich das kleine Hurenzimmer betrat, wusste ich bereits, dass es geschehen würde. Mein schlechtes Gewissen Jenny gegenüber hielt sich in Grenzen. Ich war ein Graf Wildenstein und das Blut meiner Ahnen forderte seinen Tribut. Kurt lachte mich an, als er uns wenig später zusammen die Treppe herunter kommen sah. „Max, ich gratuliere dir, du bist endlich mit Rene im Einstand, was die Mädchen betrifft. Conny hat sich natürlich auch schon die Hörner abgestoßen. Er glaubte, er wäre schwul. Aber Moana hat ihn eines Besseren belehrt. Er ist bi, wie ihr alle. Lass uns deine Männlichkeit feiern.“ Er schob mich an die Bar. „Oh je, Kurt, meine Jenny wird das gar nicht gut finden. Für sie darf ich nur Jungen und Männer haben oder Melanie, die ist transsexuell wie ich. Eine Frau würde mir schlecht bekommen, prophezeite sie mir.“ Dankend nahm ich den Cocktail, prostete Kurt zu. „Sie braucht es nicht zu wissen. Männer müssen fremdgehen. Wer das nicht mindestens einmal im Leben gemacht hat, ist kein Kerl. Und es sind Huren. Das ist etwas ganz anderes. Wer sich an seiner Sekretärin vergreift oder sich eine echte Geliebte hält, dem fehlt tatsächlich etwas an die Ohren. Aber eine Hure, dass ist okay.“ Ich lachte.

„Du kannst demnächst mit mir die Abrechnungen der beiden Clubs durchgehen. Ich will dich auch mit einem Kollegen vom Kiez bekannt machen. Es ist für dich wichtig, Geschäftsbeziehungen zu knüpfen. Dein Bier und dein Schnaps brauchen Abnehmer und wir können hier feste Lieferanten gut gebrauchen“, sagte er. Das hörte sich interessant an. Ich sollte ja BWL studieren und etwas Praxis auch hier auf der Reeperbahn konnte nicht schaden. Am frühen Morgen lag ich mit Rene im Bett. Die Arbeit in der Bar und im Hamburger Nachtleben forderte ihren Tribut. Wir schliefen in den Tag hinein. Am späten Nachmittag fuhren wir zum Bahnhof. Andy winkte uns schon von weitem, als er aus dem Zug stieg. „Hey, Traum meiner schlaflosen Nächte“, neckte ihn Rene. Die beiden lagen sich lachend in den Armen. „Ich will alles von Conny, Kiez und eurem Stricherleben wissen. Wehe, ihr verschweigt mir etwas!“ Oh Andy. Du wirst dich wundern. Wie ich Kurt kannte, hatte der bestimmt schon das erste Date für unseren biederen schwulen Freund vorbereitet. Wir brachten ihn erst einmal zu Rene. Ich war von Kurt in den Club „outgesourst“ worden und sollte dort tagsüber üben, die Geschäfte zu führen. Heute Nacht würde ich erstmals auf dem Kiez übernachten. So konnte Andy bei Rene bleiben. Für uns drei war leider in der kleinen Wohnung seiner Mutter kein Platz. Andy deponierte also sein Gepäck bei Rene. Es ging sofort weiter zu Conny. Als wir vor der Tür standen, erklärte ich ihm, wie man als Strichjunge anschafft. Er sollte sich an die Mauer lehnen und ein Bein anwinkeln. Ich machte es ihm vor. Rene spazierte, wie immer, langsam mit wackelndem Hintern die Straße entlang. Er wurde nach zehn Minuten angesprochen und ging für einen Moment mit dem Freier durch Connys Torbogen in den Innenhof. Dort gab es einen kleinen Schuppen, den sich Conny für  die Arbeit hergerichtet hatte. Ich erklärte Andy, was jetzt dort passierte. „Erst muss der Freier bezahlen, hier sind 30 Euro üblich. Dann führen wir ihn in den Schuppen aufs Bett und der Freier bestimmt, welche Art Sex er will. Entweder nur Blasen und Abspritzen oral oder Abspritzen anal. Auf jeden Fall hast du immer Gummis in der Tasche und ziehst ihm als erstes einen drüber.“ „Das ist klar, ohne mache ich das auch nicht. Kann ich den Schuppen mal sehen?“, fragte er. „Klar, wenn Rene wieder kommt, gehen wir sowieso zu Conny rauf. Du wirst unsere Stricherstationen alle selbst nachvollziehen. Wir mussten auch erst durch den Sumpf, bevor wir an die große Kohle bei Kurt kamen. Du wirst von Kai und vielleicht auch von ein paar seiner Pädokumpels durchgefickt und gibst die Knete dann Conny. Danach gehen wir alle zum Parkplatz und Conny wird dich instruieren. Er ist unser Zuhälter und er wird dich auch noch einreiten wollen. Wahrscheinlich bekommst du dann so ein lustiges Hufeisen um den Hals gehängt. Wir sind seine Ponys. Kurt schüttelt immer den Kopf darüber. Bei Kurt lernst du dann morgen Abend die Mädels kennen und Kurt nimmt dich für die Osterferien in seine Kartei auf.“ Rene kam aus der Tür, verabschiedete sich von seinem Freier und winkte uns zu. Wir liefen zusammen die Treppe nach oben. Conny erwartete uns bereits und öffnete gleich, nahm jeden in die Arme und küsste ihn. „Das ist also der berühmte Andy aus der Geschichte mit dem gepanschten Messwein“, meinte er freudig. „Dreh dich mal rum.“

