Jump to content

Kein Vertrauen


Ti****

Empfohlener Beitrag

Vor 21 Minuten , schrieb Rosenrot82:

In meiner Vergangenheit war ich sehr still, was meine Gedankenwelt angeht. Mir wurde die Fähigkeit darüber zu sprechen nie beigebracht . Mir wurde suggeriert alles an mir ist falsch. Also war das Schweigen eine Ewigkeit mein Begleiter.  Wenn ich trotzdem gesprochen habe, durfte ich das bitter bereuen.

Heute fällt es mir wesentlich leichter mich auszudrücken und mitzuteilen. Aber ich werde hier immer ein Defizit haben.

Danke, dass du mir das anvertraust. Ich kann verstehen, dass es nicht leicht ist, nach solchen Erfahrungen seine Gedanken und Gefühle zu zeigen. Für mich ist das kein Defizit – im Gegenteil: Es zeigt Stärke, dass du heute darüber sprechen kannst. Jeder Mensch hat seine Vergangenheit, aber sie bestimmt nicht deinen Wert. Wichtig ist, dass du deinen eigenen Weg gefunden hast und weiter daran arbeitest.

In welchen Situationen machst du denn selbst diese Erfahrung @@Timur41? nbsp;

Vor 19 Minuten , schrieb LadyViolet_:

Ich will tatsächlich gar nicht die ungefilterte Meinung von allen Menschen hören, ich finde Zurückhaltung nicht schlecht. Und Vertrauen muss man sich verdienen, Menschen sind so kacke, da gibt es sehr viele Gründe das nicht freigiebig herzugeben.

Ich finde es beeindruckend, dass du heute darüber sprechen kannst. Nicht jeder schafft es, sich nach solchen Erfahrungen wieder zu öffnen. Deine Vergangenheit hat dich geprägt, aber sie macht dich nicht weniger wertvoll. Für mich ist es keine Schwäche, sondern eine Stärke, dass du deine Gedanken heute teilen kannst.

Vor 3 Minuten , schrieb Candala:

In welchen Situationen machst du denn selbst diese Erfahrung @@Timur41? nbsp;

Ich kenne solche Situationen, in denen es schwerfällt, sich zu öffnen und die eigenen Gedanken auszusprechen. Gerade wenn man früher gelernt hat, vorsichtig zu sein oder nicht gehört zu werden, braucht es Zeit, wieder Vertrauen aufzubauen. Heute versuche ich bewusster zu kommunizieren und ehrlich zu sagen, was in mir vorgeht.

Erstmal macht der Ton die Musik und wenn ich mich im Netz so umschaue, dann gibt's dort eine Menge Misstöne.

Ob das, was du schreibst, mit Ängstlichkeit etwas zu tun hat, das möchte ich erstmal nur bedingt bejahen.

Wir, jedenfalls die meisten, haben gelernt, daß Zurückhaltung, das verschweigen von Gedanken, Meinungen, Positionen und auch Überzeugung, der sichere Weg ist. Es ist nicht gewünscht, Meinung, die gegen die eigene Überzeugung geht zu hören oder die Wahrheit serviert zu bekommen. Das fängt meist in der Familie an und zieht sich wie ein Faden durchs Leben. Meinung und Offenheit bedeutet auch Konsequenzen. Wie viele sind hier, die einen Job machen, welcher unbefriedigent ist, der Dinge einfordert, die so gar nichr passen und man trotzdem lieber den Mund hält, weil es so ist wie es ist? Und einige haben es auch nie gelernt, sich Gehör zu verschaffen, die Worte zu finden um sich behaupten zu können.

Und im privaten Bereich? Wie oft schluckt man etwas herunter, um den Frieden zu wahren? Jemandem nicht vor den Kopf zu stoßen? Gesellschaft funktioniert nur mit Zurückhaltung und auch manchmal einfach nur mit Schweigen und Lächeln.

Sich zu etwas zu bekennen, dafür einzustehen und sich zu positionieren macht angreifbar und muss man jeden Kampf aufnehmen und wenn ja, zu welchem Preis?

