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Würdet ihr Gewissheit haben wollen ?


Syu

Empfohlener Beitrag

(bearbeitet)

Regelmäßige STD tests ergeben schon absolut Sinn, gerade, wenn man nicht in einer monogamen Beziehung ist.

Was "Wahrheiten" oder kinks angeht: nein. Es IST halt technisch unmöglich.

 

bearbeitet von S_Rose

Wie gut, dass das Leben keine Geschichte von Philip K. Dick ist! ;)

Ich persönlich glaube auch nicht, dass so etwas jemals möglich sein wird!
Die Verflechtung aus verschiedenen Anlagen, Erfahrungen, Begegnungen, zwischenmenschlichen Interaktionen etc. ist viel zu Komplex und vorallem nicht messbar/reproduzierbar, als dass daraus jemals solche direkten Aussagen abgeleitet werden könnten.

Deshalb fällt es mir schwer, mir eine Vorzustellen, die von Menschen bewohnt wird, bei denen so etwas möglich wäre.
Das wäre meiner Meinung nach eine vollkommen andere Spezies ...

Das Chaotische, Unberechenbare, das Geheimnis der Individualität ist meiner Meinung nach eine der zentralen Eigenschaften von uns Menschen und nicht einfach weg zu denken!

Vor 16 Minuten , schrieb DevoteVorführung:

Für mich klares Nein. Ich würde mich nicht testen lassen und würde keine entsprechenden Tests von anderen sehen wollen (ich meine hier die Tests auf Emotionales, Kinks, Vorlieben etc.).

Beispiel: ich bin in einer Beziehung, werde von meinem Partner gut behandelt, fühle mich mit ihm wohl, bin glücklich so wie es ist. Und dann hab ich die Möglichkeit, seine Emotionen, seine Gedanken zu testen. Und stelle fest, dass er wenn er mir nahe ist, ständig an eine andere Frau denkt, die er nicht haben kann. Dass ich eine Alibi-Frau bin, weil er seine Bi-Sexualität oder seine Neigung zu Männern nicht ausleben kann oder dies zumindest glaubt, warum auch immer. Dass er mit mir nur zusammen ist, weil er irgendwelche Vorteile davon hat. Möchte ich das wirklich wissen? 

Die Gedanken sind frei. Und das sollten sie bleiben. Wenn ich in einer Partnerschaft bin, dann bin ich auch mal sauer auf den Partner. Lass das vielleicht auch mal gegenüber einer Freundin raus. Liebe ihn aber trotzdem.

Ungefilterte Wahrheiten, die einem an den Kopf geworfen werden, können zutiefst verletzen. Den Menschen verunsichern, psychisch total fertig machen. Schlimm genug, dass es Menschen gibt, die ständig andere beleidigen und darauf stolz sind, weil es ja die "Wahrheit" ist. Was sie damit auslösen, ist ihnen scheißegal. 

Nein, ich möchte nicht, dass du weißt, was ich denke, denn ich möchte dich nicht verletzen. Und ich möchte nicht wissen, ob und was du negatives über mich denkst, denn ich möchte nicht verletzt werden. Und wenn dir nix positives einfällt, halt die Fresse.

Und ja, mir ist bewusst, dass für einige Demütigungen ein totaler Kick sind. Aber auch das kann schnell in die falsche Richtung gehen.

Was Kinks, Vorlieben, sexuelle Präferenz angeht - warum sollte ich das bei einer Begegnung testen lassen wollen? Die Wahrscheinlichkeit, einen Partner zu finden, der zu 100 Prozent meine Vorlieben, Neigungen etc teilt, liegt bei Null. Man kann sich annähern, kann ggf bereit sein, das eine oder andere auszuprobieren, aber auch Dinge komplett ausschließen. Findet man nicht zusammen, wird es halt nix. Und natürlich ist mir klar, dass man nicht zu Beginn alles offen legt. Aber Kinks, Vorlieben etc zu haben, bedeutet ja noch lang nicht, dass man das komplett alles ausleben muss. Da würde so eine komplette Liste wohl er abschreckend.

