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Alphonse de Sade und BDSM 2026


SM-Art-5-GG

Empfohlener Beitrag

Vor 4 Minuten , schrieb towel:

mei jessers- es geht um beziehungskonzepte, um 'was wollen wir, was brauchen wir'

 

nich um sub oder slave oder iwelchem pathol. mist..aufarbeitung!   

BDSM iss neigung oder eben auch nich 

Oh weh 😂 gut schau mal : Emanzipation bedeutet die Befreiung von Abhängigkeit und Fremdbestimmung, um Selbstbestimmung, Mündigkeit und Gleichberechtigung zu erreichen).. das ist die Definition von Emanzipation. Zu sagen man ist gegen Emanzipation ist wie: ich bin für Sklaverei. Und das hat nichts mit Bdsm zu tun.

du hast null verstanden, von dem, was ich schrieb.. oder wolltest nich.. die diskussion iss mir zu doof, sorry

Vor 2 Minuten , schrieb towel:

du hast null verstanden, von dem, was ich schrieb.. oder wolltest nich.. die diskussion iss mir zu doof, sorry

Eben ich denke wir sind uns sehr ähnlich 👍😂

(bearbeitet)
vor 22 Stunden, schrieb SirTorben:

Ich hab hier noch nicht erlebt, dass jemand gegen Frauenrechte wäre.

Nur, dass wir in einem Land leben, dessen gesellschaftliche Entwicklung in den letzten 50 Jahren im Wesentlichen von Frauen bestimmt wurde.
Einem Land, das fast 16 Jahre von einer Frau regiert wurde.

Wer da noch vom Patriarchat oder männlichen Privilegien babbelt, drückt damit m.E. eben entweder Männerhass oder Realitätsverlust aus. 

Bist du ernsthaft der Ansicht, dass Jahrtausende alte Strukturen mit einem feuchten Lappen weggewischt werden können?

Das scheint mir eine sehr 2 dimensionale Betrachtung zu sein.

Den Wunsch danach kann ich verstehen.

Realität sieht aber anders aus, Denken wie die deine helfen dabei,  das Tempo zu verlangsamen.

 

Denkst du, es lohnt zu differenzieren zwischen Frauen und menstruierenden Männern?

Ich beziehe mich dabei u.a. auf dein Beispiel aus der Politik.

Und an mindestens den meisten Stellen in der Wirtschaft wird es auch so sein.

Edith hat sich die Tränen eben aus den Augen gewischt und bekommt den Unterkiefer nicht mehr hoch.

Rein quantitativ betrachtet mit vorsichtigem Blick in den Bundestag und nicht einmal einem 1/3 Dienstzeit in dem von dir bezeichneten halben Jahrhundert, muss ich schon sagen, da hat aber jemand ganze Arbeit geleistet. Schapoh!

 

Wollen wir mal, so ganz feminin und empathisch, hoffen, dass dein Farbfilm nicht reißt.

bearbeitet von Skinscan
vor 2 Stunden, schrieb Skinscan:

Bist du ernsthaft der Ansicht, dass Jahrtausende alte Strukturen mit einem feuchten Lappen weggewischt werden können?

Das scheint mir eine sehr 2 dimensionale Betrachtung zu sein.

Den Wunsch danach kann ich verstehen.

Realität sieht aber anders aus, Denken wie die deine helfen dabei,  das Tempo zu verlangsamen.

 

Denkst du, es lohnt zu differenzieren zwischen Frauen und menstruierenden Männern?

Ich beziehe mich dabei u.a. auf dein Beispiel aus der Politik.

Und an mindestens den meisten Stellen in der Wirtschaft wird es auch so sein.

Edith hat sich die Tränen eben aus den Augen gewischt und bekommt den Unterkiefer nicht mehr hoch.

Rein quantitativ betrachtet mit vorsichtigem Blick in den Bundestag und nicht einmal einem 1/3 Dienstzeit in dem von dir bezeichneten halben Jahrhundert, muss ich schon sagen, da hat aber jemand ganze Arbeit geleistet. Schapoh!

 

Wollen wir mal, so ganz feminin und empathisch, hoffen, dass dein Farbfilm nicht reißt.

Und was war jetzt gleich Dein Argument? Dass nur 4% aller Dachdecker Frauen sind?

