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  1. In der letzten Stunde
  2. Ich versuche mal, den Bogen zurück zum ursprünglichen Thema zu schlagen. Die Ausgangsfrage war ja, ob Entwicklungen rund um Freizügigkeit, Emanzipation, moderne Rollenbilder und Sprache – etwa Gendern – persönlich eher als Bereicherung oder eher als Verwirrung erlebt werden. Da ich mich beruflich wie auch privat seit langer Zeit intensiv mit Sprache, Kommunikation, Rhetorik und deren Wirkung beschäftige, möchte ich die Beiträge von SIch einmal genau unter diesem Blickwinkel betrachten. Denn aus meiner Sicht sieht man daran sehr gut, wie Sprache in solchen Diskussionen wirken kann: Sie kann erklären und differenzieren, aber auch abwerten, provozieren, Feindbilder erzeugen und vom eigentlichen Thema wegführen. Mir geht es deshalb nicht darum, eine neue Grundsatzdebatte über Gendern zu starten oder SIch persönlich zu diagnostizieren. Ich möchte anhand seiner eigenen Formulierungen zeigen, welche rhetorischen Muster dort auftauchen, warum sie problematisch sind und worauf man als Mitleser achten sollte. Gerade weil das Ursprungsthema fragt, ob gesellschaftliche und sprachliche Veränderungen bereichern oder verwirren, finde ich diese Analyse passend: Hier wird sichtbar, wie solche Veränderungen offenbar als Bedrohung gelesen und dann sprachlich in Abwertung, Übertreibung und Provokation übersetzt werden. - Und das will icj gerne für alle nachvollziehbar erklären: 1. „Ideologie“ als Kampfbegriff Zitat: „Der Gender-Disk ist keine natürliche Sprachentwicklung. Das basiert ausschließlich auf einer Ideologie.“ Kritik: „Ideologie“ wird hier nicht sauber definiert, sondern als Abwertung benutzt. Deine eigene Sicht erscheint dadurch als „natürlich“ oder „realistisch“, die Gegenseite als ideologisch verblendet. Das ist ein Framing, kein Beleg. --- 2. Falsche Gegenüberstellung: natürlich oder diktiert Zitat: „Wie sich Sprache entwickelt, wird nicht diktiert in Form von einem Appell an die Moral.“ Kritik: Du stellst es so dar, als gäbe es nur natürliche Sprachentwicklung oder ideologisches Diktat. Sprache entsteht aber immer durch soziale Gruppen, Medien, Institutionen, Milieus, Technik, Politik, Jugendkultur und Alltag. Bewusste Sprachveränderung ist nicht automatisch Zwang. --- 3. Totalbehauptung ohne Beleg Zitat: „Das basiert ausschließlich auf einer Ideologie.“ Kritik: Das Wort „ausschließlich“ macht die Aussage extrem. Es lässt keine anderen Motive zu: Höflichkeit, Sichtbarkeit, Rücksicht, Gewohnheit, institutionelle Sprache oder persönliche Überzeugung werden komplett ausgeschlossen, ohne dass das belegt wird. --- 4. Abwertung statt Argument Zitat: „...die mitmachen, weil sie entweder zu dumm sind, das Spiel zu verstehen...“ Kritik: Das ist keine Sachkritik, sondern eine pauschale Abwertung Andersdenkender. Wer gendert oder Gendern nicht ablehnt, wird als dumm dargestellt. Damit ersetzt du Argumente durch Herabsetzung. --- 5. Unterstellung schlechter Motive Zitat: „...oder weil sie vorauseilenden Gehorsam üben...“ Kritik: Auch hier lässt du keine ernsthafte Überzeugung zu. Menschen gendern bei dir nicht aus Haltung, Rücksicht oder Gewohnheit, sondern aus Dummheit oder Feigheit. Das ist eine pauschale Motivunterstellung. --- 6. Diffuse Bedrohungsrhetorik Zitat: „Die Tragweite ist dir, glaube ich, nicht bewusst, wohin das früher oder später führt.“ Kritik: Du deutest eine große Gefahr an, erklärst aber nicht konkret, wohin es führen soll und durch welchen Mechanismus. Das erzeugt Alarm, ohne argumentativ belastbar zu sein. --- 7. Geschichtsbezug als Überlegenheitsgeste Zitat: „Aber auch aus der Geschichte zu lernen, ist für die meisten nur Finger zeigen.