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Reflexionen - Fluch oder Segen?


Ro****

Empfohlener Beitrag

Es kommt darauf an, was Du schreibst - ohne Dich austragen zu wollen. Man kann sich krass in sexuelle Szenarien reinschreiben, die man kaum jemanden sagen würde, und da die Bodenhaftung verlieren.
In allen anderen Bezügen finde ich schreiben gut, um Klarheit zu gewinnen, nachzudenken, nachzufühlen. Mir hilft das sehr. Ich mache das ungeordnet in Form von Nachrichten an Freunde, die mit dem jeweiligen Thema Bezug haben. Für mich selbst.
Und texte mit meinem Dom viel, vor allem vor oder nach Treffen, oder wenn was ist, wenn sich Rückfragen ergeben.
Es kommt auch auf die Perspektive an, in der man schreibt, dass verändert die Erzählstimme und eigene Perspektive - ob man von sich in der ersten oder dritten Person schreibt. Oder Ich-Anteile in der dritten Person aufdröselt.

Ich bin auch sehr ein Schreibtyp. Nicht immer kann ich alles aussprechen, aber mein Herr hilft mir dabei. 

Früher hieß es da eher oft: "gib Ruh" oder solche Dinge. Dass man sich irgendwie über Grenzen hinweggesetzt hat, ja auch sowas wie private Dinge lesen oder so und über meinen Kopf hinweg zu entscheiden, was gut für mich ist, kannte ich eigentlich immer so. 

Verbal, aber auch meine Texte sind eine Quelle der Inspiration für meinen Herrn. 

Manchmal verliere ich mich darin. Dann weiß ich natürlich selbst: die Realität ist das nicht. 

Aber darum geht es nicht, es geht um die Art, um die Richtung, die Kreativität und immer kommt Neues dabei heraus. Das betrifft jetzt bdsm. Ich wurde aber für Texte, auch wenn sie negative Emotionen enthielten, auch noch nie kritisiert. 

Eine Beschleunigung die nicht gut ist? Ja, kenne ich durchaus auch. Da darf der Dom mal bremsen oder auch anders herum. Die Art mag vielleicht nur eine andere sein. (wenn man von oben nach unten lebt). 

Nur muss ich sagen, dass ich den anderen nicht ausbremsen werde, bzw. das nur schwierig könnte. Ich kann es dann sicher auch. Aber das Nachfragen schätze ich. Ich sage nicht "Nein". Ich mute mir selbst tendenziell lieber zu viel als zu wenig zu. Wenn mein Herr mich was fragt, ist das immer alles kein Problem für mich. 🙈 Es ist schon gut, wenn ich sage: "das könnte zu viel für mich sein". 

Na ja und wenn ich das dann nicht sehe, dass was zu viel sein könnte und er auch nicht, ich habe mit der Erkenntnis danach nicht so das Problem. Dann halt wieder einen Schritt zurück. Und wieder weiter.

Zeit und nicht alles gänzlich unreflektiert laufen zu lassen, die Feedbacks zwischendurch, das braucht es natürlich auch. Obwohl wir den Fluss der Dinge natürlich ebenfalls mögen. Der Fluss muss sich aber auch richtig anfühlen. Ohne den Check zwischendurch findet man sich beim zu schnellen Run sonst vielleicht irgendwo wieder, wo der klare Geist nicht mehr wirken kann. 

Ja, manchmal ist etwas slow dann vielleicht auch nicht schlecht. 

vor 3 Stunden, schrieb Rosenrot82:

Und wie bremst ihr euch ab?

Wir haben uns rein über bdsm kennengelernt. Da wollte ich dann immer mehr davon...🙈 

Der gemeinsame Alltag, die Realität, ein gewisses Maß an "Mehr" ist einfach unrealistisch und tut dann auch nichts mehr. Zumindest als auch "normales" Paar. Die besonderen Momente, vielleicht auch mal nicht nur bei bdsm sein (obwohl das bei mir auch immer wieder druchschlägt). 🤭

vor 4 Stunden, schrieb Rosenrot82:

Doch was anfangs sehr zögerlich war, ergießt sich nun zeitweise ungehemmt und ich habe das Gefühl alles bricht aus mir raus. Dann gibt es Phasen in denen ich komplett dicht mache

Das kann bei mir auch der Fall sein. 😅 Es sprudelt aus mir heraus und dann mache ich dicht. 

