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Herrscht Schweigen?


Kr****

Empfohlener Beitrag

Vor 20 Minuten , schrieb Krypticon:

Inwiefern schwierig?

Dass auch Männer betroffen sein können, habe ich im Eingangspost ja extra erklärt, aber die zahlenmäßige Verteilung und auch meine subjektive Wahrnehmung ist, dass sehr viel mehr Frauen betroffen sind. Dass du ebenfalls solche Erfahrungen machen musstest, tut mir ehrlich leid 🫂


Wie sich andere Männer damit fühlen, weiß ich eben nicht. Ich könnte verstehen, wenn es sie wütend, traurig oder ratlos macht, weil es mir so geht, aber wenn ich mitbekomme, wie Männer ihre Frauen oder Schwestern oder Arbeitskolleginen online anbieten oder ohne deren Wissen und Einverständnis sexualisieren, vermute ich, dass diese Männer sehr anders fühlen.
Oder wenn hier grenzüberschreitende Bildkommentare unkommentiert stehen gelassen werden. Mein Gefühl ist, dass Menschen, insbesondere, wenn sie erst 18 sind und ihre Sexualität noch erkunden müssen, grenzüberschreitende Kommentare nicht bekommen sollten. Leider sehe ich selten, dass Männer sich dazu positionieren. Deshalb stelle ich die Frage, weil das Verhalten oder Nichtverhalten kaum Rückschlüsse zulässt.

Der Thread als auch deine Antwort auf meinen Post finde ich dahingehend schwierig, als dass er Männer pauschalisiert, ohne es eigentlich zu wollen. Ja, Übergiffe kommen natürlich häufiger von der männlichen Seite, zeitgleich mache ich aber schon lange die gegenteilige Erfahrung: Sexismus und Übergriffigkeit von Frauen wird trivialisiert, Männer werden vorverurteilt. Nicht jeder bietet seine Verwandten irgendwo an, belästigt Frauen per Kommentar- oder PN-Funktion oder verhält sich irgendwie in diese Richtung. Auch, wenn du allgemein auf solche Ausnahmen hingewiesen hast, kommt mir das etwas vernachlässigt vor. Damit will ich die Hauptproblematik sicherlich nicht relativieren, aber man sollte da schon differenzieren. Es sind eben nicht alle Männer, nur leider dennoch zu viele, die sich so verhalten.

Auch gerade hier auf FET gibt es eine enorme Masse an Typen, die massiv übergriffig agieren und ich befürworte stets, dass sich die Männer hier mal selbst reflektieren und regulieren sollten. Dennoch sollte man auch kein Narrativ bedienen, dass Erfahrungen in die umgekehrte Richtung nur am Rand erwähnt.

Schwierig "formuliert" fand ich die Frage, was Männer empfinden, wenn nahestehende Personen darunter leiden. Auch, wenn es ein paar Hohlköpfe geben mag, die das nicht schert, wird das kaum jemanden kalt lassen.

@Krypticon ich versuche noch auf den Teil einzugehen. Ich habe mein Frausein nie hinterfragt. Ich habe mich aber auch nie als Frau oder Nicht-Frau gefühlt. Es war nie ein besonders entscheidender Teil meiner Identität. Ich bin nicht morgens aufgestanden und habe gedacht "Ah ich bin ein Mädchen." Ich habe nie etwas getan in meiner Kindheit oder Jugend mit dem Argument "weil ich ein Mädchen bin und Mädchen tun das so" nein. Ich bin in einer großen Familie aufgewachsen, meine Brüder hatten jeder ihre eigene Babypuppe und ich hatte auch Puppen und Autos. Und so war es auch im ganzen Dorf. Unterschiede in der Sozialisation sind mir da erst viel später aufgefallen. Etwa dann mein Vater meinen Brüdern bei technischen Problemen gezeigt hat, wie man sie löst und bei mir mein Vater und meine Brüder gesagt haben: "Komm ich mach dir das." So dass ich den Draht zur IT erst viel später gefunden habe. Natürlich steckte, wie ich erst später feststellte, auch in mir eine ordentliche Portion internalisierter Misogynie. Ich war lieber mit Jungs befreundet, fand Mädchen oft langweilig, hab männliche Stimmen überbewertet. Ich hing sogar am generischen Maskulinum, weil mir die männliche Form stärker und anerkennender vorkam. Ich habe mich davon wegentwickelt. Aber wer weiß, vielleicht fühle ich mich deswegen mit einem Strapon als eine starke Frau, sehr feminin, aber auch sehr stark.

