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Ist D/s eine Frage der Reife?


Le****

Empfohlener Beitrag

Das ist mir auch schon aufgefallen. Es wird sicherlich mehrere Gründe dafür geben. Es gibt durchaus Menschen die schon immer diese Neigung in sich hatten und erst in späteren Jahren diese in sich entdeckt und dann ausgelebt haben. Ich kenne solche Menschen.

Mir war meine Neigung schon seit ich denken kann bewusst, nur hatte ich keinen Namen dafür. Ich hatte mit Anfang zwanzig meine erste BDSM Erfahrung. Aber ich war zu der Zeit psychisch nicht stabil. Daher habe ich viele Jahre meine Neigung aus Eigenschutz "weggesperrt" und hart an mir gearbeitet. Nun bin ich stabil genug mich vollständig auszuleben.

Da ich schon früh wusste, dass ich nicht das 0815 BDSM bevorzuge, sondern einen extremeren Weg anstrebe bzw. den Wunsch dazu hatte (TPE, CIS, CNC, Rack und dementsprechend risikoreiche Praktiken) musste ich vollständig stabil sein, um Abstürze und selbstschädigendes Verhalten zu vermeiden. Mein Anliegen war es auch immer, dass mein Herr sich an mir austoben kann, ohne ständig Sorge tragen zu müssen irgendetwas in mir zu triggern oder mich zu schnell psychisch zu überfordern. Und auch ich will jede Handlung, jeden Moment genießen können ohne das meine psyche dazwischen funkt. Daher habe ich erst "spät" mit BDSM angefangen.

Wieso denken so viele hier, dass sie jeden Gedankenfurz hier teilen müssen? In anderen Nachrichten, mein Hund hat gerade gefressen.

Ich wusste sehr früh über meine Neigungen bescheid, aber bin letztlich sehr lange Single geblieben, weil ich erstmal an mir selbst arbeiten musste. Habe mich früher immer unfair meinen Partnern gegenüber gefühlt, wenn ich mich zum Beispiel plötzlich zurück gezogen habe.
Inzwischen weiss ich, das ich Autistin bin und hab einen langen Selbstfindungs-Weg hinter mir. Es ergibt endlich alles Sinn, ohne das ein Partner mit dem Rätsel-Raten belastet wurde.
Jetzt bin ich wieder bereit, für einen Partner und andere Dinge in Angriff zu nehmen.

(bearbeitet)
vor 3 Stunden, schrieb Lenard1:

D/s-Dynamik bei vielen Menschen scheinbar erst in späteren Jahren? Oft habe ich das Gefühl, dass dieses Bedürfnis nach Führung, Hingabe oder auch bewusster Dominanz nicht schon Anfang zwanzig klar ausgeprägt ist, sondern sich erst mit der Zeit entfaltet.

Die entwickelt sich für mich nicht unbedingt erst in späteren Jahren @Lenard1, lässt sich in jungen Jahren allerdings nur schwer richtig zuordnen und "kanalisieren". Man findet sich und probiert sich aus. Einige Frauen haben noch einen Kinderwunsch und es gibt die These, dass sie dafür andere Männer suchen, als im sexuellen Bereich (was ich so nicht unterschreiben würde!). Gesellschaftliche Normen tun ihr Übriges. 

Ich hatte schon früher "dominante" Beziehungen, die einfach sehr natürlich so waren. Teilweise allerdings auch von Egoismus oder gar Unterdrückung und Abhängigkeit negativer Auswüchse geprägt waren. 

Wenn man aus einer solchen Beziehung wieder herausfindet, dauert es auch, bis man wieder vertrauen kann. 

Insofern wollte ich zunächst weder eine Beziehung, noch 24/7. Auch wenn mir klar war, dass Dominanz irgendwie übers Schlafzimmer hinaus geht. Ich habe daher erst gesucht, als meine Tochter schon älter war, um bestimmte "Kapazitäten" zu haben. Dominante Beziehungen waren teilweise anstrengend für mich. 

Dass dies auch irgendwie Fürsorge meinen kann, war mir so einfach nicht bewusst.

Als mein Herr von 24/7 sprach, dachte ich immer: "das ist ja unfair. Einer bestimmt Alles. Was im Fernsehen geschaut wird, was der essen will..." Einfach aus Bequemlichkeit heraus und weil der das Sagen haben will. Dass dies auch ein Miteinander ist, Rücksichtnahme und mir was zu gönnen, war mit so nicht klar.  Woher auch? 

Und ich kenne das, dass um Punkt 18.30 Uhr das Abendessen auf dem Tisch zu stehen hatte und andere Dinge! 🤷‍♀️

Nun passe ich mich natürlich gerne an und mein Herr kann bestimmen, finde allerdings im positiven Sinne auch viel Erfüllung, Fürsorge, Wertschätzung, zudem eine passende Auslebung der Neigung, auch im sexuellen Sinne, die ich zwar immer schon hatte, aber erstmal erkunden, finden und zuordnen können musste. Das hat dann durchaus ein paar Jahre gedauert. 🙃

 

bearbeitet von Bratty_Lo

Bei mir ging der ganze Spaß mit 22 los und als ich mir die ganze Bandbreite, mehr oder weniger, bewusst gemacht habe, war D/s das, was ich immer unbedingt wollte.

Ich denke das es viel mehr mit akzeptieren von Neigungen fern ab der Norm zu tun hat. Denn so was sehen wir nicht im alltäglichen Leben. Man empfindet sich ggf. als ubnormal und ist verunsichert.

Meine Neigungen, vorallem meine Devotion und meinen Demut trage ich schon immer in mir. Ich habe es in jungen Jahren unterdrücken müssen. Davon bin ich krank geworden. Es gab aber eben andere Prioritäten. Da ich mich schon immer an letzte Stelle setze, war ich eben die jenige die versucht hat alle anderen zu pushen und ich (?)

Dann merkt man irgendwann, dass das halbe Leben  um ist und dann denkt man auf einmal anders.

Hey ich bin auch noch da.

Und ich würde gerne wissen, wie lebe ich wenn ich wirklich ich selbst sein kann?

 

War schon immer da, aber ich denke, viele Leute versuchen halt so bis Mitte 35 Gesellschaftliche Erwartungen zu erfüllen und beschäftigen sich relativ wenig mit sich selbst und ihren Bedürfnissen.

kann ich gar nicht so bestätigen, egal wie alt Menschen sind standen sie für D/S offen oder nicht.

D/S hat halt weniger mit SM zu tun, sondern kann aus D/S dann sich gestallten.

Ich glaube, das ist kein “entwickelt sich oder war schon da“, sondern eher beides gleichzeitig.
Die Neigung ist oft früher da, aber ohne das passende Verständnis und die Erfahrung bleibt sie eher unscharf.
Mit der Zeit wird sie nicht unbedingt stärker, sondern eher klarer.

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