Danke für den Text und deine Sicht, wie glaubst du würde sich das vor beziehungs beginn auswirken auf deine Entscheidungen oder Meinung. Was würdest du tun wenn du damit konfrontiert bist ( du hast dich verliebt - er/sie will Gewissheit das du das auch wirklich tust)

was glaubst du was du als ***ager da vielleicht anders gesehen hättest - ich erinnere mich zumindest das es in bravo und ich glaub auch heute im Internet in einem gewissen Alter eine Phase gibt wo " 10 fragen ob du schwul bist" - " bin ich ein psychipath/nazisst" - Dinger mega angesagt sind.

Vor 46 Minuten , schrieb S_Rose:

Regelmäßige STD tests ergeben schon absolut Sinn, gerade, wenn man nicht in einer monogamen Beziehung ist.

Was "Wahrheiten" oder kinks angeht: nein. Es IST halt technisch unmöglich.

 

Danke für am Thema vorbei

Vor 37 Minuten , schrieb to_kinky:

Wie gut, dass das Leben keine Geschichte von Philip K. Dick ist! ;)

Ich persönlich glaube auch nicht, dass so etwas jemals möglich sein wird!
Die Verflechtung aus verschiedenen Anlagen, Erfahrungen, Begegnungen, zwischenmenschlichen Interaktionen etc. ist viel zu Komplex und vorallem nicht messbar/reproduzierbar, als dass daraus jemals solche direkten Aussagen abgeleitet werden könnten.

Deshalb fällt es mir schwer, mir eine Vorzustellen, die von Menschen bewohnt wird, bei denen so etwas möglich wäre.
Das wäre meiner Meinung nach eine vollkommen andere Spezies ...

Das Chaotische, Unberechenbare, das Geheimnis der Individualität ist meiner Meinung nach eine der zentralen Eigenschaften von uns Menschen und nicht einfach weg zu denken!

Ja Hypothesen sind deshalb auch spannend aber daher finde ich es ja so interessant wie unterschiedlich typen diese Fragen beantworten ( wenn sie es können/sich trauen).

Vor 19 Minuten , schrieb LadyViolet_:

Ich glaube dass Menschen dadurch in Gefahr geraten würden. Daran denke ich.

Wie viele Frauen lügen, um nicht ermordet oder bedroht zu werden.

"Natürlich liebe ich dich. Du bist alles, was ich jemals wollte. Ich bin so froh, dass du bei mir bist." *Fluchttasche packen*

"Ich hab einen Freund." 

"Ich wohne hier nicht, meine Freund holt mich jeden Moment ab."

"Nein, du bist wirklich ein ganz Guter, daran liegt es nicht."

*Fake orgasms damit er zum Ende kommt*

 

Und ich glaube es wäre auch nicht so "harmlos" mit den Vorlieben. Was in der BDSM Szene praktiziert wird ist eng geknüpft an die Konsens-Debatte und dieser Rahmen bestimmt auch die Ethik.

Würde ich jetzt über random Menschen wissen sie stehen auf "Erniedrigung" "Folter" "Sex mit ***" was auch immer da dann rauskommen täte.. dann wüsste ich nicht, ob die Person das Konsensbewusstsein hätte, dass ich eine Normalisierung befürworten könnte. Es ist eben keine vollständige Information. Wenn mir das jemand im Kontext von BDSM sagt, kann ich davon ausgehen, dass es auf einem Verständnis von Konsens und Absprachen beruht. 

Da würde ich es wichtiger finden, Konsens und zwar informierten Konsens, Ja-ist-Ja zu normalisieren.