Andy grinste und tat, was er sollte. „Hier, Conny, ich hatte gerade jemand“, sagte Rene und gab ihm unaufgefordert seinen Verdienst. „Ich hoffe, du hast den Gummi entsorgt und das Bett wieder glatt gezogen“, mahnte ihn sein Zuhälter. Rene nickte artig mit dem Kopf. „Komm, Andy. Wir trinken ein Bier und du ziehst schon mal die Hosen aus. Ich will dich kurz einreiten. Auch wenn mein alter Herr es kindisch findet, sollst auch du deine Ponykette haben.“ Er hatte schon Bier auf dem Tisch stehen. Rene und ich setzten uns und schalteten den DVD Player ein. Rene suchte sich gleich einen schönen geilen Gayporno aus Connys Sammlung heraus und legte ihn in das passende Fach. Andy zog sich aus, stand wie selbstverständlich in Unterhosen vor uns. Als er auf den Bildschirm blickte, bewegte sich sein Schwanz unter dem Stoff. „Lass sehen, was du da hast“, sagte Conny und trat auf Andy zu. Er schob den Slip runter. Ein strahlendes Lächeln huschte über sein Gesicht. „Endlich mal ein richtiger kräftiger Schwanz und nicht so ein künstlicher Dildo, wie bei den beiden Möchtegernponys, da. Du gefällst mir, mein Lieber. Komm, knie dich vor den Bildschirm und geil dich auf.“ Andy atmete schwer. Conny schmunzelte, öffnete seine Hose und führte Andys Kopf an sein bestes Stück. „Was tust du zuerst?“, fragte er. „Ich kassiere“, antwortete das brave  Pony. „Das ist in diesem Fall entbehrlich, wir kommen gleich zum zweiten Schritt. Max, gib ihm, was er braucht!“

Ich gehorchte sofort und drückte meinem besten Freund ein volles Paket Kondome in die Hand. Der nahm es, biss eine Hülle auf, griff den Überzieher und legte ihn Conny an. Mit der Hand stimulierte er ihn weiter, um dann geil und hingebungsvoll zu lutschen. Sein Zuhälter stöhnte, streichelte liebevoll über Ponys Haar und genoss die intensive Aufmerksamkeit, die ihm zuteilwurde. Andys Schwanz stand steif und fest, als er sich vorbeugte und den Arsch hoch nahm. Nach ein paar heftigen Stößen endete die Ekstase für unseren geneinsamen Herrn und Meister im Gummi. Ich sah Rene an. Irgendjemand musste jetzt dem armen Andy helfen. Rene hatte gerade für einen Freier hingehalten und wollte nicht noch mal. Ich seufzte. Also, doch. Einer musste sich opfern, es blieb wieder alles an mir hängen. Aber der geile Film tat ein Übriges und löste starke Erregung aus. Ich kniete mich vor Andy. Der öffnete meinen rückwärtigen Reißverschluss. Rene blickte sich um, grinste, nahm die Tube mit dem Gleitmittel und drückte sie ihm in die Hand. Ich stöhnte wohlig auf, als sich das kühle Gel über dem Eingang meines Schließmuskels verteilte. Andy steckte sich routinemäßig rein und spritzte ab. „Sorry, Conny, aber Max und ich kennen keine Gummis. Wir haben schon im Sandkasten zusammen onaniert.“ Conny grinste. „Das hätte ich auch gerne. Wie habt ihr zwei das gut. Aber ich darf nicht ohne Gummi. Das weißt du ja.“ Andy nickte. „Klar, ist auch richtig und ich will gesund bleiben. Aber mach dir nicht so viele Sorgen, die Ärzte haben heute dagegen schon supergute Medikamente. Das wichtigste ist, dass die Krankheit nicht ausbricht. Du kannst damit 100 Jahre alt werden.“ Wir warfen uns alle ausgepowert aufs Sofa und griffen uns unser Bier. Conny trat von hinten an Andy heran, legte ihm das kleine Hufeisenkettchen um den Hals und küsste ihn zärtlich auf den Mund. „Willkommen, Pony. Ich hab ja nun mit Moana auch eine Nutte, aber mit euch Jungs ist es doch am Schönsten!“ „Lass das deinen Dad nicht hören“, lachte ich. „Er will gerne einen hetero Zuhälter aus dir machen.“ Ich kniff die Pobacken zusammen. Andys Saft wollte auslaufen. Seufzend ging ich aufs Klo, um meinen Arsch abzuwischen. „Was ist, Andreas, bist du bereit, für deinen ersten Arbeitseinsatz?