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Offene Partnerschaft...was ist eure Erfahrung mit unterschielichen Polypartnerschaften?


CuriousF

Empfohlener Beitrag

Huhu,

das sind sehr viele Fragen auf einmal :) Ich erzähle von meinen Erfahrungen / Sichtweisen.

Da ich selbst eine Person bin, die viel Zeit für sich braucht, frage ich mich auch gerade, ob Erstpartnerin sein für dich so ein guter Schritt ist. Das was du beschreibst, dürfte mehr in Richtung Solo Polyamorie passen, da ist man sich selbst "Erstpartnermensch". Sprich die eigene Zeit und Beziehung zu sich selbst steht an erster Stelle, dann erst die anderen Menschen. Zumindest so im Groben, jeder legt das für sich selbst auch anders aus... 

Für mich würde Erstpartnermensch sein bedeuten, dass ich die meiste Zeit mit dem Gegenüber verbringe, in Alltagsdingen viel oder voll eingebunden bin und auch familiär der Hauptmensch bin, der mit auf Feiern, Treffen etc. geht. Ich hab jetzt erst für mich gelernt, dass das auch im polyamoren Bezug für mich einfach nicht so zuträglich ist, weil ich meine Alleinzeit brauche und zwar im größeren Kontext.

Potenzieller Neid / Eifersucht:

Um das Thema wirst du nicht drumherum kommen, allerdings versuche es als größere Chance zu sehen. Es zeigt dir in der Regel an, welche Bedürfnisse von dir nicht gedeckt sind. Das können Bedürfnisse sein, die du dir selbst erfüllen kannst, aber auch partnerspezifische Sachen. Sprich wenn dein Gegenüber mit einer weiteren Person irgendeine sexuelle Praktik macht, die ihr noch nicht gemacht habt, kann es sein, dass du bsp. neidisch wirst, weil du diese Sache auch haben möchtest - das würde ich als Impuls sehen, mit deinem Partner darüber zu sprechen. Es ist halt immer wichtig zu überlegen, weshalb man genau eifersüchtig / neidisch ist und hier wirklich an die Wurzel kommt. Und nicht das, was einem der Kopf als erstes vorschlägt. Diese Wurzel kann allerdings auch bedeuten, dass du für dich herausfindest, dass Polyamorie über deine Grenzen hinaus geht und du damit gar nicht klar kommst - das ist auch vollkommen okay. Sollte dann aber adressiert werden und dann überlegt werden, wie das in Zukunft aussieht - heißt, ggf. Trennen sich die Wege. 

Mir hat es damals geholfen, dass der Partner, der mir den Einstieg in die offene Beziehung / Polyamorie gegeben hat, sich zurück gehalten hat - ich war zuerst am Daten mit anderen Menschen, an Beziehungen / Dynamiken aufbauen mit anderen Menschen. Und dann hat sich das nach und nach geöffnet, dennoch hatten wir unsere Ecken und Kanten, woran wir zu knabbern bzw. zu reden hatten. Sehe es auch nicht als Pflicht an, dass du dich für deinen Partner bei jedem Metamour mitfreust - dass musst du nicht zwingend und das bedeutet auch nicht im Umkehrschluss, dass du eifersüchtig bist. Du kannst da auch einfach nur "neutral" fühlen. 

Im übrigen können auch andere auf dich neidisch/eifersüchtig sein und da hilft oftmals auch das Gespräch und ergründen, was los ist. Es kommt leider häufiger vor, dass Menschen dann auch versuchen, die andere Beziehung zu zerstören (selbst wenn es die Hauptbeziehung ist) um den Menschen für sich alleine zu haben usw. Es sind nicht alle so zum Glück. Allerdings gibt es diese Menschen und Fälle durchaus... 



