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Alphonse de Sade und BDSM 2026


SM-Art-5-GG

Empfohlener Beitrag

Gerade eben, schrieb TaliX:

 

Nee, sie liebte den anderen Langweiler - René? oder wie der hieß. Der sie an Sir Stephen abgab.

aber liebesgeschwurbelgedöns....ach keine ahnung, lach!  ich hab beides nich gelesen!  ich weiss um dem plot..

 

*bin still.... 

Vor 7 Minuten , schrieb Druide-Jo:

Auf den Punkt. 

Verstörend. 

DEBRIS, könnte man sagen. Las sich für mich nicht romantisch, sondern - ja, eben. Verstörend wie guter Horror. Für mich so gar keine gute Wichsvorlage.
Dann lieber die von Anne Rice unter Pseudonym herausgegebene Trilogie um Dornröschen, die sich bumsfidel vom Prinzen mit dem Paddle durch die Dörfer treiben lässt, und eins der Bücher ist pures Pony Pet Play. Protagonistin ist ein seichtes Gemüt, aber happy.

vor 8 Minuten, schrieb TaliX:

 

Eins der beiden alternativen Enden der Geschichte ist 0s Suizid. Für mich las sich das ganze Buch so.
"Seeing herself about to be left by Sir Stephen, she preferred to die. To which he gave his consent."
Zu Deutsch grob: "Als Sir Stephen sie zu verlassen drohte, wünschte sie sich den Tod. Er gab ihr dazu seine Zustimmung."

Ja, weil sie Sir Stephen so sehr liebte (nicht René, wird eigentlich im Buch erklärt) und die Bindung so tief war, dass sie ohne ihn nicht mehr leben konnte. So eine starke Liebe findet man auch bei Vanilla-Beziehungen. 

Und diese Aussage: "Als Sir Stephen sie zu verlassen drohte" könnte auch so zu verstehen sein, dass er selbst im Sterben lag und nicht unbedingt, dass er die TPE Beziehung beenden wollte. Das genaue Ende weiß niemand, nicht einmal die Autorin selbst.

 

Vor 6 Minuten , schrieb Jacqueline89:

Ja, weil sie Sir Stephen so sehr liebte (nicht René, wird eigentlich im Buch erklärt) und die Bindung so tief war, dass sie ohne ihn nicht mehr leben konnte. So eine starke Liebe findet man auch bei Vanilla-Beziehungen. 

Und diese Aussage: "Als Sir Stephen sie zu verlassen drohte" könnte auch so zu verstehen sein, dass er selbst im Sterben lag und nicht unbedingt, dass er die TPE Beziehung beenden wollte. Das genaue Ende weiß niemand, nicht einmal die Autorin selbst.

 

Die Autorin hatte die Lust dran verloren. Sie hat's geschrieben, um ihrem arroganten Lover zu zeigen, dass a) Frauen Porno können und b) um ihn und seine Aufmerksamkeit zu halten, weil sie sich zu unattraktiv fand für ihn. Gerade einen Guardianartikel überflogen.

vor 35 Minuten, schrieb towel:

weil ja 67 zensiert wurd?  egal

 

@Jacqueline89-

ich find 'o' aber auch schwierig, weils so gar keinen spielraum mehr lässt... das beschreibt ja eigentlich CIS, woll   

häng dein hirn anne gaderobe und so..hmm

Aber was ist an CIS so schlimm? Es gab immer Konsens. Sie hat zu allem ihre Zustimmung gegeben. Was in ihr vorging, denn ich kann die Romanfigur ziemlich gut verstehen, würde jetzt hier den Rahmen sprengen. 

Sie hat weiterhin gearbeitet und ihren Alltag gemeistert. Sie hatte ihr Hirn nucht an der Garderobe abgegeben. Sie hat nur die völlige Entscheidungsgewalt abgegeben. TPE/CIS eben. 