“, fragte Conny mit seinem berühmten Unterton in der Stimme, der keinen Widerspruch duldete. Ich schmunzelte unwillkürlich, denn ich hatte bei Kurt dasselbe erlebt, als er sich mit einem seiner Mädels stritt. Die beiden waren sich wirklich sehr ähnlich. Andy schlürfte genüsslich sein Bier aus. „Ich bin fertig. Lasst uns tun, was getan werden muss. Ich möchte endlich mit meinen beiden Kumpels auf einer Stufe stehen.“ Conny schob uns aus der Wohnung. Eine Viertelstunde später standen wir vor Kais Haus. Ich hatte Andy vorgewarnt. Er wusste, was ihn an Dreck und Gestank erwartete. In ein paar Stunden würde er ein Strichjunge wie Rene und ich es waren, sein. Er sah sich angewidert um und rümpfte die Nase. „Willst du umkehren?“ Er warf mir einen empörten Blick zu. „Ich werde mich doch nicht um diese einzigartige Erfahrung bringen. Allerdings bin ich ja nicht mehr so jung. Für Pädos tauge ich doch nicht mehr, oder Conny?“

„Das stimmt, aber es geht noch. Kai ist nicht wählerisch und er wird nur Kollegen anrufen, von denen er weiß, dass du in ihr Schema passt“, antwortete er und klopfte an Kais Tür. Wie üblich öffnete der im grauen Unterhemd und stank nach Schweiß und Fusel. „Hallo, kommt rein. Ich hab schon Besuch. Zwei Kumpels wollen sich den neuen Strichjungen ansehen. Du kannst Kohle machen, Conny.“ Andy schaute sich entsetzt um. Ich kämpfte kurzzeitig mit Würgereiz. Ob man diesen Stall noch sauber und gelüftet bekam? Im Wohnzimmer saßen zwei Männer, die nicht minder schäbig angezogen waren, als Kai, und auch nicht besser rochen. Andy stellte sich vor die beiden. Auch wir wurden begutachtet, mussten unsere Hosen runterziehen und die Ärsche zeigen. „Komm, Junge, ich kaufe keine Katze im Sack. Lass mich dein Hinterteil fühlen, ob es auch fest genug ist“, befahl der dickere von den beiden und sein Blick ruhte forschend auf mir. Oh, je, Andy! Was für ein Freundschaftsbeweis. Ich war doch inzwischen etwas Besseres gewohnt. Es half nichts. Ich ließ mich abklopfen und er steckte mir auch den Finger in die Fuge. Eh ich mich versah, saß ich auf seinem Schoß und hatte seinen Schwanz in der Hand. Conny kassierte ungerührt. Kai streichelte Andy übers Haar. „Komm, geh ins Bad und leg dich dann aufs Bett. Ich habe gewisse Vorrechte. Andy zitterte merklich, aber er gehorchte. Ich sah aus dem Augenwinkel, wie er Kai den Gummi drüberzog und ihn anblies. Kai schloss die Schlafzimmertür. Rene musste zusammen mit mir im Wohnzimmer bleiben und sich dem anderen Freier zur Verfügung stellen. Zwischendurch klingelte oder klopfte es an der Tür. Immer wieder kamen Freier, andere gingen. Es gab kaum Pausen für uns. Um kurz vor Mitternacht waren wir endlich mit Kai allein. Der hatte sich auch mich noch einmal gegönnt. Für Rene reichte es nicht mehr. Wir lagen und hingen abgekämpft und nackt auf dem Sofa. Conny küsste jeden zärtlich und gab uns ein Bier. „Ihr ward sehr brav, meine Pferdchen. Wir gehen jetzt zur Freiheit und ich spendiere euch etwas zu essen. Den Parkplatz nehmen wir uns morgen vor. Heute Abend setzen wir uns in die Bar und schauen den Mädels beim Tanzen zu.“ Andy sah ihn dankbar an. Er konnte kaum noch laufen. „Mein Gott, tut mir der Arsch weh. So bin ich noch nie durchgefickt worden“, stöhnte er und verdrehte die Augen. Rene und mir ging es nicht anders. Ich war froh, dass Conny uns heute nicht mehr weiter anschaffen lassen wollte. Da wäre auch nicht mehr viel gegangen. Wir blieben noch eine halbe Stunde bei Kai um zu entspannen. Die Dusche war dreckig, wie die ganze Wohnung und trotzdem kam mir das klare Wasser auf der Haut gerade recht. Wir atmeten alle tief ein und freuten uns über die frische Luft, als wir aus der Tür traten. Auch Conny schüttelte den Kopf. Er hatte bei Kurt inzwischen etwas mehr Ordnung und Sauberkeit erfahren. Kurt besaß ein Penthouse in St. Pauli von nahezu 200 qm Wohnfläche mit Dachterrasse. Conny durfte zwei Zimmer beziehen, wollte aber seine kleine Kiezhütte behalten. Natürlich kam regelmäßig eine Zugehfrau in das große Apartment und auch Conny musste sich dort anständig benehmen. Es gab allerlei Luxus in der Wohnung, mit drei Bädern und einer riesigen supermodernen Küche. Zur Wohnanlage gehörten ein Schwimmbad mit Sauna und ein Fitnessraum.