Pöhses Patriarchat, welches all die armen Frauen unterdrückt, die gerne Dachdeckerin werden wollen!

Lass mal gut sein und entscheide Dich für Dich selbst zwischen Männerhass und Realitätsverlust.

Oder um es in Deinen Worten auszudrücken: Du hast den Farbfilm vergessen!

Ich möchte keine Dachdeckerin sein. 

Lieber eine Bedienung. Vielleicht gibt es als Dank ja mal einen Klaps auf den Hintern^^ 

Vor 1 Stunde, schrieb SirTorben:

Und was war jetzt gleich Dein Argument? Dass nur 4% aller Dachdecker Frauen sind?

Pöhses Patriarchat, welches all die armen Frauen unterdrückt, die gerne Dachdeckerin werden wollen!

Lass mal gut sein und entscheide Dich für Dich selbst zwischen Männerhass und Realitätsverlust.

Oder um es in Deinen Worten auszudrücken: Du hast den Farbfilm vergessen!

Selbst nicht feministische Quellen bestätigen ein Patriarchat und du sabbelst was von Realitätsverlust 😂😂😂

vor 4 Minuten, schrieb Arasjal:

Selbst nicht feministische Quellen bestätigen ein Patriarchat und du sabbelst was von Realitätsverlust 😂😂😂

Dr. Marlboro bestätigt, dass Rauchen gesund ist.
 

Hochschul-Absolventen: 53 % Frauen, 47 % Männer

Patriachat? Männliche Privilegien? Völliger, totaler Realitätsverlust!

Vor 10 Minuten , schrieb SirTorben:

Dr. Marlboro bestätigt, dass Rauchen gesund ist.
 

Hochschul-Absolventen: 53 % Frauen, 47 % Männer

Patriachat? Männliche Privilegien? Völliger, totaler Realitätsverlust!

Wie erwähnt zahlen belegen das. Studien etc.. warum dir glauben?

vor 8 Stunden, schrieb Arasjal:

 

Das sind aber 2 unterschiedliche Paar Schuhe😅 meine sub hat auch in dem Sinne keine Meinung weil sie sich entschieden hat sich mir unter zu ordnen. Aber sie hat nichts gegen Emanzipation ☺️ sie lebt diese ja… sie geht arbeiten. Und sagt auch mal ihre Meinung etc zu anderen. Sie darf sogar wählen gehen. Oder kann gegen an gehen wenn sie gegen ihren Willen Sex in der Ehe hat etc👍

Naja. Kommt ja immer darauf an WELCHES BDSM. 

Bei 24/7, d.h. einem permanenten Machtgefälle, insbesondere in der klassischen Variante des Zusammenlebens, kann ich nicht mehr viele Merkmale einer emanzipatorischen Beziehung/Lebensweise erkennen. Soweit aber Alltag auf Augenhöhe gelebt wird schon. 

Vor 1 Minute , schrieb SM-Art-5-GG:

Naja. Kommt ja immer darauf an WELCHES BDSM. 

Bei 24/7, d.h. einem permanenten Machtgefälle, insbesondere in der klassischen Variante des Zusammenlebens, kann ich nicht mehr viele Merkmale einer emanzipatorischen Beziehung/Lebensweise erkennen. Soweit aber Alltag auf Augenhöhe gelebt wird schon. 

Konsens?

Vor 3 Minuten , schrieb SM-Art-5-GG:

Naja. Kommt ja immer darauf an WELCHES BDSM. 

Bei 24/7, d.h. einem permanenten Machtgefälle, insbesondere in der klassischen Variante des Zusammenlebens, kann ich nicht mehr viele Merkmale einer emanzipatorischen Beziehung/Lebensweise erkennen. Soweit aber Alltag auf Augenhöhe gelebt wird schon. 

Ich würde das in meiner Bdsmbeziehung auch nicht so sehen… aber ich habe sie mir nicht alleine ausgesucht.

(bearbeitet)
vor 3 Minuten, schrieb Arasjal:

 

Konsens?

Naja. Wenn ich konsenual mein ganzes Leben jemand anderes unterordnen würde, dann bleibt ja von meiner emanzipatorischen Entwicklung nicht mehr viel übrig, oder? 

