Dies ist ein beliebter Beitrag. bd**** Geschrieben Februar 13 Der Text ist heiß! Um weiterlesen zu können benötigst Du einen Account. Jetzt kostenlos registrieren! Jetzt registrieren Dies ist ein beliebter Beitrag. Ich war noch nie in einem Vakuumbett. Es lag da. Groß. Sperrig wie ein schwarzer See. Teuer. Schwer. Still. Bevor ich hineinging, lasen wir alles. Die komplette Bedienungsanleitung. Drei Seiten. Vorder- und Rückseite. Warnhinweise, Risiken, Atemkontrolle, maximale Dauer. Von keinem anderen Gerät hatten wir jemals alles gelesen. Hier schon. Vielleicht, weil es sich nicht wie ein Spielzeug anfühlte. Sondern wie etwas, das Respekt verlangt. Ich hätte abbrechen können. Wir hatten Zeichen vereinbart. Ein Geräusch hätte gereicht. Er hätte sofort gestoppt. Das wusste ich. Und trotzdem. Man klettert hinein wie in etwas, das man sonst nur aus Erzählungen kennt. Dunkles, dickes Latex überall. Dann wird es geschlossen. Und dann beginnt das Geräusch. Staubsauger. Laut. Unangenehm. Unromantisch. Haushalt. Alltag. Und gleichzeitig das Tor in eine andere Welt. Die Luft verschwindet. Nicht dramatisch. Nur leise. Als würde der Raum enger werden. Dann Druck. Überall. Nicht schmerzhaft. Nur… total. Man merkt erst dann, wie viele Muskeln man normalerweise unbewusst bewegt. Hier bewegt sich nichts. Und irgendwann bewegen sich auch die Gedanken nicht mehr. Es gibt nur noch Fühlen. Ich hatte einen dicken Schlauch zum Atmen. Ein klares, großes schwarzes Gummirohr. Ich umschloss es mit den Lippen, mit den Zähnen. Seltsam beruhigend. Wie ein Anker. Er strich über das Latex. Ich spürte seine Hand nicht direkt… nur als Verschiebung im Druckfeld. Wie Wind unter einer schweren Decke. Es wurde heiß. Nicht nur von der Temperatur. Vom Ausgeliefertsein. Dann spielte er mit dem Schlauch. Kurz verschlossen. Einatmen wird schwer. Warm. Der Körper versteht schneller als der Kopf. Dann wieder Luft. Erleichterung. Lust. Noch einmal. Fünf, vielleicht sechs Mal. Ein Rhythmus zwischen Entzug und Geschenk. Bis plötzlich ein Widerstand da war. Ich zog Luft. Keine kam. Er sog die Restluft aus meiner Lunge. Ich wollte einatmen…. doch er zwang mich zuerst zum Ausatmen. Dann nichts. Wirklich nichts. Und in diesem Nichts war Panik. Groß. Ehrlich. Unverstellt. Ich konnte nichts sagen. Nichts bewegen. Kein Zeichen geben… außer dem einen Geräusch, das wir vereinbart hatten. Ich dachte nicht ans Abbrechen. Und genau das machte es so intensiv. Ich wartete auf den Moment, an dem die Luft zurückkehrt. Zwischen Kuss und Tod liegt manchmal nur ein Schlauch. Ich vertraute ihm. Und gleichzeitig wuchs die Panik. So viel Panik hatte ich noch nie gespürt. Es fühlte sich an wie Minuten. Es waren Sekunden. Dann kam Luft. Eine Minute Pause. Seine Hand. Wärme. Gedämpfte, fordernde Berührung zwischen meinen Beinen. Entspannung. Und dann verstand ich etwas. Ich musste meinen Atem seinem anpassen. Nicht kämpfen. Folgen. Er hatte mir Sehen genommen. Bewegung. Sprache. Und kurzzeitig auch den Atem. Es war das stärkste Gefühl von Ausgeliefertsein, das ich je erlebt habe. Nicht, weil ich keine Kontrolle hatte. Sondern weil ich sie bewusst abgegeben hab. Und weil ich wusste… er würde sie mir zurückgeben. Wir würden es wieder tun. Aber nicht morgen. Der Respekt vor diesem schwarzen Monster blieb. Und auch dieses Wissen: Dass ich ihm meinen Atem geschenkt habe. Und er ihn hielt. Und ihn mir zurückgab. Zwischen Angst und Vertrauen liegt manchmal nur ein Herzschlag. Und ich blieb. * „Literarische Szene. Keine Anleitung."
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