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Wenn deine SM Fantasie zu weit geht

Wie weiß man eigentlich, ob SM Fantasien in Ordnung sind? Wir haben doch alle versaute Gedanken und Fantasien, der eine mehr, die andere weniger. Manche SM Fantasien können richtig extrem sein. Aber solange sie sich nur, im Kopf der- oder desjenigen abspielen, kann es allen anderen doch egal sein, oder etwa nicht? 

Doch bei ganz bestimmten Fantasien kommt man sehr schnell ins Grübeln. ***philie, ***sfantasien oder generell solche bei denen es um Objektifizierung der Frau geht. Gibt es eine Grenze für SM Fantasien dieser Art? Oder macht die Frage grundsätzlich keinen Sinn? 

 

Es ist gut zu fantasieren, solange: 

  • die SM Fantasien sich nur in deinem Kopf befinden, 
  • deine SM Fantasien sich nicht auf andere Personen auswirken, 
  • sich mit deinen SM Fantasien niemand unwohl fühlt und 
  • du niemals vergisst, dass deine SM Fantasien absolut nichts mit der Realität zu tun haben. 

 

Objektifizierung der Frau, des Mannes oder einer Person eines anderen Geschlechts – warum ist das eigentlich so schlimm? 

Objektifizierung ist das Behandeln eines Menschen als ein Objekt oder eine Sache. Objektifizierung der Frau bedeutet Entmenschlichung, denn du beraubst sie ihrer Individualität. Objektifizierung der Frau bedeutet, dass du dieser Frau als Person ihre Würde absprichst. 

Es gibt einen einfachen Trick, wie man der Objektifizierung der Frau begegnen kann. Wenn du ein solches Verhalten oder diese Einstellung beobachtest, egal ob an dir selbst oder anderen, dann stelle dir vor, es handelt sich dabei um eine Person, die du kennst: Egal, ob Mutter, Tochter, Schwester, Tante oder Freundin. Es handelt sich ja in jedem Fall von Objektifizierung der Frau immer um eine Person, deren Würde genommen wurde, indem man ihr diese Art von Beziehungen abspricht! 

 

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Eigene SM Fantasien erforschen  

SM Fantasien und andere erotische Fantasien sind gut. Sie lehren jede/n einzelne/n von uns, was uns anmacht und sie können dadurch zu aufregenden Erfahrungen im wirklichen Leben führen. SM Fantasien geben uns die Möglichkeit, die Grenzen der eigenen Sexualität zu erkunden, und zwar in einem sicheren Rahmen. SM Fantasien zu erforschen ist sex- und kinkpositiv und ist somit immer zu begrüßen. 

 

Sind SM Fantasien immer gut? 

Generell interessiert uns nicht, was in den Köpfen anderer Leute vorgeht. Das ist schließlich deren Sache. Aber was passiert, wenn wir erfahren, dass wir selbst in diesen Gedanken eine Rolle spielen? Wie würdest du selbst denn darüber denken, wenn du Teil der SM Fantasien eines anderen Menschen bist? Ganz besonders dann, wenn diese SM Fantasien Praktiken enthalten, die du für dich ablehnst oder solche, die du für abstoßend hältst? In einem solchen Fall, würdest du es doch sicher besser finden, du hättest nie von den SM Fantasien dieser Personen erfahren oder nicht? 

Genauso solltest du an diese Sache im umgekehrten Fall herangehen. Behalte deine SM Fantasien für dich. Jemandem deine intimsten Gedanken aufzuzwingen kann eine Störung sein, im schlimmsten Fall sogar eine Straftat.  

 

Konsens bei SM Fantasien 

Solange du deine SM Fantasien für dich behältst, ist alles in Ordnung. Niemand wird sich durch das gestört fühlen, was hinter deiner Stirn vorgeht. Sprich niemals Personen darauf an, dass sie in deinen SM Fantasien eine Rolle spielen, es sei denn sie haben vorher ihre Zustimmung dazu gegeben. Vergiss das nie! 