“ Kritik: Das klingt, als hättest du die wahren historischen Mechanismen verstanden, während andere nur oberflächlich urteilen. Gleichzeitig erklärst du nicht sauber, was genau die historische Lehre sein soll. --- 8. Pseudo-Bildungskritik Zitat: „Bildung auf Werbeniveau muss sich eben gut anhören und verkaufen.“ Kritik: Das wertet die Gegenseite als oberflächlich und manipuliert ab. Es klingt intellektuell, bleibt aber inhaltlich vage. Die Funktion ist vor allem: Du stellst dich als durchblickend dar, andere als Konsumenten billiger Parolen. --- 9. Überzogene NS-Analogie Zitat: „Den selben Zweck erfüllt zum Beispiel auch das Heben des rechten Arms.“ Kritik: Der Vergleich zwischen Gendern und rechtem Gruß ist eine extrem schwache Analogie. Nur weil beides Gruppenzugehörigkeit signalisieren kann, ist es nicht sinnvoll vergleichbar. Sonst wären auch Vereinskleidung, Dialekte, Fan-Schals oder Fachsprache mit dem Hitlergruß vergleichbar. --- 10. Eskalation statt Klärung Zitat: „Der Vergleich ist durchaus passend...“ Kritik: Als andere den Vergleich kritisieren, erklärst du ihn nicht differenziert, sondern behauptest nur, er sei passend. Das ist keine Klärung, sondern eine weitere Eskalation. --- 11. Persönlicher Angriff Zitat: „...dass ich es nicht einfach genug erklärt habe, dass auch du es verstehen kannst.“ Kritik: Hier wird nicht die Sache erklärt, sondern der Gesprächspartner herabgesetzt. Die Botschaft ist: Nicht mein Argument ist unklar, sondern du bist zu begriffsstutzig. --- 12. Pseudo-Erklärung ohne Erklärung Zitat: „...dass ich es nicht einfach genug erklärt habe...“ Kritik: Du behauptest, es gebe eine Erklärung, lieferst sie aber nicht. Stattdessen wird das Nicht-Verstehen der anderen als deren Defizit dargestellt. Das immunisiert deine Aussage gegen Kritik. --- 13. Selbstwiderspruch: „Ist mir egal“ Zitat: „Mir ist das Gendern persönlich herzlich egal, dennoch habe ich eine Meinung dazu.“ Kritik: Wenn einem ein Thema wirklich herzlich egal ist, schreibt man normalerweise nicht seitenweise darüber und verbindet es mit NS-Vergleichen, Gesellschaftsverfall, Narzissmus und Geschlechterabwertung. --- 14. Provokation durch Unklarheit Zitat: „...das minderwertige Geschlecht wird dadurch erst in ein schlechtes Licht gerückt.“ Kritik: Der Begriff „minderwertiges Geschlecht“ ist extrem aufgeladen. Gleichzeitig bleibt unklar, was genau gemeint ist. Das erzeugt maximale Provokation bei minimaler Verantwortung. --- 15. Verantwortung vermeiden Zitat: „Komm, wir wissen beide, wer gemeint war...“ Kritik: Du präzisierst deine eigene Aussage nicht, sondern behauptest, alle wüssten ohnehin, was gemeint sei. So kannst du andeuten, ohne dich klar festlegen zu müssen. --- 16. Falscher Konsens Zitat: „Wir wissen beide...“ Kritik: Diese Formulierung tut so, als gäbe es eine gemeinsame offensichtliche Wahrheit. Wer widerspricht, wirkt dadurch automatisch naiv, unehrlich oder absichtlich begriffsstutzig. --- 17. Unterstellung von Unehrlichkeit Zitat: „...dass du dich dumm stellst.“ Kritik: Damit wird eine Nachfrage nicht als ernsthafte Nachfrage behandelt, sondern als böse Absicht. Das zerstört die Möglichkeit einer sachlichen Diskussion. --- 18. Ausweichen bei konkreter Nachfrage Zitat: „Welches Geschlecht soll denn ganz konkret minderwertig sein?“ — „Sage ich nicht.“ Kritik: Du bringst selbst den Begriff „minderwertiges Geschlecht“ ein, verweigerst aber auf Nachfrage die Klärung. Das wirkt nicht wie Diskussion, sondern wie ein Spiel mit Provokation. --- 19. Rhetorische Falle Zitat: „Du musst sagen, niemand ist minderwertig. Alle sind gleich viel wert.