Sicherheit / STDs:
Das handhabt jede Polykonstellation anders. Es gibt sogenanntes "fluided bonded". wo dann durchaus der Austausch von Flüssigkeiten stattfindet, dass kann von Speichel, Sperma bis hin zu Blut gehen - das machen durchaus auch mehrere gemeinsam. Vorab wurde eben auf Geschlechtskrankheiten getestet und dann wird nach außen hin darauf geachtet, dass Kondom (auch über Spielzeug), Lecktücher usw. genutzt werden. 100% Sicherheit gibt es nicht, denn einiges kannst du dir auch ohne sexuellen Kontakt holen. 
Häufiger ist die absolute Kondompflicht, regelmäßiges Testen auf Geschlechtskrankheiten und eben alle(!) beteiligten informieren, sollte da ein Test positiv zurück kommen. Das heißt auch zu informieren, wenn mal ein Kondom bei einem ONS platze oder gar nicht benutzt wurde oder oder. Allerdings muss man hier auch vertrauen können... Und man muss sich bewusst sein, dass man hier ggf. mehrere Personen schädigen kann, wenn man mit dem eigenen Egoismus voranprescht. Daher bitte wirklich abklären und dir vorab überlegen, wo deine Grenzen liegen. Für einige Menschen sind bsp. Lecktücher vollkommen unverständlich, weil die Wahrscheinlichkeit so gering ist, für andere ist es ein Muss - dass kann zu Reibereien führen innerhalb des Polynetzwerkes.

 

Erklärung an die eigene Familie:

Von Gar nicht bis alles ist alles möglich. Es kommt auf die Familie an... Meine ist leider nur teilweise tolerant, weswegen ich bisher nur meinen Kernpartner zu Treffen mit der Blutsfamilie brachte. Nur eine Person weiß im groben Bescheid, hat allerdings längst nicht alle aktuellen Daten. Meine ausgesuchte Familie, die auch mein Polynetzwerk bildet, weiß eben komplett Bescheid und da gibt es durchaus gemeinsame Geburtstage etc. 
Ich weiß auch von Konstellationen, wo die Blutsfamilie so offen ist, dass die verschiedenen Partner bsp. an Weihnachten mal routieren oder ggf. alle mit dabei sind - das funktioniert halt nicht überall und ggf. muss man sich halt überlegen, wen man mitnehmen möchte oder ob man ganz darauf verzichtet. Und das dann auch klar als Grenze kommunizieren bei den anderen Partnermenschen.

 

Beziehung zu den anderen Partnern des Partners

Meine Erfahrungen sind hier relativ gemischt, es sind alles nur Menschen und ich bin auch nur ein Mensch. Ich kann und muss nicht alle mögen, die meine Partnermenschen mögen / lieben. Es gibt also durchaus Freundschaften, manche Metamours sind auch nochmals Partner von mir. Den meisten stehe ich positiv gegenüber, manchen allerdings auch mal skeptisch gegenüber. Mich hat eine neue Partnerin eines Partners mal mehr oder weniger verletzt, das war dann wirklich schwierig zu navigieren. Was eben auch hier als Risiko immer mitschwingt: Wenn irgendwo eine Trennung passiert, muss man damit ggf. leben immer noch die Experson zu sehen im gemeinsamen Freundes/Partnerkreis. Polynetzwerke haben es meistens in sich, dass die oftmals in der Region relativ zusammenhängend sein können - vor allem wenn man die gleichen Vorlieben an Menschen hat ;) Dessen sollte man sich bewusst sein, nur weil man sich selbst von jemanden trennt, heißt das nicht, dass alle anderen Menschen da dann auch den Kontakt abbrechen müssen bzw. sich auf eine Seite zu stellen haben.