Warum? Worte können genauso verletzend sein, wie physische Gewalt. Das reale Spiel im BDSM ist immer positiv zu halten und es wird nur einvernehmlich gespielt. Weil es potenziell um physische Schäden geht, denken wir uns komplizierte Sicherheitskonzepte aus, wie zum Beispiel SSC (Safe, Sane and Consensual) oder RACK (Risk aware, consensual Kink). Denn es geht um Körper, und wir wollen um jeden Preis verhindern, dass jemand zu Schaden kommt. Das Gleiche gilt aber auch für das Spiel mit Worten. Die Objektifizierung der Frau z.B. ist niemals in Ordnung, deshalb solltest du sie auch nicht darauf ansprechen und ihr aufzwingen, dass sie in deinen Fantasien eine Rolle spielt.  

 

Nicht ohne Einvernehmen über deine SM Fantasien sprechen 

Du kennst nicht die Fantasien deines Gegenübers, weißt nichts über ihre Grenzen und Tabus. Vor allem kannst du dir nicht sicher sein, ob dein Gegenüber vielleicht ein traumatisierendes Erlebnis hatte. Etwas, dass sie in der Vergangenheit erlebt hat, woran sie nicht erinnert werden will.  

Du musst dir ganz sicher sein, bevor du deine SM Fantasie jemandem gegenüber enthüllst, und eine Einvernehmlichkeit herstellen. Nur wenn sie ausdrücklich zustimmt, sich deine SM Fantasien anzuhören, darfst du sie offenbaren. Und wenn die Antwort Nein lautet, hast du das gefälligst zu akzeptieren. Nein bedeutet nein, auch wenn es „nur“ um Worte und Fantasien geht.  

Du weißt auch nichts über die Gründe, warum jemand deine SM Fantasien schrecklich findet. Was wenn dein Gegenüber hochreligiös und deshalb schockiert ist, weil in deinen Fantasien religiöse Symbole eine Rolle spielen? Deinen Fetisch für Militaria, Leder, Lack und Gasmasken finden viele Pazifisten sicher abstoßend. Ganz zu schweigen von Praktiken, die Exkremente beinhalten, die mehrheitlich als „eklig“ eingestuft werden. Du musst dich diesen Themen vorsichtig nähern und erst einen Konsens herstellen, bevor du ins Detail gehen kannst.  

Generell ist eine SM Fantasie in Ordnung, im Sinne von, es ist unproblematisch darüber zu reden, wenn die Objektifizierung der Frau, des Mannes und anderer Geschlechter, darin keine Rolle spielt. Und generell fährst du am besten, wenn du vor dem Gespräch sicherstellst, dass die andere Person auch wirklich bereit ist, mit dir über das heikle Thema SM Fantasien zu sprechen. 

 

Tomasz Bordemé ist Autor und Blogger, der über BDSM und Erotik schreibt. Außerdem versorgt er unsere kinky Community auf Fetisch.de mit News und Einsichten aus der Szene.

Wie denkst du über SM Fantasien und wann gehen sie für dich zu weit? Teil deine Meinung und danke für's Lesen!

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23 Kommentare

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    Fehlt der Konsens?

