Jump to content

Diagnose: Borderline


Empfohlener Beitrag

Ich finde viele Erfahrungsbekundungen gut. Aber eines fehlt mir.
Unabhängig von allem.
Es heißt immer, es ist nicht heilbar, ABER es kann sich mit zunehmender alter und guter Unterstützung (Therapie und Freude, Familie andere betroffene) fast ganz verlieren.

Wichtig ist mir als betroffene dass mein Leben nicht komplett auf den Kopf gestellt wird. Ich brauche Regelmäßigkeit und klare ehrliche Worte. Steeitsucht, unehelichkeit und unausgesprochenes sind für mich Gift. Ich nehme einiges 'zwischen den Zeilen nicht deutlich wahr.
Aber vor vielen Jahren hätte ich die direkte Wahrheit nicht vertragen.

Auch ich habe viele 'erkrankte' und Diagnostizierte Menschen kennenlernen dürfen. Auch männliche und weibliche erkrankte.
Einige waren komplett daneben, falsch und hinterhältig andere so herzlich und liebenswert wie kein anderer auf dieser Erde.
Ich nenne es ein Herz aus Glas, dafür besonders groß

Ich hätte oft schwerere Zeiten und auch mein Körper ist übersät. Aber es gibt auch bordis komplett ohne SVV und ohne Tattoos, oder mit Tattoos die das was unterstützt darstellen.

Worauf ich hinaus wollte ist einfach, dass man die Hoffnung nicht aufgeben sollte nur weil jemand irgendwelche Zahlen Diagnosen hat.
Und ein schlechter Mensch bleibt ohne Selbstreflexion ein schlechter Mensch, mit und ohne Diagnose für irgendwas .

Toll geschrieben Ryon :-)

Das trifft auch in meinem Bekanntenkreis zu. Allen geht es inzwischen gut und haben eine hohe Lebensqualität. Borderline spielt da nur eine sehr untergeordnete bei manchen gar keine Rolle mehr. Sie haben aber auch alle daran gearbeitet raus zufinden was ihnen konstruktiv gut tut und das mit the***utischer Begleitung. 

Wie du auch sagst Bei Borderlinepersönlichkeiten gibt es nicht nur "destruktive" verhaltensweisen, sie haben auch einige sehr schöne. So eine intensive Nähe und auch bei vielen auch eine riesen Caring Seite. Das hab ich bei den "normalos" noch nicht so erlebt und kann man glaube ich niemanden erklären der es nicht erlebt hat.

Es ist eben einfach eine andere Art der Persönlichkeit, die aber oft bei Betroffenen und Leider auch bei angehörigen Leidensdruck auslöst. ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht wenn betroffene dran arbeiten  und angehörige offen sind sich auch erklären zu lassen was wichtig ist, hat das auch die Chance auf eine richtig tollen und konstruktiven Ebene zu wachsen.

(bearbeitet)

@Skinscan

Meine Tochter (20+) hat Borderline und praktiziert SVV bereits seit sie 11 war, teilweise mit stark suizidalen Tendenzen. Bisweilen macht sie eine Art „Sport“ daraus, es gerade so weit zu treiben, dass sie dem Sensenmann gerade noch von der Schippe springen kann (genauer: ihr Umfeld sie gerade noch so von der Schippe ziehen konnte … bis jetzt).

Wir alle lieben sie trotzdem. Denn es ist nunmal ihre Wesen, ihre Persönlichkeit. Eine versuchte „Zwangstherapie“ in ihren jungen Jahren hat sich im Nachhinein als schwerer Fehler erwiesen.

Wir alle haben mehr oder weniger gut gelernt, mit ihrer Besonderheit umzugehen. Und wir vermeiden bewusst die uns bekannten Trigger, die sie „ausrasten“ lassen. Sie hat Phasen, in denen man sie von sich aus „umbringen“ könnte … doch die meiste Zeit ist sie einer der liebenswertesten Menschen, die ich kenne. Sie hat ein sehr hohes Ethos, was Gerechtigkeit betrifft und setzt sich sehr für Unterdrückte und ungerecht behandelte Menschen (und Tiere) ein. Nur, um im nächsten Moment selbst ungerecht zu werden … Ihr Verhalten ist in allen Aspekten ihres Seins nicht-linear. Und im Umgang mit ihr ist man besser auf das Unerwartbare vorbereitet.