BDSM Dynamiken mit Polynetzwerk

Wie bei allen anderen Punkten auch: Communikation is Key. Gerade wenn es darum geht, dass es bsp. eine 24/7 Dynamik ist, muss man über mehrere Ebenen hinweg den Konsens herstellen! Sprich nicht nur zwischen Top und Bottom sollte Konsens herrschen, sondern auch Konsens mit allen weiteren Partnern. Wenn in der Dynamik irgendetwas dauerhaft verboten wird, bsp. Sex, müssen alle anderen Menschen damit auch einverstanden sein. Die Regeln einfach existent machen und "kommt damit halt jetzt klar" ist nicht die feine Art. 
Bei Dynamiken, die einfach nur innerhalb einer Session funktionieren ist es einfacherer. Dennoch können hier bestimmte Tabus / Grenzen auch andere außerhalb dieser Dynamik beeinflussen. Ich hatte mit einem Expartner herausgefunden, dass er mir Ohrfeigen geben kann, während ich bei anderen Menschen Panik bekam - demnach war es bei ihm in Ordnung, bei allen anderen Menschen Tabu. Das ging auch so in Ordnung, weil das meine persönliche Grenze / mein persönliches Tabu war. Hätte ich allerdings gesagt, ich liebe Ohrfeigen und mein Expartner sagt: "Die darf nur noch ich geben, alle anderen nicht." hätte das, wären zu diesem Zeitpunkt andere Partner existent gewesen, ggf. zu Problemen geführt. Vielleicht hätte dann noch eine Dynamik bestanden, wo Ohrfeigen sehr gerne verteilt wurden und plötzlich verbietet jemand Drittes diese ohne vorab ein Gespräch zu suchen. 

Das ist absolut nicht okay. 

Sollte man eine Hierarchie in seinem Polynetzwerk haben, sollte man das ebenfalls offen kommunizieren. Es gibt Menschen, die keine Erstpartner, Zweitpartner usw. haben, sondern alle Partner als gleichwertig und gleichwichtig ansehen. Es gibt Menschen, wo automatisch eine Hierarchie entsteht, weil eine Beziehung mit einer gemeinsamen Wohnung verbunden ist und alle anderen Beziehungen bsp. Fernbeziehungen sind. Und es gibt Menschen, die von Anfang an sagen, es gibt einen Hauptpartnermenschen und alle anderen sind zweitrangig und somit deren Bedürfnisse auch zweitrangig - selbsterklärend, dass man hier jedem die freie Wahl lassen sollte, ob das wirklich für einen etwas ist oder nicht. Denn diese Konstellationen haben immer auch irgendwie einen Einfluss auf die anderen Beziehungen und ggf. auch auf die Dynamiken. Egal was man für sich selbst als richtig entscheidet, es ist vollkommen legitim und okay. Nur ist es genauso okay und legitim, wenn dein Gegenüber dann sagt: "Nein sorry, ich lebe mein Poly so und so aus und das passt dann nicht mit deinem Poly überein." 

 

Hab auch keine Angst vor Fehlern, stelle dich auf viele Gespräche ein - vor allem ernsthafte und tiefe Gespräche. Mach dir keine Vorwürfe, wenn du nochmals fünf Schritte zurückgehen muss, weil ein Schritt zu viel war. Mach dir keine Vorwürfe, wenn deine Gefühle mit dir Achterbahn fahren werden, wenn Beziehungsprobleme aufkommen und dir Steine in den Weg legen, weil du es nicht anders kennengelernt hast usw. Gerade wenn man einen bestimmten Bindungstyp hat - der schon im Kindesalter beeinflusst wird - wird dieser sehr stark in den poly Beziehungen aufkommen, der sichere Bindungstyp hat nämlich selten jemand inne... Polyamorie zeigt relativ schnell und relativ hart auf, was dir die Gesellschaft in diesem Kontext "falsch" beigebracht hat - vieles gilt auf einmal nicht mehr, vieles ist sowieso total veraltet usw. Und gerade wenn man bsp. Kommunikation nicht von Klein auf richtig erlernt hat, wie man es jetzt braucht, sind Missverständnisse, Streitereien usw. durchaus eine Möglichkeit. Das ist vollkommen normal - Polyamorie fordert einen durchaus heraus und man hat auf einmal viel mehr Arbeit. Man muss an sich selbst arbeiten, an den eigenen Beziehungen usw. Allerdings wächst man auch durchaus daran und lernt viel neues :) Ebenso wird dir bewusst, dass Zeit nicht unendlich zur Verfügung steht und wie nützlich ein Kalender ist :D