Das ist dann doch oft so der Punkt von Überforderung. Eine Frage, wie man damit umgeht. 

Ich: ich sage einfach, mein Herr kann machen was er will. Muss ich ganz ehrlich zugeben. Ich habe keine Lust, nicht in ein Machtgefälle zu kommen, weil ich überfordert bin. Das macht er dann auch und funktioniert im "Regelfall". Aber wenn es dauerhaft nichts tut, kann man sich andere Varianten überlegen. 

Bei uns passt das derzeit halt irgendwie auch so. Dennoch reflektiere ich was dann eben so grundsätzlich zu viel sein könnte. Ich weiß es nicht, ich lasse mich ein, kann am Ende mein Herr entscheiden. 

Manchmal wäre ich dann auch traurig, wenn er sich gegen was entscheiden würde. Weil ich das dann nicht hergebe sozusagen. Aber es kann dann doch die bessere Lösung sein. Zumindest die sichere Variante.

Expressives schreiben kann was bewirken. Vielleicht neben bdsm, auch etwas Sport oder Natur? Damit die Gedanken entschleunigter aufgeschrieben werden. Schöner Beitrag.

Gerade eben, schrieb Silentium4u:

Expressives schreiben kann was bewirken. Vielleicht neben bdsm, auch etwas Sport oder Natur? Damit die Gedanken entschleunigter aufgeschrieben werden. Schöner Beitrag.

Dankeschön. Ich mache Sport und bin jeden Tag in der Natur. 🍀

vor 3 Stunden, schrieb AmiaNyoka:

Ich kann deine Situation sehr gut nachvollziehen. Mir erging es ähnlich. Ich habe gelernt dass Worte gegen mich verwendet und ausgenutzt werden. Gelernt das meine Worte niemanden interessieren oder ich sie anderen ungefragt aufdränge. Gelacht, Gelächter, versehen von Tatsachen. Die Scham andere noch mehr Raum zu geben hinter die Fassade zu blicken.
In den letzten Jahren durch meinen jetzigen Partner und DOM habe ich gelernt das es okay ist. Dass ich meine wirklich Gedanken und Gefühle in Worte packen darf. Da ich sowas nicht vage auszusprechen. Die Trigger und Trauma sind noch zu hart. Angst vor zurück Weisung etc.
Wir haben dafür eine App. Die nur er und ich einsehen können und ich lerne dort mich frei zu äußern.
Mittlerweile schreibe ich über fast alles in verschiedenen Kategorien sortiert und abgelegt. Meist mit darum sortiert. Da ich es später gerne lese. Und ich freue mich wenn mein Partner sie lesen kann. Und er antwortet auch auf meine Gedanken und Ängste und gibt mir Sicherheit. Selbst die negativen Gedanken die ich in Bezug auf ihn manchmal durch meine Ängste und Unsicherheiten triggere lege ich dort ab und gebe ihm die Chance meine Wunden zu heilen.
Worte können Balsam für die Seele sein, wenn man die Sicherheit hat, dass kein missbrauch damit stattfindet. Die dein Beispiel mit ungefragten lesen eines Tagebuches. Dass würde mir auch wieder das Vertrauen nehmen. Aber meine App fühlt sich sicher an. Und ich schreibe gerne über Empfindungen nach den Spielen, um mich an sie zu erinnern und manchmal kommen auch Erinnerungen hoch, die ich ebenfalls aufschreibe. Ich habe gemerkt wie wichtig es für mich geworden ist. Besonders freue ich mich das mein Partner seine Gedanken zu den Themen dazu schreibt und es mir auf lange Sicht viel Sicherheit gibt.
Weil ich dadurch reflektiert bekomme dass ich vorwärts gehe, wenn auch in sehr kleinen Schritten und an Tagen wo ich sehr depressiv bin, lese ich in den Texten und finde darin halt.

