Sub / Rope Bunny aus Hamburg. 🐰⛓️
Ich bin vergeben und habe eine Dom – ich suche ausdrücklich keine neue Beziehung.
Was ich suche, sind nette Menschen aus der Szene für Austausch, gemeinsame Events und mögliche Spieloptionen. Besonders freue ich mich über Kontakte zu Rigger:innen und Menschen, die Spaß an Bondage, Fixierung und dem Ausprobieren neuer Dinge haben.
Mir sind Sympathie, Vertrauen, klare Kommunikation und ein entspannter Umgang miteinander wichtig.
Erst kennenlernen, schauen ob es passt – und dann sieht man weiter. 😊
Klare Tabus:
Urin/Kot • Nadeln • Blut & bleibende Verletzungen/Narben • Ohrfeigen • Alkohol • ungeschützter Sex • Fotos & Videos ohne vorherige Absprache
Nur mit Vertrauen & klarer Absprache:
Stärkerer Schmerz • intensive Immobilisation / Long-Term-Bondage • Atem-/Halsbereich • E-Stim • öffentliche Situationen
Bei Männern:
Bondage, Rope und Play grundsätzlich okay – sexuelle Handlungen sind für mich eine klare Grenze.
Gleitgel ist sicher ein guter Tipp. Ich würde ergänzend noch eine kurze Überprüfung der Zieladresse empfehlen. 👀😂
Vielen Dank euch allen für die vielen Gedanken, Erfahrungen und Anregungen! 😊 Da die einzelnen Kommentare inzwischen doch recht umfangreich geworden sind, wollte ich für mich nochmal kurz zusammenfassen, was ich aus dem Thread mitnehme:
Externe Hilfen: Timer, Erinnerungen und Checklisten können Weiterlesen… helfen, ohne dass Dom ständig hinterher sein muss.
Kleine Aufgaben: Lieber überschaubare Schritte oder Zeitfenster statt großer „Mach das fertig“-Aufgaben.
D/s als Motivation nutzen: Alltägliche oder langweilige Aufgaben durch D/s-Elemente interessanter und präsenter machen.
Feste Rituale statt Regel-Flut: Wenige wiederkehrende Abläufe scheinen leichter hängen zu bleiben als unzählige einzelne Regeln.
Positive Verstärkung: Erfolge wahrnehmen und belohnen, statt den Fokus hauptsächlich auf Fehler und Strafen zu legen.
ADHS ≠ Ungehorsam: Für mich ebenfalls wichtig: Vergessen oder Ablenkung ist nicht automatisch dasselbe wie ein bewusster Regelbruch.
Gerade das Thema feste Rituale in einer D/s-Dynamik finde ich spannend. Dazu werde ich die Tage vermutlich nochmal einen separaten Thread aufmachen – da ist bei uns definitiv noch Platz für ein bisschen Inspiration. 😊
Danke euch allen für den wirklich hilfreichen Austausch!
Für mich ist Kuscheln nicht unbedingt etwas Intimes, aber definitiv etwas sehr Persönliches.
Kuscheln kann so viel sein: Entspannung, Nähe, Trost oder einfach ein Gefühl von Geborgenheit. Ich persönlich liebe es, weil es bei mir Vertrauen schafft und mir hilft, mich fallen zu lassen.
Hey Robin, das sind jetzt aber nicht so die Antworten auf die Fragen die ich in den Raum gestellt habe
:1787233422,7893821,
Bei uns funktioniert das tatsächlich ziemlich gut gerade weil wir ADHS nicht als Teil des „Spiels“ behandeln.
Die Frau/Sub mit ADHS bringt unglaublich viel Hingabe mit und hat ein sehr starkes Bedürfnis, zu gefallen und sich einzubringen. Gleichzeitig Weiterlesen… ist sie natürlich deutlich chaotischer, vergesslicher und leichter abzulenken. Das gehört bei ihr einfach dazu.
Der Dom/Mann ist sich dessen bewusst und geht deshalb anders damit um als vielleicht mit einer neurotypischen Sub. Wenn etwas vergessen oder verpeilt wird, steckt dahinter keine Böswilligkeit, kein mangelnder Respekt und auch kein bewusstes „Regelbrechen“. Es ist schlicht ein Teil ihrer ADHS und wird deshalb auch nicht automatisch als Fehlverhalten in die D/s-Dynamik eingebaut.