 

Wenn ich aber meinen Alltag frei gestalten und mich dort entwickeln kann, dann schon. 

bearbeitet von SM-Art-5-GG

Schau dir mal die Definition von Emanzipation an. Ist das Gegenteil von Sklaverei. Ich würde behaupten es macht einen unterschied ob du dir aussuchst ein leben wie ein Sklave zu führen oder einer zu sein…

Vor 7 Minuten , schrieb SM-Art-5-GG:

Naja. Wenn ich konsenual mein ganzes Leben jemand anderes unterordnen würde, dann bleibt ja von meiner emanzipatorischen Entwicklung nicht mehr viel übrig, oder? 

 

Wenn ich aber meinen Alltag frei gestalten und mich dort entwickeln kann, dann schon. 

Des Weiteren bezieht sich diese nicht emanzipierte Lebensweise auf deine Person und nicht auf alle anderen Männer.

(bearbeitet)

Du orientierst dich vermutlich an sowas, wobei hier Emanzipation und Feminismus etwas durcheinander geworfen werden, die Argumentation aber immer ähnlich ist: 

"BDSM = antifeministisch?

Also, kommen wir zu dem, was gerne als „antifeministisch“ verschrien wird: „weibliche“ Unterwerfung.

(Ich übernehme diesen Begriff, obwohl ich ihn problematisch finde. Er rückt vor allem cis Frauen in die Perspektive. Nicht cis Frauen bleiben unbeachtet.) Es geht der Kritik an BDSM aber um alle afab Personen, ungeachtet ihres Geschlechts.

 

So werden cis Frauen gemacht – und trans Personen diskriminiert.

 

Der Feminismus der zweiten Welle (Alice Schwarzer und KonsortInnen) war und ist der Meinung, dass Männlichkeit und männliche Dominanz in allen Lebensbereichen herrscht (stimmt, soweit) und deshalb auch das Sexleben von Feministinnen radikal feministisch sein müsste (maybe) und sogenannte „weibliche Unterwerfung“ nur das Patriarchat stützen würde (stimmt definitiv nicht). (Und „weibliche Dominanz“ stützt das Patriarchat auch, weil es ja Safewords gibt. Kinky Frauen und afab nichtbinäre Personen können nur verlieren. Yay.) Ich hab mich mal ein bisschen durch diese Variante des Feminismus gewühlt und folgende Texte gefunden.

 

Kritk an Blowjob und Valentinstag [EMMA]

1. Der Koitus verdammt die Frau zur Passivität und ist so für Männer die unkomplizierteste und bequemste Sexualpraktik. Beine breit machen genügt.

 

2. Die psychologische Bedeutung dieses in sich gewaltsamen Aktes des Eindringens ist für Männer (und Frauen) sicherlich von Bedeutung. Bumsen – wie es so traurig treffend heißt als höchste Demonstration männlicher Herrschaft und weiblicher Unterordnung.

 

3. Nur der Mythos von der zentralen Bedeutung des Koitus sichert Männern das Sexmonopol über Frauen, macht sie unentbehrlich denn penetrieren können nur sie. Das ist der kleine Unterschied. Der „vaginale Orgasmus“ ist eine Erfindung der Männergesellschaft. EMMA,1977

 

Sexualität hatte über Jahrhunderte, ja Jahrtausende nichts mit Lust zu tun, sondern mit Macht. Macht von Männern über Frauen. Und es gab entweder die käuflichen Sünderinnen, zuständig für die Lust; oder die abhängigen Heiligen, zuständig für die Arbeit im Haus. Emanzipation der Frauen implizierte also zwangsläufig auch die Emanzipation der weiblichen Sexualität.

 

Doch so schnell waren die Söhne nicht bereit, die Macht aufzugeben. Denn nun kamen wir. Die Feministinnen. Wir stellten die Machtfrage. Im Leben und in der Liebe. […] Und wir entdeckten unsere Körper und unsere Lust. Das war nicht nur ein harter Kampf, es war auch ein wahres Fest. Wir tanzten von Erkenntnis zu Erkenntnis, von Abenteuer zu Abenteuer. Die Gender-Studentinnen von heute würden zart erröten, ahnten sie nur, was wir alles so angestellt und erlebt haben. […}

 

