Dies ist ein beliebter Beitrag. bd**** Geschrieben vor 15 Stunden Der Text ist heiß! Um weiterlesen zu können benötigst Du einen Account. Jetzt kostenlos registrieren! Jetzt registrieren Dies ist ein beliebter Beitrag. Die Silvesternacht 1 Mein Herr sagte nur: „Mach dich hübsch.“ Mehr nicht. Kein Ort. Keine Uhrzeit. Kein Unterton, an dem man hätte erkennen können, ob das beiläufig oder endgültig gemeint war. Ich stand im Bad, föhnte mir die Haare und fragte mich kurz, ob man sich eigentlich für etwas hübsch macht, von dem man nicht weiß, was es ist. Dann entschied ich, dass genau diese Unsicherheit vermutlich Teil des Abends war. Noch vor der Fahrt verband er mir die Augen. Ruhig. Ohne Hast. Schade um die sorgfältig geschminkten Augen, dachte ich flüchtig. Ein unnötiger Gedanke vielleicht. Oder genau der richtige. Danach legte er mir das Halsband an. Ein Loch zu eng. Das kam selten vor. So selten, dass mein Körper schneller reagierte als mein Kopf. Der Druck war deutlich. Nicht schmerzhaft. Aber eindeutig. Das hatte er so noch nie gemacht. Ein Höschen war mir verboten. Schon während der Fahrt. Das Auto war kalt. Diese sachliche Kälte, die nichts Persönliches hat und trotzdem sofort unter die Haut geht. Mein Herr schnallte mich an. Sorgfältig. Fast fürsorglich. Wie man etwas sichert, das man nicht verlieren möchte. Die Fahrt dauerte vielleicht fünfundvierzig Minuten. Oder sechzig. Vielleicht auch weniger. Oder deutlich mehr. Ich hatte kein Zeitgefühl ohne etwas zu sehen. Wie viele Lieder liefen im Radio? Vielleicht mehr, als ich mitbekam. Zeit ist ein merkwürdiges Konstrukt, wenn man nichts sieht, aber sehr genau spürt. Wir hielten an. Plötzlich. Eine Tür öffnete sich. Zu schnell. Kälte strömte herein. Schlagartig. Ungefragt. So öffnete mein Herr Türen normalerweise nicht. Oder doch? Es wurde hell. Hartes, weißes Licht. Kein warmes Licht. Eher so ein Licht, das Orte haben, an denen man nicht bleiben möchte. Durch die Maske drang ein schmaler Streifen davon. Eigentlich war sie blickdicht. Aber sie saß nicht ganz korrekt. Ich fragte mich, ob das gut war. Oder schlecht. Vielleicht hätte ich weniger Kopfkino, wenn sie richtig säße. Vielleicht wäre das eine Erleichterung. Oder genau das Gegenteil … Ich roch etwas. Erst dachte ich an Benzin. Dann an Tabak. Mein Herr rauchte nicht. Nie. Vielleicht war er ausgestiegen. Nur kurz. Bezahlen. Etwas holen. Das wäre logisch gewesen. Hände griffen an meinen Kopf. Mir wurden Ohrstöpsel eingesetzt. Es wurde still. Ich wusste, dass meine Gedanken jetzt noch lauter werden würden. Die Welt schrumpfte weiter. Sehen weg. Hören weg. Sekunden vergingen. Oder waren es Minuten? Oder war jemand zugestiegen? Der Gedanke kam plötzlich. Ungefragt. Und blieb. Aber mein Herr spielte nicht mit anderen Männern. Das wusste ich. Das war nie Teil von uns gewesen. Das Auto fuhr weiter. Und wurde langsam wieder warm. Fuhr er überhaupt noch selbst? Kein Wort. Kein Zeichen. Hatte er sein Auto jemand anderem überlassen? Würde er so etwas tun? Ich kannte ihn als kontrolliert. Als jemanden, der Dinge nicht aus der Hand gab. Oder war genau das der Punkt? Vielleicht saß er hinten. Ganz ruhig. Und jemand anderes fuhr. Je weniger ich sah und hörte, desto lauter wurden meine Gedanken. Die Tür schloss sich wieder. Schneller als nötig. Fast hastig. Die