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Leitfaden - Worauf sollte ich als Dom achten


Empfohlener Beitrag

☝️🧐Ich masse mir nicht an, zu behaupten, dass nur diese Art die einzig Richtige ist. Es ist meine Sicht der Dinge und muss nicht mit derer von anderen übereinstimmen. Sollte jedem klar sein.☝️🧐

Der Dom muss die Grenzen seines Subs kennen und respektieren. Nach Dingen zu suchen, die der Sub nicht explizit ausgeschlossen hat, ist nicht die feine Art und führt zu einem Vertrauensverlust. Nur weil der Sub nicht verboten hat, sein Haupthaar zu rasieren, ist dies noch lange kein Grund anzunehmen, dass man es dürfe.

Er ist verantwortlich für seine Gerätschaften, einschliesslich deren Sicherheit und Sauberkeit. Schlaginstrumente dürfen keine Splitter oder scharfen Kanten haben. Sie sollten sich nicht in ihre Einzelteile auflösen und alles, was in irgendwelche Körperöffnungen eingeführt werden soll, muss entsprechend gereinigt sein, um das Risiko von Infektionen zu minimieren. Entsprechendes gilt für den Sub, wenn dieser Spielzeuge beisteuert.

Er sollte seine eigenen Fähigkeiten nicht überschätzen und sollte sich gegebenenfalls Rat bei jemand erfahrenem suchen. Stell dir vor, dein Sub kommt freudestrahlend mit einer neuen Singletail an und möchte, dass du sie ihm überziehst.

Einen guten Dom zeichnet Selbstkritikfähigkeit aus. Er wird nicht etwas Neues, bei dem er sich nicht sicher ist, wie damit umzugehen ist, ausprobieren. Nur um dann hinterher festzustellen, dass es schief gegangen und der Partner vielleicht sogar verletzt ist.

Der Dom ist ebenso für die emotionale Sicherheit seines Sub verantwortlich. Zwar geht es hier um erwachsene Menschen, die selbst für sich verantwortlich sind, aber im Spiel kann einer der Partner, insbesondere der Sub, sehr abhängig werden. Wichtig hierbei ist, den Sub in seiner Rolle zu ermutigen und zu unterstützen.

Der Dom sollte sich vorab erkundigen, ob es Handlungen, Gesten oder Phobien gibt, die emotionale Traumata auslösen oder schlechte Erinnerungen hervorrufen können. Gerade wenn man sich in solche Grenzbereiche begibt, sollte der Dom im Falle eines Absturzes, der auch erst Tage später eintreten kann, jederzeit erreichbar und für seinen Sub da sein.

Der Dom ist dafür verantwortlich, seine Limits zu kennen und zu setzen. Sei ehrlich und sage klar, was du willst, und was nicht. Ein solches Limit kann es sein, sich nicht tagein-tagaus um einen unselbständigen Sub, der sich abhängig macht, kümmern zu wollen.

Als Dom hat man das Recht auf klare Kommunikation vor, während und nach dem Spiel. Wenn der Dom die Bedürfnisse, Wünsche und Grenzen des Partners nicht kennt und sich lediglich auf seine Intuition verlassen muss, hat er es sehr schwer, das Spiel für sich und seinen Partner befriedigend zu gestalten. Falls der Sub nur indirekte Hinweise auf seine Wünsche gibt und seine "Bedürftigkeit" ausnutzt, um den Dom zu manipulieren, sollte dieser darauf bestehen, dass der Sub klar äußert, was er will.

Der Dom darf Unterstützung von seinem Partner erwarten. Nicht nur bei physischen Dingen, sondern insbesondere auch, wenn mal was im Spiel falsch läuft. Jeder Mensch macht Fehler, auch jeder Dom, und er darf davon ausgehen, dass sein Sub mit ihm eine konstruktive Lösung des Problems suchen wird und ihm keine Vorwürfe macht.

Wenn der Dom irgendwelche Voraussetzungen erfüllt braucht, um in dominante Stimmung zu kommen, darf er vom Sub erwarten, dass dieser ihn hierbei unterstützt. Sei es eine Geste, Massage, der lästige Abwasch oder ein Orgasmus. Wenn etwas für dich wichtig ist, um in Stimmung zu kommen, nimm es dir. Ohne habt ihr beide keinen Spaß miteinander. Und denke daran, dass auch dein Sub keine Gedanken lesen kann, fordere von ihm, was dir zusteht.

