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Regelwerk, Ego und Dynamik


La****

Empfohlener Beitrag

Vor 1 Stunde, schrieb FunStroke:

Die Kulturdimension "Monumentalism" beschreibt die Illusion, unverrückbar, auf einem Sockel für die Ewigkeit geschaffen zu sein. Perfekt und unfehlbar. Wie Du schon schreibst, solch ein Selbstbild hilft gegen innere Unsicherheit. Ein "Standardprogramm" für alle Subs ist einfach. Neugierige Vorfreude auf den gemeinsamen Weg erfordert hingegen viel mehr Flexiblität, Kraft und Energie, die will nicht jeder Dom aufbringen.
Bei Subs mit permanentem Widerspruch, beständigen Hinterfragen wird Unterwerfung hingegen schnell zum Feigenblatt für Wunschzettel-Topping from the Bottom. Also gilt wie so oft im BDSM, dass Topf und Deckel passen müssen. Solange sie es tun, ist es den Beteiligten vermutlich egal, was Dritte davon halten oder wie sie es schubladisieren.
Es gibt keine allgemeingültige Antwort, sondern jeweils nur eine individuelle für jede Beziehungskonstellation.

Grundsätzlich halte ich jedes Beziehungsmodell für legitim – solange zwei Menschen sich bewusst und freiwillig darauf einlassen.

Was ich jedoch schwer nachvollziehen kann, ist Folgendes:
Wenn sich eine Person in ihrem Profil ganz klar nicht als Sklavin positioniert, ihre Rolle differenziert beschreibt oder deutlich macht, dass sie keine völlige Unterwerfung sucht
und dennoch von Personen angeschrieben wird, die explizit eine willenlose Sklavin erwarten und bereits in der ersten Nachricht ein vollständiges Regelwerk inklusive definierter Tabus und absoluter Erwartungen formulieren,
dann stellt sich für mich die Frage:

Was genau ist hier die Intention?

Geht es um ein Kennenlernen
oder darum, jemanden in ein bereits fertiges System zu integrieren?

Wenn die Selbstbeschreibung offensichtlich nicht mit diesem Modell übereinstimmt, warum erfolgt dann überhaupt die Kontaktaufnahme?

Und wenn im nächsten Schritt eine respektvoll formulierte absage kommuniziert wird,
warum kippt es dann nicht selten ganz offensichtlich in Frustration mit kommunizierter Abwertung?

Was mich zusätzlich interessiert:
Welche Erwartungshaltung steht eigentlich hinter einer solchen Erstnachricht?

Geht man davon aus, dass eine klare Selbstbeschreibung im Profil verhandelbar ist?
Dass sich jemand grundlegend uminterpretiert, wenn das Gegenüber nur überzeugend genug auftritt?
Oder dass die eigene Struktur so überzeugend ist, dass sie die individuelle Ausrichtung der anderen Person überlagert?

Genau an dieser Stelle beginnt für mich die Frage nach Intention und Selbstwahrnehmung.

Darum ging mir mein ursprünglicher Punkt:
Nicht darum, ob klare Vorstellungen legitim sind
sondern wie viel Raum sie noch für echte gemeinsame Dynamik lassen.

Vor 2 Minuten , schrieb LaLaLausemädchen:

Grundsätzlich halte ich jedes Beziehungsmodell für legitim – solange zwei Menschen sich bewusst und freiwillig darauf einlassen.

Was ich jedoch schwer nachvollziehen kann, ist Folgendes:
Wenn sich eine Person in ihrem Profil ganz klar nicht als Sklavin positioniert, ihre Rolle differenziert beschreibt oder deutlich macht, dass sie keine völlige Unterwerfung sucht
und dennoch von Personen angeschrieben wird, die explizit eine willenlose Sklavin erwarten und bereits in der ersten Nachricht ein vollständiges Regelwerk inklusive definierter Tabus und absoluter Erwartungen formulieren,
dann stellt sich für mich die Frage:

Was genau ist hier die Intention?

Geht es um ein Kennenlernen
oder darum, jemanden in ein bereits fertiges System zu integrieren?