    BDSM ist etwas was von außen betrachtet wenn man eine Szene ohne die Hintergründe sieht manchmal Gewalt. Was es nicht zur Gewalt macht ist das gegenseitige absprechen von Grenzen und der Konsens dahinter. Das Einverständnis beider Seiten, dazu wäre es natürlich optimal wenn beide Seiten auch frei ihr Einverständnis gegeben haben und nicht durch Druck oder Angst. Wie oft das passiert lassen wir jetzt einfach Mal außen vor. Aber ansich ist es doch relativ einfach: eine Tat die ohne Einverständnis vielleicht nicht in Ordnung wäre geschieht unter Einverständnis. Das macht die Tat in Ordnung. Weil beide Seiten fine damit sind. Warum gibt es hier trotzdem gefühlt unendlich viele Männer die das nicht verstanden haben? Ich meine das ist der Grundsatz, das was BDSM von Gewalt und Übergriffen unterscheidet. Sollte man nicht irgendwie zumindest in der Lage sein den Grundsatz zu verstehen? Zum Beispiel habe ich ganz oft in meinem Postfach Leute die mich direkt Sexualisieren, mich erniedrigen (wollen), oder sonst irgendwie als "Fick-Objekt" ansehen. Die mich direkt per erster Nachricht so Anschreiben. Und versteht mich nicht falsch: wenn alle Seiten es okay finden wenn jemand degradiert wird als Schlampe, Fickstück, Lustmolch, Nutzlos, etc., dann ist das in Ordnung. Aber wieso ist es eine Diskussion, dass das nicht in Ordnung ist wenn ich niemals mein Einverständnis gegeben habe? Ich habe das Gefühl selbst manche erfahrene, beziehungsweise stört es mich bei ihnen am meisten, sehen es als völlig in Ordnung in der ersten Nachricht direkt irgendwelche Forderungen zu stellen. Wenn du denkst, dass ich vor dir Knie obwohl wir uns nicht kennen und mein Profil auch nicht danach aussieht, dann hast du doch einfach ne Schatten. Wieso wird es hier immer noch manchmal als okey empfunden das so zu machen? Eine Kink Plattform heißt doch nicht, dass man allem zustimmt. Gerade in dieser Szene sollte ein Nein oder eine Absprache doch sogar mehr Wert haben als irgendwo anders. Weil es eben auf Vertrauen ankommt, hier noch mehr als sonst wo. Ich habe das Gefühl manche scheinen die Szene als eine Art Freifahrtschein zu sehen übergriffig zu sein. Als wäre es in Ordnung weil dies ja eine Plattform dafür ist. Was sind eure Gedanken dazu? 66 Likes 304 Antworten· vor etwa 1 Monat