 

Wenn ihr irgendwelche Ergänzungen habt oder der Meinung seid, dass ein Punkt völlig zu weit her geholt ist, schreibt dies bitte in die Kommentare.

Grundsätzlich ist es immer wichtig, dass Dom oder Sub sich selbst mit seiner Rolle oder Position auseinandersetzt. Jeder definiert sich anders und sieht seine Rolle anders. Wer sich selbst kennt und fähig ist, seinen eigenen Amsprüchennzu genügen, ist stark genug ehrlich den Partner zu wählen, der zu ihm passt. Am Ende jedoch ist Dom oder Sub für sich selber verantwortlich...

Du sprichst mir aus der Seele. Und wenn es in der Session auch um dominieren und Unterwerfung geht, so sollte niemals davor und auch danach das Gespräch fehlen.

Paragraph 1, Absatz 2, Satz 1 - Es gilt der gesunde Menschenverstand, zumindest solange, bis dieser durch Erlangen von transzendenten Zuständen, ersetzt wird durch eine höhere Vorahnung.
Absatz 3, Satz 1 - Sollte der Zustand aus Absatz 2 nicht zutreffen, tritt automatisch im selbigen Ansatz erwähnter Menschenverstand in Kraft.

@Dominus_Tuo,

Gut, aber zu ausführlich. Ich lese sehr viele Selbstverständlichkeiten, die zumindest den leuten hier im Forum in Fleisch und Blut liegen. Ja, auch Dom ist ein Mensch, er soll das Hirn anmachen und reden hilft. Eine Zusammenfassung.

Es gibt kein "zu ausführlich"
Jedes noch so kleine Detail kann wichtig sein
Lieber doppelt und dreifach kommunizieren....
Ich finde den Beitrag sehr gelungen

Danke für eure Überlegungen und Ergänzungen. Natürlich ist vieles davon eine Selbstverständlichkeit. Jedoch leider noch lange nicht für alle.

Wow. Das ist wundervoll geschrieben. Und beschreibt wie es eigentlich sein sollte...

(bearbeitet)

Mit einer gesunden Portion Respekt, Empathie und Erfahrung sollte ein guter und etwas erfahrener Dom/ Herr/ Top sein gegenüber in manchen Situationen auch "lesen" und "verstehen" können ;-)

Was nun aber nicht die Kommunikation vorab oder im nachhinein ersetzen soll!!!

bearbeitet von Der_Patron
Änderung

Reden ist wichtig. Nicht nur das Informationen auch über Gefühle ausgetauscht werden, es wird auch kommuniziert als solches. Mit einander Reden ist eine gute Basis für Vertrauen.

Doch wenn man sich kennt, wird es in einer Sesion irgendwann weniger. Körpersprache, Mimik, Gestik, Haltung sind dann eine eindeutige Sprache, die nicht Hirn-versucht ist (gedankenüberfrachtet). Dazu ist allerdings schon eine gute Portion kennen erforderlich.

 

Schlimm ist für mich das Reden noch im Aftercare. Noch mit den Gefühlen im Bauch, womöglich eine Analyse und Sezierung des Geschehenen. Vorher? Wenn es mehr als ein Wunschzettel ist, ja.

(bearbeitet)

Das erste ist blodsinn.. der Rest ist richtig 

bearbeitet von Gelöschter Benutzer
Themenzitat entfernt.

Vielen Dank an alle. Das ist wirklich schön und inspirierend zu lesen.

Ich finde es persönlich schwierig die Grenzen des Anderen zu kennen - ich kenne ja nicht einmal meine Eigenen. So ist es dann auch schwer, diese vorher zu besprechen.

Leichter ist es auf jeden Fall, vorab die Vorlieben zu besprechen. Das eignet sich sicher auch dazu, das Verlagen aufeinander anzuheizen. Oder bewahrt vor einem all zu großen Reinfall,  wenn diese nich miteinander vereinbar sind.

Für mich liegt der Reiz aber generell darin, Dinge über mich selbst herauszufinden, die ich noch nicht weiß. Um so wichtiger ist eine verständliche Kommunikation während des Vortastens.