Nie zuvor und nie danach ist so offen über den weiblichen Körper und die Lust der Frauen geredet und geschrieben worden wie in den 1970er Jahren, diesen Jahren des Aufbruchs der Frauen. Doch keiner Frau wäre es damals auch nur im Traum eingefallen, die Trennung von Sexualität und Gefühl oder den Konsum entseelter Pornografie für sonderlich emanzipiert zu halten; von der Prostitution, als Objekt oder Subjekt, ganz zu schweigen. […] Gleichzeitig aber steigt die Pornografisierung unserer Gesellschaft, diese Verknüpfung der sexuellen Lust mit Lust an Erniedrigung und Gewalt. […] Und auch der weibliche Masochismus – diese unbewusste Bewältigung von Schmerz und Erniedrigung durch ihre Umwandlung in Lust – steckt noch tief in den Knochen der Frauen.

 

Oh Hilfe, hier wird behauptet, die Vagina hätte quasi null Nerven. Der Text ist von 2016! (Okay, sie behauptet das durchgehend seit 1977). Und alle Personen mit Vagina sind automatisch Frauen. Naja. Das ist genug Material für einen anderen Artikel.

 

Menschen haben Vorlieben, Kinks, Fetische. Gerade „weibliche“ Fetische wurden sehr lange pathologisiert, verunsichtbart und unterdrückt. Sie durften nicht ausgelebt werden, zumindest nicht in einem konsensuellen, selbstbestimmten Rahmen. (Frauen und afab nichtbinäre Personen durch sexualisierte Gewalt zu unterwerfen, das ging jedoch voll klar. Weil Patriarchat.)

 

Fazit

Zwischen der Unterdrückung von Frauen und afab nichtbinären Personen und konsensuellem Sex liegt ungefähr so viel Raum wie zwischen mir und dem Boden des Marianengrabens. Das liegt daran, dass konsensueller Sex eigentlich die – für das Patriarchat – gefährlichste Art ist, Sex zu haben. Beide Personen sprechen auf Augenhöhe miteinander, über ihre Bedürfnisse und Wünsche und Fantasien. Bei Sessions wird noch ein Safeword (oder etwas ähnliches) vereinbart, es werden „harte“ und „weiche“ Limits festgelegt – die harten Limits werden niemals angetastet, die weichen Limits dürfen gemeinsam erprobt werden. Augenhöhe zerstört aber das Machtgefälle, welches das Patriarchat aufgebaut hat – Augenhöhe ist eben keine „Unterdrückung durch Sex“, sondern ein bewusstes Auseinandersetzen mit den eigenen Wünschen, Bedürfnissen, Kinks, Fetischen und dem eigenen Körper.

 

Dabei ist – solange es selbstbestimmt geschieht und keine Dritten davon unkonsensuell beeinflusst werden – völlig irrelevant, auf welchen Kink sich bezogen wird. Oder ob es überhaupt um BDSM geht.

 

Wie genau Neigungen und Kinks entstehen, wurde noch nicht ausreichend erforscht. Es steht jedoch fest, dass es weder eine Krankheit, noch ein charakterlicher Mangel ist, bestimmte Praktiken zu bevorzugen, masochistisch, sadistisch oder devot zu sein.

 

Gleichzeitig drängt die Behauptung, „weibliche“ Dominanz sei „Patriarchat über Bande“, dominante, feminine Personen in Rollen. Rollen, die sie gar nicht haben wollen. Zuerst Anerkennung, dass es sich um eine einvernehmliche Vereinbarung handelt, dann Waffe gegen sie. Denn dominante Weiblichkeiten würden dies ja nur tun, um dem (devoten) Patriarchat zu gefallen. Das bedeutet, es kann in dieser Lesart des Feminismus keine selbstbestimmten Kinks geben.

Das halte ich für zutiefst misogyn (*)."

aus: minzgespinst

(*) frauenfeindlich 

bearbeitet von SM-Art-5-GG
Vor 6 Minuten , schrieb SM-Art-5-GG:

Du orientierst dich vermutlich an sowas, wobei hier Emanzipation und Feminismus etwas durcheinander geworfen werden, die Argumentation aber immer ähnlich ist: 

"BDSM = antifeministisch?

Also, kommen wir zu dem, was gerne als „antifeministisch“ verschrien wird: „weibliche“ Unterwerfung.