    Teil 2 Das lange Gespräch über Konsens Gegenseite

    Notizen vor dem Gespräch (sein inneres Protokoll) Mittwoch. Frühling. Viel Licht. Ich habe Wasser auf den Tisch gestellt. Kein Wein. Kein Signal. Wasser. Leise Jazzmusik läuft im Hintergrund. Nicht SM-Party. Eher Café. Oder Fahrstuhlmusik. Dezent. Gut für tiefe Gespräche. Die Sonne spiegelt sich auf dem Holzfußboden meines Wohnzimmers. Nicht, weil ich romantisch sein will. Sondern weil ich hoffe, dass Klarheit mir hilft, ruhig zu bleiben. Sie war nicht meine erste SM-Beziehung. Und genau deshalb wusste ich, dass ich vorsichtig sein musste. Nicht jede Erfahrung macht einen besser. Manche machen nur sicherer. Andere nur schneller. Sie war anders. Nicht laut. Nicht fordernd. Intelligent. Hübsch. Dezent zurückhaltend. Fast schüchtern. Und irgendwann merkte ich, dass ich sie nicht nur als Spielpartnerin betrachtete, sondern als jemanden, mit dem Beziehung möglich wäre. Ich wollte das neutral betrachten. Aber man kann das nicht. Ich stecke ja selbst mittendrin. ⸻ Ich hatte Respekt. Großen. Nicht vor ihrer Stärke. Sondern vor ihrer Offenheit. Sie war noch etwas unerfahren. Nicht naiv. Einfach unerfahren. Ich fand das eher berührend als problematisch. Und das ist kein Makel. Das ist Verantwortung. Meine. Und ehrlich gesagt auch ein bisschen Angst, etwas falsch zu machen. Ich wollte sie nicht überfahren. Aber ich wollte auch nicht zögerlich wirken. Nicht unsicher. Nicht halb. Ich wusste: Wenn ich jetzt falsch dosiere, verliere ich entweder ihr Vertrauen oder mich selbst. Und ich war mir nicht sicher, wovor ich mehr Angst hatte. ⸻ Ich hatte recherchiert. Nicht aus Unsicherheit. Eher aus Sorge, etwas Wichtiges zu übersehen oder zu vergessen. Ich hatte zwölf gute Fragen vorbereitet. Dann suchte ich online, was man in SM-Beziehungen noch fragen sollte. Fand drei weitere. Dann noch drei. Dann fielen mir wieder selbst welche ein. Und plötzlich fragte ich mich: Sind fünfzehn Fragen zu wenig? Oder schon zu viele? Ich wollte ihr keine Angst machen. Aber ich wollte auch nicht banal wirken. Nicht so tun, als wäre das hier „einfach“. Am Ende entschied ich mich für fünfzehn schriftliche Fragen und ein paar zusätzliche mündliche. ⸻ Ich bin erwachsen. Ich war auch vorher schon lange erwachsen. Aber jetzt zweifelte ich nicht mehr daran. Ich weiß, dass ich zu den ruhigeren Männern mit Lebenserfahrung gehöre. Nicht laut. Nicht cool im klassischen Sinn. Aber klar. Ich habe ein paar wirklich gute SM-Skills. Diese laute „Ich-hab-recht-Dominanz“ war nie meine. Vielleicht konnte ich sie auch einfach nie gut spielen. Aber Dominanz sollte man nicht spielen müssen. Sondern fühlen. Manche Dinge wollten bei mir nie richtig wachsen. Nicht aus Mangel an Interesse, sondern weil sie mir nicht entsprachen. Shibari zum Beispiel. Da war ich am Anfang. Sie auch. Mir gefiel das zunächst nicht. Ich wirkte unbeholfen. Zu wenig souverän. Aber gemeinsam zu wachsen hatte plötzlich wieder einen eigenen Reiz. ⸻ Ich hatte mit ihr diese Chance. Alles noch einmal neu zu erleben. Nicht als Anfänger. Aber auch nicht als jemand, der nur wiederholt. Als Beobachter. Als jemand, der durch ihre Augen noch einmal alles neu sehen durfte. Ich empfand das als großes Geschenk. Und hoffte sehr, dass sie vieles wenigstens einmal ausprobieren würde. Und ich wollte nichts kaputt machen. Gleichzeitig wusste ich genau, was ich dieses Mal wollte. Ich hatte aus Fehlern gelernt. Aus zu viel Tempo. Aus zu wenig Klarheit. Aus falscher Rücksicht. Aus zu viel Tragen. Ich war bereit für eine neue Runde in der Welt der Beziehungen. ⸻ Ich wollte, dass sie bei mir aufblühen kann. Nicht funktionieren. Nicht gefallen. Ich wollte ihr genug Freiraum lassen, trotz der Enge, die sie brauchte. Sie war bezaubernd. Und liebenswert. Und sensibel auf eine stille Art. Ich hatte Drehbücher im Kopf. Für Szenarien. Für Sessions. Für Dynamiken. Für Aufgaben. Aber dieses erste Gespräch gehörte nicht dazu. Das musste offen bleiben. Unfertig. Echt. Sieben Seiten lagen auf dem Tisch. Sicherheit für einen sicheren Dom? Oder ein Zeichen von Unsicherheit? Ich beschloss, es als Vorbereitung zu sehen. Oder redete mir das zumindest ein. Wahrscheinlich war es beides. ⸻ Die eine Frage, die ich mündlich stellte Nicht auf dem Papier. Nicht vorbereitet. Aber wichtig. Was soll ich tun, wenn ich merke, dass ich etwas will, das dir gerade nicht gut tut – auch wenn du Ja sagen würdest? ⸻ Warum ich trotzdem frage Weil Fantasie ohne Fundament auf Dauer nicht tragen kann. Und weil Erfahrung ohne Demut und Reflexion gefährlich wird. Ich frage nicht, um zu führen. Ich frage, um tragen zu können. Und ich weiß: Wenn ich es jetzt richtig mache, kann etwas wachsen. Nicht perfekt. Aber ehrlich. ⸻ Ergänzung – das Tagebuch Ich hatte für sie ein Tagebuch vorbereitet. Ich wusste bereits, dass sie Tagebuch schreibt. Aber dieses war anders. Es sollte nichts ersetzen, sondern ergänzen. Nicht romantisch. Eher sachlich. Vielleicht sogar ein bisschen wissenschaftlich. Kein Ort nur für Gefühle, sondern auch für Beobachtung. Für Zusammenhänge. Für Wiederholungen. Nicht, um etwas zu messen. Sondern um etwas zu verstehen. Um zu sehen, was sie wann mag. Wie sich Dinge verändern. Wie Nähe sich aufbaut und wieder abflaut. Nicht, um Wellen zu erzwingen. Sondern um zu erkennen, wann sie von selbst höher werden. Und was ihnen Raum gibt. Ein Vergleich nicht im Sinne von Bewertung, sondern im Sinne von Erinnerung: War es beim letzten Mal anders? Oder bilde ich mir das nur ein? Das Konzept existierte schon, bevor ich sie kannte. Nicht für sie gemacht. Aber offen genug, sie aufzunehmen. In der Hoffnung, dass sie den Sinn dahinter erkennt und bereit ist, es eine Zeit lang auszuprobieren. 15 Likes· vor 9 Monaten