“ Kritik: Du schreibst dem Gegenüber vor, was die „richtige“ Antwort wäre. Dadurch machst du dich zum Prüfer und die anderen zu Prüflingen. Das ist eine Dominanzgeste, keine offene Diskussion. --- 20. Doppelmoral als Schutzschild Zitat: „Ich habe auch eine Doppelmoral.“ Kritik: Doppelmoral wird hier nicht reflektiert, sondern vorsorglich eingeräumt, damit Kritik daran weniger greift. Nach dem Motto: Wenn ich es selbst zugebe, kann man es mir nicht mehr vorwerfen. --- 21. BDSM-Rolle vs. Menschenwert Zitat: „Aber grundsätzlich würde mein BDSM nicht funktionieren mit so einem Quatsch wie Gleichwertigkeit.“ Kritik: Hier vermischst du einvernehmliche Rollen innerhalb von BDSM mit tatsächlicher Gleichwertigkeit von Menschen. Dominanz und Unterwerfung können im Kink vereinbart sein. Daraus folgt aber nicht, dass Menschen real weniger wert sind. --- 22. „Kink-Shaming“ als Abwehrschild Zitat: „Und das zu untergraben wäre ein Kink-Shaming und gemein.“ Kritik: Kritik an Menschenabwertung ist nicht automatisch Kink-Shaming. Niemand muss deinen Kink bewerten. Aber sobald du daraus Aussagen über den Wert von Menschen oder Geschlechtern machst, ist es keine reine Privatsache mehr. --- 23. Bubble-Vorwurf Zitat: „...mal aus seiner Bubble rauszugehen und mal die Welt so zu sehen, wie sie ist.“ Kritik: Auch das ist eine Selbstüberhöhung: Die anderen leben angeblich in einer Bubble, du selbst siehst angeblich die Realität. Das ist ein klassisches „Ich sehe die unbequeme Wahrheit“-Framing. --- 24. Nostalgie-Framing Zitat: „Ältere, alte Werte [haben] durchaus ein gesünderes Miteinander geschaffen.“ Kritik: Das ist eine große historische Behauptung ohne Beleg. Welche alten Werte? Welche Zeit? Für wen war es gesünder? Für Frauen, Kinder, queere Menschen, Abweichende oder nur für bestimmte Gruppen? --- 25. Anekdote als Beweisersatz Zitat: „Ich hatte mal ein Buch von meiner Großmutter... die gute Hausfrau oder so ähnlich.“ Kritik: Ein altes Haushaltsbuch und eine Familienanekdote beweisen nicht, wie eine Gesellschaft insgesamt funktioniert hat. Persönliche Beispiele können interessant sein, ersetzen aber keine historische Analyse. --- 26. Paternalismus wird romantisiert Zitat: „Historisch gesehen war die Frau immerhin ein zu schützendes Objekt, der Mann hingegen verschleißbar.“ Kritik: „Zu schützendes Objekt“ klingt positiv, enthält aber selbst das Problem: Objekt. Schutz kann auch Kontrolle, Bevormundung und fehlende Autonomie bedeuten. Dass Männer ebenfalls funktionalisiert wurden, macht Frauen nicht automatisch gleichgestellt. --- 27. Offene Frauenabwertung Zitat: „...die moderne Frau... null Respekt verdient und ist der Bodensatz dieser Gesellschaft.“ Kritik: Das ist keine Kritik an Verhalten mehr, sondern pauschale Gruppenabwertung. „Bodensatz“ ist entmenschlichende Sprache und erzeugt Verachtung statt Argumentation. --- 28. Sexuelle Objektifizierung Zitat: „Ich bin allerdings moralisch flexibel genug, die trotzdem zu ficken. Solange die die Beine breit machen, soll es mir reichen.“ Kritik: Hier werden Frauen, denen du Respekt absprichst, auf sexuelle Nutzbarkeit reduziert. Das ist besonders problematisch, weil Abwertung und sexuelle Objektifizierung zusammenkommen. --- 29. Egotripp als Ethik Zitat: „Ich will nur Gutes für mich. Wenn dadurch jemand anders ebenfalls profitiert, dann soll es so sein.