Connys Leben hatte sich mit einem Schlag verändert. Ich wollte Kurt nicht ärgern, aber ich hätte ihn gerne darauf angesprochen, warum er so lange gezögert hat, Conny die Wahrheit zu sagen. Ob Kurt Angst vor der väterlichen Verantwortung gehabt hatte? Er war doch ein Mann, der mit beiden Beinen fest auf der Erde stand. Ich nahm meinen Zuhälter liebevoll in die Arme. Er sah mich an. „Ist was?“ „Nein, geh nur fleißig weiter zur Schule. Dein junges Leben beginnt gerade erst und ich denke, du hast mit Kurt den richtigen Begleiter an deiner Seite. Und wir sind ja auch noch da. Nun besitzt du drei Ponyhengste und eine süße kleine Stute, die für dich arbeiten. Wobei, der neue Hengst und ich sind natürlich nur sporadisch da, dann aber mit ganzem Einsatz. Rene macht sicher noch ein wenig weiter. Er hat Spaß daran, als Luxusboy superreiche Freier zu begleiten. Ich allerdings auch. Und du wirst Kurts Läden einmal übernehmen. Ich glaube, er ist sehr zufrieden mit dir.“ Conny schien nachdenklich. „Ich überleg ständig, warum er nicht früher zu mir gekommen ist?“, meinte er. „Das tue ich ebenfalls und ich wollte ihn schon fragen. Doch irgendwie ist es ja ohnehin zu spät und ihr müsst nun damit Vorlieb nehmen. Es fuchst ihn auch, das weiß ich. Ich denke, er hatte einfach Angst davor, als Vater etwas falsch zu machen, obwohl er deine Mutter sicher sehr gern gehabt hat. Sie war nicht nur eines seiner Mädels. Aber du bist jetzt Achtzehn und das ist für eine Vater-Sohn Beziehung eigentlich ein schönes Alter. Du bist kein Kind mehr. Er kann im Grunde keine Fehler mehr machen, sondern dir nur noch auf Augenhöhe begegnen. Und wenn du dich schulisch anstrengst, hast du die besten Chancen auf ein wirtschaftlich abgesichertes Leben und auf Anerkennung aus der Branche. Die anderen Kiezgrößen sehen in dir doch schon Kurts Nachfolger, hat er mir neulich erzählt.“ „Sie mögen mich alle, ausnahmslos und die älteren Frauen bemuttern mich. Ich glaube, Kurt will sich demnächst auch mit meiner Mutter treffen. Hoffentlich gibt es keinen Ärger mit ihrem Typen. Dem könnte ich die Fresse polieren. Aber Mutter hält weiter zu ihm. Vielleicht ändert sie ihre Meinung, wenn sie Vater wieder sieht.“ Wir waren vor der Bar angekommen. Andy staunte Bauklötze. „Leute, hier könnte ich mich wohl fühlen, wenn mir nur der Arsch nicht so wehtun würde.“ Die Nacht wurde ruhig und angenehm. Alle Mädels flirteten mit uns. Andy ließ auch seine hetero Seiten zu. Kurt begrüßte ihn sehr freundlich und erkundigte sich bei Conny nach dessen Plänen. Wir sollten morgen Abend mit ihm alle auf dem Parkplatz arbeiten und Andy das einfache Leben als Stricher zeigen. Danach gab uns Conny frei, so dass wir uns Hamburg ansehen konnten. Fußball und Eishockey waren obligatorisch. Zum Ende der Woche wurden wir dann zu Edelboys. Kurt hatte über seine Internetseite auch Andy als Frischling angepriesen und bereits zwei feste Dates mit reichen Geschäftsleuten abgemacht. Rene traf sich mit seinem britischen Stammfreier. Und für mich sollte es nach einem kurzen Techtelmechtel mit einem Russen ein besonderes Highlight geben. Ken hatte mit Kurt telefoniert und ihn gefragt, ob er mich für zwei Tage wiedersehen dürfte. Ich fiel Kurt spontan um den Hals, als ich es hörte. „Ist schon gut, mein Kleiner. Ich bin ja hetero, obgleich, mit dir würde ich auch gerne mal in einem meiner Zimmer verschwinden“, lächelte er. Conny starrte ihn an. „Pa, was für Worte? Ich würde sagen, Max, das lässt du dir und mir nicht entgehen!“ „Also, bezahlen wollte ich dafür nicht. Du Lümmel, von Sohn. Du kannst allenfalls gleich mal etwas an die Ohren kriegen. So, kümmere dich um den Laden, der gehört dir eines Tages. Was meinst du, Max, ob ich mit einem so hübschen Jungen wie du es bist, kann?“ Ich schmunzelte. Kurt sah nicht schlecht aus, für sein Alter. Und er war sauber, roch nach teurem Rasierwasser. Vorsichtig legte ich meine Hand auf seinen Hosenschlitz. Dabei schmiegte ich mich leicht an ihn. Da regte sich etwas. Mein Kopf lehnte wie von selbst an seiner Schulter. Ich küsste ihn zärtlich auf die Wange. Er umfasste meine Hüfte und ging mit mir unter den staunenden Blicken seiner Angestellten die Treppe nach oben in die Puffräume. Wir streichelten einander, halfen uns aus den Kleidern und lagen schmusend eine Weile später auf einem riesigen Bett. Aktzeichnungen hingen an der Wand. An der Decke spiegelte sich das Treiben darunter. Ich brauchte Kurt nicht mehr viel zu helfen. Er wusste von sich aus, worauf es ankam. „Wir zwei brauchen keine Gummis“, hauchte er mir ins Ohr. Gehorsam ließ ich alles zu. Dann setzte er sich auf die Bettkante, zog mich zu sich und langsam glitt ich stöhnend und geil vor Erregung auf ihn. Ich kam, er wenig später. „Das war schön, mein Liebling“, sagte er und küsste mich immer wieder. „Ich dachte, du wärst vollständig hetero.“ „Das dachte ich auch, aber du strahlst etwas aus, das zwischen Mann und Frau liegt. Und du trägst noch diesen Dildo. Wie es nach der Operation sein wird, weiß ich nicht. Andy berührt mich überhaupt nicht und an Sex mit Conny hab ich im Leben noch nicht gedacht. Ich glaube, das funktioniert auch gar nicht. Ihn liebe ich auf eine ganz andere Weise. Ich will ihn beschützen. Er ist mein Sohn und ich erkenne mich in ihm wieder. Rene spricht mich auch etwas an, aber nicht so stark wie du. Ich denke, es ist eure Transsexualität und der darunter befindliche weibliche Teil eurer Körper. Auch kommt eure Ausstrahlung nicht so stark männlich ‘rüber, wie beim Andy. Lass uns runtergehen.“ Wir duschten gemeinsam und zogen uns an. Unten klatschten alle Beifall, als wir uns wieder an die Bar stellten.

