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Vetting - Wie erkenne ich einen geeigneten Partner?


Ruilina

Empfohlener Beitrag

Vor 5 Stunden, schrieb Ruilina:

Meine letze Erfahrung mit einem Dom endete mehr oder weniger damit das ich wegen einer Panik attacke das Safe Word nutzen musste (zum ersten Mal) und ich dann alleine gelassen wurde damit sich besagter Dom einen Runterholen kann.

Nach Möglichkeit möchte ich solche Situationen in Zukunft vermeiden.

Ich finde es absolut schrecklich, was du da erleben musstest und verstehe sehr gut, was du mit Fakes meinst.
Richtige Doms sind verantwortungsbewusste Menschen, denen ihr Gegenüber wichtig ist. Man muss nicht nur auf einander achten sondern auch auffangen können.
Da ist es schon eine gute Idee sich immer seine Zeit zu nehmen mit den Leuten und in Gesprächen Szenarien abzufragen. So nach dem Motto: "Was würdest du tun, wenn ich plötzlich...? Welche Safewords hast du denn bisher verwendet?" oder "Was würdest du mir gerne anbieten, wenn unsere Session vorbei ist?" Die Reaktion und die Nachfragen geben sicherlich schon Hinweise darauf geben, wie jemand tickt.
Ich kann auch nur empfehlen immer einer/m guten Freund*in Bescheid zu geben, wenn man sich mit jemandem trifft und wo man dann ist. Es kann auch helfen mit ihr/ihm Codes oder Symbole zu vereinbaren, z.B. "r" für einen sofortigen Rückruf. Das gibt einem insgesamt mehr Sicherheit.

Btw not*eile Macker gibt es leider auch bei den "Subs" und das zeigt sich dummerweise auch nicht immer von Beginn an.

Naja grundsätzlich erkennt man im Gespräch schon ob der gemeinsame Vibe da ist oder nicht.
Sollte es dann wirklich passen erstes Date definitiv auf neutralem Boden bei nen Kaffee oder whatever.
Anders geht’s heutzutage leider nicht mehr.
So kann man demjenigen wenigstens direkt Feedback geben und sagen ob es passt oder nicht.

Bauchgefühl!
Ich für mich merke bereits beim Schreiben ob etwas potenziell für mich passen könnte oder nicht. Wenn der vibe beim Schreiben passt dann mal telefonieren oder so und dann ein Treffen. Danach sieht man wie es sich entwickelt. Bisher habe ich selbst leider nur wenige gefunden, wo sich beim Schreiben bereits ein positives Gefühl gebildet hat…

Meiner Erfahrung nach wird sich im Laufe der Unterhaltung zeigen ob es stimmig ist oder nicht. Oftmals lässt sich das dann vll auch garnicht an einer Sache festmachen, vielmehr ist das eine Intuitive Feststellung.

Vor 10 Stunden, schrieb MissAnaKlatsche:

Das ist echt unfassbar und tut mir sehr sehr leid. Solche Leute haben echt mit bdsm nix tun, sondern sind einfach nur widerliche Ars**lö**er.
Niemand sollte sowas erleben müssen und ich wünsche dir vom ganzen 💜, dass du nur noch positive und erfüllenden Erfahrungen machst.

Danke dir. Alles gut, das ist lange her…aber auch wenn es noch so schlimm war (hatte eine doppelte Infektion davon) hat es mich wirklich enorm weitergebracht, was mein Bauchgefühl angeht.

Ich bevorzuge ein klassisches "Kennenlernen" statt eine Art "Schufa-Auskunft" in Social-Media einzuholen. 

Hi Ruilina,

Erstmal, wie schön, dass du dich mit einem so wichtigen Thema auseinandersetzt! 🤗
Ich bin selber erst 1.5 Jahre in der Szene und mir haben BDSM Anfängerstammtische sogenannte Munchs sehr geholfen. Dort wird über sowas offen und im sicheren Rahmen geredet und Tipps gegeben.

Jetzt aber zu meinen Erfahrungen. Ich bin Switch und kenne daher wie es ist als Sub und Domme kontaktiert zu werden.
Mit die ersten Red Flags sind, wenn offensichtlich ist, dass die Person mein Profil nicht gelesen hat.
Ich habe dort z.B. deutlich stehen, dass ich mit niemandem unter 25 Jahren eine D/s-Beziehung führen werde oder aber auch Vorlieben. Wenn die Person nicht kompatibel ist, oder auf mein Profiltext in irgendeiner Form eingeht, ist das für mich ein schlechtes Zeichen, denn gerade im BDSM kommt es um das Lesen von kleinen und großen Gesten und der Mimik an und wenn jetzt schon kein Aufwand betrieben wird, will ich mir nicht vorstellen, was in einer Session passieren könnte.