“ Kritik: Das steht im Widerspruch zu deiner vorherigen Rede von gesundem Miteinander. Die Interessen anderer erscheinen hier nur noch als Nebenprodukt des eigenen Vorteils. --- 30. Selbstüberhöhung als Tugend Zitat: „...halte ich es für respektabel, sich selbst über anderen Menschen zu sehen...“ Kritik: Hier wird nicht nur beschrieben, dass Menschen manchmal egoistisch sind. Es wird moralisch aufgewertet, sich über andere zu stellen. Das ist eine klare Absage an Diskussion auf Augenhöhe. --- 31. Projektion des eigenen Menschenbildes Zitat: „...es sieht sich auch so gut wie jeder über den anderen.“ Kritik: Du erklärst dein eigenes hierarchisches Menschenbild zur allgemeinen Wahrheit. Nur weil du Menschen so betrachtest, folgt daraus nicht, dass alle anderen das heimlich genauso tun. --- 32. Whataboutism über politische Systeme Zitat: „...sei es der Untermensch im Nationalsozialismus, Klassenfeinde im Kommunismus...“ Kritik: Selbst wenn viele Systeme Feindbilder erzeugt haben, rechtfertigt das nicht deine eigenen Abwertungen. Der Verweis auf andere schlimme Beispiele lenkt von der konkreten Kritik an deinen Aussagen ab. --- 33. Politische Uneinordenbarkeit als Nebelwand Zitat: „Du hast keinen blassen Schimmer, wo ich politisch einzuordnen bin.“ Kritik: Das ist für die konkrete Kritik nicht entscheidend. Man muss dich nicht exakt politisch einordnen, um frauenabwertende, menschenabwertende oder NS-vergleichende Aussagen problematisch zu finden. --- 34. Selbstmystifizierung Zitat: „...im Anarchomonarchismus, dessen größter Anhänger ich bin.“ Kritik: Das wirkt weniger wie eine sauber erklärte politische Position, sondern eher wie Selbstinszenierung: widersprüchlich, schwer greifbar, originell klingend. Es macht dich schwer einordenbar, ohne inhaltlich viel zu klären. --- 35. Verachtung der Gesprächspartner Zitat: „Das sind Perlen für die Säue.“ Kritik: Das ist offene Geringschätzung der anderen Diskutierenden. Gleichzeitig verweigerst du damit die Erklärung, die du angeblich liefern könntest. --- 36. Themenflut statt roter Faden Zitatmuster: Gendern, POC, Digger, rechter Gruß, NS-Zeit, menschliche Natur, alte Werte, Hausfrauenbuch, moderne Frauen, BDSM, Monarchie, Anarchismus, Straftaten. Kritik: Du wirfst extrem viele Themen auf einmal in den Raum. Dadurch entsteht der Eindruck von Tiefe, aber es wird fast unmöglich, die einzelnen Behauptungen sauber zu prüfen. --- 37. Ständige Kampfplatzwechsel Zitatmuster: Erst Gendern, dann NS-Vergleich, dann Geschlechterwert, dann BDSM, dann alte Werte, dann politische Systeme. Kritik: Das ursprüngliche Thema wird ständig verlassen. Wer antwortet, muss immer neue Baustellen bearbeiten. Das erschwert Klärung und begünstigt Verwirrung. --- 38. Viel Text, wenig geklärte Begriffe Zitat: „Ich erkläre mich hier durchaus ziemlich umfänglich...“ Kritik: Du schreibst viel, aber zentrale Fragen bleiben offen: Was heißt „natürlich“? Warum ist der rechte-Gruß-Vergleich passend? Welches Geschlecht meinst du? Warum soll BDSM reale Ungleichwertigkeit begründen? --- 39. Imagepflege statt Klärung Zitat: „Aber ich muss ja auch ein bisschen Imagepflege betreiben.“ Kritik: Damit sagst du selbst, dass es nicht nur um Sachklärung geht, sondern auch um Selbstdarstellung. Das passt zum gesamten Stil: provokant, dominant, abwertend, vermeintlich überlegen. --- 40. Koketterie mit Grenzüberschreitung Zitat: „Habe ich schon Straftaten begangen? Ja, habe ich, schäme mich auch nicht für.“ Kritik: In einem Kontext aus Abwertung, Dominanzgesten und sexueller Herabwürdigung wirkt so eine Aussage nicht harmlos, sondern einschüchternd oder provozierend. Sie vermittelt: Ich überschreite Grenzen und schäme mich nicht. --- 41. Ironisierung von Kritik Zitat: „...nennen wir es vollumfänglich einen inklusiven BDSM als soziologische Awareness. Vielleicht fühlst du dich damit besser.