Am frühen Morgen ging ich mit Kurt ins Büro und half ihm bei der Abrechnung. Ich durfte mir danach ein Zimmer aussuchen und schlief dort bis mittags. Babs kam herein und brachte mir um halb ein Uhr mein Frühstück ans Bett. Was für eine Aufmerksamkeit! Sie lächelte, schenkte Kaffee ein und schmierte mir ein Brötchen auf. Bekleidet war sie nur mit einem dunkelroten Morgenrock. Ich spekulierte, ob sie etwas drunter hatte. Während sie mich kichernd fütterte, öffnete sich dieser wie von selbst und ließ einen Blick auf ihre prallen Brüste zu. Erst kam nur eine zum Vorschein und dann quoll die zweite heraus. Ich dachte nicht mehr lange nach. Sie stellte das Tablett zur Seite und legte sich auf mich. So könnte jeder Tag anfangen, fiel mir ein, als sie meine Brust küsste und ich mit den Fingern durch ihre herrlich duftenden Haare fuhr. Wir waren in Hamburg auf der Reeperbahn, lagen in einem Puffbett auf dem Kiez. Ich fühlte mich wie ein Zuhälter, der eines seiner Mädchen vögelte. Was konnte es Schöneres für einen Mann geben? Zufrieden saß ich eine Stunde später in Kurts Büro und arbeitet mich durch den Papierkram. Einkaufslisten wurden geschrieben, ich telefonierte wie selbstverständlich mit Großhändlern und rief auch meinen Vater an. Der lachte, als er hörte, was ich machte. „Grüß Kurt herzlich von mir. Er kann mir seinen Conny bei Gelegenheit schicken. Der kriegt hier bei uns eine Einführung ins Bier- und Schnapsgeschäft. Lerne tüchtig, mein Junge, besser kannst du dich gar nicht auf das Leben vorbereiten!“ Ich dachte mir meinen Teil. Es klingelte unten an der Haustür. Ich ging runter, öffnete. Ein älterer gut angezogener Mann stand vor mir. „Hallo, ich bin Heinz und war eigentlich mit meinem Kumpel Kurt verabredet“, sagte er lächelnd. „Bist du Max oder Rene?“ Ich antwortete überrascht. „Max, und ich helfe Kurt im Laden. Ich studiere nach dem Abi BWL und Kurt meinte, ich sollte mich schon mal etwas nützlich machen. Er wollte eigentlich längst hier sein.“ „Das dachte ich mir. Er sagte, er hätte heute eine Verabredung mit Connys Mutter. Weißt du, mir gehören die Lolita-Bar und das Laufhaus am Ende der Reeperbahn. Kurt und ich sind zusammen aufgewachsen. Mann, was hat sich der Kiez verändert. Damals gab es herrliche Schlägereien und die Jungs von der Davidswache  mussten noch richtig arbeiten.“ Ich lachte ihn an. „Wollen Sie, willst du, nicht reinkommen. Ich sag Babs, sie soll uns etwas zu trinken machen und dann erzählst du mir von früher, bis Kurt kommt. Ich höre diese alten Geschichten so gerne. Kurt kann auch stundenlang erzählen.“ Ich schloss freudig die Tür hinter ihm. Babs erwartete uns bereits am Tresen. „Hallo, Heinz, wie immer?“, fragte sie. „Aber sicher, mein Mädchen. Komm lass dir einen Klaps geben, wie es sich hier gehört.“ Sie streckte zur Begrüßung den Po raus und empfing lachend einen liebevollen Klatscher auf ihr Hinterteil. „Ach, Max. Als wir in das Alter kamen, wo wir mit den Mädels anfingen, da war die Welt auf St. Pauli noch in Ordnung. Ein paar besoffene Matrosen und Freier, die nicht zahlen wollten, zwischendurch den einen oder anderen Zwist unter den Zuhältern wegen der Plätze für ihre Mädchen. Und heute: Angst vor Terror und Bomben. Wer von den Islamisten nicht auf den Kiez will, braucht es doch auch nicht. Die sollen uns unser Deutschland und unsere Amüsiermeilen lassen und sich in ihrem eigenen Land ihre eigenen nach ihrer Fasson gestalten. Jedem das Seine. Ich will keine verschleierte Frau. Ich will sehen, was in meinem Bett liegt. Und zwar vollständig!“ Ich konnte nicht mehr vor Lachen. Heinz hatte ja Recht. Die Reeperbahn gab es schon so lange Zeit und niemand brauchte hier durchlaufen, der es nicht wollte. „Was für eine bescheuerte Welt, Heinz. Die Erde ist doch groß genug für uns alle. Wer will, soll sich in der Wüste ein unbewohntes Gebiet kaufen und dort so leben, wie zur Zeit des Propheten. Aber bitte ohne moderne Waffen, Autos, Handys und Fernseher. Auch Sprengstoff gab es um 600 nach Christus nur in China. Ich glaube, wenn die nur mit Kerzen Licht machen können und ihr Essen noch über Feuer kochen müssen, werden die ganz schnell in unsere Zeit zurückkehren wollen. Oder auch nicht. Aber dann bitte mit allen Konsequenzen, also mit Schafzucht, Obstanbau wie früher in den Oasen und ohne die heutige medizinische Versorgung. Einfach aussteigen und ein gottgefälliges Leben führen, wie es damals üblich war und mit den Möglichkeiten, die man damals hatte.