    Das lange Gespräch über Konsens

    (ihr Tagebucheintrag, rückblickend) Mittwoch. Frühling. Viel Sonne, aber noch nichts grün. März. Einer dieser Tage, die harmlos aussehen und später sagen: Ich war wichtig. Das Besondere heute: Ich bin zum ersten Mal bei ihm zu Hause. Gestern war unser sechstes Date. Heute sitze ich an seinem Tisch. Das ist ein Unterschied, den man nicht erklären muss. Ich erinnere mich an seinen Pullover. Und ich weiß noch genau, wie er roch. Nicht nach Parfum. Eher nach frisch, vielleicht Sport-Duschgel und Kaffee. Nach ihm. Ein Geruch ohne Absicht. Und genau deshalb schwer zu vergessen. Unscheinbar. Grau oder blau. Einer von denen, die nichts versprechen. Und dann doch bleiben. Bis jetzt waren es einfache Dinge gewesen. Ein Essen. Spaziergänge. Dieses leise Lachen zwischendurch. Er wirkte nett. Freundlich. Wach. Damals dachte ich: angenehm. Heute weiß ich: aufmerksam. Nach ungefähr zwei Stunden bin ich bei ihm in der Wohnung. Und irgendetwas verschiebt sich. Nicht abrupt. Nicht unangenehm. Ernst. Auf dem Tisch steht Wasser. Nicht Wein. Nur Wasser. Daneben liegt ein Block. Und sieben ausgedruckte Seiten. Sieben Seiten sind viel, wenn man denkt, man kennt jemanden schon ein bisschen. Sieben Seiten sind sehr viel, wenn es um Nähe geht. Er sagt, er wolle meine Grenzen verstehen. Nicht abklopfen. Nicht testen. Verstehen. In dem Moment denke ich noch, dass das vielleicht ein bisschen übertrieben ist. Heute denke ich: Es war präzise. ⸻ (Rückblende. Tagebuch, ein paar Tage vorher.) Wir hatten bereits Sex. Fesseln. Nähe. Dieses spielerische Vertrauen. Es war leicht gewesen. Schön. Ich hielt das für den Anfang von Kontrolle. Heute sehe ich: Es war der Anfang von Verantwortung. ⸻ Seite aus dem neuen Tagebuch (eingeklebt. Seine Fragen oben, meine Antworten darunter.) ⸻ 1. „Was bedeutet für dich ein echtes Ja?“ Antwort: Hingabe. Abgeben. Wenn ich nicht überlege, ob ich gefallen muss. Wenn mein Körper schneller ist als mein Kopf. Wenn ich nicht denke: Man macht das halt so. Randnotiz, eine Woche später: Ich habe gemerkt, dass mein Ja früher oft höflich war. Das hier war das erste, das geprüft werden durfte. ⸻ 2. „Woran würdest du merken, dass du innerlich Nein sagst, aber trotzdem mitgehst?“ Antwort: Ich werde still. Ich mache Witze. Ich werde funktional. Randnotiz: Dass ich das so klar wusste, hat mich überrascht. Dass er danach nicht weiterfragte, auch. ⸻ 3. „Was fühlt sich für dich sicher an, wenn du Kontrolle abgibst?“ Antwort: Eine ruhige Stimme. Klare Anweisungen. Dass jemand merkt, wenn sich mein Atem verändert. ⸻ 4. „Was bedeuten Gelb und Rot für dich?“ Antwort: Gelb heißt: langsamer, bewusster, nachfragen. Rot heißt: sofort stoppen. Randnotiz: Ich habe gemerkt, wie erleichtert mich diese Klarheit gemacht hat. ⸻ 5. „Welches Abbruchsignal wollen wir?“ Antwort: Ein Wort: Gurkensalat. (oder Rot) Zusätzlich ein Zeichen, falls ich nicht sprechen kann. Etwas fallen lassen. Ein klares Geräusch. ⸻ 6. Körperliche Gesundheit Antwort: Schlafmangel macht mich empfindlicher. Zyklustage verändern meine Grenzen. Schmerzen will ich nicht überspielen. ⸻ 7. „Was brauchst du nach intensiven Momenten?