Dies ist ein beliebter Beitrag. bd**** Geschrieben Februar 6 Der Text ist heiß! Um weiterlesen zu können benötigst Du einen Account. Jetzt kostenlos registrieren! Jetzt registrieren Dies ist ein beliebter Beitrag. „Haben Sie ein Warndreieck dabei?“ „Ja.“ „Und einen Verbandskasten?“ „Auch ja.“ „Bitte zeigen.“ Der Polizist nickt zufrieden. So nickt man, wenn die Welt für einen kurzen Moment noch ordentlich erscheint. Ich öffne den Kofferraum. Der rosa Koffer steht im Weg. Er muss raus. Ich hebe ihn heraus. Er ist schwerer, als ein rosa Koffer sein sollte. Ich stelle ihn neben das Auto. Mitten auf den Asphalt. Der Polizist schaut den Koffer an. Dann mich. Dann wieder den Koffer. Im Kofferraum wird der Verbandskasten geprüft. Ablaufdatum. Alles korrekt. Dann sagt der Polizist: „Der Koffer ist… rosa.“ Wie ein Statement, das niemand bestellt hat. Der zweite Polizist schaut drauf. Dann auf mich. Dann wieder auf den Koffer. „Der ist… rosa.“ Ich denke kurz darüber nach, zu sagen, sie hätten im Kindergarten offenbar gut aufgepasst. Oder dass Farblehre offenbar ihre Stärke war. Ich sage nichts davon. Aber wegen des doofen Gedankens muss ich schmunzeln. Kurz. Unfreiwillig. Das fällt ihnen auf. „Ist irgendwas?“, fragt der erste. Ich werde wieder ernst. „Nein. Begeistert bin ich nur nicht.“ „Warum nicht?“ Ich atme aus. „Weil das hier gerade eine Richtung nimmt, die ich so nicht geplant hatte.“ Sie schauen mich an. Dann schauen sie sich an. „Was ist denn da drin?“ „Keine Drogen“, sage ich. „Warum sagen das immer alle so schnell?“, sagt der andere. Das erinnert mich an irgendeinen Film. „Erfahrung“, sage ich. Kurze Pause. „Dürfen wir mal reinschauen?“ „Begeistert bin ich davon nicht“, sage ich nochmal. „Warum nicht?“ „Weil der Inhalt Ihnen vermutlich trotzdem nicht gefallen wird.“ Der zweite Polizist grinst. Der erste bleibt sachlich. „Echt jetzt?“, frage ich. „Muss das sein?“ „Ja“, sagt er ruhig. „Bitte öffnen Sie den Koffer.“ Ich sage: „Dann haben Sie heute Abend zumindest noch eine gute Geschichte.“ Ich öffne ihn. Es ist kurz sehr still. Die Art von Stille, in der Gedanken sortiert werden müssen, die so nicht im Lehrbuch standen. „Na ja“, sagt einer schließlich. „Damit hätten wir jetzt nicht gerechnet.“ „Ich auch nicht“, sage ich. „Als ich ihn gekauft habe.“ Sie schauen noch einen Moment. Dann wieder zu mir. „Und wohin fahren Sie damit?“ Jetzt bin ich froh, dass ich vorbereitet bin. Ich hole die gedruckte Eintrittskarte heraus und reiche sie rüber. Beide lesen. Nicken. Die Stimmung kippt. Nicht ins Freundliche. Aber ins Entspannte. „Ah“, sagt der eine. „Na dann.“ Der andere lacht. „Gute Fahrt. Und lassen Sie sich den Popo nicht zu sehr verhauen.“ Ich sage nichts mehr. Ich nicke nur. „Schönen Abend noch.“ Sie gehen zurück zum Streifenwagen. Ich packe den Koffer wieder ein. Steige in das geliehene Auto. Schließe die Tür. Der Motor startet. Manchmal ist Erwachsensein genau das: Sich Sätze zu verkneifen, die sehr lustig gewesen wären, ernst zu bleiben, wo man lieber gelacht hätte, und am Ende weiterzufahren mit einer Geschichte mehr und keinem Bedürfnis, sie sofort zu erzählen. Ich fahre los. Das Warndreieck bleibt da, wo es hingehört. Man weiß ja nie.