Ich habe de Sade gelesen und auch Pasolinis Verfilmung der 120 Tage von Sodom gesehen.
Jedoch beides nicht in sexuellem Kontext verstanden.
Darüberhinaus ist es mir völlig egal ob, bzw. das sich „weite Teile der BDSM-Szene“ von de Sade distanzieren.
Wesentlich stärker als de Sade hat mich Pauline Reage beeinflusst.

vor 6 Minuten, schrieb TaliX:

 

Die Autorin hatte die Lust dran verloren. Sie hat's geschrieben, um ihrem arroganten Lover zu zeigen, dass a) Frauen Porno können und b) um ihn und seine Aufmerksamkeit zu halten, weil sie sich zu unattraktiv fand für ihn. Gerade einen Guardianartikel überflogen.

Vielleicht solltest du dir die Lektüre des Artikels von John De St. Jorre, The Unmasking of O durchlesen und nicht überfliegen. Dann erfährst du die genaue Intention der Autorin. 

(bearbeitet)
vor 7 Minuten, schrieb TaliX:

 

Vielleicht solltest Du mir meine Lesefähigkeit nicht absprechen, weil ich Dein Lieblingsbuch nicht so mag, wie Du gern hättest.
Wir können selbstverständlich beide nach Schwachpunkten suchen bei der Argumentation der anderen, Gegenargumente googlen. Wir können dann noch "Death of the author", diverse Schulen der Literaturkritik durchgehen. Dann könnte eine "gewinnen".
Aber es bleibt bei unterschiedlichen Lesarten.

Ich will dir deine Meinung und Empfindung gar nicht absprechen. Du hast deine und ich habe meine. Nur sollte man sich erst einmal genauer mit der Entstehungsgeschichte des Buches beschäftigen bevor man hier Halbwissen verbreitet. Daher meine Info an dich. Natürlich wird es vermutlich nichts an deiner Meinung ändern, denn um das Buch wirklich zu verstehen und dich in die Romanfigur einfühlen zu können, bedarf es der entsprechenden Neigung. 

Das ist aber mittlerweile am Thema vorbei, daher belasse ich es dabei.

bearbeitet von Jacqueline89
nuts4rubberandknots

Bei den 120 Tagen von Sodom können einen schon echt viele Gefühle überkommen. Bei mir waren es überwiegend Ekel, Langeweile und nicht zuletzt Wut bei den Beschreibungen der zahlreichen ***en. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass in den beschriebenen Zeiten manches davon nicht ganz so unüblich war, wie wir es uns heute vorstellen, aber zumindest verstehe ich, wenn man sich von großen Teilen dieses Werks und seinem Autor distanziert. BDSM ist schließlich deutlich bunter als dieses eher dunkle Machwerk.

Die Geschichte der O liegt jedoch noch auf dem zu lesenden Bücherstapel und daher kann ich mir dazu kein Urteil bilden.

(bearbeitet)

Also, es geht doch immer um Neigung. Um was denn sonst? 😅

Einige Geschichten sprechen einen da mehr oder weniger an, einige sind "Standardwerke" im bdsm geworden, meistens macht es nicht jeder exakt nach diesen Geschichten, denn mehr sind es ja nicht. 

Die "O" ist ganz anderes Genre als de Sade. Und einige meinen ja sogar, dass die "O" real sei. 🤣 Ich habe auch das nicht gelesen, aber mich informiert. Lustig, dass selbst bdsm'ler sich über das Ende steiten. Und darüber, ob die O schon immer eine Sklavin war und zur O aufstieg oder von der O zur Sklavin wurde oder wie auch immer...🤣

So haben wir hier ein Mitglied, die von der Sklavin zur Sub aufgestiegen ist ("O"?). Für andere wäre es ein "Aufstieg" von der Sub zur Sklavin. Hängt vielleicht auch vom Dom ab...🤷‍♀️ Den Kreisen, Intentionen, wo beide sind... 

Es ist einfach sehr simpel, dass einige bdsm Dinger dann der Neigung entsprechen. 

Und mit der "O", die soll ja eben gerne dienen usw. Obwohl zweifelhaft ist, was ich so raushöre, ob das am Ende noch "gesund" ist oder nicht Abhängigkeit, Psyche, die irgendwie heikel wäre oder tatsächlich "Liebe". Wie auch das, was sie machen soll oder sogar sterben kann laut Herrn und wer würde das wollen? (nach einer Version), was ja beidseitig nie Liebe wäre. 