 

Glaubst du das würde sich mit den Jahren/Generationen ändern oder nicht dann sogar genau das verhindern oder mehr günstigen ( ähnlich zu anderen "Technologien/Test verfahren weil eine Art Prävention möglich wäre bzw was man hat nutzt man auch?)

vor 7 Minuten, schrieb Syu:

 

Glaubst du das würde sich mit den Jahren/Generationen ändern oder nicht dann sogar genau das verhindern oder mehr günstigen ( ähnlich zu anderen "Technologien/Test verfahren weil eine Art Prävention möglich wäre bzw was man hat nutzt man auch?)

Es gibt viele Szenarien, ich vermute es würde dazu führen dass Vorlieben skandalisiert werden und man die Debatte falsch führt, also zu wenig beachtet, dass Konsens ein sehr beachtlicher Faktor ist. Denn solche Debatten werden bei so großen Veränderungen nicht differenziert und unter Beachtung der Komplexität geführt. Das sieht man ja in den politischen Debatten, alles wird so so so stark vereinfacht, bis aus einem komplexen Zusammenhang über den man Master- und Doktorarbeiten schreiben kann nur eine Parole wird, die so tut, als würde sie es erklären können. 

Es gibt dann natürlich verschiedene Lager. Die einen die sagen, sie sollten es ausleben können (ohne Konsens!) also Menschen schlimme Dinge antun, weil es nunmal ihre Vorliebe ist. Das wären vor allem Männer mit Neigungen die zum patriarchalen Stil passen. Das wäre deswegen so, weil unsere Gesellschaft JETZT diesen Nährboden hat und diese Struktur. Das ist das Lager was jetzt Incel Bros und Manosphere Leute, diese Menschen das wäre das eine Lager. Außerdem würden sie davon ausgehen ihnen stehen bestimmte Dinge die bei Frauen rauskommen, auch jederzeit zu. "Ich weiß doch du stehst drauf" 

Skandale von Politikern mit geleakten Testergebnissen. Viele Menschen sind irritiert von ihren eigenen Testergebnissen. Es gibt komischen Studien zu den Zusammenhängen von Vorlieben geben und seltsame Schlüsse - natürlich werden Kausalität und Korrelation vermischt und Menschen stigmatisiert.

Die Partnerwahl würde davon abhängen ob man Test-Befürworter ist oder nicht. Die Angst vor dem Test würde viele abhalten von der Partnersuche und viele Vorlieben könnte man nicht mehr offen ausleben. Es würde Vanilla Feministinnen geben, die in dem Test Sicherheit sehen, weil wenn der Test zeigt, dass er nicht auf Gewalt steht, ist es ja bestimmt sicherer.

Aber dann geschieht Gewalt trotzdem. Und alle sind verwirrt. Die Glaubhaftigkeit der Tests wird angezweifelt.

Eine andere feministische Bewegung kämpft um die Konsens - Debatte und spricht sich gegen die Tests, gegen Missbrauch und für Selbstbestimmung aus

Für Paare, die gesunden Nachwuchs wollen, gibt es ja schon eine Menge Testmöglichkeiten - sinnvoll bei einigen schweren Krankheite, aber will man jedes 1% Risiko wissen?
Auch ansobsten kann man sich genetisch testen lassen - aber will man unbedingt wissen, woran man vielleicht erkranken kann? Ganz abgesehen davon, wie sicher solche Daten bei Privatfirmen sind, was Krankenkassen daraus machen würde, oder Arbeitgeber verlangen könnten zur Einstellung.
Das zu dem Teil, welche Daten man wirklich wissen möchte, und was für Konsequenzen es haben könnte, das irgendwo diese Daten gesammelt werden (Schöne Neue Welt von Huxley lässt grüßen).
Sexuell-emotional ist ein ganzer Clusterfuck. Mich nervt schon, wenn man hier den Test ausgefüllt hat und was für unsägliche Übereinstimmungen einem dann präsentiert werden.
Kinks sind auch viel im Fluss, können sich verschieben und verändern. Und im schlimmsten Fall kann so ein Test dann einem potenziellen Kannibalen von Rothenburg helfen, einen geeigneten "Partner" zu finden, wenn letzterer wahrscheinlich mit nem Vore-Spiel zufrieden gewesen wäre.
In emotionalen Dingen lernt man auf dem Weg. Ich würde sehr, sehr viele Begegnungen und Beziehungen gern streichen - ohne die Erfahrungen wäre mir aber nie klar geworden, was ich nicht will, und was doch.
Nehmen wir an, es könnte eine emotionaler-sexueller Check den geeignetsten Partner für mich finden - für mein 20-, 30-, 40jähriges Ich wären das völlig unterschiedliche. Bekomme ich dann den Mittelwertstypen?
Und kalte Informationen nützen nicht viel - wir sind für Erkenntnisse zu unterschiedlichen Zeiten empfänglich, oder eben nicht. Wir interpretieren diese unterschiedlich, je nachdem, auf welches Wir mit welchen Vorerfahrungen sie treffen, völlig anders. Wege der (Selbst-)-Erkenntnis umgehen funktioniert nicht. Etliche Informationen sind frei verfügbar, und werden doch ignoriert, weil sie nicht anknüpfen an das Erleben.
Es ist eine Reise. Teleportieren nimmt alles, was Reisen ausmacht.