Wenn die Selbstbeschreibung offensichtlich nicht mit diesem Modell übereinstimmt, warum erfolgt dann überhaupt die Kontaktaufnahme?

Und wenn im nächsten Schritt eine respektvoll formulierte absage kommuniziert wird,
warum kippt es dann nicht selten ganz offensichtlich in Frustration mit kommunizierter Abwertung?

Was mich zusätzlich interessiert:
Welche Erwartungshaltung steht eigentlich hinter einer solchen Erstnachricht?

Geht man davon aus, dass eine klare Selbstbeschreibung im Profil verhandelbar ist?
Dass sich jemand grundlegend uminterpretiert, wenn das Gegenüber nur überzeugend genug auftritt?
Oder dass die eigene Struktur so überzeugend ist, dass sie die individuelle Ausrichtung der anderen Person überlagert?

Genau an dieser Stelle beginnt für mich die Frage nach Intention und Selbstwahrnehmung.

Darum ging mir mein ursprünglicher Punkt:
Nicht darum, ob klare Vorstellungen legitim sind
sondern wie viel Raum sie noch für echte gemeinsame Dynamik lassen.

Das ist nochmal ne andere Frage. Mit einer einfachen Antwort: die Typen schreiben einfach jeden und alles an, komplett wahllos.

vor 14 Minuten, schrieb letsplay:

Drei Möglichkeiten:

1. In der älteren Szene waren solch starren Konstrukte / Verträge / ... teilweise üblich. Ein paar Dinosaurier haben den Knall noch nicht gehört.

2. In der Online-Blase, auf der teils endlosen erfolglosen Suche, ist für manche das Ausdenken und Ausarbeiten solcher Texte Ausdruck ihrer Fantasie. In der sich selbst und gegenseitig sich bestärkenden Echokammer wird dann am Ideal gefeilt und geschnitzt als Ersatzhandlung für echte unperfekte Erlebnisse.

3. Hoffnung auf Dummheit und Uninformiertheit der Leserin oder des Lesers. Wie Scam-E-Mails. Die enthalten auch absichtlich Fehler. Wer da trotzdem anbeißt, die oder der macht dann später wirklich alles mit.

Zu Punkt 2.

Finds schade, das bei den Männlichen Profilen sehr viel abgekupfert wird und man irgendwie falsche Vorstellungen von diesem "Ideal" hat.

Kalt und unpersönlich.

Finde Profile schön, wo man ein wenig über die Person erfährt, wenn das Profil eine Persönlichkeit wieder spiegelt, die auch Fehler haben darf. Unperfekte Menschen sind wesentlich interessanter. 

Bei jedem der sich so perfekt darstellt, weiss man bereits, daß ist alles ganz viel heiße Luft... 

🤷 

 

Und zum Thema Zurückweisung und Konflikttoleranz: Kennst Du die Typen, die gegen die Fahrtrichtung in eine Einbahnstraße fahren und dann aus dem Auto aussteigen und Dich anbrüllen, wenn Du nicht schnell genug rückwärts fährst? Gleiches Prinzip. Hat mit BDSM nicht unbedingt was zu tun.

Vor 4 Minuten , schrieb letsplay:

Das ist nochmal ne andere Frage. Mit einer einfachen Antwort: die Typen schreiben einfach jeden und alles an, komplett wahllos.

Copy-Paste und breite Streuung sind ja nichts Neues.
Aber ist den Absendern bewusst, dass wahlloses Anschreiben automatisch mehr Ignorieren und mehr Absagen erzeugt?

Mehr Absagen bedeuten mehr Reibung.
Mehr Reibung bedeutet oft mehr Frust.

Warum setzt man sich dem bewusst aus, statt gezielt Profile zu wählen, bei denen eine erkennbare Grundpassung besteht? 🤷🏻‍♀️

feste Struktur und Vorstellungen schafft beim Gegenüber klares Wissen was als Ziel gewünscht ist.

Ich habe die Erfahrung gemacht das so Beziehungen also auch Vanilla besser funktionieren als die Knackpunkte die später zum Problem werden, weil man sie bewusst ausblendet dann doch zum Problem werden.

Wie kommst Du darauf, dass sich dabei keine Dynamik entwickeln kann? Warum sollte man nicht darüber sprechen können?