Darüber hinaus arbeiten wir sehr viel mit Belohnungssystemen. Gerade bei ADHS kann ein direktes positives Feedback einen zusätzlichen Motivationsschub geben. Wir nutzen das bewusst, damit regelmäßig kleine Erfolgserlebnisse und dieser gewünschte Dopamin-Kick entstehen. Dadurch steigt bei ihr auch die Bereitschaft bzw. der Wille, den Fokus zu halten und Aufgaben konsequenter durchzuziehen.
Für uns bedeutet Führung deshalb nicht, jeden Fehler zu bestrafen, sondern herauszufinden, wie man die Person am besten erreicht und motiviert.
Und genau diese Kombination funktioniert bei uns erstaunlich gut: viel Hingabe auf der einen Seite, Verständnis für die Besonderheiten von ADHS auf der anderen und ein Dom, der weiß, wann etwas zum Spiel gehört und wann einfach das Gehirn gerade seinen eigenen kleinen Abenteuerurlaub macht. 😄
Danke für deinen Einblick, kannst du mir für die Belohnungsysteme mal 1-2 konkrete Beispiele geben?
Vielleicht ist das ja etwas was hier hilft:
Grobes Konstrukt
1. Vorbereitung / Realität schaffen
Die Person bereitet sich bewusst auf die Session vor. Alles, was später in der Geschichte vorkommen soll, kann hier bereits real vorhanden sein:
* passende Kleidung / Outfit
* Fesseln, Manschetten Weiterlesen… oder andere Restriktionen
* Augenbinde – besonders sinnvoll, weil sie die Kontrolle über die visuelle Realität nimmt
* vereinbarte Toys und Gegenstände
* bequeme Position, in der man längere Zeit bleiben kann
Wichtig ist weniger möglichst viel Equipment, sondern dass einige eindeutige körperliche Anker vorhanden sind.
2. Einleitung – Wahrnehmung „eichen“
Der führende Partner beschreibt zunächst ausschließlich Dinge, die tatsächlich stimmen:
„Du spürst die Unterlage unter deinem Rücken. Du bemerkst den Druck der Manschetten. Du hörst meine Stimme direkt neben dir. Du kannst nicht sehen, was ich gerade in der Hand halte.“
Dadurch entsteht Vertrauen in die Erzählung: Was gesagt wird, stimmt mit dem überein, was ich wahrnehme.
Dabei können kleine reale Berührungen passend beschrieben werden.
3. Übergang – Realität und Vorstellung vermischen
Jetzt kommen Aussagen hinzu, die nicht mehr unmittelbar überprüfbar sind, aber problemlos zur Situation passen.
Beispielsweise:
„Du hörst vielleicht nicht, was hinter dir passiert. Aber du merkst, dass ich nicht mehr allein mit dir beschäftigt bin.“
Oder die Vorstellung, dass sich der Raum verändert, jemand hinzukommt oder bestimmte Gegenstände bereitgelegt werden.
Der Trick wäre: nicht sofort etwas völlig Fantastisches behaupten, sondern die Vorstellung Stück für Stück erweitern.
4. Projektion
Ab hier übernimmt die Fantasie einen größeren Teil. Die führende Person liefert hauptsächlich genügend Informationen, damit das Gehirn den Rest selbst ergänzt.
Interessant wäre beispielsweise das Spiel mit:
Erwartung → Ankündigung → Pause → realer Reiz → falsche Interpretation
Ein stumpfer oder völlig ungefährlicher Gegenstand kann etwa über die Haut geführt werden, während vorher ein anderer Gegenstand suggeriert wurde. Ebenso können imaginäre Veränderungen am Körper beschrieben werden, beispielsweise das Setzen eines nur vorgestellten Piercings, während gleichzeitig ein passender ungefährlicher Druck- oder Berührungsreiz gesetzt wird.
Gerade die Pause vor dem eigentlichen Reiz dürfte dabei einen großen Teil der Wirkung erzeugen.
5. Manipulation der Sinne
Hier kann man verschiedene Wahrnehmungen gegeneinander ausspielen: Temperatur, Luftzug, Geräusche, Druck, Vibration, Geruch oder unterschiedliche Oberflächen.
Besonders spannend finde ich dabei das Prinzip:
Realer Reiz + falscher Kontext = subjektiv völlig anderes Erlebnis.
Die führende Person sagt also nicht unbedingt was sie tatsächlich tut, sondern gibt dem Gehirn eine Interpretation dafür.