(Ich übernehme diesen Begriff, obwohl ich ihn problematisch finde. Er rückt vor allem cis Frauen in die Perspektive. Nicht cis Frauen bleiben unbeachtet.) Es geht der Kritik an BDSM aber um alle afab Personen, ungeachtet ihres Geschlechts.

 

So werden cis Frauen gemacht – und trans Personen diskriminiert.

 

Der Feminismus der zweiten Welle (Alice Schwarzer und KonsortInnen) war und ist der Meinung, dass Männlichkeit und männliche Dominanz in allen Lebensbereichen herrscht (stimmt, soweit) und deshalb auch das Sexleben von Feministinnen radikal feministisch sein müsste (maybe) und sogenannte „weibliche Unterwerfung“ nur das Patriarchat stützen würde (stimmt definitiv nicht). (Und „weibliche Dominanz“ stützt das Patriarchat auch, weil es ja Safewords gibt. Kinky Frauen und afab nichtbinäre Personen können nur verlieren. Yay.) Ich hab mich mal ein bisschen durch diese Variante des Feminismus gewühlt und folgende Texte gefunden.

 

Kritk an Blowjob und Valentinstag [EMMA]

1. Der Koitus verdammt die Frau zur Passivität und ist so für Männer die unkomplizierteste und bequemste Sexualpraktik. Beine breit machen genügt.

 

2. Die psychologische Bedeutung dieses in sich gewaltsamen Aktes des Eindringens ist für Männer (und Frauen) sicherlich von Bedeutung. Bumsen – wie es so traurig treffend heißt als höchste Demonstration männlicher Herrschaft und weiblicher Unterordnung.

 

3. Nur der Mythos von der zentralen Bedeutung des Koitus sichert Männern das Sexmonopol über Frauen, macht sie unentbehrlich denn penetrieren können nur sie. Das ist der kleine Unterschied. Der „vaginale Orgasmus“ ist eine Erfindung der Männergesellschaft. EMMA,1977

 

Sexualität hatte über Jahrhunderte, ja Jahrtausende nichts mit Lust zu tun, sondern mit Macht. Macht von Männern über Frauen. Und es gab entweder die käuflichen Sünderinnen, zuständig für die Lust; oder die abhängigen Heiligen, zuständig für die Arbeit im Haus. Emanzipation der Frauen implizierte also zwangsläufig auch die Emanzipation der weiblichen Sexualität.

 

Doch so schnell waren die Söhne nicht bereit, die Macht aufzugeben. Denn nun kamen wir. Die Feministinnen. Wir stellten die Machtfrage. Im Leben und in der Liebe. […] Und wir entdeckten unsere Körper und unsere Lust. Das war nicht nur ein harter Kampf, es war auch ein wahres Fest. Wir tanzten von Erkenntnis zu Erkenntnis, von Abenteuer zu Abenteuer. Die Gender-Studentinnen von heute würden zart erröten, ahnten sie nur, was wir alles so angestellt und erlebt haben. […}

 

Nie zuvor und nie danach ist so offen über den weiblichen Körper und die Lust der Frauen geredet und geschrieben worden wie in den 1970er Jahren, diesen Jahren des Aufbruchs der Frauen. Doch keiner Frau wäre es damals auch nur im Traum eingefallen, die Trennung von Sexualität und Gefühl oder den Konsum entseelter Pornografie für sonderlich emanzipiert zu halten; von der Prostitution, als Objekt oder Subjekt, ganz zu schweigen. […] Gleichzeitig aber steigt die Pornografisierung unserer Gesellschaft, diese Verknüpfung der sexuellen Lust mit Lust an Erniedrigung und Gewalt. […] Und auch der weibliche Masochismus – diese unbewusste Bewältigung von Schmerz und Erniedrigung durch ihre Umwandlung in Lust – steckt noch tief in den Knochen der Frauen.

 

Oh Hilfe, hier wird behauptet, die Vagina hätte quasi null Nerven. Der Text ist von 2016! (Okay, sie behauptet das durchgehend seit 1977). Und alle Personen mit Vagina sind automatisch Frauen. Naja. Das ist genug Material für einen anderen Artikel.