“ Heinz starrte mich an. „Genauso ist es, mein Junge. Das wäre ehrlich und authentisch und davor hätte ich wirklich Respekt. Vielleicht würden die sich vor Aussteigern aus Europa gar nicht mehr retten können, die auch so leben wollen.“ „Gibst du uns noch etwas zu trinken, Babs“, forderte ich unsere Bardame auf. „Vergiss den Chef nicht, mein Engel“, hörten wir Kurts Stimme hinter uns. „Na, da hast du meinen besten Geschäftsführer-Azubi ja schon kennengelernt, Heinz, alter Freund.“ Kurt zog sich den Mantel aus und reichte ihn Babs, die eigentlich Barbara hieß. Einen Moment später stand sein Bier vor ihm. „Es ist alles fertig, Kurt. Die Abrechnung liegt ausgedruckt zur Unterschrift bereit und ich hab die Unterlagen für den Steuerberater abgespeichert. Von meinem alten Herrn soll ich dich grüßen. Er hat die neue Bestellung an unser Auslieferungslager weitergeleitet und lädt im Gegenzug Conny ein, bei uns das Schnaps- und Biergewerbe kennen zu lernen.“ „Oh, je. Das lassen wir besser bleiben. Dann wird der Bengel noch sein bester Kunde“, lachte Kurt. „Aber du kannst gerne mit Conny reden. Vielleicht hat er Lust, in den großen Ferien bei euch zu arbeiten. Vom Lernen wird man nicht dümmer, sag ich immer!“ „So sehe ich das auch. Meine Marina arbeitet schon fleißig an der Bar. Ich hoffe, dass sie meine Geschäfte weiterführt. Was denkst du, Conny und Marina, da wären die größten Kiezläden in einer Hand“, meinte Heinz und prostete Kurt zu. „Ich glaube, das überlassen wir unseren Kids, mein Freund.“

Ich hörte noch eine Weile, was sich die beiden erzählten. Dann spürte ich wieder Müdigkeit und verabschiedete mich auf mein Zimmer. Um sechs Uhr am Abend war ich mit Conny und den anderen verabredet. Es würde sicher wieder eine lange Nacht werden, dachte ich und schlief ein. Irgendwie träumte ich plötzlich von einem Handy und hörte eine mir vertraute Melodie. Das war kein Traum. „Wo bleibst du?“, fragte Rene auf dem Display. Entsetzt sah ich auf die Uhrzeit. Halb sieben Uhr. „Sorry, hab verschlafen, mache mich fertig und bin in einer halben Stunde bei Conny“, simste ich. Die Antwort kam prompt. „Nein, komm gleich zum Parkplatz. Andy erhält seine erste Lehrstunde.“ Als ich endlich eintraf, hatte sich Conny bereits eine Strafaktion für mich ausgedacht. Ich sollte Andy an die Hand nehmen und mich zusammen mit ihm in das Scheinwerferlicht der Autos stellen. Das hatte ich nun davon. So schnell konnte der Abstieg folgen. Erst Edelstricher und Luxusboy und plötzlich stand ich wieder auf der Straße, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ich sah Andy an. Er senkte den Kopf, tat, als wenn er sich schämte. „Wir müssen gehorchen“, sagte ich leise zu ihm und ging in meiner unterlegenen Rolle völlig auf. „Conny wird sehr ungehalten, wenn wir nicht genug verdienen. Hat er dich schon verprügelt?“ Andy war mindestens zwei Köpfe größer als Conny. An sich sollte es unmöglich sein, das er sich jemandem unterordnete und Schläge einstecken musste. „Nein, tut es sehr weh?“, fragte er gedrückt. Auch er lebte nun seine Rolle und schien sich daran aufzugeilen. „Kommt darauf an. Erst gibt er dir ein paar Backpfeifen und dann musst du die Hosen runterziehen und dich über die Sofakante lehnen. Er kann mit seiner Reitpeitsche sehr gut umgehen und ich schrei jedes Mal vor Schmerz.“ Wir waren am Ende der Parkplatzbucht angekommen. Ich erklärte Andy, wie er sich hinstellen sollte, um Freier auf sich aufmerksam zu machen. Nach einer Weile zeigte unser Engagement Wirkung. Ein dunkler Mercedes hielt. Ich brachte Andy zur Beifahrertür. Das Fenster im Fonds des Wagens wurde heruntergelassen. Zwei Männer saßen auf der Rückbank. Sie waren gut gekleidet und mittleren Alters. „Wir suchen zwei nette Jungs, für ein bisschen Spaß“, sagte der eine mit einem deutlichen italienischen Akzent. „Es kostet 30 Euro für jeden. Dafür bekommt ihr alles, was ihr wollt“, beeilte ich mich zu erwidern und half damit Andy, den üblichen Smalltalk zu beginnen. „Das geht in Ordnung, kommt rein. Du neben meinen Freund und du auf den Beifahrersitz“, befahl er. Ich setzte mich neben den Fahrer, lehnte mich in den Sitz und schnallte mich an. Zwei Hände legten sich um meinen Hals, kraulten dann liebevoll meinen Haaransatz. „Zum Hafen“, hörte ich ihn zum Fahrer sagen. „Wir haben dort eine Yacht liegen. Da sind wir ungestört.“ Er fuhr mit der Hand durch mein Haar, während er sprach. Andy ließ sich willig überall anfassen und schmiegte sich an den anderen Freier. Der trug einen dunkelbraunen Anzug und ein gelbes Hemd dazu. Die beiden sahen zwar seriös aus, machten aber irgendwie einen komischen Eindruck auf mich. Mir fiel spontan die italienische Mafia ein. „Seid ihr Geschäftsleute? Gehört einem von euch die Yacht?“, fragte ich. „Unserem Boss.“