Musik setzte ein. Laut. Basslastig. Ungewöhnlich. Mein Herr hörte sonst Radio. Nachrichten. Verkehr. Musik. Pop, Rock. Das hier war anders. Härter. Basslastiger. Lauter. In meinem Kopf liefen Filme ab. Unfertige Szenen. Skizzen ohne Ende. Sie hatte darüber gelesen. Über diese Jagden. Frauen bekamen einen Vorsprung. Halbnackt. Manchmal in High Heels. Im Wald. Die Herren warteten. Und jagten. High Heels gehörten dazu. Als Erschwernis. Als Spiel mit Ungleichgewicht. Aber mein Herr war sehr sportlich. Schnell. Präzise. Er sagte oft, schicke Schuhe gehörten ins Bett. Nicht nach draußen. Vielleicht dachte er an eine andere Art von Jagd. Eine sportliche. Typisch für ihn. Er legte Wert auf Etikette. Schicke Schuhe verlangte er dort, wo sie Sinn machten. Draußen wäre es sein Spiel gewesen. Nicht das eines anderen. Tage zuvor hatte er beiläufig nach meinen Lieblingslaufschuhen gefragt. Eine harmlose Frage. Damals. Jetzt war sie es nicht mehr. War das so etwas? Eine Jagd, aber ohne Absätze? Die einzige Sub bei einer Jagd mit echten Laufschuhen? Das würde zu ihm passen. Ich merkte, dass ich feucht war, und beschloss, diesen Umstand nicht weiter zu analysieren. Analyse schien heute nicht vorgesehen. War mein Herr noch da? Saß er vorne? Oder hinten? War beim letzten Halt jemand zugestiegen? Ein Mann? Eine Frau? Ich hörte nichts. Ich sah nichts. Mein Herz schlug schneller. Ein bisschen zu schnell für jemanden, der eigentlich nur im Auto saß. Ich spürte es jetzt bis zum Hals. Mein Kleid wurde zur Seite geschoben. Unauffällig. Beiläufig. Ich saß nackt im Dunkeln, während wir weiterfuhren, und stellte fest, dass ich mich selten so wach gefühlt hatte. Irgendwann wurde es wärmer. Sitzheizung, vermutlich. Autos brauchen etwa zwanzig Minuten, um warm zu werden. Jemand berührte mich. An den Nippeln. Sie mussten sehr hart sein. Eine Hand. Drehend. Quetschend. Mit der rechten? Der Fahrer hatte nur eine Hand frei. Ich versuchte, an die Hände meines Herrn zu denken. An seine Art, Dinge zu tun. An kleine Unterschiede. Das half nicht. Trug er Handschuhe? Mein Herr besaß keine Lederhandschuhe. Oder doch? Die Fahrt wurde langsamer. Wir hielten erneut. Behutsamer diesmal. Ein leichtes Rucken. Dann dieses Geräusch. Kies. Kleiner, loser Kies unter den Reifen. Kein Asphalt. Wir rollten. Auf einen Parkplatz? Der Motor ging aus. Stille. Ich roch feuchte Erde. Kälte kroch von unten hoch. Die Musik war weg. So abrupt, dass mein Kopf noch einen Moment nachklang. Ich war vollkommen fertig mit den Nerven. Leer gedacht. Zu viel gefühlt… Und irgendwo zwischen dem Abstellen des Motors und dem Öffnen der Tür verstand ich: Das hier war nicht der Höhepunkt. Das hier war erst das Ankommen. Es ging gerade erst los. ——- Die Silvesternacht 2 Perspektivwechsel Ich habe ihr nicht gesagt, wohin wir fahren würden. Nicht aus Spielerei. Sondern weil Richtung oft überschätzt wird. Was zählt, ist der Übergang. Sie fragte nicht nach. Das tat sie selten, wenn sie merkte, dass etwas im Entstehen war. Ich mochte diese Form von Aufmerksamkeit. Nicht neugierig. Bereit. Ich sah, wie sie sich vorbereitete. Mit jener Sorgfalt, die nicht Eitelkeit ist, sondern Sammlung. Sie wusste, dass sie gesehen würde. Auch dann, wenn sie selbst nichts sehen konnte. Ich verband ihr die Augen, noch bevor wir losfuhren. Ohne