6. Höhepunkt der Traumreise
Irgendwann muss die erzählte Situation nicht mehr vollständig durch reale Reize unterstützt werden. Wenn die Immersion funktioniert, können größere Teile nur noch beschrieben werden.
Damit entsteht praktisch eine Art gemeinsame Halluzination auf freiwilliger Basis: Die geführte Person weiß grundsätzlich, dass es Fantasie ist, lässt sich aber bewusst darauf ein.
7. Rückführung
Am Ende würde ich die Methode vom Anfang rückwärts benutzen: Die imaginären Elemente verschwinden nach und nach, bis wieder ausschließlich reale Wahrnehmungen beschrieben werden.
„Der Raum wird wieder stiller. Du hörst nur noch meine Stimme. Du spürst wieder ganz bewusst die Unterlage. Die Manschetten sind noch da. Du bist wieder vollständig hier.“
Danach Augenbinde ab, Fesseln lösen und kurz gemeinsam sortieren, welche suggerierten Dinge überraschend real gewirkt haben.
Der eigentlich interessante Teil deines Konzepts ist für mich also weniger eine klassische „Traumreise“, sondern eine kontrollierte Manipulation der Interpretation realer Sinneseindrücke. Man könnte daraus auch ein richtiges Baukastensystem machen: Realitätsanker → Suggestion → Erwartung → Sinnesreiz → Projektion → Vertiefung → Rückführung.
:1787223277,6844881, Helluu, ich habe Adhs und Autismus, mein Partner Adhs, aber trzd hier meine Meinung zum Thema.🌼
Erstmal müsste ich mehr verstehen auf welche D/s-Dynamik du dich beziehst (vllt habe ich es auch nicht aus dem Text gecheckt, sorri), aber für mich macht es Weiterlesen… einen riesigen Unterschied, ob
1. diese Dynamik mit meiner/meinem romantischer/romantischen Partner*in ist oder
2. mit einem Date - auch hier - ein Date, das sich wiederholt und konstant was aufbaut oder schmeißt ihr euch spontan in die Dynamik und es ähnelt einem ons
3. ist diese Dynamik zwischen Date oder Partnerperson im Alltag bei euch oder nur im sexuellen Bereich(das andere kann auch sexuell sein, hier meine ich wirklich nur die Sessions) (sehr großer Unterschied, was die Verhaltensweisen in der Dynamik beeinflussen kann)
Gibt bestimmt noch mehr Möglichkeiten, ich beziehe mich erstmal hier drauf, nur auf meinen Erfahrungen basierend
Persönlich habe ich als Sub mit der Sub/Dom Dynamik keine Probleme, was mein ADHS und Autismus angeht, mit meiner Partnerperson - im sexuellen Bereich
Für mich sind die Dynamiken eine Art Sprache und ich kann sie nutzen als einen sicheren Rahmen mit viel Freiraum für Spontanes - wofür ich sonst weniger Platz habe außerhalb des Sexuellen. Das heißt:
Wenn wir die Dynamik bei mir nur auf das sexuelle beziehen, kann ich vor der Session durchgehen, was genau ich mir von unserer Dynamik wünsche und was meine Partnerperson sich wünscht. Da wir auch in einer romantischen Beziehung sind, funktioniert das irgendwann gut ohne Worte, die offensichtlich scheinen, aber es gibt nie ein Stopp bei der Kommunikation.
Ganz im Gegenteil: ich kann meine Neurodivergenz hier „nutzen“ und
- im Voraus alle Regeln besprechen, die mir Sicherheit geben
- offen lassen, für wie viel Spontanes/ Unerwartetes ich Lust und Kapazitäten habe
- auf meine Sensibilität aufmerksam machen und das im positiven Sinne beim Sex (ob penetrativ oder nicht) nutzen - sehr großer Pluspunkt btw
- die ganzen Sinneseinflüsse komplett über mich fließen lassen, ohne die Angst zu haben, dass es hier über- oder unterbewertet wird
Bei den Sessions an sich ist mir es noch nie passiert, dass ich etwas vergessen hätte. Wenn ich mich aber bei der Partnerperson nicht sicher genug fühle, um es immer außerhalb der Rolle ansprechen zu können, dann brauchen wir auch nichts sexuelles zu haben.