Ich überlege heute auch, muss ich das jetzt kommentieren und wenn, dann wie?

vor 9 Minuten, schrieb Timur41:

 

Ich finde es beeindruckend, dass du heute darüber sprechen kannst. Nicht jeder schafft es, sich nach solchen Erfahrungen wieder zu öffnen. Deine Vergangenheit hat dich geprägt, aber sie macht dich nicht weniger wertvoll. Für mich ist es keine Schwäche, sondern eine Stärke, dass du deine Gedanken heute teilen kannst.

ne ne ne brauchst das gar nicht auf so eine persönliche Ebene zu bringen, ich habe meine Antwort sehr allgemein gehalten, weil das eben kein persönlicher Schicksalsweg ist. Wir reden hier über die Gesellschaft.

Ich habe tatsächlich Angst vor Verurteilung. Viele meiner Freunde halten gewisse Neigungen für psychische Erkrankungen. Ich selber bin eigentlich gerne offen und habe das Gefühl ich müsste mich zurückhalten.

Bei mir ist es eher das Gegenteil 😅 ich musste mir Filter antrainieren weil meine direkte Art einfach nicht jeder kann😉 heute bin ich etwas subtiler und sozial „ver-/erträglicher“🥴

Vor 12 Minuten , schrieb LadyViolet_:

ne ne ne brauchst das gar nicht auf so eine persönliche Ebene zu bringen, ich habe meine Antwort sehr allgemein gehalten, weil das eben kein persönlicher Schicksalsweg ist. Wir reden hier über die Gesellschaft.

„Alles klar, ich verstehe deinen Punkt. Es geht dir um eine gesellschaftliche Betrachtung und nicht um einzelne Lebensgeschichten. Die Frage ist ja, warum Angst und Unsicherheit in der Gesellschaft so stark verbreitet si

Vor 6 Minuten , schrieb LovedLady:

Bei mir ist es eher das Gegenteil 😅 ich musste mir Filter antrainieren weil meine direkte Art einfach nicht jeder kann😉 heute bin ich etwas subtiler und sozial „ver-/erträglicher“🥴

„Das kenne ich. Direktheit kann eine Stärke sein, aber sie kommt nicht bei jedem gleich an. Ich finde es gut, wenn man lernt, seine Art etwas anzupassen, ohne sich dabei selbst zu verlieren. Authentisch bleiben und trotzdem Rücksicht nehmen ist eine gute Balance. 😉

Vor 12 Minuten , schrieb Trisko:

Ich habe tatsächlich Angst vor Verurteilung. Viele meiner Freunde halten gewisse Neigungen für psychische Erkrankungen. Ich selber bin eigentlich gerne offen und habe das Gefühl ich müsste mich zurückhalten.

Ich kann nachvollziehen, dass das schwierig ist. Wenn man das Gefühl hat, für bestimmte Seiten von sich verurteilt zu werden, hält man sich oft automatisch zurück. Ich finde es wichtig, zwischen einer persönlichen Neigung oder Vorliebe und einer tatsächlichen psychischen Erkrankung zu unterscheiden. Nicht alles, was anders ist als die eigene Vorstellung, ist gleich krank oder falsch. Entscheidend ist doch, dass es freiwillig, respektvoll und im Einverständnis aller Beteiligten passiert. Offenheit braucht Vertrauen und die richtigen Menschen dafür.

Ich denke das viele Menschen einfach die Erwartungshaltungshaltung haben das man alles in den Äther blasen kann und es keine Kritik geben darf. Des Weiteren glauben Menschen oft das ihre Aussagen von Meinungsfreiheit gedeckt sind… weil sie nicht dazu in der Lage sind Meinungsfreiheit und Redefreiheit zu unterscheiden. Oder halt zb Rassismus von Meinung… damit ecken sie oft an und wundern sich dann. Daraus entsteht diese Angst … und dieses : Man darf garnichts mehr sagen! ( wobei sowas dann auch mal Konsequenzlos vor einem großen Publikum passiert😂 oder in eine Kamera) .

Es fängt in der Familie an, wird in der Schule weitergeführt (ja, Kinder können grausam sein) und zieht sich dann durch alle Aspekte des Lebens.
Wenn man als Kind schon klein gemacht wird, von Erwachsenen und anderen Kindern, dann muss man es erst einmal schaffen, sich da rauszukämpfen. Ansonsten steckt man halt in diesem inneren Teufelskreis.

Hat, meiner Meinung nach, auch etwas damit zu tun, dass wir in einer Gesellschaft leben, die (gerade in Schul- und Berufsleben) eher für extrovertierte Menschen geschaffen ist (aber auch hier bitte nicht übertreiben, sonst müsste das Gegenüber ja aus seiner Komfortzone raus 🙄), in der Introvertierte oftmals untergehen / nicht gesehen werden. Je öfter man ignoriert, übersehen, übergangen oder die Meinung / Aussage ständig als falsch, nichtig, irrelevant etc. abgetan wird, desto mehr sinkt auch das Selbstvertrauen.