Zeremonie. Wie etwas Selbstverständliches. Die Maske hatte ich zuvor getestet. Wie alles, was ich benutze. Nicht aus Misstrauen, sondern aus Verantwortung. Ich wollte wissen, wie viel sie durchlässt. Wie Licht sich verhält. Wo Unsicherheit entsteht. Sie saß nicht perfekt. Absichtlich. Als ich ihr das Halsband anlegte, wählte ich die dritte Öse. Ich wusste genau, dass sie die richtige war. Man muss nicht immer alles sofort richtig machen. Ich hatte vor, es später zu lockern. Vielleicht nach einer Stunde. Vielleicht auch nicht. Sie war erwachsen. Und sie wusste, dass sie sprechen durfte. Höflich. Klar. Ich schätze das. Ich spiele nicht mit Menschen, die keine Sprache haben. Ich nahm die Ohrstöpsel zur Hand. Diese, die sich langsam im Ohr ausdehnen. Sekunde für Sekunde. Ich mochte sie nicht. Ich fand das Gefühl unangenehm. Fast eklig. Aber bei ihr war es anders. Ich sah, wie sich ihr Verhalten veränderte, noch während ich sie einsetzte. Nicht plötzlich. Sondern schrittweise. Als würde sich ihr Raum nach innen verlagern. Währenddessen legte ich ihr breite Lederfesseln an. Schlicht. Schwer. Ich verband sie mit Karabinern. Nicht, weil es nötig war. Sondern weil es klar war. Mir war bewusst, dass ich mich später nicht an jedes Detail erinnern würde. Und ich war mir ebenso sicher, dass sie es auch nicht würde. Nicht, obwohl sie weniger Sinne zur Verfügung hatte. Sondern gerade deshalb. Vor dem Einsteigen legte ich mein Parfum auf. Nicht viel. Gezielt. Wenn man Reize reduziert, sollten die verbleibenden gefordert werden. Riechen. Fühlen. Ich wollte, dass diese beiden lauter werden. Das Auto war kalt. Absichtlich. Ich sah, wie sich die Kontur ihres Körpers schärfer abzeichnete. Wahrscheinlich eine Reaktion auf die Temperatur. Ich schaltete die Sitzheizung ein, als wir losfuhren. Nicht aus Zärtlichkeit. Aus Umsicht. Ich halte nichts davon, Spiel und Vernachlässigung zu verwechseln. Man kann fordern, ohne achtlos zu sein. Ich fuhr anders als sonst. Sportlicher. Direkter. Kurz vor dem Punkt, an dem es hörbar geworden wäre, nahm ich Druck raus. Die Musik war lauter. Und fremder als sonst. Nicht aggressiv. Aber bestimmt. Ich wusste, dass ihr Kopf längst arbeitete. Wir hielten an einem Getränkemarkt. Abgelegen. Unscheinbar. Ich kaufte Sekt. Nicht, weil er wichtig war. Sondern weil er passte. Als ich zurückkam, hing ich einen Duftbaum ins Auto. Zu stark. Fast falsch. Dann schloss ich die Tür und fuhr weiter. Ich freute mich auf die Jagd. Nicht auf das, was dort angekündigt war. Sondern auf das, was offen blieb. Ich hatte den Text der Homepage gelesen. Er sagte mir zu viel. Wie ein Kuchenrezept für jemanden, der nie gebacken hat. Aber das störte mich nicht. Ich war kreativ genug. Und erwachsen. Wahrscheinlich erfahrener als viele, die dort sein würden. Das ist manchmal erschreckend. Wie viele behaupten, Ahnung zu haben. Ich nenne sie im Stillen manchmal „Dummdoms“. Nicht aus Arroganz. Eher aus Müdigkeit. Ich habe mehr Respekt vor ruhigen Menschen. Sie wirken harmlos. Und sind oft tiefer. Gefährlicher…. Der Weg wurde schmaler. Kies unter den Reifen. Ich parkte. Motor aus. Stille. Wald. Feuchte Erde. Kälte. Sie war still. Offen. Genau das hatte ich gewollt. Ich öffnete die Tür. Und mir war klar: Das hier war kein Vorspiel. Es war bereits Teil des Spiels.
Empfohlener Beitrag