Wenn die Dynamik nur im sexuellen Sinne, aber mit einem Date und nicht Partnerperson gemeint ist:
- ich würde es nicht bei Ons anwenden, weil ich dann auch nichts langfristig lernen/ausprobieren/ enjoyen kann, somit weiß ich es hier nicht
- bei Dates, mit denen ich mich ab und zu treffe gilt eigentlich alles gleich, ABER mit der Ausnahme, dass ich nicht annehme, dass die Person mich gut lesen kann. Hier ist noch mehr Kommunikation nötig. Auch wenn wir in der Rolle sind, muss mal für eine 1min rausgesteppt und etwas klarifiziert werden. Oder eben gleich nach der Session. Das ist super wichtig.
Im dem Sinne, dass ich die Sub/Dom-Dynamik vollkommen im Alltag auslebe:
Das habe ich noch nicht mit jemandem dauerhaft gemacht. Ich glaube das würde mich zu stark in meinen spontanen Handlungen einschränken. Was ich eher präferiere, ist es meinem Date/ meiner Partnerperson am Morgen oder Abend davor Bescheid zu sagen, wenn ich den folgenden Tag über auch im Alltag diese Dynamik brauche/ möchte.
Da erwarte ich auch, dass wir zwischendurch gut genug kommunizieren können, dass niemand sauer wird, wenn etwas vergessen wird. Aber manchmal merken wir, dass wir einfach eine Stunde außerhalb von dieser Rolle brauchen und das ist auch okay. Wir versuchen die Regeln nicht „zu“ strikt zu nehmen, sie eher zu respektieren, aber an uns anzupassen. Letztendlich ist jeden Sub/Dom - Dynamik völlig unterschiedlich und bedeutet für jede Person etwas anderes.
Hierzu muss ich aber noch adden, dass die Thematik Sex/Sexualverhalten/ Menschen im Bezug auf Sex und dessen Einfluss auf den Alltag mein Hyperfokus ist. Somit kann ich nicht wirklich darauf bezogen etwas krass vergessen oder nicht davon stimuliert sein, weil alles darüber mich fasziniert, solange es in die Schublade „Sexstuff“ reinpasst.
Das ist bestimmt auch ganz unterschiedlich 🤓
Vielleicht konnte das eine neue Perspektive reinwerfen oder auch nicht 👀✨🫶🏻
Danke dir für die ausführliche Antwort 🫶🏻 Ich glaube, ich hätte in meinem ursprünglichen Beitrag tatsächlich etwas genauer beschreiben sollen, worum es mir geht. 😊
Bei mir handelt es sich um eine 24/7-Dynamik. Der sexuelle Aspekt wird durch mein ADHS, soweit ich das selbst beurteilen kann, eigentlich kaum beeinflusst. Auch während einer Session bzw. einer akuten Spielsituation ist ADHS eher selten ein größeres Problem – auch wenn ich natürlich selbst da manchmal erstaunlich schnell von irgendwas abgelenkt sein kann. 😅
Mein eigentliches Interesse gilt viel mehr den Dingen dazwischen und dem normalen Alltag.
Also zum Beispiel dem Vergessen oder Übersehen täglicher Regeln, Aufgaben oder Absprachen und vor allem der Frage: Wie geht man innerhalb einer D/s-Dynamik sinnvoll damit um?
Genau dazu möchte ich einfach gerne unterschiedliche Perspektiven und Ideen sammeln. Einerseits für mich selbst, um besser zu verstehen, wie mein ADHS in unsere Dynamik hineinspielt, andererseits vielleicht auch für meinen dominanten Part, um meine kleinen „Macken“ besser einordnen und damit umgehen zu können. 😇
Denn jedes Mal eine Strafe für eine Verfehlung kann zwar durchaus seinen Reiz haben 😏, aber rein kopftechnisch ändert das bei mir vermutlich relativ wenig. Die meisten dieser Verfehlungen passieren schließlich nicht mit Absicht oder weil ich mich bewusst gegen eine Regel entscheide. Oft habe ich sie schlicht vergessen, übersehen oder mein Kopf war gerade ganz woanders.
Genau diese Unterscheidung zwischen „Sub hält sich bewusst nicht an eine Regel“ und „ADHS-Gehirn hat die Regel gerade irgendwo hinter 37 anderen Gedanken verloren“ finde ich dabei ziemlich spannend. 😅
Deshalb interessieren mich sowohl Erfahrungen von anderen Subs mit ADHS als auch die Sicht der dominanten Seite sehr.