Alles was gegen den Strom schwimmt, wird unangenehm und stört den friedlichen, komfortablen Fluss in dem der Mensch sich treiben lassen und unauffällig mitschwimmen kann.
Und alles was den eigenen, egoistischen Frieden stört, wird für den Menschen unangenehm und anstrengend - muss also beseitigt werden. Ob nun auf psychischer oder sogar physischer Ebene…

Das ist zumindest meine Erfahrung und daraus resultierende Meinung 🤷

Vor 14 Minuten , schrieb Arasjal:

Ich denke das viele Menschen einfach die Erwartungshaltungshaltung haben das man alles in den Äther blasen kann und es keine Kritik geben darf. Des Weiteren glauben Menschen oft das ihre Aussagen von Meinungsfreiheit gedeckt sind… weil sie nicht dazu in der Lage sind Meinungsfreiheit und Redefreiheit zu unterscheiden. Oder halt zb Rassismus von Meinung… damit ecken sie oft an und wundern sich dann. Daraus entsteht diese Angst … und dieses : Man darf garnichts mehr sagen! ( wobei sowas dann auch mal Konsequenzlos vor einem großen Publikum passiert😂 oder in eine Kamera) .

Ich glaube, da ist viel Wahres dran. Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass jede Aussage ohne Widerspruch oder Konsequenzen bleibt. Eine Meinung darf kritisiert werden, genauso wie andere Menschen das Recht haben, ihre Grenzen zu setzen. Viele verwechseln das mit dem Anspruch, alles sagen zu können, ohne Gegenwind zu bekommen. Gleichzeitig sollte eine offene Gesellschaft aber auch Raum für Diskussionen lassen, ohne dass jeder sofort abgestempelt wird.

Es kommt drauf an. Da es sich nicht um politisches drehen kann,weil das hier ne kink Seite ist, würde ich sagen zum selbst Schutz? Ich würde meinen Kollegen nicht erzählen, das ich lieber Single bin bis ich meine Mami gefunden habe 🤪 unter Freunden ist es wieder was anderes, aber auch dort bietest du den Menschen angriffsfläche.

Vor 1 Stunde, schrieb Ademar:

Erstmal macht der Ton die Musik und wenn ich mich im Netz so umschaue, dann gibt's dort eine Menge Misstöne.

Ob das, was du schreibst, mit Ängstlichkeit etwas zu tun hat, das möchte ich erstmal nur bedingt bejahen.

Wir, jedenfalls die meisten, haben gelernt, daß Zurückhaltung, das verschweigen von Gedanken, Meinungen, Positionen und auch Überzeugung, der sichere Weg ist. Es ist nicht gewünscht, Meinung, die gegen die eigene Überzeugung geht zu hören oder die Wahrheit serviert zu bekommen. Das fängt meist in der Familie an und zieht sich wie ein Faden durchs Leben. Meinung und Offenheit bedeutet auch Konsequenzen. Wie viele sind hier, die einen Job machen, welcher unbefriedigent ist, der Dinge einfordert, die so gar nichr passen und man trotzdem lieber den Mund hält, weil es so ist wie es ist? Und einige haben es auch nie gelernt, sich Gehör zu verschaffen, die Worte zu finden um sich behaupten zu können.

Und im privaten Bereich? Wie oft schluckt man etwas herunter, um den Frieden zu wahren? Jemandem nicht vor den Kopf zu stoßen? Gesellschaft funktioniert nur mit Zurückhaltung und auch manchmal einfach nur mit Schweigen und Lächeln.

Sich zu etwas zu bekennen, dafür einzustehen und sich zu positionieren macht angreifbar und muss man jeden Kampf aufnehmen und wenn ja, zu welchem Preis?

Ich überlege heute auch, muss ich das jetzt kommentieren und wenn, dann wie?

Ich finde, du sprichst einen wichtigen Punkt an. Es geht meiner Meinung nach nicht nur um Ängstlichkeit, sondern auch um die Erfahrung, dass Offenheit oft Konsequenzen haben kann. Viele Menschen lernen früh, dass Anpassung und Schweigen einfacher und sicherer sind als eine klare Position.