Mit de Sade geht es ja viel mehr in die Richtung nicht von Abhängigkeiten, sondern sich Sadismus zu nehmen... 

Mit einer Sub hatte mein Herr mal eine Konversation. Die wollte "O" sein. Gerne dienen und bedienen und das maximal. Aber masochistisch war sie 0. Und in dem Roman, so zumindest mein Herr, wird die O auch hart ausgepeitscht... Das wollte die allerdings nicht. 

Man ist also immer da, wo man ist und nicht oder kaum in all diesen Bereichen dieser Geschichten...

Bdsm kann da allerdings eine Richtung liefern. 

Eine Sklavin meint Verfügung des Doms, ist aber erstmal variabel und kann sich auch nach Wahl auf den einen Dom beziehen, Monogamie, exklusiv usw. 

Die "O" meint dann schon eher die Richtung Fremdbenutzung, was man sich natürlich neigungsbezogen auch aussucht. In allen Teilen der O, wie masochistisch?, wäre man dennoch nicht unbedingt...

Also bleibt der Austausch, denn real will ja niemand was machen, was so komplett gegen das Wesen der Devoten ginge...

bearbeitet von Bratty_Lo
(bearbeitet)
vor 27 Minuten, schrieb TaliX:

 

Dass man die Neigung haben müsste, um das Buch lesen zu können, bringst Du nun zum zweiten Mal - es wird dadurch nicht wahrer, und Dünkel klingt durch.

Du scheinst nicht zu verstehen, was ich dir mitteilen möchte, aber gut, belassen wir es dabei.

bearbeitet von Jacqueline89
(bearbeitet)

Ohne, wie bisher andere, allgemein zu bleiben, empfand ich ihn als Beobachter dekadenter Reicher im Raum um Paris. In diversen Passagen war er nur stiller Beobachter und verurteilte sogar das Handeln gewisser Reicher, die sich alles und jede/s kaufen konnten. Viele Parallelen zum Epstein Skandal taten sich auf, auch das mit sehr jungen Frauen. Handlungsdetails blieben oft aus, stattdessen vage Umschreibungen. Also warum distanzieren sich angeblich von de Sade, was waren seine konkreten Vergehen? Zitiert mal bitte jemand etwas konkret zu Verurteilendes? Und ja, auch ich habe nur gewisse Seiten, eben nicht alles gelesen, aus Gründen. Vorallem ist das alles schon Jahrhunderte her und hier allgemein wird so getan, als ob es ganz neu ist. Fing tatsächlich schon mit der römischen Dekadenz an! Sadismus, Masochismus, Fetischismus, Exhibitionismus gab es alles schon ewig! Worüber also regen wir uns auf? 

Okay,  wenn eine erwachsene Frau einen Minderjährigen verführt, ist das mindestens so verwerflich und eklig, wie umgekehrt ein Mann. 

Na dann mal los und diesen Text zerlegen! Aber bitte schön bei der Wahrheit bleiben und nicht einfach nur schlecht machen, danke.

bearbeitet von Dom_76
Vor 7 Minuten , schrieb Teaspoon:

Ich bin nicht sadistisch. Geschichten, die beschreiben, wie andere leiden, interessieren mich null. Also nein, ich habe de Sade nicht gelesen. 

 

Ich habe aber Simone de Beauvoirs "Soll man de Sade verbrennen?" noch auf dem Bücherstapel. Vielleicht komm ich dazu, das mal zu lesen. 

 

Überhaupt stelle ich fest, dass mich auch die klassischen BDSM-Romane, wie die O oder 50SoG oder Gor null reizen. Vielleicht weil zu viele für sich eine Anleitung daraus gemacht haben und dadurch ein Klischee entstand, das mich abschreckt.

Gor ist geil dumm. Habe mal Leseparty dazu gemacht, als mir jemand einen Band aufzwang, und mein Publikum durfte raten, ob der superalberne Satz jetzt von mir oder aus dem Buch stammt

vor 39 Minuten, schrieb Teaspoon:

Vielleicht weil zu viele für sich eine Anleitung daraus gemacht haben und dadurch ein Klischee entstand, das mich abschreckt.