Aber es gibt halt Punkte die sind nicht verhandelbar. Wenn eine Sub z.b schon sagt nein mein Intimhaar ist mir wichtiger und das kommt unter keinen Umständen weg, dann bin ich halt raus.

Hat nicht mal hauptsächlich was mit den Haaren an sich zu tun, sondern nach meiner Erfahrung wird sich diese Person auch in anderen Bereiche sehr schwer tun, sich überhaupt auf neue Dinge einzulassen. Ich habe genau das erlebt!

Die Kunst im BDSM ist doch den Mensch zu finden der zu einem passt und nicht die Masse abzudecken.

Daher werde ich auch nie Swinger werden und eine Frau / Sub die ohne GB nicht leben kann, wird nie meine Partnerin werden.

Nach meiner Erfahrung mögen aber gerade unsichere Menschen also auch Neulinge es, wenn diese klare Struktur vorhanden ist und ein Dom der seiner Verantwortung für Sub gerecht werden möchte wird da auch sie langsam ranführen.

Gibt es was schöneres als sich zusammen zu entwickeln.

Aber klar es gibt genug, die das ausnutzen würden und daher alles hinterfragen, es wird meist nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird.

Vor 25 Minuten , schrieb letsplay:

Drei Möglichkeiten:

1. In der älteren Szene waren solch starren Konstrukte / Verträge / ... teilweise üblich. Ein paar Dinosaurier haben den Knall noch nicht gehört.

2. In der Online-Blase, auf der teils endlosen erfolglosen Suche, ist für manche das Ausdenken und Ausarbeiten solcher Texte Ausdruck ihrer Fantasie. In der sich selbst und gegenseitig sich bestärkenden Echokammer wird dann am Ideal gefeilt und geschnitzt als Ersatzhandlung für echte unperfekte Erlebnisse.

3. Hoffnung auf Dummheit und Uninformiertheit der Leserin oder des Lesers. Wie Scam-E-Mails. Die enthalten auch absichtlich Fehler. Wer da trotzdem anbeißt, die oder der macht dann später wirklich alles mit.

Mhh irgendwie funktioniert fühle ich mich nicht angesprochen dennoch empfinde ich deine Möglichkeiten extrem beleidigend Formuliert. Ich könnte jetzt 3 Möglichkeiten nennen warum du es so formulierst… eine wäre um sich besser dar zu stellen. ☺️🤣

(bearbeitet)
vor 1 Stunde, schrieb daisy-gaga:

 

 

vor 15 Minuten, schrieb letsplay:

 

Das ist nochmal ne andere Frage. Mit einer einfachen Antwort: die Typen schreiben einfach jeden und alles an, komplett wahllos.

Jup. Und zwar copy paste. Vor ein paar Tagen wurden ich und meine beste Freundin mit dem exakt gleichen Text angeschwurbelt.  🫣 

Von jemandem der auch selbstverständlich keine Profile liest. Sonst wäre ihm im Anschluss auch einiges von unserer Seite erspart geblieben. 

😈

bearbeitet von Davina87
Irgendwie hatte ich was aus dem anderen Forum mitgebracht
Vor 14 Minuten , schrieb LaLaLausemädchen:

Copy-Paste und breite Streuung sind ja nichts Neues.
Aber ist den Absendern bewusst, dass wahlloses Anschreiben automatisch mehr Ignorieren und mehr Absagen erzeugt?

Mehr Absagen bedeuten mehr Reibung.
Mehr Reibung bedeutet oft mehr Frust.

Warum setzt man sich dem bewusst aus, statt gezielt Profile zu wählen, bei denen eine erkennbare Grundpassung besteht? 🤷🏻‍♀️

Vielleicht ist irgendeine Reaktion schon besser als gar keine Reaktion. Manche Leute regen sich auch gern auf. Ansonsten Schrotschussmethode und Augen zu und durch, irgendwas wird schon treffen. Du wendest vermutlich 100x mehr Zeit und Emotionen und Energie und Nachdenken beim Formulieren einer freundlichen Absage auf, als der, der copy paste gespammt hat. In seiner Logik hat er schon gewonnen, Aufmerksamkeit bekommen.