 

Menschen haben Vorlieben, Kinks, Fetische. Gerade „weibliche“ Fetische wurden sehr lange pathologisiert, verunsichtbart und unterdrückt. Sie durften nicht ausgelebt werden, zumindest nicht in einem konsensuellen, selbstbestimmten Rahmen. (Frauen und afab nichtbinäre Personen durch sexualisierte Gewalt zu unterwerfen, das ging jedoch voll klar. Weil Patriarchat.)

 

Fazit

Zwischen der Unterdrückung von Frauen und afab nichtbinären Personen und konsensuellem Sex liegt ungefähr so viel Raum wie zwischen mir und dem Boden des Marianengrabens. Das liegt daran, dass konsensueller Sex eigentlich die – für das Patriarchat – gefährlichste Art ist, Sex zu haben. Beide Personen sprechen auf Augenhöhe miteinander, über ihre Bedürfnisse und Wünsche und Fantasien. Bei Sessions wird noch ein Safeword (oder etwas ähnliches) vereinbart, es werden „harte“ und „weiche“ Limits festgelegt – die harten Limits werden niemals angetastet, die weichen Limits dürfen gemeinsam erprobt werden. Augenhöhe zerstört aber das Machtgefälle, welches das Patriarchat aufgebaut hat – Augenhöhe ist eben keine „Unterdrückung durch Sex“, sondern ein bewusstes Auseinandersetzen mit den eigenen Wünschen, Bedürfnissen, Kinks, Fetischen und dem eigenen Körper.

 

Dabei ist – solange es selbstbestimmt geschieht und keine Dritten davon unkonsensuell beeinflusst werden – völlig irrelevant, auf welchen Kink sich bezogen wird. Oder ob es überhaupt um BDSM geht.

 

Wie genau Neigungen und Kinks entstehen, wurde noch nicht ausreichend erforscht. Es steht jedoch fest, dass es weder eine Krankheit, noch ein charakterlicher Mangel ist, bestimmte Praktiken zu bevorzugen, masochistisch, sadistisch oder devot zu sein.

 

Gleichzeitig drängt die Behauptung, „weibliche“ Dominanz sei „Patriarchat über Bande“, dominante, feminine Personen in Rollen. Rollen, die sie gar nicht haben wollen. Zuerst Anerkennung, dass es sich um eine einvernehmliche Vereinbarung handelt, dann Waffe gegen sie. Denn dominante Weiblichkeiten würden dies ja nur tun, um dem (devoten) Patriarchat zu gefallen. Das bedeutet, es kann in dieser Lesart des Feminismus keine selbstbestimmten Kinks geben.

Das halte ich für zutiefst misogyn (*)."

aus: minzgespinst

(*) frauenfeindlich 

Ja, Emanzipation ist das direkte Gegenteil von Sklaverei, da Emanzipation die Befreiung aus Abhängigkeit und Unfreiheit bedeutet (wie die Freilassung von Sklaven), während Sklaverei genau diesen Zustand der totalen Abhängigkeit und des Eigentums beschreibt, in dem Menschen als Besitz behandelt werden. Die Abschaffung der Sklaverei (Abolitionismus) ist ein historisches Beispiel für Emanzipation, die das Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung wiederherstellt.
Emanzipation: Befreiung, Selbstständigkeit, Gleichstellung, Wahrung von Freiheitsrechten.
Sklaverei: Zustand der Unfreiheit, Abhängigkeit, Unterdrückung, Eigentumsstatus eines Menschen.


Eher an sowas. Und ich propagiere eben nicht für Sklaverei.. ist auch nicht so ganz erlaubt

Vor 8 Minuten , schrieb SM-Art-5-GG:

Du orientierst dich vermutlich an sowas, wobei hier Emanzipation und Feminismus etwas durcheinander geworfen werden, die Argumentation aber immer ähnlich ist: 

"BDSM = antifeministisch?

Also, kommen wir zu dem, was gerne als „antifeministisch“ verschrien wird: „weibliche“ Unterwerfung.

(Ich übernehme diesen Begriff, obwohl ich ihn problematisch finde. Er rückt vor allem cis Frauen in die Perspektive. Nicht cis Frauen bleiben unbeachtet.) Es geht der Kritik an BDSM aber um alle afab Personen, ungeachtet ihres Geschlechts.

 

So werden cis Frauen gemacht – und trans Personen diskriminiert.