 

Zunächst möchte ich kurz auf die Punkte eingehen. 

vor 5 Stunden, schrieb CuriousF:

potenzieller Neid in der Partnerschaft als Primärpartner und von Sekundärpartnern.
- Sicherheit (im Spezielen STDs)
- Wie erklärt man es der eigenen Familie
- Wie steht ihr zu denn 'Anderen'? Kennt man sich und ist freundschaftlich oder so weit wie möglich  getrennt? etc.

Potenzieller Neid kann natürlich vorkommen und da hilft zum einem Reden und zum anderen für sich selbst reflektieren warum mam gerade Neid verspürt und wie stark dieser ist.

STD Tests sind regelmäßig Pflicht. Zudem auch immer wenn es innerhalb des Konstruktes Partnerwechsel gab. Dazu gehört natürlich Ehrlichkeit auf allen Seiten. Insgesamt ziehen wir es aber vor feste Nebenpartner zu haben um das Risiko zu minimieren. 

Der eigenen Familie erklären. Dazu kann ich nicht viel sagen. Die Frage ist ob die Familie das so im Detail wissen muss. Meine Familie weiß das ich Bi bin, mehr nicht. Das ich Bi bin habe ich meinen Eltern ganz nebenbei beim Sonntagskaffee erzählt ohne großes Brimborium. Wie und wann man es seiner Familie erzählt wenn man andere Beziehungskonstrukte lebt, hängt vielleicht auch von dem Verhältnis zur Familie ab. 

Wie man zu den anderen steht. Mir ist Transparenz wichtig also erzählen wir uns alles und lernen die anderen im besten Fall auch kennen. Aktuell kennen sich alle untereinander und wir planen auch zu dritt, zu viert essen zu gehen und so weiter.

Wie Paare im Einzelenen damit umgehen und welchen Rahmen sie stecken ist auch eine Entwicklung. Anfang denkt man vielleicht man will alles wissen was der andere macht und mit wem und dann merkt man, es tut weh oder macht andere blöde Gefühle. 

Andere wollen vielleicht lieber gar nichts wissen und machen sich dann zu viele Gedanken darüber was der andere wohl gerade macht und mit wem.

Gerade am Anfang muss man vielleicht auch die verschiedenen Möglichkeiten durchspielen um zu sehen wie es sich anfühlt und was sich richtig anfühlt. Es ist nicht ganz leicht seine eigenen Gefühle sofort einordnen zu können. 

Eierfersucht lässt sich nicht immer ganz ausschalten. Dann muss man darüber reden.

Es gibt schon ein paar Stolpersteine doch mit Geduld, Ehrlichkeit und vielen Gesprächen kann man die überwinden. 

Nicht jeder ist für so eine Beziehung geeignet. Wenn man merkt das es einen nur quält und man nur unglücklich ist muss eine Lösung finden. Im Zweifel eben sich aus den Konstrukt lösen. Am Anfang hört sich das vielleicht alles verlockend und easy an doch was es mit einem macht wenn man es dann lebt ist noch etwas anderes.

Und jetzt die schönen Dinge. 

Ich bin froh das wir es leben wie wir es leben. Wir haben beide ein paar Bedürfnisse die wir einander nicht erfüllen können und wir haben darum die Freiheit geschaffen diese Dinge dann mit anderen Partner zu erleben. Wir gönnen dies einander und freuen uns für den anderen wenn schöne Erfahrungen gemacht werden. 

Unsere Beziehung funktioniert so wunderbar weil wir offen und ehrlich miteinander sind und insgesamt fügt es sich mittlerer immer öfter so dad wir die selben Menschen treffen. 

Er liebt seine Kinky Partys und Clubs die ich meide also geht er mit seine anderen Partnerin dort hin. 