So ein Test würde ja nur etwas über das aussagen können, das einem bereits bekannt ist - gerade bei Kinks macht man sich doch erst Gedanken ob es einem gefallen könnte, wenn man in einer konkreten Situation darüber nachdenkt und kommt sehr wahrscheinlich in unterschiedlichen Konstellationen zu anderen Ergebnissen... Mal als Beispiel - ich würde mal von einer Frau kontaktiert, der es eigentlich nicht um Fesseln oder SM ging. Ich hab ihr angeboten, dass wir zum persönlichen Kennenlernen quatschen, während ich ein wenig gemütlich mit ihr tüddeln würde und wusste nur, dass sie ein wenig Erfahrung mit Spanking hatte. Ihre spontane Reaktion bei dem Date war, dass aus ihr wohl nie ein Bunny werden würde und inzwischen sind wir seit über einem Jahr regelmäßig zusammen bei Fesseltreffen. 

Genau wie ich dachte, ich könnte nur monogam in einer Beziehung sein - was inzwischen auch auf den Kopf gestellt ist. Mehre Spielpartnerinnen könnte ich mir lange nicht vorstellen, bis sich das dann doch irgendwie ergeben hat, weil Beziehung nicht in eine Lebenssituation gepasst hat.

Die Frage ist doch bei dem Thema, was würde xy jetzt mit diesem Menschen in mir auslösen können? Und da greifen meine Demianteile, dass ich mir konkret eben mehr für mich ziehen kann als bei allgemeinen Überlegungen. Oder wenn ich mal Spielzeug in die Hand bekomme, das ich mir selbst wahrscheinlich nicht gekauft hätte und das einfach mal benutze, kommen mir auch ganz neue Ideen, die ich dann auch gerne mal ausbaue.

Ich stelle mal die These auf, dass es sogar völlig egal ist, welche Emotionen man tatsächlich füreinander hat, wenn man den Rahmen dafür hat, in dem es keinen Grund gibt, sich darüber gegenseitig etwas sagen zu müssen. 

Ein gegenseitiges "ich genieße die gemeinsame Zeit und sie tut mir gut" ist möglicherweise Alles, was es braucht. 

Vor zwei Jahren hätte ich noch gesagt, dass ich mich mit einer langen Bullwhip eher selbst verletzen würde statt Spaß daran zu haben und jetzt finde ich es schade, dass es zu kalt für Outdoor geworden ist und die ganzen selbstgeflochtenen Peitschen zu lang für Indoor sind und hab schon den Kern einer noch längeren hier fertig. War nur ein kleiner Miniworkshop zum Thema, bei dem ich noch vor Ort meine erste Bull gekauft hatte. Und da hatte ich nur mal mitgemacht, weil das im Rahmenprogramm einer anderen Veranstaltung war.