Und was die Übergriffigkeit betrifft so war es bei mir so, dass es für mich gar nicht in Frage gekommen ist, Menschen wehzutun und zu erniedrigen. Ich kann sagen, ich hatte diese Phantasien nicht. Und als ich einen Sub kennenlernte, der mir durch seine Sehnsucht mich Dinge moralisch neu bewerten lies, war es ein großer innerer Kampf und ganz viele Gedanken. Wenn jemand daraus so viel gewinnt und es niemanden schadet, so kann man es gewiss neu bewerten und ich war hin und weg, dass mir jemand etwas so Großes zur Verfügung stellen würde und mich Dinge tun lies, die man wirklich von niemandem erwarten kann, zu ertragen. Das ging nur Peu a Peu und bei jeder neuen Idee wies ich sie entrüstet zurück, denn nein, sowas würde ich nie tun, ich finde das schrecklich wenn Menschen einander schaden, einander demütigen und verletzen. Ich kann also behaupten, ich bin schon sehr achtsam, ich gebe mir größte Mühe und mein Anspruch geht weit über Einwilligung hinaus, es muss eine Bereicherung sein und es darf sich auch im Nachinein und mit Abstand nicht nach Missbrauch anfühlen. Ich kann das sicherlich auch nicht 100% Garantieren, aber ich gebe mir die größtmögliche Mühe.

@Krypticon: "Schwierig" war von mir auch eher dahingehend gemeint, dass es ein sehr polarisierendes Thema sein kann, das in beide Richtungen gedacht werden sollte. Stimme deinen Ansätzen im Kern uneingeschränkt zu und wollte wohl nur darauf hinweisen, dass die Problematik, wenn auch im ungleichen Verhältnis, beidseitig besteht.

@Yva24: Aus den von mir genannten Gründen.

Vor 6 Minuten , schrieb Aberration:

@Krypticon: "Schwierig" war von mir auch eher dahingehend gemeint, dass es ein sehr polarisierendes Thema sein kann, das in beide Richtungen gedacht werden sollte. Stimme deinen Ansätzen im Kern uneingeschränkt zu und wollte wohl nur darauf hinweisen, dass die Problematik, wenn auch im ungleichen Verhältnis, beidseitig besteht.

@Yva24: Aus den von mir genannten Gründen.

Ich finde die Tatsache das es überproportional Frauen betrifft sollte man hierbei aber nicht vergessen. Wenn man etwas daran ändern möchte sollte es schon benannt werden

(bearbeitet)

Wie bringt dieses *die anderen aber auch *

Die Thematik weiter oder hilft das Problem zu lösen? 

Es verschiebt nur die Sicht von scheisehaufen A auf scheissehaufen B und dann wird nur noch diskutiert welcher größer oder kleiner ist und welcher mehr stinkt... 

 

bearbeitet von Alexiel_Mistress
vor 55 Minuten, schrieb Aberration:

@Krypticon: "Schwierig" war von mir auch eher dahingehend gemeint, dass es ein sehr polarisierendes Thema sein kann, das in beide Richtungen gedacht werden sollte. Stimme deinen Ansätzen im Kern uneingeschränkt zu und wollte wohl nur darauf hinweisen, dass die Problematik, wenn auch im ungleichen Verhältnis, beidseitig besteht.

@Yva24: Aus den von mir genannten Gründen.

Alles klar, gut, dass ich nachgefragt habe. Jetzt verstehe ich deinen Einwurf besser :thumbsup:  Definitiv ist es eine Problematik, die geschlechterübergreifend besteht.

(bearbeitet)

Und wo sind diese Stimmen wenn es um Männer Themen geht wo Frauen zu kurz kommen.. Da sehe ich diese Stimmen die hier gerade so laut sind nicht mit *aber Frauen haben auch das Problem! *

bearbeitet von Alexiel_Mistress
  • Moderator

Ich habe einige Beiträge wegen "zu generellen Ausflügen in die Politik" und zugehörige Reaktionen - und natürlich auch die extremen offTopic-Beiträge eines einzelnen "Diskutanten" auf den letzten Seiten - entfernt.

LG Carmen, FET Team

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