“ Kritik: Begriffe wie „inklusiv“ oder „Awareness“ werden hier ironisch benutzt, um Kritik lächerlich zu machen. Inhaltlich wird dadurch nichts beantwortet. --- 42. Moralismus-Vorwurf als eigener Moralismus Zitat: „...so tut, als wäre er der Heilige, der nur Gutes für alle möchte.“ Kritik: Du wirfst anderen moralische Selbstgerechtigkeit vor, urteilst aber selbst die ganze Zeit moralisch: über Gendern, moderne Frauen, Gleichwertigkeit, alte Werte, Gesellschaft und andere Nutzer. --- 43. Gleichwertigkeit wird lächerlich gemacht Zitat: „...so einem Quatsch wie Gleichwertigkeit.“ Kritik: Das ist vielleicht der zentrale Punkt. Es geht längst nicht mehr nur um Gendern. Du greifst Gleichwertigkeit als Prinzip an. Damit verlässt du die Ebene einer Sprachdebatte und landest bei einem grundsätzlich hierarchischen Menschenbild. --- 44. „Moderne Gesellschaft“ als Feindbild Zitat: „...was uns die moderne Gesellschaft geführt hat...“ Kritik: „Moderne Gesellschaft“ wird hier zum Sammelbegriff für alles, was du ablehnst: Gendern, Gleichwertigkeit, Toleranz, moralische Kritik, Sensibilität. Das ist ein sehr grobes Feindbild. --- 45. Strohmann gegen Toleranz Zitat: „Und das alles im Namen der Toleranz, des Guten und der Moral.“ Kritik: Toleranz und Moral werden so dargestellt, als seien sie nur Tarnbegriffe für Egoismus und Narzissmus. Das verzerrt die Gegenseite und macht echte Auseinandersetzung schwer. --- 46. Selektiver Freiheitsbegriff Zitat A: „Erheblicher sozialer Druck und Notstand gehören eben dazu zum Menschsein.“ Zitat B: „Wie sich Sprache entwickelt, wird nicht diktiert in Form von einem Appell an die Moral.“ Kritik: Sozialer Druck ist für dich offenbar legitim, wenn er traditionelle Anpassung oder Hierarchie stützt. Er ist aber illegitim, wenn er aus Richtung Gleichstellung oder inklusiver Sprache kommt. Das wirkt nicht konsequent, sondern selektiv. --- 47. Verachtung als Diskussionsstil Zitatmuster: „zu dumm“, „dumm stellen“, „Perlen für die Säue“, „Bodensatz“, „kein blasser Schimmer“. Kritik: Die Verachtung ist kein einzelner Ausrutscher, sondern ein wiederkehrendes Stilmittel. Sie soll nicht überzeugen, sondern dominieren und andere abwerten. --- 48. Populistisches Erkenntnis-Framing Zitat: „...mal die Welt so zu sehen, wie sie ist. Die ist halt leider nicht so bequem...“ Kritik: Das ist das typische Muster: Die anderen sind naiv, bequem oder verblendet; du selbst siehst angeblich die harte Wahrheit. Dadurch wird deine Position emotional als mutiger Realismus verkauft, ohne sie wirklich beweisen zu müssen. --- 49. Provokation als Strategie Zitatmuster: rechter Gruß, „minderwertiges Geschlecht“, Nazis seien schlau, moderne Frauen seien Bodensatz, Straftaten ohne Scham. Kritik: Das sind keine neutralen Formulierungen. Das sind bewusst starke Reizpunkte. Wenn andere emotional reagieren, kannst du sie anschließend als überempfindlich, moralisch oder dumm darstellen. Die Provokation erzeugt also die Reaktion, die du später gegen andere verwendest. --- 50. Das Gesamtmuster Aus meiner Sicht ist das keine stringente Kritik am Gendern. Gendern wirkt eher wie der Einstieg in eine viel größere Selbstinszenierung und Weltanschauung. Die wiederkehrenden Muster sind: - andere als dumm, gehorsam oder verblendet darstellen, - die eigene Sicht als „Natur“ oder „Realität“ verkaufen, - NS-Vergleiche zur Eskalation nutzen, - Begriffe wie „minderwertig“ bewusst unklar lassen, - Nachfragen