Er streichelte zärtlich über meine Wange. „Bei uns sind sie alle hetero in der Familie, nur Giorgo und ich haben andere Interessen. Deswegen arbeiten wir immer zusammen und wenn alles erledigt ist, gönnen wir uns etwas Abwechslung.“ „Ich verstehe, wir werden euch nach Belieben verwöhnen und euch zur Verfügung stehen. Wie wollt ihr es haben? Anblasen und Anal, oder Schenkel?“, fragte ich nach. Es war ein Routineprogramm, das sich wie von selbst abspulte. Andy sagte nichts, er ließ den anderen seine Hose befingern und öffnete ihm den Reißverschluss. Beide streichelten einander. „Gibst du mir einen Kuss?“, ich legte meinen Kopf nach hinten an die Kopfstützen. „Wie heißt du?“ „Allessandro“, lächelte er und nahm meinen Hals in beide Hände. Besitzergreifend beugte er sich zu mir vor und unsere Lippen drückten aufeinander. Ich öffnete meinen Mund, kam ihm zuvor. Seine Zunge schnellte zu meiner und wir spielten zärtlich miteinander. „Fahr schneller, Mario. Oh, bene, amici, ich will meinen Schwanz ganz tief in dich hineinschieben.“ Ich hatte Recht, es waren wirklich Italiener und mir war innerlich nicht ganz wohl in meiner Haut. Wir sollten unsere Nummer machen und möglichst schnell wieder verschwinden. Es fuhren Busse und S-Bahnen von allen Hafenhaltestellen. Wir würden sicher rasch etwas finden, um wieder zum Parkplatz zurück zu kommen. Das Auto bewegte sich nun langsam auf einen kleinen Yachthafen zu und hielt am Ende der Kaimauer an. Eine große weiße Yacht lag dort vertäut. Whow. Das konnte sich sehen lassen. Geiles Boot. Aber alles sah tatsächlich danach aus, als dass wir das erste Mal Kontakt zur italienischen Mafia bekamen. Nur nichts anmerken lassen, dachte ich. Lachend nahm ich Allessandro an die Hand und ließ mich von ihm an Bord führen. Er war affengeil, das konnte ich fühlen. Sein Schwanz stand fest aufrecht und harrte der Dinge, die da unweigerlich gleich kommen sollten. Ich warf Andy einen letzten Blick zu. „Vergiss nicht wieder die Bezahlung“, rief ich ihm gespielt hinterher. „Kriegst du das noch vorher hin, oder muss er sich erst entleeren?“, fragte ich meinen Freier. Allessandro stöhnte, als wir in der Kabine standen. Ich drehte ihm den Hintern zu, er zog den Reißverschluss auf und packte meinen Arsch. Gummi raus, einmal knien, anblasen und auf den Bauch. Er kam sofort, als er in meiner Öffnung war. Das Vorspiel hatten wir bereits im Auto gehabt. „Uff, das war schön. Ach, mein kleiner Schatz, so einen wie dich hätte ich gerne auch zuhause. Was ist? Willst du mich nicht nach Bella Italia begleiten?“ Er zog sein Portemonnaie heraus, nahm einen Hunderteuroschein und steckte ihn mir in mein rückwärtiges Loch. Ich kniff demonstrativ die Pobacken zusammen und tänzelte damit durch die geräumige Kajüte. „Woher kommt ihr?“, fragte ich, „Italien ist groß.“ „Aus Palermo“, antwortete er. „Aha!“ „Amici, was heißt, aha?“ „Nun, Palermo, da lebt der Pate. Allessandro, gib mir noch einen Kuss zum Abschied. Du bist ein Mafioso, der erste, der mich gevögelt hat. Ich werde dich nie vergessen. Wie lange bist du in Hamburg? Können wir uns wieder sehen?“ Ich fühlte, wie er traurig wurde und unsere Nähe ein letztes Mal sichtlich genoss. „Mein Boss will sein Schiff in Bremerhaven besteigen. Wir hatten hier Geschäfte zu erledigen. Morgen früh müssen wir weg.“ „Schade“, sagte ich. „Aber wenn ihr mal wieder auf den Parkplatz fahrt, dann fragt nach Conny. Er ist unser Zuhälter. Ich bin nur noch zwei Wochen hier und dann fahre ich nach Bayern, wo ich wohne. Mein Kumpel und ich machen im Sommer Abitur.“ „Deshalb! Ihr seid so anders. Einfach perfekt. Nicht so, wie die billigen Jungen. Ihr habt Verstand. Wie heißt du, mein Schatz?“ Ich überlegte kurz. Normalerweise erfuhren die Freier nur das Nötigste von uns und nur so viel, dass sie uns wieder anfordern konnten, denn wir mussten ja auch an unsere Geschäfte denken. „Das darf ich eigentlich nicht erzählen, aber wenn ich dir einen falschen Namen sage, können wir uns nie wiedersehen. Versprich mir, es für dich zu behalten. Du willst ja sicher auch nicht, dass dein Boss erfährt, das ihr zwei etwas aus der Art geraten seid.“ „Ich verspreche alles.“