Die Diagnose hat für sie nichts geändert. Aus ihrer Perspektive sind es die anderen, die „unnormal“ ticken …

Das Thema „Co-Abhängigkeit“ spielt im Umgang mit ihr immer wieder eine Rolle: Denn oftmals tendieren wir – ihr Umfeld – dazu, ihre Störung zu bagatellisieren oder den Schaden, den sie dadurch bisweilen anrichtet, auf unsere Kappe zu nehmen. Getreu dem Motto „sie kann ja nichts dafür“. Wir mussten lernen, uns in solchen Momenten von ihr zu distanzieren – allein schon des Selbstschutzes wegen. Und ihr auch bisweilen die Fürsorge zu verweigern, wenn sie sich selbst mal wieder in die Sch**sse geritten hat.

bearbeitet von Sinnlicher_Magier
Letzter Absatz hinzugefügt

@Ryon  und an den 'rest'-

 

ich glaub, dass vieles ein 'mit umgehn lernen' iss...ob nu bei border oder auch autismus..dazu klar selbstrektiern, reden mit vertrauenspersonen...

'heilbar' iss das nich..aber handlebar

 Vor ein paar Jahren hatte ich eine D/S Beziehung zu einem diagnostizierten Borderliner. Leider war er zu Beginn der Beziehung mit seiner Diagnose nicht ehrlich. Sein nach außen gerichtetes Zerstörungsverhalten lebte er aktiv im BDSM aus und zu Beginn war es für mich nicht spürbar, da wir uns nur gelegentlich sahen. 

Er wusste über mich, dass ich ein Problem damit habe, wenn sich Menschen in meinem Umfeld regelmäßig stark betrinken/ betäuben. Leider passierte es dann dass er mich begann unter Alkoholeinfluss zu schlagen und ich mich dem teilweise schlecht entziehen konnte. Diese unberechenbare, impulisive Art lies mich immer mit den Gedanken zurück „ertrag es kurz, bevor es mit einer Ablehnung völlig eskaliert“. 

Die Zündschnur war entsprechend kurz. Die Art und Weise seines Verhaltens triggerte mein Kindheittrauma, ich bin Co-abhängig. 

Hätte ich zu Beginn gewusst, dass er Borderliner ist, hätte ich mich auf keine Beziehung eingelassen. Denn ich kenne meine mentalen Grenzen, zudem war ich gerade in einer absoluten Lebensumbruchphase. Diese Verbindung sollte mir Leichtigkeit bringen und nicht an meinem ganzen Körper und Nervenkostüm zehren. Er fühlte sich permanent angegriffen, neigte zu impulsiven Ausbrüchen, er war selten verlässlich und brauchte stetig Ablenkung, unehrlich. Er hatte für sich zum Glück selbst erkannt, dass er Hilfe brauchte und ging in Therapie.

Die Nachfolgen beschäftigen mich in dem Sinne noch, dass er mich in unseren Sessions ohne meine Einwilligung filmte und diese Filmchen immer noch nicht rausrückt. Er sieht sich immer noch im Recht, obwohl ich im Space war und keine Einwilligung gab. 


 

 

  • 1 Monat später...
Ich bin seit 2021 diagnostiziert und schätzungsweise war ich Irgendwas zwischen 5-8 Jahren unbehandelt und nicht diagnostiziert. Wenn ich zurück denke würde ich sehr klar sagen das ich schon eine sehr anstrengende Person war allerdings bin ich nun seit meiner Diagnose durchgehend in Therapie und habe auch Klinik Aufenthalte hinter mir. die Zeit war wirklich nicht leicht aber ich habe so unfassbar viel gelernt, ich habe gelernt mich zu reflektieren und auch herauszuarbeiten wieso und in welchen Momenten ich bestimmte Verhaltensmuster habe und wie ich dann stattdessen reagieren kann. Was ich aber auch gemerkt habe all die Menschen mit borderline sind trotzdem super unterschiedlich, es gibt nicht diesen einen Borderliner.
Zb Ich persönlich habe absolut kein Wut Problem und hatte es auch nie, während andere ja extrem schnell ausrasten.

Hallo :) icich habe selbst Borderline und bin Bipolar falls du etwas wissen möchtest kannst du mir gerne schreiben. Lg

×
×
  • Neu erstellen...