“ Antwort: In den Arm genommen werden. Zuhören. Nähe ohne Analyse. ⸻ 8. „Was darf ich niemals ignorieren?“ Antwort: Wenn ich nicht mehr frage. Wenn ich nur noch nicke. Wenn ich sehr brav oder sehr ruhig werde. Randnotiz: Das aufzuschreiben war schwerer als gedacht. ⸻ 9. „Wie möchtest du aufgefangen werden, wenn etwas nachwirkt?“ Antwort: Erst Körper. Dann Worte. Nichts erklären… ⸻ 10. „Was soll bei einem Abbruch konkret passieren?“ Antwort: Sofortiger Stopp. Kontakt. Ruhige Stimme. Zeit. ⸻ 11. Meine größte Sorge Antwort: Dass ich mich verliere, ohne es zu merken. Späterer Kommentar: Diese Sorge ist kein Misstrauen. Sie ist Selbstkenntnis. ⸻ 12. Was ich mir wünsche Antwort: Führung. Klarheit. Abgeben von Verantwortung. Und Räume ohne Rollen. Freunde. Alltag. Wir. ⸻ 13. Was er sich wünscht Antwort: Dass ich wach bleibe. Dass ich mich entwickle. Und ein paar Dinge, die er ehrlich für sich will. Randnotiz: Dass er das aussprechen konnte, hat Vertrauen erzeugt. ⸻ 14. Regelmäßige Gespräche Antwort: Ja. Nicht nur, wenn etwas schiefgeht. Auch, wenn alles gut ist. ⸻ 15. Ergänzende Fragen Antwort: Was bleibt privat. Was ritualisiert wird. Was nie selbstverständlich sein darf. ⸻ (Heute. Eine Woche später.) Jetzt weiß ich: Er wusste, dass Macht nur dann leicht wird, wenn sie vorbereitet ist. Und dass Freiheit nichts mit Spontaneität zu tun hat, sondern mit Sicherheit. ⸻ Der Moment danach Als wir fertig sind, legt er den Block beiseite. Und holt ein Buch. Schwarz. Schön. Schwer in der Hand. Bestimmt teuer. Nicht protzig. Eher sorgfältig. Kein leeres Notizbuch. Vorne hat er Regeln hineingeschrieben. Sauber. Klar. Mit Mühe. Mit Struktur. Mit Kreativität. Nicht wie Befehle. Eher wie ein Rahmen, der nicht wackelt. Die ersten Seiten gehören dem Grund. Begriffe. Bedeutungen. Farben. Seine Verantwortung. Meine Freiheit. Nicht verhandelbar. Aber verlässlich. Weiter hinten eine Skala. Nicht vulgär. Nicht technisch. Eine Landkarte für Empfindung. Damit Worte nicht fehlen, wenn sie gebraucht werden. Damit nichts verschwimmt, nur weil es intensiv ist. Dann Seiten für den Zyklus. Nicht kontrollierend. Sondern achtend. Fast wissenschaftlich. Um Zusammenhänge zu verstehen, statt sie zu ignorieren. Und dann leere Seiten. Viele. Für Beobachtungen. Für Reaktionen. Für Tage, an denen nichts Besonderes passiert. Für Zweifel. Für Freude. Für Dinge, die nichts mit ihm zu tun haben. Dieses Buch will mich nicht ersetzen. Es will mich begleiten. Er sagt nicht viel. Er legt es mir einfach hin. ⸻ (Rückblende.) Letzter Eintrag in meinem alten Tagebuch Ich schreibe das hier, weil sich etwas schließt. Ich bin jetzt seine Sub. Nicht, weil ich kleiner geworden bin. Sondern weil der Raum größer ist. Mein altes Tagebuch endet hier. Es war gut für Chaos, Gefühle, Fragen ohne Antwort. Das neue ist anders. Es denkt mit. Es ordnet, ohne mich zu sortieren. Es hat Platz für Wissenschaft. Und trotzdem Platz für mich. Mit klaren Regeln. Mit Verantwortung. Mit Freiheit, die nicht zufällig ist. Die nächsten Seiten sind leer. Und genau das fühlt sich richtig an. 17 Likes· vor 9 Monaten