So ein Test müsste für mich also schon praktisch sein und kein einfacher Blick in theoretische Gedanken, die möglicherweise vorhanden sind oder auch nicht. 

Rückblickend denke ich bei ein paar Dingen auch, dass ich damals völlig bescheuert war das zu tun, auch wenn es zu der Zeit sehr viel in mir ausgelöst hat und umgekehrt bin ich heute der erste, der "hier" ruft, wenn es um Praktiken geht, die ich damals kategorisch abgelehnt hätte.

(bearbeitet)

Das würde ein extrem invasives Eindringen ins Nervensystem eines Menschen bedeuten. 
Wir haben zwar jetzt schon in Tests die Möglichkeit aus verschiedenen Nervenimpulsen auszulesen, ob eine Person grade "Auto" oder "Baum" sagen will, aber das ginge noch tiefer, bis ins Gedankenlesen. 
Das wäre für mich eine sehr unerfreuliche bis gruselige Vorstellung mit SO VIEL Missbrauchspotential. 
Schöne neue Welt und so. 

Andere Möglichkeiten würden wohl auf die Zusammensetzung der Pheromone die man in der Nähe einer Person produziert oder der Messung der Herzfrequenz basieren. Bei letzterem hat man bei mir sicher eine Reaktion feststellen können, als meine erste Freundin damals erstmals Lack anhatte. 
Beides wäre allerdings unzuverlässig, da ähnlich zu anderen Vorgängen oder Gefühlen.  

Aber ehrlich gesagt: An dem Punkt an dem man es nötig hätte derlei zu testen bräuchte man eher eine Paartherapie, bzw eine Trennung. 

 

bearbeitet von Aldursauge

Gestern habe ich noch was zum Thema Wetware gehört. Gibt ne Firma, die zusammengekoppelte organische menschliche Hirnzellen das Computerspiel Doom spielen lässt und bestraft, wenn die Masse Fehler macht, quasi Folter. Züchten sich da vielleicht das Ding heran aus "I have no mouth but I must scream". Empfehlenswerte Geschichte.

vor 24 Minuten, schrieb TaliX:

 

Erinnert mich daran, dass in Japan Menschen nach Blutgruppen Verhaltensmerkmale angedichtet bekommen, so ähnlich wie hier mit Horoskopen, nur eben auch auf Geschäftsebenen. Ich glaube, Blutgruppe B gilt als Egoschwein. Und wer dafür empfänglich ist, findet bestimmt jemanden, der ein B-Schwein sein muss.
Passt irgendwie zum Thema der Über-Deutung von feststellbaren Merkmalen jenseits von allem, was die Merkmale tatsächlich mitbringen.

Ah ja, der japanische Blutgruppenrassismus. Leider weiterhin sehr verbreitet und in Anime reproduziert. :( 
Stimmt Blutgruppe B gilt dort als egoistisch, aber auch als Frohnatur.
Die Leute der Gruppe AB gelten sogar als "geheimnisvoll und unberechenbar". 

Vor 5 Minuten , schrieb Aldursauge:

Ah ja, der japanische Blutgruppenrassismus. Leider weiterhin sehr verbreitet und in Anime reproduziert.  
Stimmt Blutgruppe B gilt dort als egoistisch, aber auch als Frohnatur.
Die Leute der Gruppe AB gelten sogar als "geheimnisvoll und unberechenbar". 

Psychologisch interessant, so Kollektivgesellschaften. Individuelle Erinnerungen werden später geformt als in individualisierten, das Wir ist entscheidender.

Vor 1 Stunde, schrieb LadyViolet_:

Es gibt viele Szenarien, ich vermute es würde dazu führen dass Vorlieben skandalisiert werden und man die Debatte falsch führt, also zu wenig beachtet, dass Konsens ein sehr beachtlicher Faktor ist. Denn solche Debatten werden bei so großen Veränderungen nicht differenziert und unter Beachtung der Komplexität geführt. Das sieht man ja in den politischen Debatten, alles wird so so so stark vereinfacht, bis aus einem komplexen Zusammenhang über den man Master- und Doktorarbeiten schreiben kann nur eine Parole wird, die so tut, als würde sie es erklären können. 