als Dummheit oder Unehrlichkeit rahmen, - BDSM mit realer Ungleichwertigkeit vermischen, - Frauen pauschal und sexuell herabwürdigen, - Gleichwertigkeit lächerlich machen, - viel behaupten, wenig belegen, - ständig das Thema wechseln, - Kritik als Moralismus, Bubble oder Kink-Shaming abwehren. Mein Fazit: Für mich zeigen diese Beiträge weniger eine sachliche Auseinandersetzung mit Gendern oder Emanzipation, sondern eher eine starke Abwehrreaktion auf gesellschaftliche Veränderung. Man muss Gendern nicht mögen und darf moderne Entwicklungen kritisch sehen. Aber wenn daraus NS-Vergleiche, Begriffe wie „minderwertiges Geschlecht“, pauschale Frauenabwertung, sexuelle Objektifizierung und Verachtung anderer Nutzer werden, ist das keine normale Skepsis mehr, sondern ein problematischer Kommunikationsstil. Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf den Inhalt solcher Aussagen zu schauen, sondern auch auf ihre rhetorische Funktion: Was wird behauptet? Was bleibt unbelegt? Wer wird abgewertet? Welche Emotionen werden erzeugt? Und wie wird Kritik daran abgewehrt? Für mich ist das ein gutes Beispiel dafür, wie Sprache nicht nur Meinung ausdrückt, sondern auch Macht, Abwertung, Gruppendenken und Eskalation herstellen kann. Danke für eure Aufmerksamkeit ✌️
  3. Nö, hast Du nicht. Hier wird seitenweise darüber gestritten, was denn nun mit „Gentle Dom“ „alte Werte“gemeint sein könnte und das hat ja alles nichts mit der Frage zu tun, ob mir der Ist-Zustand gefällt oder ob er mich verwirrt. Also die Diskussion geht hauptsächlich um diese Begriffe und nicht um die Frage. Ist echt ein komischer Thread. Aber ich bin jetzt eh raus.
  4. gesunden Menschen verstand wo nerven her gehen die man evtl. abklemmen könnte oha das wäre ja ein riesen problem wen das passiert. ganz wichtig auch nen leergang zu machen wie man richtig schläft. wiessen viele nicht aber da kann man sich auch nen nerv bei einklemmen. is mir mal pasiert da war meine nirenkolik nen witz gegen
  5. Also, wenn hier weiter über minderwertiges Geschlecht diskutiert wird und das von der Moderation als nicht beleidigend und nicht persönlich angreifend gesehen wird, bin ich erst mal weg hier. Adieu!
  6. Ich würde bdsm allerdings auch nie Missbrauch nennen. Es gibt ja wie gesagt CNC und Metakonsens. Man muss bei mir auch nicht alles absprechen oder ankündigen, da gibt es schon implizierten Konsens. Aber man geht ja bdsm freiwillig ein und das Machtgefälle. Nicht als "Zufalls-Opfer". Im Joy gab es übrigens mal eine interessante Unterhaltung über das Wort "Gewalt" Kann man bdsm Gewalt nennen? Ich sage mal so: ich mag eine bestimmte "Gewalt". Es gibt auch den Spruch: "und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt." Aber auch: "wer nicht hören will, muss fühlen!", durchaus aus alten Erziehungszeiten. Mein Herr sagt solche Sprüche auch mal. Ich mag Praktiken, die auch "gewaltvoll" sind. Den Kopf zu Boden drücken, spontane Überwältigung allgemein oder Zwangsachen. Einige hatten auch damit argumentiert im Sinne eines Machtgefälles, dass ja auch der Staat Gewalt über einen hat und auch da gibt es "Gewaltausübung". Aber am Ende waren sich alle sehr einig, dass das Wort Gewalt im bdsm nichts zu suchen hat. Es ist zu häufig ein Zusammenhang zu häuslicher Gewalt, wo auch keine Zustimmung gemeint ist. Also wie sie nun gemeint sind, man sollte einige Wörter in Zusammenhang mit bdsm meiden.
  7. Danke aber mal ne Frage zu dem Minderwertigen Geschlecht? Nur zum Verständnis sowas kann man hier schreiben? Weil dann etabliere ich dieses gerne in meinen Sprachgebrauch.