Andere Red Flag. Keine Grenzen oder "die des Gegenübers". Ne. Einfach nein. Dann habe ich dort lieber stehen 'Weiß ich nicht, muss ich noch rausfinden.' Ich übertreibe nun etwas, um es deutlich zu machen. Ich glaube, die meisten hätten doch Grenzen, wenn ich sie fessel, ihnen die Kleider vom Leib reiße, und ein Messer an den Hals halte und dann zwinge Sachen mit mir zu machen. Genau deshalb sind Gespräche über Grenzen so wichtig! Wenn jemand mit der validen Phantasie zu mir käme, wären wir kein Match, da es nicht zu meinem Risikoprofil passt.
Also: wenn man auf das oben beschriebene Szenario steht, dann hat man vielleicht ja auch Grenze, z.b. kein Blut oder keine bleibendem Schäden. Aber gar keine Grenzen ist unwahrscheinlich, da jetzt wirklich nicht jede*e auf CNC steht (consensual non-consent).

Dann gibt es viele, die direkt in der Rolle, in der sie sich sehen anschreiben. Teilweise wirklich ausführlich udb durchdacht 🫶🏻
Super sweet. Aber leider reicht geeignet, um sich kennenzulernen mMn.
Ich muss den Menschen dahinter kennenzulernen, aus verschiedenen Gründen. Erstens muss ich als Domme ein Sub Frenzy vorbeugen können. D.h. gerade wenn man neu ist, war bei mir auch so, will man alles auf einmal erleben, es gibt so viel zu entdecken! Aber das bringt eben auch Gefahren mit sich. Mal wird über die eigenen Grenzen gegangen, weil Dom(me) gefallen werden will oder es wird in der Session nach verhandelt. Riesige Red Flag 🚩

Eine solider Basis ist notwendig, um Vertrauen aufzubauen, d.h. für mich. Kaffee trinken gehen, falls man Shibari machen möchte, sich erstmal auf nem Ropejam/Fesseltreff sehen, regelmäßig schreiben, gemeinsam Interessen finden.

Dann ganz wichtig sich mal ganz in Ruhe hinsetzen und über Grenzen und bisherige Erfahrungen reden. Was gefällt? Was hat dich mal verunsichert? Warum? Was erhoffst du dir? Was brauchst du? Übrigens sollten diese Fragen genauso von Sub gestellt werden und nicht nur Dom(me)! Immerhin ist es ein miteinander. Safewords besprechen, aber unbedingt auch non-verbale Safewörter! Einige können im Subspace nicht reden, also zweimal Blinken, Hand drücken oder sowas 😉

Jetzt kommt wahrscheinlich ein kontroverser Part. Bisher habe ich noch nie als Sub oder Domme einen Vertrag abgeschlossen. Wie haben die Grenzen und Wünsche aufgeschrieben, übrigens auch über Aftercare ausführlich gesprochen (Manche wollen Ruhe und eine Decke, andere Umarmung andere Essen.) das schriftlich festgehalten und aber nicht unterschrieben, sondern sie Liste aktualisiert. Dazu gab es nach jedem Aftercare anschließend ein Gespräch über Low, Change und High Lights.
So wächst man zusammen.

Und noch ein Hinweis, warum nach verhandeln ein riesen No-Go ist. Sub ist so voll mit Hormonen, dass die realistische Einschätzung höchstwahrscheinlich nicht gegeben ist.
Da ist es die Verantwortung von Dom(me) nicht weiterzugehen. Das kann ja immernoch in der nächsten Session gemacht werden.

Übrigens: weil etwas letzte Woche in Ordnung war, muss es das heute nicht sein. Ich rede immer erstmal, wie geht's dir, was war heute los, wie fühlen wir uns und dann wird entsprechend angepasst. Ja, manchmal bedeutet das, dass wir was anderes machen als geplant manchmal sogar gar keine Session haben, aber das stärkt auf lange Sicht das Miteinander.

Oh und falls es zu einem Drop kommen sollte, ist es wichtig, dass beide zwei Tage nach der Session gut telefonisch erreichbar sind falls es physisch nicht geht. Mindestens das muss gegeben sein.

Ich fasse zusammen:
* Klare Grenzen oder Hinweis, dass diese noch ausgekundschftet werden sollen
* Eingehen auf Profiltext
* Interesse an der Person und nicht nur die Performance als Linkspender
* Lockere nicht sexuelle Kennenlerntreffen in der Öffentlichkeit
* Ggf. anschließend Treffen in der Szene
* Gespräch über Grenzen und Wünsche, ggf. Vertrag
* Safewords, auch non-verbale
* Kein Nachverhandeln in der Session
* Aftercare
* Review

Und am wichtigsten, hör auf dein Bauchgefühl. Viel Spaß! ☺️


Ganz vergessen: aber super wichtig!
Wenn jemand skeptisch wird, weil ich nen STI Test haben möchte.

Was ist denn bitte sexier als zu wissen, dass beide clean sind!

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