 

Der Feminismus der zweiten Welle (Alice Schwarzer und KonsortInnen) war und ist der Meinung, dass Männlichkeit und männliche Dominanz in allen Lebensbereichen herrscht (stimmt, soweit) und deshalb auch das Sexleben von Feministinnen radikal feministisch sein müsste (maybe) und sogenannte „weibliche Unterwerfung“ nur das Patriarchat stützen würde (stimmt definitiv nicht). (Und „weibliche Dominanz“ stützt das Patriarchat auch, weil es ja Safewords gibt. Kinky Frauen und afab nichtbinäre Personen können nur verlieren. Yay.) Ich hab mich mal ein bisschen durch diese Variante des Feminismus gewühlt und folgende Texte gefunden.

 

Kritk an Blowjob und Valentinstag [EMMA]

1. Der Koitus verdammt die Frau zur Passivität und ist so für Männer die unkomplizierteste und bequemste Sexualpraktik. Beine breit machen genügt.

 

2. Die psychologische Bedeutung dieses in sich gewaltsamen Aktes des Eindringens ist für Männer (und Frauen) sicherlich von Bedeutung. Bumsen – wie es so traurig treffend heißt als höchste Demonstration männlicher Herrschaft und weiblicher Unterordnung.

 

3. Nur der Mythos von der zentralen Bedeutung des Koitus sichert Männern das Sexmonopol über Frauen, macht sie unentbehrlich denn penetrieren können nur sie. Das ist der kleine Unterschied. Der „vaginale Orgasmus“ ist eine Erfindung der Männergesellschaft. EMMA,1977

 

Sexualität hatte über Jahrhunderte, ja Jahrtausende nichts mit Lust zu tun, sondern mit Macht. Macht von Männern über Frauen. Und es gab entweder die käuflichen Sünderinnen, zuständig für die Lust; oder die abhängigen Heiligen, zuständig für die Arbeit im Haus. Emanzipation der Frauen implizierte also zwangsläufig auch die Emanzipation der weiblichen Sexualität.

 

Doch so schnell waren die Söhne nicht bereit, die Macht aufzugeben. Denn nun kamen wir. Die Feministinnen. Wir stellten die Machtfrage. Im Leben und in der Liebe. […] Und wir entdeckten unsere Körper und unsere Lust. Das war nicht nur ein harter Kampf, es war auch ein wahres Fest. Wir tanzten von Erkenntnis zu Erkenntnis, von Abenteuer zu Abenteuer. Die Gender-Studentinnen von heute würden zart erröten, ahnten sie nur, was wir alles so angestellt und erlebt haben. […}

 

Nie zuvor und nie danach ist so offen über den weiblichen Körper und die Lust der Frauen geredet und geschrieben worden wie in den 1970er Jahren, diesen Jahren des Aufbruchs der Frauen. Doch keiner Frau wäre es damals auch nur im Traum eingefallen, die Trennung von Sexualität und Gefühl oder den Konsum entseelter Pornografie für sonderlich emanzipiert zu halten; von der Prostitution, als Objekt oder Subjekt, ganz zu schweigen. […] Gleichzeitig aber steigt die Pornografisierung unserer Gesellschaft, diese Verknüpfung der sexuellen Lust mit Lust an Erniedrigung und Gewalt. […] Und auch der weibliche Masochismus – diese unbewusste Bewältigung von Schmerz und Erniedrigung durch ihre Umwandlung in Lust – steckt noch tief in den Knochen der Frauen.

 

Oh Hilfe, hier wird behauptet, die Vagina hätte quasi null Nerven. Der Text ist von 2016! (Okay, sie behauptet das durchgehend seit 1977). Und alle Personen mit Vagina sind automatisch Frauen. Naja. Das ist genug Material für einen anderen Artikel.

 

Menschen haben Vorlieben, Kinks, Fetische. Gerade „weibliche“ Fetische wurden sehr lange pathologisiert, verunsichtbart und unterdrückt. Sie durften nicht ausgelebt werden, zumindest nicht in einem konsensuellen, selbstbestimmten Rahmen. (Frauen und afab nichtbinäre Personen durch sexualisierte Gewalt zu unterwerfen, das ging jedoch voll klar. Weil Patriarchat.)

