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Anfänger*innen im BDSM – worauf achten?


Pleasure_Dom_FRA

Empfohlener Beitrag

Ausführliches Vorgespräch, klarstellen, dass es ok, "Nein!" zu sagen oder abzubrechen, langsam und vorsichtig anfangen, lieber einmal zu oft nachfragen und sicherstellen, ob es in Ordnung ist, wenn Du das Gefühl hast, dass es doch nicht geht, lieber pausieren oder abbrechen, ausführliches Nachgespräch.
Ganz wichtig: Ehrlichkeit und immer aufmerksam bleiben!

Sorry, auch wenn du dominante Gefühle hast, probiere doch erstmal die andere Seite aus, dann merkst du an deinen Reaktionen was du und wie weit du gehen kannst, beobachte dich selbst, und wenn du den richtigen arrner findest, sei aufmerksam, du erkennst die Reaktionen und kannst gut reagieren

wahrscheinlich eher um ein bdsm rollenspiel. und ihm sind die regeln nicht klar wan er was verlangen darf und was er machen muss damit xy pasiert. deswegen auch jemanden ohne erfahrung denen kann man noch alles erzählen die glauben jeden scheiß. aber mal im ernst ist doch scheiß egal anfänger oder nicht. mach was du willst und wenn sie nen problem damit hat muss sie halt gehen.

Ich denke eine gute Basis ergibt sich aus entsprechenden Vorgesprächen mit der betreffenden Person. Was sind Fantasien, was sind konkrete Wünsche der Person? Einfach mal so anfangen halte ich für schwierig. Wenn du diese Basis hast, dann kannst du dich rantasten, learning by doing. Langsam anfangen, viel erklären, genau die Reaktion beobachten, im Zweifel einen Gang zurückschalten oder aufhören. Lass die Person langsam in dieses Gebiet reintauchen und alles Stück für Stück erleben. Auch Folgegespräche sind sehr wichtig. Was war gut? Was hat nicht gefallen? Was sollte anders sein? Neue Ideen für die nächste Session? Lass die Person sich entwickeln und genieße diese Entwicklung mit ihr.

Das einfachste wäre da wohl, dass du anfängst ehrlich zu erklären, was du genau machst und magst und was du für dich daraus ziehst...

Du wirst ja sehr wahrscheinlich selbst auch nicht das komplette Spektrum abdecken, das sich unter dem großen Schirm versammelt.

Sich erstmal uneingeschränkt alles fragen zu lassen ist da ein guter Startpunkt und dann sieht man ja, wohin sich das entwickelt und ob man gemeinsam zu Veranstaltungen gehen möchte. 

 

Was genau meinst du?

Ein Mentoring, wo du einfach nur beratend zur Seite stehst, ggf. auch Gespräche über Session führst (die du nicht verantwortet hast) oder wirklich "Hey, ich suche Anfänger*innen, damit ich diese ins BDSM einführen kann"?

Sei dir bei letzterem bewusst, dass dir das als Redflag ausgelegt werden kann (und von einigen Menschen auch definitiv ausgelegt wird!). Explizites suchen nach Anfänger*innen tun häufiger Täter*innen (oftmals werden hier dann auch wesentlich jüngere Menschen gesucht etc.). Besser ist es hier, wenn diese dir einfach zufällig zu laufen aka "Ich bin offen für erfahrene und unerfahrene Kontakte, selbst, wenn es nur ein Gespräch ist". Ich persönlich finde, selbst mit "gutem Willen" ist das bewusste Suchen nach Anfänger*innen immer mit einem schlechten Beigeschmack, eben weil hier eine größere schwarze Fläche existiert... Anfänger*innen wird genau von solchen Menschen abgeraten ;) 

Was auch ein Weg wäre: Präsent in deiner Bubble sein und auch zeigen, was du besonders gut kannst. Es ist in der Shibariszene schon häufiger vorgekommen, dass Menschen bestimmte Rigger*innen aufgefallen sind, die mit Anfänger*innen gut umgehen können und diese dann auf Fesseltreffen zugeführt bekommen, für das erste Mal bisschen Seil. Ich glaube für Spanking oder sowas gabs auch schon Fälle. Aber auch hier stellt sich der Mensch nicht absichtlich in den Vordergrund... 

Alternativ könntest du als Mentor agieren, dass bedeutet allerdings aus meiner Sicht, dass hier Abstand genommen wird von sexuellen Handlungen, Sessions mit dieser Person etc. da du hier nur beratend / unterstützend agieren solltest - nutzt du den Status Mentor um an Sessions oder gar Sex zu kommen, ist das wieder eine Redflag. 

 

Daher beachte, in was für ein "Gebiet" du hier gehen möchtest und überlege, ob du hier mit entsprechenden Gegenwind klar kommst und auch, dass du infrage gestellt wirst bzw. sogar vielleicht gar niemanden findest, etc. Überlege dir genau, welche Intention dahinter steckt für dich und was hier für dich rausspringen soll. Und ob das wirklich so wichtig ist für eine mögliche Partnerperson. Oder ob der grundlegende Wunsch darunter sich nicht ggf. anders erfüllen lässt. 

Oder ob es auch beispielsweise reicht, wenn diese Person in einigen Praktiken unerfahren ist, diese aber mit dir im Konsens entdecken möchte. 

 

Fernab von der "Wirkung nach außen":
Mit Anfänger*innen etwas anfangen, hat wohl auch ein Risiko, dass immer wieder diskutiert wird: Diese Person könnte (schnell oder langsam) gar nicht mehr zu dir passen und eigene Wege gehen. Es besteht eine gewisse höhere Trefferquote bei Personen, die sich schon ausprobiert haben und wissen, was sie wollen und brauchen. Das kann auch zu häufigen Partnerwechsel führen. Heißes Kopfkino reicht nicht aus, um wirklich zu wissen, ob diese oder jene Neigung, Vorliebe etc. wirklich in dem passenden Maß zum Gegenüber vorhanden ist. Mal überspitzt formuliert: Wenn dann alle paar Monate jemand neues da ist, alles von vorne anfängt, kann das auch zu einem Burnout führen, wäre jetzt meine Vermutung. Ich kenne das eher im Shibarikontext, dass Rigger*innen plötzlich in Massen Bottoms abbekommen, allerdings dann mehr Tourismusattraktion sind für "einmal ausprobieren" und die Menschen ausbrennen, weil es nur Energie absaugt, aber nichts zurück kommt. 

In der Toprolle können Anfänger*innen sicherlich auch sehr herausfordernd sein, weil die eigenen Bedürfnisse / Wünsche da ggf. wirklich sehr stark zurück zu stecken sind. Von 0 auf 100 starten ist eine blöde Idee, wie häufig habe ich schon Sachen gelesen bezüglich Subfrenzy (schneller höher weiter) und Tops, die das alles mühevoll regulieren mussten in eine Richtung, wo Bottom nicht davon überfordert ist und ins Nirvana verschwindet.  Konsens herstellen kann hier ggf. auch etwas schwieriger sein, eventuell fehlen sogar Kommunikationsskills, eventuell wird sich darauf ausgeruht, dass Top schon alles informiert etc. 

 

Und falls das nicht genug durchgeklungen hat: Ich sehe absolut kein Problem damit, wenn erfahrener Top mit unerfahrenen Anfänger*innen etwas macht. Es sind eher die Umstände bzw. das Wie (danach gesucht wird) was mir mittlerweile Bauchschmerzen bereitet. 

 

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