"Es ist für den Ernst zu viel Spiel und für das Spiel zu viel Ernst", meinte einst Gotthold Ephraim Lessing über Schach.
Es könnte aber genauso gut von mir über BDSM sein.
Jeder Mensch hat irgendwann irgendwie irgendeine Neigung zu irgendwas. Und einen Menschenverstand, mit dessen Hilfe er dieser oder jener Neigung nachgibt oder eben nicht.
Ich bin Doms Alptraum.
Denn:
BDSM ist für mich eine Möglichkeit, echte unBDSMige Empfindungen spielerisch auszuleben. BDSM ist keineswegs der Sinn meines Lebens.
Wie du mir, so ich dir.
Wer mich beherrschen will, der muss mich erst mal erobern.
"Sub" bin ich, wenn und so lange es mir! gefällt.
Mit mir gibt's immer was zu lachen.
Habe ich.
Tabus erst recht.
"Nein" und "Rot" sind Safewords. Was danach geschieht, geschieht ohne mein Einverständnis, ist somit kein BDSM und zieht Konsequenzen nach sich.
Zitat: "Das Verhalten stimmt selten mit dem gesagten überein."
Das entspricht auch meiner Erfahrung. Die sich als "Doms" bezeichnen, haben in Wirklichkeit oft nicht mal ein eigenes Rückgrat. Sie erleben sich in echt immer als irgendwie unterlegen, ausgeliefert, machtlos. Also träumen sie davon, mal Weiterlesen… selbst der Bestimmer zu sein, und spinnen sich so ihren Film fürs Kopfkino zurecht, mit sich selbst als denjenigen, der bestimmt und nach dem sich alles richtet. Guckst du aber genauer hin, hinterfragst womöglich was, dann bröckelt die Fassade ganz schnell, und zack, ist von dem "Dom" nichts mehr übrig.
"Subs" hingegen erlebe ich als anmaßend, so à la "Bespiele mich dann, wenn es mir passt, und so, wie es mir passt. Und wenn ich dir die Füße lecken will, dann leck' ich sie dir, egal ob du das magst oder nicht."
Was lehrt mich das? Es lehrt mich, dass BDSM eine Phantasiewelt ist. Um es auf den Punkt zu bringen: eine Männerphantasiewelt, in der Frauen so zu funktionieren haben wie der Mann das in seinem Kopfkino erleben möchte, sowohl als dessen Regisseur als auch als Hauptdarsteller in der Rolle des "Dom" oder "Sub".
Die Wirklichkeit stört da nur. Deshalb geht man(n) ihr wie auch einer echten Frau lieber aus dem Weg.
Zitat: "daher die Frage warum tut „Dom“ sowas?"
Noch mal Zitat: "Ist es fehlendes Interesse, Unsicherheit, einfach nur begehrt zu werden, ohne etwas aktiv dafür zu tun?"
Genau das ist es. Bei dem einen mehr dieses, bei dem anderen mehr jenes. Aber in jedem Fall geht es nie wirklich um dich als Weiterlesen… Person.
Weil "Dom" nichts weiter ist als die Verkürzung von "Dominus", also "Herr".
Und "Dominus" wiederum kommt von den ollen Römern, die jemanden als "Dominus", also als "Herrn" bezeichneten, der ein "Domus" besaß, also ein Haus. Ein richtiges. Keine Bretterbude.
Ein "Herr" ist also - gedacht - sozusagen Weiterlesen… jemand "von Stand". Jemand also, der Einfluss hat, Macht ausübt, HERRscht - was somit logischerweise wiederum "Dominieren" genannt wird.
Heutige "Domini", gerade "Doms" im BDSM-Zusamnenhang, haben ganz sicher nicht immer Häuser, sondern vielleicht gerade mal das Geld, um sich 'n Eintritt zu 'ner Party in 'nem BDSM-Club zu leisten und mit Glück dort sogar 'n Bier. Aber der Gedanke von Macht und Einfluss ("Dominanz") ist im Kern immer noch der gleiche wie bei den ollen Römern.
Und wenn man's in echt nicht zu haben meint, dann phantasiert man es sich eben zurecht - in der Hoffnung, dass sich jemand findet, der/die diese Phantasien mitträgt und vielleicht sogar aktiv bedient - durch "Submission" ("Unterwerfung").