Das stimmt @Teaspoon, aber dennoch scheinst du von diesen "Klischees" auch nicht gänzlich befreit zu sein. Wir hatten mal eine Unterhaltung über das "O-Kleid". Dein Parter findet es für seine Zwecke nicht so gut, meine ich. Unabhängig davon meintest du allerdings kein O-Kleid zu tragen, weil du keine O bist...

Ich würde das schon tragen, wenn ich es gut finden würde. So allgemein. An Kleidung oder Romanen bräuchte für mich auch niemand was "ableiten". Es gibt genug Shops mit bdsm Bezug, wo es einfach solche Kleider gibt, die einem gefallen können...🙂 

Etwas anderes wäre eine konkrete Beschreibung einer Veranstaltung für mich. Aber grundsätzlich keine Kleidung. Da kann die gerne auch "O-Kleid" heißen...😂

Ich meine jetzt nicht dich, denn du hattest da ja keine "Erwartungshaltungen" abgeleitet. Ich war jedoch erschrocken, dass einige dies durchaus taten, aufgrund eines Kleidungsstückes! Jetzt nicht alles genau gelesen, aber hier der Link: 

Ist schon so Klischee im bdsm offenbar...

 

jack@jackXjacqueline:

Die Diskussion ist ja leider wieder vom Thema abgeschwiffen. Leider nicht mal auf eine konstruktive Weise, denn da hätte mich wie gesagt mehr interessiert, wie man über eine Geschichte zu dem relativ brutalen Urteil kommt, es handle sich um "psychologischen Horror der Selbstauslöschung". Und das bitte nicht nur an zwei Sätzen und einem nicht determiniertem Ende festgemacht, sondern welche Passagen, Charaktereigenschaften, Begebenheiten in der Erzählung etc. dafür maßgeblich waren. Erst dann könnte man ernsthaft darüber diskutieren, ob an dieser Deutung etwas dran ist oder nicht. Dazu möchte ich anmerken: ich habe zu diesem Werk eine vollkommen neutrale Einstellung, sehe mich also nicht dazu berufen, hier Partei für eine Seite zu ergreifen. Es geht um eine objektive und faire Betrachtungsweise. Dass Menschen beispielsweise eine Handlungsanweisung daraus ableiten, wie auch bei de Sade, kann ich verstehen und lass ich jedem sein, trotzdessen ich dabei nicht mitgehe und mein BDSM lieber eigenständig gestalte und solche Geschichten maximal als Inspirationsquelle für eigene Ideen nutze.

Weil ich das Buch in deutscher Fassung gerade zur Hand habe, möchte ich den letzten Absatz (in kursiv gesetzt und nicht mehr zur eigentlichen Geschichte gehörend) zitieren. Die französische Originalfassung kenne ich nicht, daher kann ich mich nur auf dies hier berufen.

Zitieren

In einem letzten Kapitel, das gestrichen wurde, kehrte O nach Roissy zurück, wo Sir Stephen sie verließ. Die Geschichte der O hat einen zweiten Schluss. Er lautet: Als O sah, daß Sir Stephen sie verlassen würde, wünschte sie sich den Tod. Sir Stephen erteilte seine Zustimmung.

Was lesen wir daraus? Wir wissen weder um die Umstände, wenn O wirklich nach Roissy zurückgekehrt sein sollte, warum Sir Stephen sie verließ, noch wie das Verlassen von Sir Stephen im zweiten Schluss zu verstehen ist: wollte er lediglich die Verbindung lösen, oder lag er vielleicht im Sterben? Das offene Ende des Buches ist meines Erachtens nicht dazu geeignet, daraus eine Tendenz in der gesamten Erzählung abzuleiten. Allein schon, weil Desclos das Buch nicht so geschrieben und nach eigenem Bekunden an einer Stelle einfach aufgehört hat. Und die Aussage, O wünschte sich den Tod, würde ich an dieser Stelle auch nicht überinterpretieren. Jeder, der wirklich mal eine tiefe Bindung erlebt, tiefe Liebe empfunden und diese dann verloren hat, wird nachvollziehen können, dass man in dem Moment, in dem der Schmerz darüber am größten ist, lieber tod als lebendig wäre und aufgrund des Verlustes keine Zukunft sieht. Die meisten Menschen werden sich aber wieder fangen, auf die ein oder andere Art, nur die Wenigsten dürften tatsächlich den (literarisch natürlich imposanteren) Weg des Freitodes gehen. Als ich das Buch zum ersten Mal las, war ich regelrecht verblüfft über diese letzte Anmerkung, denn nichts deutete für mich im Verlauf darauf hin, dass die Verbindung zwischen O und Stephen keine nachhaltige Entwicklung nehmen würde. Mein persönlicher Schluss weicht dementsprechend von dem, was uns die Verfasserin hier anbietet, ab. Völlig legitim bei einem offenen Ende. 