Wenn sich ein Dom ein Szenario ausgedacht hat, sollte Sub alles was möglich ist  tun, damit die Geschichte funktioniert. Dabei müssen, wenn Grenzen auftauchen, gemeinsam reizvolle Umwege gefunden werden, die beide ohne Schaden umsetzen können. Beide sollten immer gut kommunizieren können, ob es eine Pause braucht, einen Schritt zurück oder einen kompletten Richtungswechsel, bevor es weitergehen kann. 

Beim Programmieren gehören Fehler zum Protokoll. Niemand sollte annehmen, dass im realen Leben, keine Probleme auftauchen werden. Auch wenn sich die Sichtweise noch nicht überall etablierte hat, macht es Sinn die Fehlerbehandlung von Anfang an mit in Betracht zu ziehen. 

Auch hier ist Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg. Wenn Gefallen und Missfallen deutlich zum Ausdruck gebracht werden, lässt sich das Erlebnis viel leichter steuern. Manchmal ändert sich das, was man mag und was nicht. Ich mag selbst mein Lieblingsessen irgendwann nicht mehr - besonders, wenn ich es täglich vorgesetzt bekomme. Deshalb macht es Sinn den Kurs immer wieder zu überprüfen und zu korrigieren.

Besitz verpflichtet. Jeder hat dafür Sorge zu tragen, dass alles, was er besitzt gepflegt und sauber ist. Das gilt für den eigenen Körper ebenso selbstverständlich wie für alle Spielzeuge. Dass etwas kaputt geht, ist immer zu vermeiden, kann aber nicht immer vorhergesehen werden. Dann geht es sofort um Schadensbegrenzung (Innehalten, Situationsbewertung: gut - weiter oder schlecht - Zurück in eine erträgliche Position, erneute Situationsbewertung: gut - weiter ggf. mit etwas anderem oder nicht gut - Zuhören auch wenn keine Worte kommen und präsent sein, Kontakt halten, aber Raum lassen. Nach einem Absturz muss man selber wieder aufstehen oder es muss ein Arzt gerufen werden.

Das Leben ist Handwerk. Es gibt keine Bedienungsanleitung für Menschen und keine Schritt für Schritt Anweisungen für alle Lebenslagen. Mann muss jede Situation neu bewerten und sich überlegen, wie man weitermachen möchte. BDSM bietet für mich nur eine Möglichkeit das bewusster und nicht alleine zu tun. Ich vertraue mich meinem Herren an und übernehme die Verantwortung für ihn und seine Wünsche. Ich unterstütze ihn dabei sich als Dom auszuleben, während er mir hilft mich als Sub zu erleben. 

Worauf muss er nun achten?

Auf die eigene Haltung - das ist alles was er direkt beeinflussen kann ( wohlwollend, gradlinig, offen...)

Auf eine reflektierte Kommunikation 

Auf das Wohl aller Anwesenden, wobei er sich des Sub bedienen darf und muss, denn auch das dient dem Wohl des Sub.

Auf stetige Kurskontrolle

Auf seinen Besitz. Den Wert, den etwas hat erkennt man daran, wie man damit umgeht.

 

Ich glaube das sind die 5 wichtigsten Punkte.

Demütig 

April

Wer ist den demnach der Dom? Mache nur das was der Sub gefällt, frage vorher immer schön nach ob du darfst oder nicht? Das ist für mich nicht wirklich ein Leitfaden, sorry. Mein Tun und Handeln gibt meiner Sub Sicherheit, nicht das ich mich in ihren Grenzen bewege. Sie ist ja schließlich Sub um nicht sagen zu müssen was geht und was nicht. Klar ist Kommunikation wichtig, aber auf einer anderen Ebene. Ich sollte schon wissen wie belastbar sie ist und was ich ihr zumuten kann. Für mich klingt das meiste von den Antworten so, ich schreibe mal was Frauen lesen wollen. Der einfühlsame, verständnisvoll Dom. Wahrscheinlich sind jetzt die meisten der Meinung, boah wie kann man nur so sein. What, ich bin der Dom und ich weiß wann ich wem auf Augenhöhe begegne und wann nicht. Wo ist den die Stelle wo man unnachgiebig sein kann. Wo man der sein kann der bestraft und natürlich mache ich es mit Respekt und Anstand. Nett sein muss ich auch nicht immer. Wenn sie es verdient hat, dann wird es halt unbequem und da frage ich nicht vorher. Will das Sub wirklich, das sich Dom unterwirft? Dann habe ich wirklich was falsch verstanden.