Ich liebe SM und habe dafür jemand anderen um SM zu auszuleben. 

Dennoch genießen wir unsere gemeinsame Zeit sehr, vielleicht sogar mehr und intensiver. 

 

Ich bin selbst nicht zu Poly-Konstellationen geneigt, aber habe bisher nur Dramen im Umfeld erlebt. Habe mal einen Artikel einer Paarthe***utin dazu gelesen und fand den (sinngemäß wiedergegeben) Satz ganz passend, dass "eine" Beziehung schon sehr viel emotionale Arbeit mit sich bringt und poly das vervielfacht.
Das kann natürlich alles gut gehen und da werden sicherlich auch einige mit glücklich, aber mein persönlicher Eindruck ist in der Vergangenheit gewesen, dass es häufig idealistisches Wunschdenken bleibt und an der Realität scheitert, da die von dir genannten Fragen und weitere Probleme stets im Raum sind. Jetzt wollen mich hier bestimmt einige dafür kreuzigen, aber das sind nunmal meine Erfahrungswerte und ich glaube, es gehört sehr viel dazu, damit das für alle Beteiligten erfüllend und von Dauer ist.
Vor 1 Stunde, schrieb Aberration:
Ich bin selbst nicht zu Poly-Konstellationen geneigt, aber habe bisher nur Dramen im Umfeld erlebt. Habe mal einen Artikel einer Paarthe***utin dazu gelesen und fand den (sinngemäß wiedergegeben) Satz ganz passend, dass "eine" Beziehung schon sehr viel emotionale Arbeit mit sich bringt und poly das vervielfacht.
Das kann natürlich alles gut gehen und da werden sicherlich auch einige mit glücklich, aber mein persönlicher Eindruck ist in der Vergangenheit gewesen, dass es häufig idealistisches Wunschdenken bleibt und an der Realität scheitert, da die von dir genannten Fragen und weitere Probleme stets im Raum sind. Jetzt wollen mich hier bestimmt einige dafür kreuzigen, aber das sind nunmal meine Erfahrungswerte und ich glaube, es gehört sehr viel dazu, damit das für alle Beteiligten erfüllend und von Dauer ist.

Warum sollte man für eine Meinung kreuzigen?

Vor 7 Minuten , schrieb Didios:

Warum sollte man für eine Meinung kreuzigen?

Och, passiert hier häufig genug, dass manche sich durch sowas persönlich angegriffen fühlen. 😅

Vor 12 Minuten , schrieb Didios:
Aus Erfahrung: Klare Regeln sich klar machen und deutlich kommunizieren, welche die jeweiligen Bedürfnisse und vor allem Grenzen aufzeigen. Falls was mal bisschen schief läuft (iwas ist im realen Leben immer), sofort thematisieren, keine Lasten mit sich schleppen (das wird ausarten).

Ganz wichtig, wie ich finde: Wenn es um Polyamorie geht, braucht man entsprechende psychischen und zeitlichen Kapazitäten für emotionale Achterbahnen. Wenn es nur um den körperlichen Spaß gehen soll, ist es einfacher (wobei hier dann aufgepasst werden muss, möglichst keine emotionale Bindungen aufzubauen. Das kann vlt. nicht jede/r).
Sicherheit und Wohlfühlgefühl müssen stets gewährleistet sein.

Dem stimme ich uneingeschränkt zu
Und es ist einfach auch nichts für jeden das oben genannten ist absolut obligatorisch für eine gesunde Bindung nicht nur für poly.
Sollange ihr so eine klare und rücksichtvolle Kommunikation habt und dadurch etliches vertrauen beibehalten kömnt und die emotionale und persönliche Ebene immer wieder aufräumen könnt falls dort etwas mal kippt ( was völlig normal ist ). Nutz die Gelegenheit - die Erfahrung kann dich/ihn/euch nur bereichern selbst wenn du für dich feststellst das die Vorstellung passend war aber die Umsetzung zu Problemen führt dann geht man einfach wieder eine oder zwei Ebenen zurück, wie du schon schreibst. Sollte die Bindung daran zerbrechen weil etwas für einen untragbar ist dann ist das auch ok, das passiert mit oder ohne "testen" man hat i.d.r nur schnellere Resultate und kann sich weniger schön reden/ausmalen.
Mehr über sich selbst zu erfahren und sich auszuleben und das Verantwortungsbewusst und im besten Fall reflektiert ist immer mehrwert.

vor 4 Stunden, schrieb bz_lustknabe:

Wie erklärt man das seiner Familie? Gute Frage.