Es gibt dann natürlich verschiedene Lager. Die einen die sagen, sie sollten es ausleben können (ohne Konsens!) also Menschen schlimme Dinge antun, weil es nunmal ihre Vorliebe ist. Das wären vor allem Männer mit Neigungen die zum patriarchalen Stil passen. Das wäre deswegen so, weil unsere Gesellschaft JETZT diesen Nährboden hat und diese Struktur. Das ist das Lager was jetzt Incel Bros und Manosphere Leute, diese Menschen das wäre das eine Lager. Außerdem würden sie davon ausgehen ihnen stehen bestimmte Dinge die bei Frauen rauskommen, auch jederzeit zu. "Ich weiß doch du stehst drauf" 

Skandale von Politikern mit geleakten Testergebnissen. Viele Menschen sind irritiert von ihren eigenen Testergebnissen. Es gibt komischen Studien zu den Zusammenhängen von Vorlieben geben und seltsame Schlüsse - natürlich werden Kausalität und Korrelation vermischt und Menschen stigmatisiert.

Die Partnerwahl würde davon abhängen ob man Test-Befürworter ist oder nicht. Die Angst vor dem Test würde viele abhalten von der Partnersuche und viele Vorlieben könnte man nicht mehr offen ausleben. Es würde Vanilla Feministinnen geben, die in dem Test Sicherheit sehen, weil wenn der Test zeigt, dass er nicht auf Gewalt steht, ist es ja bestimmt sicherer.

Aber dann geschieht Gewalt trotzdem. Und alle sind verwirrt. Die Glaubhaftigkeit der Tests wird angezweifelt.

Eine andere feministische Bewegung kämpft um die Konsens - Debatte und spricht sich gegen die Tests, gegen Missbrauch und für Selbstbestimmung aus

Mega danke für sehr viele Blickwinkel. Wir hatten vor allem die Diskussion über was mach ich mit zb vorherigen Test bzw der Test Historie ( da sie zb ja nur immer in Bezug auf oder zum Testzeitpunkt eine Aussage treffen) das fing alles mit der Frage an wenn du wissen könntest ob er dich betrügt/belügt würdest du es wissen wollen oder eher nicht bzw wenn du wissen könntest das er ein Narzisst ist würdest du dich gegen deine gefühle von Verliebtheit entscheide bzw dein Verhalten ändern. - es gibt ja oft die plakative Meinung " ja natürlich würde ich es wissen wollen" - aber seltener die Frage " kann ich mit der Antwort leben bzw was macht das auf der anderen Seite"

Vor 51 Minuten , schrieb Ropamin:

So ein Test würde ja nur etwas über das aussagen können, das einem bereits bekannt ist - gerade bei Kinks macht man sich doch erst Gedanken ob es einem gefallen könnte, wenn man in einer konkreten Situation darüber nachdenkt und kommt sehr wahrscheinlich in unterschiedlichen Konstellationen zu anderen Ergebnissen... Mal als Beispiel - ich würde mal von einer Frau kontaktiert, der es eigentlich nicht um Fesseln oder SM ging. Ich hab ihr angeboten, dass wir zum persönlichen Kennenlernen quatschen, während ich ein wenig gemütlich mit ihr tüddeln würde und wusste nur, dass sie ein wenig Erfahrung mit Spanking hatte. Ihre spontane Reaktion bei dem Date war, dass aus ihr wohl nie ein Bunny werden würde und inzwischen sind wir seit über einem Jahr regelmäßig zusammen bei Fesseltreffen. 

Genau wie ich dachte, ich könnte nur monogam in einer Beziehung sein - was inzwischen auch auf den Kopf gestellt ist. Mehre Spielpartnerinnen könnte ich mir lange nicht vorstellen, bis sich das dann doch irgendwie ergeben hat, weil Beziehung nicht in eine Lebenssituation gepasst hat.