Danke für deine Antwort und teilhaben lassen.

vor 2 Stunden, schrieb TaliX:

Es kommt darauf an, was Du schreibst - ohne Dich austragen zu wollen. Man kann sich krass in sexuelle Szenarien reinschreiben, die man kaum jemanden sagen würde, und da die Bodenhaftung verlieren.
In allen anderen Bezügen finde ich schreiben gut, um Klarheit zu gewinnen, nachzudenken, nachzufühlen. Mir hilft das sehr. Ich mache das ungeordnet in Form von Nachrichten an Freunde, die mit dem jeweiligen Thema Bezug haben. Für mich selbst.
Und texte mit meinem Dom viel, vor allem vor oder nach Treffen, oder wenn was ist, wenn sich Rückfragen ergeben.
Es kommt auch auf die Perspektive an, in der man schreibt, dass verändert die Erzählstimme und eigene Perspektive - ob man von sich in der ersten oder dritten Person schreibt. Oder Ich-Anteile in der dritten Person aufdröselt.

Sexgeschichten schreibe ich keine. Die Idee eines Perspektivwechsels find ich sehr interessant. Danke dir.

(bearbeitet)
vor 2 Stunden, schrieb Bratty_Lo:

Ich bin auch sehr ein Schreibtyp. Nicht immer kann ich alles aussprechen, aber mein Herr hilft mir dabei. 

Früher hieß es da eher oft: "gib Ruh" oder solche Dinge. Dass man sich irgendwie über Grenzen hinweggesetzt hat, ja auch sowas wie private Dinge lesen oder so und über meinen Kopf hinweg zu entscheiden, was gut für mich ist, kannte ich eigentlich immer so. 

Verbal, aber auch meine Texte sind eine Quelle der Inspiration für meinen Herrn. 

Manchmal verliere ich mich darin. Dann weiß ich natürlich selbst: die Realität ist das nicht. 

Aber darum geht es nicht, es geht um die Art, um die Richtung, die Kreativität und immer kommt Neues dabei heraus. Das betrifft jetzt bdsm. Ich wurde aber für Texte, auch wenn sie negative Emotionen enthielten, auch noch nie kritisiert. 

Eine Beschleunigung die nicht gut ist? Ja, kenne ich durchaus auch. Da darf der Dom mal bremsen oder auch anders herum. Die Art mag vielleicht nur eine andere sein. (wenn man von oben nach unten lebt). 

Nur muss ich sagen, dass ich den anderen nicht ausbremsen werde, bzw. das nur schwierig könnte. Ich kann es dann sicher auch. Aber das Nachfragen schätze ich. Ich sage nicht "Nein". Ich mute mir selbst tendenziell lieber zu viel als zu wenig zu. Wenn mein Herr mich was fragt, ist das immer alles kein Problem für mich. 🙈 Es ist schon gut, wenn ich sage: "das könnte zu viel für mich sein". 

Na ja und wenn ich das dann nicht sehe, dass was zu viel sein könnte und er auch nicht, ich habe mit der Erkenntnis danach nicht so das Problem. Dann halt wieder einen Schritt zurück. Und wieder weiter.

Zeit und nicht alles gänzlich unreflektiert laufen zu lassen, die Feedbacks zwischendurch, das braucht es natürlich auch. Obwohl wir den Fluss der Dinge natürlich ebenfalls mögen. Der Fluss muss sich aber auch richtig anfühlen. Ohne den Check zwischendurch findet man sich beim zu schnellen Run sonst vielleicht irgendwo wieder, wo der klare Geist nicht mehr wirken kann. 

Ja, manchmal ist etwas slow dann vielleicht auch nicht schlecht. 

Wir haben uns rein über bdsm kennengelernt. Da wollte ich dann immer mehr davon...🙈 

Der gemeinsame Alltag, die Realität, ein gewisses Maß an "Mehr" ist einfach unrealistisch und tut dann auch nichts mehr. Zumindest als auch "normales" Paar. Die besonderen Momente, vielleicht auch mal nicht nur bei bdsm sein (obwohl das bei mir auch immer wieder druchschlägt). 🤭

Das kann bei mir auch der Fall sein. 😅 Es sprudelt aus mir heraus und dann mache ich dicht. 

Das ist dann doch oft so der Punkt von Überforderung. Eine Frage, wie man damit umgeht. 