Um welchen Teil der Familie geht es denn? Eltern, Geschwister, eigene Kinder? 

 

Vielen, vielen Dank an euch alle, ihr seid der Hammer und habt mir echt sehr geholfen <3
Wahnsinn das ihr euch teilweise genug Zeit genommen habt einen halben Roman zu schreiben...dank euch konnte ich mir ein viel besseres Bild machen, selbstreflektieren und habe gleich nochmal mit meinem potenziellen Partner telefoniert um wichtiges anzusprechen!

 

vor 9 Stunden, schrieb NoDoll:

Um welchen Teil der Familie geht es denn? Eltern, Geschwister, eigene Kinder? 

 


Es geht in erster Linie um meinen Zwillingsbruder aber langfristig wäre es schön wenn ich auch dem weiteren Verwandtenkrei sagen kann das ich jemanden habe. Die Poly Realität wäre mir aber nur wichtig mit meinem Bruder und gegebenenfalls meinen Freunden anzusprechen. Mein potenzieller Partner und ich leben beide in Finland, meine Familie in Deutschland, insofern ist es kein Problem solang er bereit dazu wäre das ich mal ein paar Bilder von uns schicke oder er vielleicht mal an Ostern oder so mit mir Heim kommt und hallo sagt. Falls ich dann noch andere Partner/innen sammle bzw. die Situation sich seinerseits sehr öffentlich verkomplitziert wäre ganz die Karten auf den Tisch legen mehr wichtig denke ich. 

Meine Sorge ist wie ich ihm erklären kann das es keine 'der Typ nutzt dich und die anderen Frauen nur aus' Situation ist...ist ja einfach die Konklusion zu erreichen undsich um die Schwester sorgen zu machen. Zudem ist mein potenzieller Partner vier Jahre älter als ich was auch in den Stereotyp spielt.

 

vor 5 Stunden, schrieb CuriousF:


Es geht in erster Linie um meinen Zwillingsbruder aber langfristig wäre es schön wenn ich auch dem weiteren Verwandtenkrei sagen kann das ich jemanden habe. Die Poly Realität wäre mir aber nur wichtig mit meinem Bruder und gegebenenfalls meinen Freunden anzusprechen. Mein potenzieller Partner und ich leben beide in Finland, meine Familie in Deutschland, insofern ist es kein Problem solang er bereit dazu wäre das ich mal ein paar Bilder von uns schicke oder er vielleicht mal an Ostern oder so mit mir Heim kommt und hallo sagt. Falls ich dann noch andere Partner/innen sammle bzw. die Situation sich seinerseits sehr öffentlich verkomplitziert wäre ganz die Karten auf den Tisch legen mehr wichtig denke ich. 

Meine Sorge ist wie ich ihm erklären kann das es keine 'der Typ nutzt dich und die anderen Frauen nur aus' Situation ist...ist ja einfach die Konklusion zu erreichen undsich um die Schwester sorgen zu machen. Zudem ist mein potenzieller Partner vier Jahre älter als ich was auch in den Stereotyp spielt.

 

Naja du machst dir vielleicht gerade viele Gedanken um ungebackene Brötchen. Was normal ist, das will ich gar nicht herunter spielen.

Vielleicht kannst du mit dir selbst erst einmal einen Kompromiss schließen. Wenn du dich auf diese Beziehung einlässt und vorerst deine Erfahrungen sammelst bis du weißt ob dieses Beziehungsmodell überhaupt etwas für dich ist, kannst du den nächsten Schritt in Richtung Familie und Freunde gehen. 