 

Fazit

Zwischen der Unterdrückung von Frauen und afab nichtbinären Personen und konsensuellem Sex liegt ungefähr so viel Raum wie zwischen mir und dem Boden des Marianengrabens. Das liegt daran, dass konsensueller Sex eigentlich die – für das Patriarchat – gefährlichste Art ist, Sex zu haben. Beide Personen sprechen auf Augenhöhe miteinander, über ihre Bedürfnisse und Wünsche und Fantasien. Bei Sessions wird noch ein Safeword (oder etwas ähnliches) vereinbart, es werden „harte“ und „weiche“ Limits festgelegt – die harten Limits werden niemals angetastet, die weichen Limits dürfen gemeinsam erprobt werden. Augenhöhe zerstört aber das Machtgefälle, welches das Patriarchat aufgebaut hat – Augenhöhe ist eben keine „Unterdrückung durch Sex“, sondern ein bewusstes Auseinandersetzen mit den eigenen Wünschen, Bedürfnissen, Kinks, Fetischen und dem eigenen Körper.

 

Dabei ist – solange es selbstbestimmt geschieht und keine Dritten davon unkonsensuell beeinflusst werden – völlig irrelevant, auf welchen Kink sich bezogen wird. Oder ob es überhaupt um BDSM geht.

 

Wie genau Neigungen und Kinks entstehen, wurde noch nicht ausreichend erforscht. Es steht jedoch fest, dass es weder eine Krankheit, noch ein charakterlicher Mangel ist, bestimmte Praktiken zu bevorzugen, masochistisch, sadistisch oder devot zu sein.

 

Gleichzeitig drängt die Behauptung, „weibliche“ Dominanz sei „Patriarchat über Bande“, dominante, feminine Personen in Rollen. Rollen, die sie gar nicht haben wollen. Zuerst Anerkennung, dass es sich um eine einvernehmliche Vereinbarung handelt, dann Waffe gegen sie. Denn dominante Weiblichkeiten würden dies ja nur tun, um dem (devoten) Patriarchat zu gefallen. Das bedeutet, es kann in dieser Lesart des Feminismus keine selbstbestimmten Kinks geben.

Das halte ich für zutiefst misogyn (*)."

aus: minzgespinst

(*) frauenfeindlich 

Und sry aber ich halte nichts von Alice Schwarzer oder der gleichen.

(bearbeitet)
vor 20 Minuten, schrieb Arasjal:

Eher an sowas. Und ich propagiere eben nicht für Sklaverei.. ist auch nicht so ganz erlaubt

Wobei das ja schon etwas schwarz-weiß ist. Zwischen der Sklaverei des Mittelalters und den Emanzipationsbewegungen der Neuzeit gibt es ja viele Zwischentöne. So z.B. das Frauenbild des 17./18. Jahrhunderts, wobei de Sade, es ist ja auch eine Roman-Fiktion, hier seiner Zeit bereits hinterher läuft. Denn mit der Aufklärung und der französischen Revolution ("Freiheit, GLEICHHEIT, Brüderlichkeit") entstanden bereits die ersten emanzipativen Forderungen von Frauen, währendessen de Sade noch in einem Weltbild der Abhängigkeit von Frauen (Frauen als völlig abhängiges, schlagbares Fickfleisch; real unter Vormundschaft stehend) schwelgte. 

bearbeitet von SM-Art-5-GG
Vor 8 Minuten , schrieb SM-Art-5-GG:

Wobei das ja schon etwas schwarz-weiß ist. Zwischen der Sklaverei des Mittelalters und den Emanzipationsbewegungen der Neuzeit gibt es ja viele Zwischentöne. So z.B. das Frauenbild des 17./18. Jahrhunderts, wobei de Sade, es ist ja auch eine Roman-Fiktion, hier seiner Zeit bereits hinterher läuft. Denn mit der Aufklärung und der französischen Revolution ("Freiheit, GLEICHHEIT, Brüderlichkeit") entstanden bereits die ersten emanzipativen Forderungen von Frauen, währendessen de Sade noch in einem Weltbild der Abhängigkeit (Frauen als völlig abhängiges, schlagbares Fickfleisch; real unter Vormundschaft stehend) schwelgte. 

Ich streite ungern über Definitionen. Warum auch… klar gibt es heute Unterschiede zu damals. Und dennoch ist Emanzipation unter Einbezug der Definition was Gutes 😉

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