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Herrscht Schweigen?


Kr****

Empfohlener Beitrag

(bearbeitet)

In meinem eher linken, bürgerlichen Umfeld sind Sexismus und erst Recht sexualisierte Übergriffe kein Thema. Ob tabuisiert oder nicht existent; ich weiß es nicht. 

 

Im BDSM-Kontext ist es ähnlich, wobei da eine Tabuisierung offensichtlich ist, da dort zumindest sprachlich sexistische Begrifflichkeiten nahezu regelmäßig Verwendung finden. 

Zum konkreten Handeln wird gerne darauf verwiesen, dass immerhin KONSENS oder sogenannter Metakonsens herrsche. Nach solchen Beziehungen, insbesondere mit Newbies, hört man dann allerdings doch ab und an völlig anderes ("bin ubertölpelt worden"). 

Daher ist und bleiben sexuelle Übergriffe, aber vorallem Sexismus, im Bereich des BDSM sicherlich ein sehr spannendes Thema. 

 

bearbeitet von SM-Art-5-GG

Ich finde es ist grundsätzlich schwierig sich über das Thema zu "unterhalten" egal ob Männer oder Frauen betroffen sind. Es wird immer in die emotionale Schiene gehen. 

Frauen reden ja grundsätzlich mehr und öfter über private Dinge als Männer. Mit der besten Freundin, der Mutter dem Partner, je nachdem. Aber bei solchen Dingen ist es schwierig da kommt die Scham🙈 das Entsetzen 😱 des Gegenübers, der Unglaube 🧐🤨 und und und... Und da hört das reden auf, weil Frau sich nicht gesehen/verstanden fühlt.

Männer sind da wahrscheinlich noch viel enger gestrickt. Die Situation von einer Frau "misshandelt" geworden zu sein, dürfte den meisten einfach nur zu peinlich sein um darüber zu sprechen. 

Und auch da kommen die ungläubigkeit und die Scham gefolgt von dem besten Freund der sich am Ende auch noch darüber lustig macht.

Wer will denn sowas? Keiner! Deswegen wird es so oft einfach totgeschwiegen und verdrängt. 

 

Ich antworte mal als Mann unseres gemeinsamen Profils.
1. Das Thema betrifft mich tatsächlich nur ganz entfernt, denn in meinem Umfeld gibt es kaum (zumindest bekannt) Betroffene, weder Frauen noch Männer. Im Alltag garnicht.
2. Ich empfinde Abscheu für jene, die dieses Leid verursachen, und Mitleid für die Betroffenen (übrigens nicht nur wenn ich sie persönlich kenne).
3. Ich reflektiere grundsätzlich mein eigenes Verhalten. Meine Sexualität ist Teil meines Verhaltens und wird somit auch reflektiert. Das Ergebnis ist eine stetige Selbstentwicklung.
4. Ja, gelegentlich. Das Ergebnis ist, dass Veränderung nun mal Zeit braucht. Unsere Gesellschaft ist über Jahrhunderte zu dem geworden, was sie jetzt ist. Jetzt Veränderungen in wenigen Jahren zu erwarten ist schlicht utopisch. Zumal diejenigen, von den die Veränderung vollbracht werden muss, statistisch nicht gerade zu den flexibelsten und reflektiertesten Menschen gehören.

vor 5 Stunden, schrieb Bratty_Lo:

Ich antworte mal als Frau. Ich bekomme Übergriffigkeiten gegen andere Frauen in der Bahn mit, wenn da 4 eine sehr junge bedrängen und tue dann aktiv was, wenn die komplett alleine Abends unterwegs ist und ich die einzige weitere Person bin, die noch nicht registriert wurde. Mit aggressiven Verhalten muss ich dann auch rechnen. 

Natürlich wurde ich auch schon bedrängt. Durch Worte, Blicke, den Zugang zur Tür versperren und ich sollte extrem nah dran vorbei. Meine Tochter, wenn Autos neben ihr herschleichen und obwohl sie sagt, dass die weiterfahren sollen, sie ein zweites Mal umherfahren, wieder halten und sie anmachen und sie Erwachsene um Hilfe rufen muss... 

Männer? Ich bekomme das zumindest selten mit. Erstens wird mein Fokus nicht darauf liegen und 2. wird es oft nicht gesagt. 

Ja, das ist jetzt wieder so eine Sache. Durch einige "Proll" Männer und Männlichkeitsbilder, sind Männer da quasi selbst unter Männern gefangen. 

Es heißt: "geil? Die hat dich angemacht?", es ist die Rede von echter Männlichkeit und Männer prahlen mit: "die hab ich klar gemacht/abgeschleppt!", Bodycounts und dergleichen. Natürlich wie immer nicht alle...😉

Da ist es schwierig zu sagen, dass man durch eine Frau Übergriffigkeit erlebt hat...

Denn 

a) sollte man doch glücklich sein, wenn eine Frau einen anmacht und das ist ja geil! 

b) sollte ein Mann das doch nun wirklich geregelt bekommen, wenn er es doch nicht will! 

Der ist ja nicht schwach wie eine Frau^^.

Nach wie vor, denke ich, dass Frauen insgesamt schon häufiger sexualisiert und Übergriffigkeiten ausgesetzt sind. Aus verschiedenen Gründen heraus. 

Männer allerdings weitaus häufiger auch Übergriffigkeiten erleiden, die im Schwarzen liegen bleiben. 

Ein offeneres Thema damit wäre wünschenswert.

Finds irgendwie Interessant, das man hier nur im Bezug auf Übergriffe auf Männer nur auf Frauen als Täter eingeht. In den meisten Fällen sind es allerdings wirklich Männer, die dann Männer/Jungs vergewaltigen/missbrauchen. 

Das es von Frauen ausgeht, hab ich bisher wirklich erst 2x mitbekommen. Und der eine davon hatte sich wirklich von einer wildfremden Dame fesseln lassen und dann geschahen viele schlimme Dinge ohne Konsens.

(Männern werden gewisse Dinge zum Selbstschutz nicht beigebracht, sie werden nicht gewarnt, laufen sehr blauäugig in ihr Verderben, wenn sie an die Falschen geraten, erkennen keine Redflags. Sie sind diesbezüglich nicht gut aufgeklärt/informiert...) 

Und was Männer/Jungs angeht, die von Männern missbraucht wurden, da kann ich inzwischen gar keine Zahl mehr nennen, wie viele sich mir anvertraut haben. Das erste Mal in der Grundschule. 

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