Auch wäre es vielleicht hilfreich mit diesen potenziellen Partner zu sprechen woe er dazu steht deine Familie bei Zeiten kennenzulernen. 

Auch könntet ihr für euch erst einmal klären wie euer Polykül aussehen soll. Also lebt ihr euch gemeinsam mit anderen aus oder wird jeder nebenbei noch andere haben? 

Ich denke es Schritt für Schritt anzugehen ist eventuell vorteilhafter als direkt voranzupreschen. 

Den Partner soweit sich erst einmal in der Familie integrieren könnte auch hilfreich sein. Wenn sie ihn kennenlernen konnte und eine gewisses Basis zwischen ihm und Familie besteht klingt alles schon etwas anderes als der Familie einen Fremden zu präsentieren der nebenher noch andere hat. 

Und dann ist die Frage wie viel die Familie überhaupt wissen muss. Soll die Familie später überhaupt noch andere Partner kennenlernen? 

Das sind Dinge die man am besten angehen kann wenn alles soweit gefestigt ist. 

 

vor 12 Minuten, schrieb NoDoll:

Naja du machst dir vielleicht gerade viele Gedanken um ungebackene Brötchen. Was normal ist, das will ich gar nicht herunter spielen.

Vielleicht kannst du mit dir selbst erst einmal einen Kompromiss schließen. Wenn du dich auf diese Beziehung einlässt und vorerst deine Erfahrungen sammelst bis du weißt ob dieses Beziehungsmodell überhaupt etwas für dich ist, kannst du den nächsten Schritt in Richtung Familie und Freunde gehen. 

Auch wäre es vielleicht hilfreich mit diesen potenziellen Partner zu sprechen woe er dazu steht deine Familie bei Zeiten kennenzulernen. 

Auch könntet ihr für euch erst einmal klären wie euer Polykül aussehen soll. Also lebt ihr euch gemeinsam mit anderen aus oder wird jeder nebenbei noch andere haben? 

Ich denke es Schritt für Schritt anzugehen ist eventuell vorteilhafter als direkt voranzupreschen. 

Den Partner soweit sich erst einmal in der Familie integrieren könnte auch hilfreich sein. Wenn sie ihn kennenlernen konnte und eine gewisses Basis zwischen ihm und Familie besteht klingt alles schon etwas anderes als der Familie einen Fremden zu präsentieren der nebenher noch andere hat. 

Und dann ist die Frage wie viel die Familie überhaupt wissen muss. Soll die Familie später überhaupt noch andere Partner kennenlernen? 

Das sind Dinge die man am besten angehen kann wenn alles soweit gefestigt ist. 

 

Vielen Dank fuer die tiefe Antwort! Ja es ist echt wahr das ich mir jetzt schon unnötig Sorgen mache...ich bin da tendenziell immer gerne gleich dabei nicht aus Sorge sondern aus Interesse. Ich denke es ist in erster Linie noch so der Nachschwung von heteronormativen Gesellschaftlichen Regelungen & Erwartungen. Das ganze ist neu und spannenend und der Drang ist da irgendwie all Fragen die 'normalerweise' ganz klar wären jetzt schon durchzukalkulieren obwohl das gar keinen Sinn ergibt. Das und der Fakt das ich meinen Bruder morgen in einem Videoanruf sehe. Einerseits sagt man natuerlich gerne 'Hey, ich freu mich total weil da grade sich etwas entwickelt mit einem netten Menschen!' aber es ist immer schwer es dabei zu belassen, zumindest fuer uns zwei da wir uns gegenseitig der EBste Freund waren fuer lange Zeit. Die Lösung ist einfach erst mal Mund halten bis ich's mit dem neuem Partner besprochen habe/ wir in ein paar Monaten unser Arrangement besser verstehen.

Vielen dank fuer die Hilfe nochmals <3

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