2020 war ein äußerst schwieriges Jahr für Kinkster. Viele, die zu Hause festsaßen, suchten etwas das ihnen hilft, mit der Isolation umzugehen. Wir haben uns umgesehen, um herauszufinden was die beliebtesten Kinks des Jahres 2020 waren, denn die Gattung Homo sapiens ist bemerkenswert anpassungsfähig & höchst erfindungsreich, wenn es um Schweinkram – ihr wisst schon, das mit den Blumen und den Bienen – geht 😏

 

Virtuelle Realität und Sextech 

2019 ging es Unternehmen, die sich auf Design und die Herstellung von Vibratoren 🍆 spezialisiert hatten, schon ganz gut, doch als die Pandemie begann, setzte ein Run ein. Smarte Produkte, die erotische Erfahrungen über das Netz ermöglichten, gingen weg wie warme Semmeln.  

Dasselbe galt für Virtual Reality Produkte, die von einem ziemlich nerdigen Hobby zu einem Trend wurden, den jede/r ausprobieren wollte. Das wiederum führte zu einer Explosion virtueller und interaktiver Inhalte für Erwachsene. 🖥 Doch VR in seiner derzeitigen Form ist leider noch nicht massentauglich. Ein mäßig leistungsfähiges VR-Rig und ein Computer, um es zu benutzen, kosten bis zu mehreren Tausend Euro.  

 

Orgasmus-Kontrolle (Orgasmdenial) 

Orgasmuskontrolle und Orgasmusverweigerung ist ein weiterer beliebter Kink, den viele Kinkster im Jahr 2020 für sich entdeckt haben. Es ist eine bemerkenswert passende Antwort auf die Pandemie, nicht mehr zu tun, was man am liebsten tut. Orgasmus-Kontrolle ist einfach in der Umsetzung und – jedenfalls verglichen mit dem Abschnitt darüber – sehr erschwinglich. Man braucht nichts weiter als eine Person, die am liebsten heftig kommt, und macht ein aufregendes Spiel daraus, letzteres nicht zu tun.  

Orgasmuskontrolle funktioniert natürlich am besten im Kontext von BDSM, wobei Dominante ihren Untergebenen befehlen, zu masturbieren, und wenn sie kurz davor sind zu kommen, damit aufzuhören. Noch besser ist, dass diejenigen, die keinen realen Spielgefährten haben, auch auf diese Weise spielen können, indem sie sich selbst Grenzen setzen – oder vielleicht eine Fantasie-Domina oder -Dom, die/der die Befehle erteilt. Orgasmuskontrolle kann man gut auf Distanz spielen oder sogar ganz allein, denn das Schlimmste, was passieren kann, ist – oopsie! – dass man kommt, wenn man es nicht geplant hat. 

 

Selbst- und Ehrenfesselung (Self Bondage) 

Als Nächstes kommt ein Trend aus dem Jahr 2020, der mit einer gewissen Sorgfalt zu betrachten ist. Die Risiken, die es beim Bondage gibt, sind inhärent und sie verschwinden nicht, weil man auf einen Partner verzichtet. Es ist nämlich niemand zugegen, wenn doch mal etwas schiefgeht. 

Es gibt jedoch Möglichkeiten, Bondage ohne einen Partner sicher zu genießen. Der Trick besteht darin, sich nicht wirklich selbst zu fesseln. Stattdessen legt man ein Seil in Schlaufen, gegen das man ziehen kann, um das Gefühl einer Fesselung zu erzeugen, aus dem man sich aber leicht selbst befreien kann. 

Dann gibt es noch das Ehren-Bondage, das rein psychologisch wirkt und ohne physische Komponente auskommt. Man benötigt keine Seile, Ketten oder Manschetten, sondern die Domina oder der Dom befiehlt der/dem Sub einfach während einer Session so zu tun, als ob er/sie gefesselt wäre. Obwohl diese Technik sicher nicht alle Aspekte der Lust auf Fesselungen befriedigt, ist es immerhin ein Ersatz und darüber hinaus auch ohne jedes Risiko. 

 

Analspiele 

Witzig, dass es einer Pandemie bedarf, damit einige Kinkster auf die Idee kommen, die erotischen Möglichkeiten und Aspekte ihrer Analregion zu erkunden. 🍑 Aber ja doch, Anal Play war eindeutig ein Trend des Jahres 2020 und das ist auch gut so, denn Analspiele können sehr lustbringend sein und sind mit wenigen gut kalkulierbaren Risiken verbunden.  

 

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Versaute BDSM Sessions über Zoom wurden 2020 zum Trend 

 

Live-Streaming  

Live-Streaming ist ein weiterer Trend aus dem Jahr 2020, was, wenn man darüber nachdenkt, eine Menge Sinn ergibt. Schließlich sind viele von uns Kinkster zu Hause gefangen und sehnen sich danach, andere zu sehen – oder von anderen gesehen zu werden. Ähnlich wie Virtual Reality und Sextech-Firmen haben sich Videokonferenzdienste wie Zoom und Skype von einer nerdigen Seltenheit zu etwas entwickelt, auf das wir, ob pervers oder nicht, nicht verzichten können. 

In Bezug auf BDSM gab es einen derartigen Anstieg von live gestreamten Sessions, dass es fast zu einem Hauptbestandteil in Dating-Profilen geworden ist. Auch haben Live-Streams einen neuen Stil des Spieles hervorgebracht und sich als quasi Standard für virtuelle Kink-Events etabliert. Einzelne Personen und Paare verabredeten sich auf Zoom, um geile Shows für Voyeure und Exhibitionisten zu veranstalten, die begeistert sind, ihren BDSM auf einer virtuellen Bühne zu zeigen. 

Leider wurden im Verlauf des Jahres 2020 verschiedene Videokonferenzplattformen in Bezug auf alles, was mit Sex oder Kink zu tun hatte, unruhig und zogen den Stecker oder sperrten die Benutzer ganz aus. Seufz! 😔

 

Hallo kinky 2021 

Obwohl COVID-19 uns wahrscheinlich noch eine ganze Weile begleiten wird, sollten wir uns die Zeit nehmen, neue Dinge auszuprobieren oder uns an dem zu erfreuen, was bereits Freude bereitet – je nach Interessen oder Leidenschaften. 

Egal, wie es sich manchmal anfühlen mag, wir werden das durchstehen. Wenn die Sonne schließlich hinter den dunklen Wolken hervorkommt, werden wir vielleicht sogar als bessere Menschen daraus hervorgehen, weil wir diese Zeit als Gelegenheit genutzt haben, bisher unbekannte Dimensionen unseres sexuellen Selbst zu entdecken – ob pervers oder nicht! 

 

Tomasz Bordemé ist Autor und Blogger, der über BDSM und Erotik schreibt. Außerdem versorgt er unsere kinky Community auf Fetisch.de mit News und Einsichten aus der Szene.

 

Welche versauten Spielchen hast du während des Lockdowns ausprobiert?
Lass es uns wissen! 😈

 

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2 Kommentare

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9b****
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DickesKätzchen

Geschrieben

Am 28.1.2021 at 13:51, schrieb Rheinpirat:

Trends... finde ich persönlich uninteressant. Mache schon immer nur wozu ich Lust habe.

Ich auch, immer und immer öfter

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Rh****

Geschrieben

Trends... finde ich persönlich uninteressant. Mache schon immer nur wozu ich Lust habe.

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