„Ich heiße Max und mein Kumpel bei Giorgo ist Andy. Wie gesagt, Conny weiß, wo wir sind und er macht auch die Dates ab. Ich glaub, du hast ihn kurz gesehen. Es war der blonde Junge, im hellen Anorak.“ Während er mich küsste, blickte  ich zufällig auf seine Jacke, die er achtlos über den Kleiderständer geworfen hatte. Eine Pistole lag darin, in einer extra aufgenähten Seitentasche. Mir wurde sofort etwas komisch zu Mute. Gewiss, die beiden wollten nur eine schnelle Nummer mit Jungs haben, einfach weil sie schwul waren. Das kam in ihrer Heimat wahrscheinlich einer Katastrophe gleich und in einer Mafiafamilie sollte sicher niemand etwas davon erfahren. Also, im Grunde alles harmlos und paletti. Aber konnte man sich da immer sicher sein? Ich wollte den Kontakt mit den beiden nicht weiter intensivieren. Wer weiß, welcher Art die Geschäfte der zwei gewesen waren und unsere Fingerabdrücke klebten nun überall in den Kajüten. „Ob Giorgo auch so schnell fertig war? Lass uns sehen, was die zwei machen. Andy ist erst gestern von Conny zugeritten worden und muss noch viel auf dem Jungenstrich lernen.“ Ich drückte auf die Türklinke, trat bereits auf den Gang hinaus, während sich Allessandro wieder seine Jacke überzog. Andy und sein Freier standen an der Reling und tranken ein Bier. Als Giorgo uns sah, lachte er.  „Kommt, ihr zwei. Hier ist ein Abschiedstrunk. Nehmt noch ein Bier. Soll Mario euch wieder zum Parkplatz bringen?“ Ich dachte nicht lange nach. Die beiden meinten es ehrlich. Da war wirklich nur eine schnelle Nummer geplant gewesen und warum sollten wir zu Fuß gehen und erst eine Bahn suchen? „Gerne, das wäre schön. Wir müssen noch etwas arbeiten, heute Nacht. Wie hat dir dein Freier gefallen, Andy?“ Er grinste. „Besser, als die Rammelei gestern Abend, auf jeden Fall. Giorgo ist ein zärtlicher Liebhaber. Ich hab ihm gesagt, dass er auf dem Parkplatz nach Conny fragen soll. Vielleicht trifft man sich mal wieder, wenn wir in Hamburg sind. Übrigens, die beiden kommen aus Palermo. Die Mafia lässt grüßen. Was meinst du, Giorgo, würde ich einen guten Paten abgeben? Vielleicht adoptiert euer Boss uns ja? Hat der überhaupt Söhne?“ Allessandro hielt sich den Bauch vor Lachen und konnte sein Bier nicht mehr trinken. „Er hat einen Sohn, aber der macht nur Musik. Seine Tochter will die Geschäfte weiterführen und das ist schlecht für euch, weil ihr ja schwul seid. Oder könnt ihr auch mit Frauen?“ „Andy nicht, aber ich.“ „Woher willst du das wissen, Wunder gibt es immer wieder!“ „Ach, komm, Andy, du hast es damals nicht geschafft ihn bei einer Frau zum Stehen zu kriegen und daran hat sich bis heute nichts geändert. Du bist im Gegensatz zu mir stockschwul, mein Lieber. Sieht sie gut aus? Eigentlich habe ich eine Freundin, aber man kann ja nie wissen, wofür es gut ist, noch etwas in petto zu haben.“ Andy empörte sich über meine laxen Worte. Er schlang noch einmal die Arme um Giorgo, küsste ihn zärtlich auf den Mund. „Mach es gut, mein Liebling. Und vielen Dank, für deinen Saft, die Stöße und die gute Bezahlung!“ Auch ich verabschiedete mich in ähnlicher Weise von Allessandro. Wir liefen die Gangway hinab und setzten uns zu Mario in den Wagen. Eine Viertelstunde später war unser Abenteuer schon Geschichte. Conny kassierte meine Hundert und die Hundert von Andy, welcher etwas geschockt aus der Wäsche schaute. „He, Conny, ich will dir ja gerne helfen, aber alles? Wovon soll ich denn in den Ferien hier leben? Also, die Hälfte würde ich schon gerne behalten wollen.“ Conny kniff die Augen zusammen. Oh je, ich ahnte, dass er das nicht auf sich sitzen lassen würde. „Geh an deine Arbeit. Wir besprechen das nachher in meiner Wohnung“, sagte er. Andy dachte sich nichts dabei, aber ich hatte den gefährlichen Unterton in der Stimme ziemlich klar wahrgenommen. Da bekam der gute Andy wohl im Laufe der Nacht noch einen Satz warme Ohren, dachte ich bei mir und schmunzelte zu Rene. Der grinste zurück.

 

 

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