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Warum


Empfohlener Beitrag

Vor 8 Minuten , schrieb Chris-Corax:

Mein Eindruck zur Geschichte:

Zur Handlung und Glaubwürdigkeit

- Der Einstieg wirkt sehr konstruiert und klischeehaft: einsame, finanziell angeschlagene Frau trifft zufällig ein attraktives Paar und lässt sich nach einem kurzen Gespräch für 500 Euro fesseln und auf ein fremdes Grundstück mitnehmen.
- Dafür fehlen mir entscheidende Zwischenschritte: keine Absprachen, keine Grenzen, kein Safeword, keine Personalien, niemand wird informiert.
- Gerade aus ihrer Perspektive müsste eigentlich viel mehr Angst, Misstrauen, Unsicherheit oder zumindest innerer Konflikt vorkommen.

Zur Hauptfigur

- Obwohl aus ihrer Sicht erzählt wird, erfährt man kaum etwas über ihre Gedankenwelt.
- Ihre Reaktionen bestehen fast nur daraus, dass sie erregt, feucht und dankbar ist und immer mehr dienen oder benutzt werden möchte.
- Sie hat praktisch keine Grenzen, Zweifel oder widersprüchlichen Gefühle.
- Dadurch wirkt sie weniger wie eine eigenständige Person und mehr wie eine Projektionsfläche für die Fantasien des Autors.

Zum Aufbau

- Die Geschichte wirkt stellenweise wie eine Checkliste verschiedener BDSM-Fantasien: Fesselung, Knebel, Augenbinde, Kopfhörer, Peitsche, Pranger, Keuschheitsgürtel, Käfig, Hausarbeit, weitere Sklavinnen und Gäste.
- Die einzelnen Szenen bekommen kaum Zeit, Wirkung zu entfalten. Statt Entwicklung folgt einfach eine Praktik auf die nächste.
- Dadurch liest es sich eher wie ein sexueller Ablaufbericht als wie eine Geschichte mit Spannung und Charakterentwicklung.

Zur inneren Logik

- Erst geht es um 48 Stunden für 500 Euro, später plötzlich um dauerhaften Besitz.
- Kleidung, Arbeit, persönliche Sachen und das normale Leben außerhalb des Gehöfts spielen kaum eine Rolle.
- Dass sie nach einem Wochenende voller Kontrollverlust einfach mit Keuschheitsgürtel zur Arbeit fährt und danach selbstverständlich zurückkehrt, wirkt sehr unglaubwürdig.

Neutrale Einordnung

- Als reine, überzeichnete Pornofantasie kann die Geschichte sicherlich ein Publikum finden.
- Das Problem ist nicht, dass die Fantasie unrealistisch oder extrem ist.
- Als glaubwürdige weibliche Innenperspektive oder tiefere Geschichte bleibt sie für mich aber zu oberflächlich.

Kurz gesagt: Viele sexuelle Ideen, aber wenig psychologische Tiefe. Die Hauptfigur wirkt eher wie ein dauerhaft erregter Körper, der jede Fantasie widerspruchslos mitmacht.

Zur Frage, warum Männer oder Frauen die Geschichte lesen

Die Fragestellung wirkt auf mich unnötig eng. Männer können die Geschichte aus sehr vielen Gründen lesen: wegen bestimmter Fetische, aus Neugier, als Wichsvorlage, weil sie sich mit der dominanten oder unterworfenen Rolle identifizieren oder einfach erotische Geschichten mögen. Dafür müssen sie nicht heimlich eine Frau sein wollen.

Auch Frauen werden eine Geschichte nicht deshalb uninteressant finden, weil darin ein „heißes Girl“ vorkommt. Eher könnte sie stören, dass die Frau kaum Persönlichkeit, eigene Wünsche oder glaubwürdige Reaktionen besitzt.

Die starke Betonung von „Frau sein“, „schöneres Geschlecht“ und „endlich begehrenswert sein“ wirkt deshalb weniger wie eine offene Frage an die Leserschaft und mehr wie eine persönliche Vorstellung des Autors darüber, was Weiblichkeit und Begehrtwerden bedeuten.

Danke, für das zerlegen und beurteilen, aus deinen Augen betrachtet, hast du in vielem Recht.
Zu meiner klitzekleinen Verteidigung, ich habe geschrieben, was ich in dem Moment gedacht habe, kein Konzept erstellt, oder so, ich bin kein Schriftsteller, und habe so etwas auch nie behauptet, bitte nicht falsch verstehen, es gibt andere hier, die es viel besser machen.
Ich danke dir und wünsche dir ein schönes Wochenende

Vor 18 Minuten , schrieb Eskimo64:

Danke, das es auch mal wirklich ehrliche Kritik gibt die es sich zu lesen lohnt.
Wie schon gesagt, ahnte ich nicht, was ich da losgetreten habe. Das meine Gedanken/Phantasien sicher aus Sicht eines Mannes geschrieben sind, und daher in erster Linie Männer anspricht, habe ich so nie bedacht,
Eine ehrliche Meinung, auch nicht positiv,, ist immer willkommen. Ich habe nicht von mir erwartet, ein perfekter Schriftsteller zu sein, um es ehrlich zu sagen, ich sitze manchmal hier auf der Couch und die Gedanken fließen aus mir raus und eigentlich möchte ich sie nur in einen Rhythmus bringen, so das ich sie aufschreibe.
Es war nie meine Intention, irgendjemand herabzuwürdigen, jemanden irgendetwas zu unterstellen.
Meine Zeit hier ist bald vorbei, aber von Leuten wie dir habe ich wenigstens was gelernt.
Alles gute

Was hast du denn gelernt? Was nimmst du für dich mit?

Vor 11 Minuten , schrieb Candala:

Was hast du denn gelernt? Was nimmst du für dich mit?

Das das aufschreiben meiner Gedanken allein nicht ausreicht, sondern ich vorher mir mehr Gedanken machen muss, um nicht jemanden auf die Füße zu treten, und auch die Intentionen der , wenigstens Haupt, Personen besser beleuchten muss

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