Die Frage ist doch bei dem Thema, was würde xy jetzt mit diesem Menschen in mir auslösen können? Und da greifen meine Demianteile, dass ich mir konkret eben mehr für mich ziehen kann als bei allgemeinen Überlegungen. Oder wenn ich mal Spielzeug in die Hand bekomme, das ich mir selbst wahrscheinlich nicht gekauft hätte und das einfach mal benutze, kommen mir auch ganz neue Ideen, die ich dann auch gerne mal ausbaue.

Ich stelle mal die These auf, dass es sogar völlig egal ist, welche Emotionen man tatsächlich füreinander hat, wenn man den Rahmen dafür hat, in dem es keinen Grund gibt, sich darüber gegenseitig etwas sagen zu müssen. 

Ein gegenseitiges "ich genieße die gemeinsame Zeit und sie tut mir gut" ist möglicherweise Alles, was es braucht. 

Vor zwei Jahren hätte ich noch gesagt, dass ich mich mit einer langen Bullwhip eher selbst verletzen würde statt Spaß daran zu haben und jetzt finde ich es schade, dass es zu kalt für Outdoor geworden ist und die ganzen selbstgeflochtenen Peitschen zu lang für Indoor sind und hab schon den Kern einer noch längeren hier fertig. War nur ein kleiner Miniworkshop zum Thema, bei dem ich noch vor Ort meine erste Bull gekauft hatte. Und da hatte ich nur mal mitgemacht, weil das im Rahmenprogramm einer anderen Veranstaltung war.

So ein Test müsste für mich also schon praktisch sein und kein einfacher Blick in theoretische Gedanken, die möglicherweise vorhanden sind oder auch nicht. 

Rückblickend denke ich bei ein paar Dingen auch, dass ich damals völlig bescheuert war das zu tun, auch wenn es zu der Zeit sehr viel in mir ausgelöst hat und umgekehrt bin ich heute der erste, der "hier" ruft, wenn es um Praktiken geht, die ich damals kategorisch abgelehnt hätte.

Im erwachsenen alter vielleicht aber ich glaube sonst wären so Selbsttest "ala bin ich vielleicht schwul oder ein Narzisst oder was auch immer" garnicht so beliebt in Zeitschriften und dem Internet.

vor 7 Minuten, schrieb TaliX:

 

Psychologisch interessant, so Kollektivgesellschaften. Individuelle Erinnerungen werden später geformt als in individualisierten, das Wir ist entscheidender.

Beide Entwürfe haben ihre Vor und Nachteile. Ich finde ja eine gesunde Mischung nicht schlecht. 
Star Trek hat versucht eine solche Gesellschaft darzustellen. 

Aber ich glaub damit schweife ich zu weit vom Thema ab. :grimacing:

Vor 59 Minuten , schrieb TaliX:

Für Paare, die gesunden Nachwuchs wollen, gibt es ja schon eine Menge Testmöglichkeiten - sinnvoll bei einigen schweren Krankheite, aber will man jedes 1% Risiko wissen?
Auch ansobsten kann man sich genetisch testen lassen - aber will man unbedingt wissen, woran man vielleicht erkranken kann? Ganz abgesehen davon, wie sicher solche Daten bei Privatfirmen sind, was Krankenkassen daraus machen würde, oder Arbeitgeber verlangen könnten zur Einstellung.
Das zu dem Teil, welche Daten man wirklich wissen möchte, und was für Konsequenzen es haben könnte, das irgendwo diese Daten gesammelt werden (Schöne Neue Welt von Huxley lässt grüßen).
Sexuell-emotional ist ein ganzer Clusterfuck. Mich nervt schon, wenn man hier den Test ausgefüllt hat und was für unsägliche Übereinstimmungen einem dann präsentiert werden.
Kinks sind auch viel im Fluss, können sich verschieben und verändern. Und im schlimmsten Fall kann so ein Test dann einem potenziellen Kannibalen von Rothenburg helfen, einen geeigneten "Partner" zu finden, wenn letzterer wahrscheinlich mit nem Vore-Spiel zufrieden gewesen wäre.
In emotionalen Dingen lernt man auf dem Weg. Ich würde sehr, sehr viele Begegnungen und Beziehungen gern streichen - ohne die Erfahrungen wäre mir aber nie klar geworden, was ich nicht will, und was doch.
Nehmen wir an, es könnte eine emotionaler-sexueller Check den geeignetsten Partner für mich finden - für mein 20-, 30-, 40jähriges Ich wären das völlig unterschiedliche. Bekomme ich dann den Mittelwertstypen?
Und kalte Informationen nützen nicht viel - wir sind für Erkenntnisse zu unterschiedlichen Zeiten empfänglich, oder eben nicht. Wir interpretieren diese unterschiedlich, je nachdem, auf welches Wir mit welchen Vorerfahrungen sie treffen, völlig anders. Wege der (Selbst-)-Erkenntnis umgehen funktioniert nicht. Etliche Informationen sind frei verfügbar, und werden doch ignoriert, weil sie nicht anknüpfen an das Erleben.
Es ist eine Reise. Teleportieren nimmt alles, was Reisen ausmacht.

Da sehe ich auch die größte Gefahr gerade Gesellschaftlich bzw bezogen auf zb die Machtstruckturen und den Kapitalismus, Dankeschön für eine weiteren Aspekt

Vor 27 Minuten , schrieb Aldursauge:

Das würde ein extrem invasives Eindringen ins Nervensystem eines Menschen bedeuten. 
Wir haben zwar jetzt schon in Tests die Möglichkeit aus verschiedenen Nervenimpulsen auszulesen, ob eine Person grade "Auto" oder "Baum" sagen will, aber das ginge noch tiefer, bis ins Gedankenlesen. 
Das wäre für mich eine sehr unerfreuliche bis gruselige Vorstellung mit SO VIEL Missbrauchspotential. 
Schöne neue Welt und so. 

Andere Möglichkeiten würden wohl auf die Zusammensetzung der Pheromone die man in der Nähe einer Person produziert oder der Messung der Herzfrequenz basieren. Bei letzterem hat man bei mir sicher eine Reaktion feststellen können, als meine erste Freundin damals erstmals Lack anhatte. 
Beides wäre allerdings unzuverlässig, da ähnlich zu anderen Vorgängen oder Gefühlen.  

Aber ehrlich gesagt: An dem Punkt an dem man es nötig hätte derlei zu testen bräuchte man eher eine Paartherapie, bzw eine Trennung. 

 

Das könnte man "relativ einfach" über Cortisol und stress Marker bestimmen (hypothetisch)- es geht nicht um brauchen es geht um die hypothetische Auswirkungen auf zb dich / deine Beziehung/ die Gesellschafter/ den Verlauf.

Vor 52 Minuten , schrieb TaliX:

Erinnert mich daran, dass in Japan Menschen nach Blutgruppen Verhaltensmerkmale angedichtet bekommen, so ähnlich wie hier mit Horoskopen, nur eben auch auf Geschäftsebenen. Ich glaube, Blutgruppe B gilt als Egoschwein. Und wer dafür empfänglich ist, findet bestimmt jemanden, der ein B-Schwein sein muss.
Passt irgendwie zum Thema der Über-Deutung von feststellbaren Merkmalen jenseits von allem, was die Merkmale tatsächlich mitbringen.

Total - viele Dating Apps bzw Marktanalysen und persönlichkeits Profile nutzen das (aus). Ich erinnere mich noch als dieses nftp - inft etc Kram überall auftauchte, am besten noch alleine ohne jegliche persönliche Einordnung. Bei Sternzeichen ist das ja noch wilder 🤣

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