Se**** Geschrieben Februar 6 Wenn Erwachsensein bedeutet sich diese Sprüche zu verkneifen bin ich Peter Pan! Den mit der Farbenlehre hätte ich nicht für mich behalten können😂
De**** Geschrieben Februar 6 Erste Geschichte in diesem Forum, die ich mit Vergnügen zu Ende gelesen habe. Danke
St**** Geschrieben Februar 6 Schöne Geschichte, mal mit einer feineren und subtileren Note. Noch ein Hinweis für das echte Leben: Wenn ein Polizeibeamter fragt, ober oder sie in den Koffer gucken darf, darf man "Nein" sagen, anstatt einer ausweichenden Antwort wie "Begeistert bin ich davon nicht" (was in der Geschichte nötig für den Verlauf war). Wenn dann nachgehakt wird was darin sei, dann sagt man "Das möchte ich Ihnen nicht sagen". Wenn gefragt wird warum, dann sagt man, dass man das nicht müsse. (dafür muss ein begründeter Verdacht oder Notwendigkeit zur akuten Gefahrenabwehr vorliegen). Wenn weiter gefragt wird, fragt man konkret ob es einen Begründeten Verdacht gebe, weshalb man den Koffer öffenen müsse. "Dümmliches Grinsen" reicht dafür nicht. Das signalisiert hoffentlich, dass man weiß was seine Rechte sind und man seinen Koffer niemandem einfach so auf Anfrage öffenen muss, egal ob BDSM Spielzeug oder alte Zeitungen drin sind. Und wenn die Beamten tatsächlich eine Rechtsgrundlage haben, dann müssen sie spätestens an der Stelle damit heraus rücken. Niemand muss sich im echten Leben in so einer Situation der Peinlichkeit aussetzen.
bl**** Geschrieben Februar 6 Die "Geschichte" ist einfach nur an den Haaren herbeigezogen und dumm konstruiert. Keine Polizeikontrolle prüft bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle den Inhalt des persönlichen Gepäcks ohne Anfangsverdacht, dazu gibt es überdies keine rechtliche Grundlage. Unterm Strich ist das einfach nur notgeiler sinnloser Müll.
bd**** Geschrieben Februar 6 Autor Vor 23 Minuten , schrieb blackwriter: Die "Geschichte" ist einfach nur an den Haaren herbeigezogen und dumm konstruiert. Keine Polizeikontrolle prüft bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle den Inhalt des persönlichen Gepäcks ohne Anfangsverdacht, dazu gibt es überdies keine rechtliche Grundlage. Unterm Strich ist das einfach nur notgeiler sinnloser Müll. Haha, ich mag Kritik 😎 Wenn sie eine Geschichte zur Kunst erklärt, nehm ich das gern mit. War eher Traumlogik als Polizeiprotokoll 😉 Und so viel Text für „gefällt mir nicht“ find ich irgendwie wieder cool.
bl**** Geschrieben Februar 17 Haha, ich mag Kritik 😎 Wenn sie eine Geschichte zur Kunst erklärt, nehm ich das gern mit. War eher Traumlogik als Polizeiprotokoll 😉 Und so viel Text für „gefällt mir nicht“ find ich irgendwie wieder cool. Ich sag nicht mal sorry, aber wie kritiklos selbstverliebt muss man sein wenn man DAS auch noch für Kunst hält oder es dazu erklärt zu sehen glaubt. Da greift nicht mal mehr die Aussage "Spaß verstehst Du wohl nicht?" . Notgeil ist das Einzige, das da passt.
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