Ich: ich sage einfach, mein Herr kann machen was er will. Muss ich ganz ehrlich zugeben. Ich habe keine Lust, nicht in ein Machtgefälle zu kommen, weil ich überfordert bin. Das macht er dann auch und funktioniert im "Regelfall". Aber wenn es dauerhaft nichts tut, kann man sich andere Varianten überlegen. 

Bei uns passt das derzeit halt irgendwie auch so. Dennoch reflektiere ich was dann eben so grundsätzlich zu viel sein könnte. Ich weiß es nicht, ich lasse mich ein, kann am Ende mein Herr entscheiden. 

Manchmal wäre ich dann auch traurig, wenn er sich gegen was entscheiden würde. Weil ich das dann nicht hergebe sozusagen. Aber es kann dann doch die bessere Lösung sein. Zumindest die sichere Variante.

Auch über mich wird am Ende mein Master entscheiden, was gut für mich ist. Und dafür bin ich ihm dankbar, dass er mich führt.

Danke für deine Antwort 💋

bearbeitet von Rosenrot82
Vor 6 Minuten , schrieb Rosenrot82:

Sexgeschichten schreibe ich keine. Die Idee eines Perspektivwechsels find ich sehr interessant. Danke dir.

Ich war davon nicht unbedingt ausgegangen. Aber man kann sich in vieles hineinsteigern, nicht nur Sexphantasien, Papier ist geduldig.
Noch eine andere Variante, die ich schön finde, ist zweite Person Singular, adressiert an den Dom "Du siehst vor Dir Deinen Besitz", oder so.
Es macht Spaß, zu sehen, wie sich eine Erzählung ändert, wenn man die Erzählweise variiert.
Falls man über unangenehme Ereignisse berichtet, distanziert es auch, wenn man von sich in der dritten Person schreibt. Man kann dann neue Einblicke gewinnen - manchmal schafft Distanz, Abstand zu sich eine Möglichkeit, sich selbst besser zu verstehen.

(bearbeitet)
vor 12 Minuten, schrieb TaliX:

 

Ich war davon nicht unbedingt ausgegangen. Aber man kann sich in vieles hineinsteigern, nicht nur Sexphantasien, Papier ist geduldig.
Noch eine andere Variante, die ich schön finde, ist zweite Person Singular, adressiert an den Dom "Du siehst vor Dir Deinen Besitz", oder so.
Es macht Spaß, zu sehen, wie sich eine Erzählung ändert, wenn man die Erzählweise variiert.
Falls man über unangenehme Ereignisse berichtet, distanziert es auch, wenn man von sich in der dritten Person schreibt. Man kann dann neue Einblicke gewinnen - manchmal schafft Distanz, Abstand zu sich eine Möglichkeit, sich selbst besser zu verstehen.

Manchmal habe ich das Gefühl meine Distanz zu mir selbst ist ziemlich groß. Meinst du das dieser Wechsel der Perspektive als doppelte Distanz gesehen werden kann und diese sich dann vielleicht gegenseitig aufhebt?

bearbeitet von Rosenrot82
Vor 14 Minuten , schrieb Rosenrot82:

Manchmal habe ich das Gefühl meine Distanz zu mir selbst ist ziemlich groß. Meinst du das dieser Wechsel der Perspektive als doppelte Distanz gesehen werden kann und diese sich dann vielleicht gegenseitig aufhebt?

Muss man ausprobieren. Ich habe mal über meine Herkunftsfamilie in der Wir-Form geschrieben, wie wir daraus hervorgegangen sind, das Ich nur in der Gegenwartssituation, und habe damit mehr Gemeinschaft mit meinen Geschwistern gefühlt.

Über manche Sachen schreibe ich gern über mich als "sie", und ich spüre vor dieser Figur, die ja ich bin, neuen Respekt, mehr Mitgefühl.

Manchmal schreibe ich in einer Form, und wechsle zwischendrin, will näher dran sein als ich, oder mich von außen sehen als "sie".

Garantieren kann ich nicht, aber es kann sich gegenseitig aufheben. Wenn man in der Ich-Form zB keine Bedürfnisse äußern kann, kann "Sie sehnt sich nachlesen einfacher machen

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