Ich finde das überwiegend positiv, wenn gewisse Strukturen, Regeln und Vorgaben fest vorgegeben sind. Quasi wie ein Gesetzbuch. Natürlich kommt ( bei mir ) eine individueller, den Umständen angepasster Faktor hinzu, um persönliche Umstände in Bezug auf Job, Familie und Freunden zu berücksichtigen. Von den mittlerweile üblichen Mainstream Pippi Langstrumpf Beziehungen halte ich gar nichts, weil für mich so eine Beziehung nicht nach heute mal so, und morgen ganz anders nicht funktioniert. Aber jeder so wie er es mag 👍

Ich würde sagen, es kommt darauf an was gesucht wird. Ich wollte jemanden kennenlernen,  der eben solche Regeln für eine Dynamik definiert hat und der mich einfach einpasst. Ich wollte auf keinen Fall jemanden, der zuviele Kompromisse mit mir macht, sondern eine harte Linie fährt. Und ich hatte ja das Glück, dass mein Dom mich gefunden hat. Es geht um Bedürfnisse.  Wischi-Waschi kannst du überall finden, das wäre für mich aber ein Grund keine Verbindung einzugehen.

vor 45 Minuten, schrieb letsplay:

Wer da trotzdem anbeißt, die oder der macht dann später wirklich alles mit.

Upppsss. Fieserweise könnte das hinhauen. 

Regel 1: Du hast ein Safewort. Außer bei einer Bestrafung. (weil da geht das leider halt nicht 🤭). Zur Sicherheit gibt es ein Safewort, kann ja auch mal ein Nerv eingeklemmt sein oder so - aber in dem Falle nicht. 

Regel 2: Immer wenn ich den Raum betrete, dann bläst du mir einen. 

Regel 3: Als Sklavin sagst du mir jeden Abend: "Ich bin ein niederes Geschöpf. Mein Meister ist mein Leben."

Regel 4: Eigenes Vermögen steht dir nicht mehr zu. Es ist auf das "Dom-Konto" zu überweisen. 

Regel 5: eine eigene Meinung steht dir nicht zu. 

Da gibt es viele Regeln. ☝ 

 

Vor 1 Stunde, schrieb LaLaLausemädchen:

Um deine Frage zu beantworten: Wenn mir bereits in der ersten Nachricht ein fertiges, sehr absolut formuliertes Regelwerk präsentiert wird, mit Vorgaben, welche Tabus der devote Part haben „dürfte“ oder nicht, dann sehe ich persönlich wenig Raum für Entwicklung…

In dem Moment ist ja bereits alles definiert. Struktur, Erwartungen, sogar Tabus und dass obwohl die Person mich nicht kennt.

Für mich entsteht Dynamik aber nicht dadurch, dass ich mich in ein vorgefertigtes Modell einfüge, sondern dadurch, dass zwei Menschen im Austausch herausfinden, was für sie gemeinsam stimmig ist.

Wenn die Basis jedoch schon vollständig vorformuliert ist, fühlt sich das für mich eher wie eine Schablone an, in die ich hineinpassen soll – nicht wie eine gemeinsam entwickelte Dynamik.

Dann bricht man den Kontakt ab und geht weiter auf die Suche.

Ich habe mich nie weiter mit Menschen beschäftigt die nicht zu mir passen.

Wie ich schon sagte, die Kunst ist es den Menschen zu finden, der zu mir passt.

Copy&paste ist schlimm genug. Hinzu kommt, dass es seit Jahren eine Schwemme von "Doms" gibt, die denken, sie könnten hier leicht Frauen abgreifen, wenn sie auf Superdom machen. Solche starren Profile sind auch Ausdruck dieses Trends. Im Kinky Dating verwechseln auch viele ihr eigenes Kopfkino mit der Realität, denken also gar nicht an die Wünsche und Bedürfnisse des Partners. Das hat nix mit Old Skool zu tun (ich bin seit 1992 dabei), einen gewissen Anteil an Idioten gab es schon immer und sie fallen auf, weil die "Guten" schnell vom Markt verschwinden, während sie regelmässig und immer wieder wahllos Opfer zuspammen.

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