Gleichzeitig glaube ich, dass eine Gesellschaft davon lebt, dass Menschen trotzdem den Mut haben, respektvoll ihre Gedanken auszudrücken. Nicht jede Wahrheit muss verletzend formuliert werden und nicht jede Diskussion muss ein Kampf sein. Der Ton macht tatsächlich die Musik – aber Schweigen aus Angst kann auf Dauer genauso problematisch sein wie rücksichtsloses Herausposaunen.

Für mich ist die entscheidende Frage: Sage ich etwas, weil ich jemanden angreifen will, oder weil ich ehrlich und konstruktiv etwas beitragen möchte? Nicht jeder Konflikt lohnt sich, aber die eigene Stimme komplett aufzugeben, ist auch keine Lösung.

vor 3 Stunden, schrieb Timur41:

Warum sind heutzutage so viele Menschen ängstlich? Man hat oft das Gefühl, dass kaum noch jemand offen sagt, was er denkt. Aus Angst vor Ablehnung, Kritik oder negativen Reaktionen halten sich viele lieber zurück. Woran liegt das eurer Meinung nach? Ist unsere Gesellschaft wirklich ängstlicher geworden oder wirkt das nur so?

Der ET begrenzt das zu diskutierende Feld nach mMn nur unzureichend. Die Frage, ob denn "unsere Gesellschaft wirklich ängstlicher geworden" sein könnte, lasst vermuten, dass hier auch eine Debatte über die Gesellschaft geführt werden soll (oder können). Aber das geht hier überhaupt nicht. Zunächst einmal, weil hier Politik nicht diskutiert werden darf (aus gutem Grund!) und zum anderen, weil eine solche Diskussion per se das größtmögliche Fass aufmacht, das dann noch nicht mal einen Boden hat. Also beschränke ich mich auf meine Ängstlichkeit bzw. Offenheit auf meine Kinks und damit auf meine ganz persönliche Gefühlswelt.

Vor 1 Stunde, schrieb Trisko:

Ich habe tatsächlich Angst vor Verurteilung. Viele meiner Freunde halten gewisse Neigungen für psychische Erkrankungen. Ich selber bin eigentlich gerne offen und habe das Gefühl ich müsste mich zurückhalten.

Ich kann nachvollziehen, dass dich das belastet. Es ist schwierig, wenn man das Gefühl bekommt, für bestimmte Gedanken, Bedürfnisse oder Neigungen bewertet zu werden. Gleichzeitig finde ich es wichtig, zwischen einer persönlichen Vorliebe oder Neigung und einer tatsächlichen psychischen Erkrankung zu unterscheiden. Offenheit braucht aber auch den richtigen Rahmen und Menschen, bei denen man sich sicher fühlt. Nicht jeder muss alles verstehen oder teilen, aber ein respektvoller Umgang sollte möglich sein.

Vor 2 Minuten , schrieb Igel:

Der ET begrenzt das zu diskutierende Feld nach mMn nur unzureichend. Die Frage, ob denn "unsere Gesellschaft wirklich ängstlicher geworden" sein könnte, lasst vermuten, dass hier auch eine Debatte über die Gesellschaft geführt werden soll (oder können). Aber das geht hier überhaupt nicht. Zunächst einmal, weil hier Politik nicht diskutiert werden darf (aus gutem Grund!) und zum anderen, weil eine solche Diskussion per se das größtmögliche Fass aufmacht, das dann noch nicht mal einen Boden hat. Also beschränke ich mich auf meine Ängstlichkeit bzw. Offenheit auf meine Kinks und damit auf meine ganz persönliche Gefühlswelt.

Ich finde den Ansatz nachvollziehbar. Am Ende ist es wahrscheinlich wichtig, zwischen einer gesellschaftlichen Debatte und der persönlichen Ebene zu unterscheiden. Die Frage, warum Menschen vorsichtiger oder zurückhaltender mit bestimmten Gedanken, Gefühlen oder Vorlieben umgehen, kann man auch betrachten, ohne gleich ein riesiges gesellschaftspolitisches Fass aufzumachen.

Gerade bei persönlichen Themen wie Kinks oder anderen Teilen der eigenen Persönlichkeit geht es meiner Meinung nach weniger darum, was „die Gesellschaft“ denkt, sondern darum, ob man einen Raum findet, in dem Offenheit, Respekt und gegenseitiges Verständnis möglich sind. Offenheit braucht schließlich auch Vertrauen – und das entsteht nicht überall automatisch.

×
×
  • Neu erstellen...