  8. Wenn man es nötig hat Konsens ist lächerliche zu ziehen. Weil Argumente fehlen. Da kann es ja nicht weit mit dem Menschen verstand sein. Denn jeder der diesen hat. Der oder die weiß, dass maßlos übertrieben wird. Um unbedingt recht zu bekommen. Erfahrene BDSMler wissen aber Konsens und bei Shibari über potentielle Gefahren sowie anatomische Grundlagen bescheid. Geben diese dann weiter an unerfahrene für die fesseltreff da sind. Für unerfahrene. Aber natürlich scheint es schwer zu sein. Miteinander zu reden. Immer mal wieder und so Konsens zu schaffen und natürlich weiß jeder Mensch dank gesunden Menschen verstand wo nerven her gehen die man evtl. abklemmen könnte
  9. Ich habe diverse Beiträge entfernt. Weil sie entweder beleidigend, persönlich angreifend waren oder zu sehr in "Nebenkriegs-Schauplätze" bzw Politik geraten sind. Und natürlich die zugehörigen Reaktionen. Bitte achtet mehr darauf, beim eigentlichen Thema zu bleiben und verlagert persönliche Differenzen in PN, Mail oder wohin auch immer - jedenfalls nicht hier in den Diskussionen austragen. Danke. LG Carmen, FET Team
  10. Eben. Das dachten wir uns auch. Da denkt man, da kommen erfahrene bdsm'ler. Sollte um so Schmerz und Zwangsfesselungen gehen. Na ja, so ganz war es das auch nicht. Weil alle sich ja noch "wohlfühlen" müssen. Manchmal warf mein Herr was ein und die Leiterin immer: "darum geht's beim Shibari aber nicht!" 🤭 Ich musste richtig schmunzeln. Das denken wir uns tatsächlich auch.
  11. "Ich würde aber auch bei Straftaten lügen...🤫 Uneingeschränkt" das lobe ich mir. den "property of" patch hast du dir sicher damit verdient ;) Für fortgeschrittene machts extra lustig haben die das beim workshop für anfänger vergesen? es ist sowas von absurd wenn man da alles richtig machen wollte ist das ja nen tanz auf eierschalen. es wird auch unnötig viel vor irgendwelchen gefahren gewarnt. als gäbe es sowas wie Menschenverstand nicht mehr. ich frag mich ob die die das prädigen überhaupt schonmal bdsm aktiv betrieben haben. kann ich mir schwer vorstellen. hast du mal 3 stunden zeit 15 min vorbereitung 30min material auf sicherheit prüfen und musst dich dan erstmal 1 1/5 h durch notizen durchlesen um auch blos nichts zu vergessen. dokumentation nochmal 15 min und 10 min zu spät auf die arbeit kommen weil man noch 10 abbauen und einlagen. am ende vom tag ist es für die sklavin bestrafung genug das sie eben kein erlebnis hatte.
  12. Ja wie stellt man Konsens her. Kommunikation und das achten von tabus. Nur so ne Idee. Vielleicht weit hergeholt...
  13. Und zu diesem Zeitpunkt hätte er dich zu jedem gehorsam zwingen können? Einfordern können? Dinge die du heute für ihn machst. Weil sich sie Beziehung und die Beteiligten entwickelt haben. Damals schon fordern können?
  14. Es gibt ja extra die, die sich "Peasure-Dom" oder "Verwöhn-Dom" oder so nennen. Als Sub jetzt mal, wenn ich eine Unterwerfungsneigung habe, wollte ich ja keinen Handlanger. Das ist doch dann reine Illusion von Unterwerfung. Für mich zumindest. Mein Herr macht aber auch mal Sachen, die ich mag...😁🤫
  15. Heute
  16. Das du der Meinung bist das Epstein Bdsmler ist . Und das beißt sich mit deinem implizierten Konsens. Bei dir ist das wohl nicht so wenn du sowas gleich stellst. Und weil ich mir sowas merke… naja weisst du darin liegt das Problem.
  17. Ich würde aber auch bei Straftaten lügen...🤫 Uneingeschränkt. Ist bei nahestehenden Menschen für mich so. Das finde ich auch. Manchmal wird es wirklich immer schlimmer. Wir waren auf einem Fessel Workshop für Fortgeschrittene. Vor dem Kurs wurde eine halbe Stunde erstmal über Konsens gesprochen. Ja, wie stelle ich den denn überhaupt her? Wir haben uns echt für dumm verkauft gefühlt.