    Absicherung des Konsens bei Treffen mit Paaren/Gruppen

    Moin, Paare oder Gruppen suchen hin und wieder Bereicherung ihres BDSM's durch Dritte. Sei es, dass der Top (m) sie ne weibliche Sub Vorführen möchte, Abgreifen lassen oder gar sexuellen Spielen (Gang Bang) zur Verfügung stellt. Das dev. Bi- Damen oder Herren gesucht werden Das der Bull gesucht wird fur Sie oder dev Mann Etc. Teilweise werden dabei Clubs und andere Orte genannt, wo ohne Vorgespräch es zur "Sache" gehen soll. Meine FRAGE ist; Wie sichert Ihr euch, als gesuchte Einzelperson, ab, dass dieses Treffen im Konsens mit allen Beteiligten stattfindet? 4 Likes 51 Antworten· vor 11 Monaten

    Der Konsens ..liegt dieser vor ?

    Liebe Gemeinde, die vergangenen Diskussion haben aufgezeigt, dass die Meinungen,wie ein Konsens ausgelegt wird,wie weit dieser reichen kann oder darf, höchst unterschiedlich von den UserInnen bewertet wird. Ich habe ein paar Beispiele zusammen gestellt , bewusst ohne eigenes gelebtes Beispiel. Für alle Beispiel gilt! Top und Bottom haben Ort und Zeitpunkt der Session gemeinsam festgelegt, Grenzen und Tabus werden nicht berührt. SSC - Konsens: 1) Spiel mit Fesseln, Weiche Peitsche, Rohrstock. Alle Spielzeuge sind SUB bekannt. 2) wie 1) nur arbeitet Top mit einem nadelead von dessen Existenz SUB nichts wusste. 3) Spanking Session Top arbeitet nur mit dem bekannten Rohrstock. 4), wie 3. nur arbeitet Top mit einer Stahlrute, die Sub nicht kennt. > Metakonsens. Bewertet bitte unter diesen Aspekt die Fälle 1 - 4. 5. Zirkel. In dieser Gruppe, die sich in eigenen Räumen trifft, hat jeder Top Zugriff auf jede Sub. Grenze und Tabus, sowie Safe-Wort sind jedem Top von jeder Sub bekannt.. 6. Öffentliche BDSM Party. Top Andreas ist mit seiner SUB Mandy vor Ort. Henry, ein Zirkelmitglied ist zufällig auf der gleichen Party,sieht Mandy, greift in deren Ring des Halsbands, führt Mandy zum Bock, legt diese darüber und peitscht ihr den Po rot. Andreas lässt Henry gewähren. Ich würde mich über sachliche Kommentare freue. Ohne irgendwelche Vermutungen zu konstruieren. Dann mal los. Gefragt ist eure Sichtweise,würde empfinden. 5 Likes 123 Antworten· vor 11 MonatenGeschlossen