(bearbeitet)

"Wer ist denn demnach der Dom?" - Der submissive Part, der dem Dom sein schwarzbuntes Treiben überhaupt erst ermöglicht. ;)

bearbeitet von DeadManBrooding
Sprache

Versuche kurz zu skizzieren, wie es bei mir funktioniert. Wäre spannend, ob das bei euch auch so ist, bzw. ob ihr genauso tickt^^
Und es ist wirklich total einfach.

Finde es richtig geil gefordert zu werden. Das heißt nach Möglichkeit so stark, dass es geistig anspruchsvoll wird :) Vorstellbar wäre es auch dafür festgebunden zu werden, bis die Lösung fertig ist :) Sowas ist klasse.
Mit anderen Worten wenn die dominante Seite auch eine "schwache Seite" hat und dem devoten einen Fachbereich überlässt, den der Devote vermutlich besser kann. Heißt ja nicht, dass das in allen Bereichen so ist. Ich weiß das ist erstmal wenig Sexuell, aber iwie ist das klasse. Dann kann man den Menschen auch gut respektieren :)

Was leider gar nicht so gut funktioniert, wenn man mit mir redet als wäre ich ein Autist oder geistig behindert. Um ehrlich zu sein erlebt man das häufig. Die dominanten Seiten sind der Meinung wertvolle psychischen Krankheiten oder Reserven zu entdecken. In den allermeisten Fällen ist es Schrott und widerspricht den Meinungen des gesamten Umfeldes. Sowas wird dann schwer. Um ehrlich zu sein verliert sich dabei der Respekt vor dem Menschen. Leider. :/
Das ist dann ungefähr so wie als würde ich behaupten ich wäre Profiboxer.

Nun nehme ich es mir mal raus zu meinen das wäre sogar normal, also meine Reaktin. Wer um jeden Preis Respekt einfordert, macht sich eher nur lächerlich. Dann geht es nur noch mit Angst eintreiben, aber Respekt wird sehr schwer. :(

vor einer Stunde, schrieb Sir_Myst:

Mache nur das was der Sub gefällt, frage vorher immer schön nach ob du darfst oder nicht?

In dem Satz muss man doch nur Sub durch Dom ersetzen und die Sache kommt ganz passabel raus.

Mache als Dom nichts, was dein Sub in Panik versetzt und versichere dich immer wieder, dass er/sie nicht emotional falsch abbiegt. Dann hast du freie Hand. 

 

vor einer Stunde, schrieb Sir_Myst:

What, ich bin der Dom und ich weiß wann ich wem auf Augenhöhe begegne und wann nicht.

Jemandem auf Augenhöhe zu begegnen, ist für mich ganz klar, eine Frage des Respekts. Da gibt es keine Ausnahmen. Und mir ist egal, aus welchen Gründen auch immer ich den Arsch versohlt bekomme - ohne den nötigen Respekt würde ich das nicht zulassen.

 

vor einer Stunde, schrieb Dünengazelle:

Finde es richtig geil gefordert zu werden.

Es macht richtig Spaß das Hirn zu fordern. Ich fordere meinen Mann gerne herausg, um zu sehen wie lange er sich konzentrieren kann, während ich ihm einen blase. Und ich muss mich schon richtig anstrengen, um ihn abzulenken.

Ihm hingegen fiel es bei seiner spontanen Revanche neulich scheinbar leicht mich so weit zu bringen, dass mein Hirn keine Kapazität mehr zum Arbeiten bekam, weil das zentrale Nervensystem alle Aufmeksamkeit hatte.

Das hat zwar statistisch wenig Aussagekraft, dafür ist die Beobachtung zu ungenau, aber das Erlebnis, war in beiden Konstellationen, für mich sehr geil.

 

vor einer Stunde, schrieb Dünengazelle:

Wer um jeden Preis Respekt einfordert, macht sich eher nur lächerlich.

Wer überhaupt Respekt einfordert, macht sich lächerlich. Liebe kann man auch nicht einfordern. Wenn einem sowas fehlt, ist man nur eines mit Sicherheit, nämlich falsch verbunden.

Liebe Grüße zurück

April 

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