  18. Eben bdsm ist kein Missbrauch laut gewissen Personen hier aber das gleiche… vielleicht doof wenn es dann so scheint als würdest du hinter solchen Aussagen stehen. Mir soll’s egal sein 😂
  19. Ich stehe total auf Frauen, die, obwohl sie schon lange dringend pinkeln müssen, immer wieder ihre Pipi einhalten, um sich am Druck der übervollen Blase aufzugeilen. Am liebsten mit meiner Hand oder meinen Mund zwischen ihren Beinen. Dabei tragen sie hautenge Hosen und Slips. In knallengen Jeans oder feingerippte Cordhosen, wo sich deutlich ihre Pipimösen drin abzeichnen. Dann fühlen, wie sie langsam immer wieder etwas in die knallengen Hosen pinkeln. Sich am Cameltoe festsaugen, während sie immer wieder ein paar Spritzer in die Hosen pinkeln. Natürlich haben sie auch Spaß daran, mir an die Hosenbeule zu grabschen, weil ich so nötig pinkeln muss und mir langsam in die Hose pinkel.
  20. bdsm und peitsche werden auch unterschiedlich geschrieben. bedeutet das jetzt das peitschen nichts im bdsm verloren haben? keine ahnung was du damit sagen willst. ich meine wenn man von missbrauch vergewaltigung etc in einem bdsm forum schreibt.....ist eigentlich der gedanke das es mit bdsm was zu tun hat nicht weit. und was konses angeht...... so oft wie ich das dreck wort höre könnte man meinen das das das unselbstverständlichste ist was es gibt auf der welt. das man das in jeden zweiten Satz nochmal betonen muss. der konsens ist impliziert. was gibts da nicht zu verstehen?
  21. Ich denke die Intension bei Doms die sub sind kann eine ähnliche sein.. wie die wenn du auf Dienstleister machst.🤷‍♀️ oder auch nicht am Ende ist es doch egal.
  22. Genau. Aber es ist ja einfach, Metakonsens und CNC. Missbrauch ist es ja nie, wenn beide bdsm wollen. Aber was gegen den Willen oder so, ist dann kein Missbrauch. Also muss das Wort eigentlich gar nicht fallen. Vereinbarungen trifft jeder anders. Strafrechtlich relevante Dinge wären uns egal. Und überhaupt die Frage, wo die denn bitte beginnen. Da haben ganz viele im Profil stehen: "nichts, was den Richter interessieren könnte..." 🤦‍♀️ Mein Herr ist ja selbst Anwalt. Sowas würde er nie schreiben. Es interessiert ihn auch 0. Und das braucht es tatsächlich auch nicht, wenn man halbwegs pfiffig ist. Irgendwelche Zettel unterschreiben zu lassen oder so... Wozu denn? Ich bin ohnehin uneingeschränkt loyal.
  23. obs klappt? ich kann jetzt nicht klagen. aber ich bin da auch flexibel ich habe keine hemmungen einen auf der nette dienstleister dom zu machen um mir auf die tour zu hohlen. das know how ist ja vorhanden. und ich war ja auch nicht immer so ein dufter typ wie jetzt. gab ja mal ne zeit da war ich auch so ein 99% lappen. und hab auch dran geglaubt. das Problem dabei ist ich bin schon recht faul und mach mir nicht so gerne arbeit. und sowas auf dauer ist mir schlicht zu anstrengend. klar gibt es die vorstandsleute die zuhause sich den hintern versohlen lassen. zweifelt auch keiner an. gibt auch doms die maso sind und sadistische subs. alles keine neuen erkentnisse. die motivation allerdings ausgleich? is wohl zu einfach gedacht macht sinn bei den einfältigen. ganz oft wird da was ganz anderes dahinter stecken. muss aber auch sagen das ich mich da nicht wirklich hinein versetzen kann noch kenne ich solche leute persönlich.
  24. Und der unterschied zu missbrauch ist Konsens oder? Ein Indiz könnte sein das bdsm und missbrauch unterschiedlich geschrieben werden 🤔😁😂😂
  25. 🤫 Freiheitsberaubung? Drohung, Erpressung und Nötigung? Also wir haben überall den offiziellen Check ✅ Verbale Nötigung findet mein Herr mehr als verbale Erniedrigung zum Beispiel. Praktiken kommen natürlich hinzu. Die jetzt alle aufzuzählen...
  26. Missbrauch ist doch kein Bdsm…
  27. Du kannst trotzdem jemanden mit dem richtigen Pronomen ansprechen Mäuschen.
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