Es gibt keine BDSM-Begriffe. Anders: Alle Begriffe, die im BDSM-Zusammenhang verwendet werden, gab es bereits, als an BDSM noch gar nicht zu denken war. "BDSMler" haben diese Begriffe für sich lediglich angenommen und interpretieren sie auf ihre Weise (um). Trotzdem existieren diese Begriffe nach wie vor auch völlig ohne BDSM und werden außer-BDSMig auch in ihrem ursprünglichen Sinn angewandt.
Daraus ergeben sich dann mitunter Diskrepanzen bei der Verständigung, eben wenn einer in der Realität kommuniziert und der andere in der Wolke seiner BDSM-Phantasien, die zu teilen jedoch niemand verpflichtet ist. Auch kein BDSMler!
Ach ja, apropos. Es ging ja eigentlich um die Frage nach dem Unterschied zwischen "Sub" und "Sklave".
"Sub-" ist lateinisch für "unter". "Submission" ist also "Unterwerfung" oder "Unterwürfigkeit". Submission und submissive (unterwürfige) Menschen gibt es mit und ohne BDSM; Sklaven gibt es hierzulande nicht, da Sklaverei abgeschafft ist.
Alles darüber hinaus ist pure BDSM-Phantasie der jeweils unmittelbar Beteiligen und außerhalb derer Phantasiewelt BDSM völlig ohne Bedeutung und vor allem ohne (Rechts-)Anspruch auf was auch immer.
Wenn also du, @Rosenrot82, den Unterschied zwischen Sub und Sklavin wissen möchtest und auf eine realistische Antwort Wert legst, dann schau ins Geschichtsbuch und ins Lateinbuch.
Möchtest du eine Antwort, die von BDSM-Phantasie geprägt ist, dann frag am besten dein eigenes Empfinden und am zweitbesten deinen BDSM-Partner. Denn es sind ja EURE Phantasien, die ihr umsetzen wollt, nicht die von wer weiß wem Unbeteiligtem.
Sicher?
Ich habe mir vor kaum einer Minute ihr Profil angesehen!
Und da steht u. a. auch, dass sie zuletzt vor gerade mal 14 Stunden hier online war.
Ein Sklavenvertrag ist lediglich eine Art Spielutensil für BDSMler, die auf so was stehen. - Nicht abwertend gemeint.
Real nach BGB einklagbar ist er nicht, da sittenwidrig.
Rechtliche Konsequenzen könnten sich allenfalls nach dem StGB ergeben, aber darauf näher einzugehen ist an dieser Stelle zu Weiterlesen… speziell und führt zu weit.
Auch das war mir neu. Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich auf einer anderen Plattform ausdrücklich nach diesem e. V. gefragt worden bin. Da gab es den womöglich schon gar nicht mehr ...
Gesellschaftliches Empfinden setzt gesellschaftliche Kenntnisnahme voraus.
Warum aber soll "die Gesellschaft" zur Kenntnis nehmen müssen, was du und deine Partnerin sexuell miteinander anstellt?
So lange ihr beide gleichermaßen an dieser oder jener Praktik Spaß habt und damit niemanden belästigt, Weiterlesen… kann euch das "gesellschaftliche Empfinden" doch egal sein.
"Degrading" ist Kindergarten.
Wer so was braucht, der bringt's nicht.
Na, du "Dom/Master"?
Und welche "(Lebens-)Bereiche" deiner "Sklavin" darfst du denn inzwischen "kontrollieren"?
Offenbar gar keinen. Denn warum sonst bist du Single?
Und? Was spricht dagegen?
Von dir aus: gar keinen.
Von ihr aus: welchen sie dir zu kontrollieren erlaubt.
Ach, und auch eine "Sklavin" ist nur so lange "Eigentum", wie sie es für richtig hält. Sie hat das letzte Wort. Es kann "Jawohl" oder ähnliches sein - auch "Hau zu" -, aber eben auch "Hau ab!" Und dann kannste alle Weiterlesen… deine Phantasien von wegen "Eigentum" vergessen und wieder in der Realität ankommen, in der Menschen niemals "Eigentum" sind.