Soviel dazu. Und was das Verstehen angeht: hier kann eine vorhandene Neigung in dieselbe Richtung tatsächlich von Vorteil sein wenn es darum geht, den Charakter der O und ihre Motivation besser zu begreifen. Ansonsten bedarf es ein großes Maß an Unvoreingenommenheit gegenüber dieser Lebensart.

(bearbeitet)

Ah Dankeschön @Teaspoon. Ich habe ja auch n' Halsband mit D-Ring. Diese Kleider finde ich teilweise schön (auch nicht alle). Ich sah mal ein sehr schönes...

Für mich wäre es merkwürdig zu sagen: ch trage so ein O-Kleid nicht (obwohl ich es eigentlich mag). Lediglich aufgrund eben dieser Geschichte und damit verbundenen Klischees... 😂 Würde ich es eben nur aufgrund irgendwelcher Klischees nicht tragen, würde ich da ja quasi mitmachen, find ich. Also ist es mir egal. Ich fände es hübsch oder nicht. 😂

Ich habe sie auch nie gelesen. Das, was ich gegoogelt habe, für mich wendet sich dieser Sir irgendwas in den verschiedenen Varianten von der O ab (ich verstehe das Gehen da nicht als Tod und warum hätte man das nicht schreiben sollen?) und ich sehe die Liebe vielleicht eher recht einseitig? Dafür müsste ich es lesen, aber ob mit das dann wichtig genug ist? 

bearbeitet von Bratty_Lo

O und de Sade sind literarisch und zeitgeschichtlich interessante Werke. Wirken aber nicht auf jeden anregend, ganz gleich, welche Neigung man hat. Die Sprache in der Geschichte der O wird von einigen als klinisch, als kalt empfunden. Provozierend auch, wie unappetitlch der eine dicke Typ beschrieben wird und wie er O benutzt. Genau das mag manche anregen, wirkt aber auf viele vor allem abstoßend.
Selbstaufgabe, vom Text des Alternativendes bis zum Tod - das ist ebenfalls nicht jedermanns Geschmack. Für mich moralisch abstoßend. In anderem Deutungen des Werks wird das mit christlichem Märtyrertum, oder buddhistischer Selbstauflösung verglichen. Das mag einige anziehen - andere moralisch abstoßen. Weil es Selbstaufgabe für nen Stecher ist, den die 0 sich noch nicht einmal ausgesucht hat - sie wird an den abgeschoben. Wenn man Selbstaufgabe bis -Auslöschung als Vollendung des DS sieht, mag es gefallen. Mir nicht. Ich sehe 0 nur abstumpfen. Und ich bediene mich nicht der Lesarten, dass es gewalt- und missbrauchsveeherrlichend ist, die bestehen. Noch interessiert mich die These, 0 sei die Mächtige und die Männer Erfüllungsgehilfen.

De Sade wollte vor allem provozieren bis zum Gehtnichtmehr. Quills ist ein interessanter Film über ihn, aber da spielt er eher Cupido und ist kein ganz Netter, statt dem Typen, der brutalem Missbrauch an abhängigen Minderjährigen beging. Schöner Film. Sehr weit weg von seinem Werk, da kackt niemand jemandem in den Hals, soweit ich mich erinnere.

Zum Thema Literatur mit Themenbezug sind die Gefährlichen Liebschaften spannend, seelische Grausamkeit und die Lust daran. Wenn man Briefromane mag. Sowohl die Verfilmung mit Glenn Close ist grandios, als auch Valmont, sowie die Version in der Neuzeit - Eiskalte Engel auf Deutsch, meine ich.

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