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Zwischen Vertrauen und Grenzüberschreitung: Die Ethik metakonsensueller Grenzverschiebung im BDSM


Ve****

Empfohlener Beitrag

Der entscheidende Unterschied liegt im Umgang mit Stop-Signalen. Ein Meta-Konsens erlaubt zwar das Testen von Grenzen, aber absolut niemals das Übergehen eines vereinbarten Safewords. Sobald ein klares Stop ignoriert wird, ist die ethische Grenze überschritten – egal, was vorher abgesprochen war.

Ethisch ist die Abgrenzung relativ einfach. Denn wer zu weit gegangen ist, hat ethisch gesehen bereits vollumfänglich versagt und den Konsens gebrochen. Entscheidend ist also eher die Frage, wie es sich in der Praxis umsetzen lässt, dass zwar Grenzen konsensual verschoben werden sollen, ohne den Schritt über die Kante zu machen. Und dafür gibt's ja Absprachen, auch während der Session, zum Beispiel Ampelsystem.

Vor 1 Minute , schrieb Domofyourdarkdreams:

Ethisch ist die Abgrenzung relativ einfach. Denn wer zu weit gegangen ist, hat ethisch gesehen bereits vollumfänglich versagt und den Konsens gebrochen. Entscheidend ist also eher die Frage, wie es sich in der Praxis umsetzen lässt, dass zwar Grenzen konsensual verschoben werden sollen, ohne den Schritt über die Kante zu machen. Und dafür gibt's ja Absprachen, auch während der Session, zum Beispiel Ampelsystem.

Genau, entscheidend ist, dass Konsens nicht nur vorher vereinbart, sondern während der gesamten Session aktiv überprüft wird. Ampelsysteme helfen dabei, setzen aber voraus, dass beide Seiten jederzeit ohne Druck kommunizieren und Grenzen tatsächlich respektiert werden.

Verstehe die Frage nicht. Es besteht ein Metakonsens über die Rahmenbedingungen in der Innerhalb dessen Grenzen überschritten werden dürfen.
Hier könnte zum Beispiel "erzwungener" vaginaler Geschlechtsverkehr abgesprochen sein, jedoch kein analer. Wird das aber in der Session eingefordert wurde die Grenze überschritten. Ethik ist für mich individuell und ist somit beim Thema von Konsens keine belastbare Größe. Bin da aber auch eher Realist als Universalist.
Absprachen gelten und wer sie übertritt ist vielmehr unmoralisch.

Vor 4 Minuten , schrieb Zis:

Verstehe die Frage nicht. Es besteht ein Metakonsens über die Rahmenbedingungen in der Innerhalb dessen Grenzen überschritten werden dürfen.
Hier könnte zum Beispiel "erzwungener" vaginaler Geschlechtsverkehr abgesprochen sein, jedoch kein analer. Wird das aber in der Session eingefordert wurde die Grenze überschritten. Ethik ist für mich individuell und ist somit beim Thema von Konsens keine belastbare Größe. Bin da aber auch eher Realist als Universalist.
Absprachen gelten und wer sie übertritt ist vielmehr unmoralisch.

Ich glaube, das Missverständnis liegt darin, dass wir über zwei unterschiedliche Dinge sprechen: Du scheinst nach den moralischen Grundlagen von Konsens zu fragen, während ich Konsens eher als eine Frage verbindlicher Absprachen verstehe.
Für mich gibt es einen Metakonsens, also eine grundlegende Vereinbarung darüber, welche Handlungen innerhalb einer Session erlaubt sind und welche nicht. Innerhalb dieses Rahmens können auch Praktiken vereinbart werden, die außerhalb dieses Rahmens nicht akzeptabel wären. Entscheidend ist für mich, dass die vereinbarten Grenzen eingehalten werden und jede Person ihre Zustimmung jederzeit zurückziehen kann.
Wenn beispielsweise eine bestimmte Praktik vereinbart wurde, eine andere aber ausdrücklich ausgeschlossen ist, dann ist die Durchführung der ausgeschlossenen Praktik ein klarer Konsensbruch. Das gilt unabhängig davon, wie jemand die Handlung moralisch bewertet.
Deshalb ist meine Frage, ob du Konsens anhand individuell ausgehandelter Grenzen definierst oder ob du davon ausgehst, dass es darüber hinaus universelle moralische Maßstäbe gibt, die bestimmen, was überhaupt vereinbart werden darf.
Ich selbst bin da eher realistisch als universalistisch: Ich halte konkrete Absprachen und deren Einhaltung für eine belastbarere Grundlage als eine vermeintlich allgemeingültige Ethik. Mich interessiert also, ob wir uns über die Verbindlichkeit des Konsenses uneinig sind oder vielmehr darüber, woher seine Grenzen kommen.

Vor 3 Minuten , schrieb Verdana-42:

Ich glaube, das Missverständnis liegt darin, dass wir über zwei unterschiedliche Dinge sprechen: Du scheinst nach den moralischen Grundlagen von Konsens zu fragen, während ich Konsens eher als eine Frage verbindlicher Absprachen verstehe.
Für mich gibt es einen Metakonsens, also eine grundlegende Vereinbarung darüber, welche Handlungen innerhalb einer Session erlaubt sind und welche nicht. Innerhalb dieses Rahmens können auch Praktiken vereinbart werden, die außerhalb dieses Rahmens nicht akzeptabel wären. Entscheidend ist für mich, dass die vereinbarten Grenzen eingehalten werden und jede Person ihre Zustimmung jederzeit zurückziehen kann.
Wenn beispielsweise eine bestimmte Praktik vereinbart wurde, eine andere aber ausdrücklich ausgeschlossen ist, dann ist die Durchführung der ausgeschlossenen Praktik ein klarer Konsensbruch. Das gilt unabhängig davon, wie jemand die Handlung moralisch bewertet.
Deshalb ist meine Frage, ob du Konsens anhand individuell ausgehandelter Grenzen definierst oder ob du davon ausgehst, dass es darüber hinaus universelle moralische Maßstäbe gibt, die bestimmen, was überhaupt vereinbart werden darf.
Ich selbst bin da eher realistisch als universalistisch: Ich halte konkrete Absprachen und deren Einhaltung für eine belastbarere Grundlage als eine vermeintlich allgemeingültige Ethik. Mich interessiert also, ob wir uns über die Verbindlichkeit des Konsenses uneinig sind oder vielmehr darüber, woher seine Grenzen kommen.

Das ist inhaltlich mein Text nur mit anderen Worten.
Konkrete Absprachen sind aussagekräftiger als eine ethische Vorstellung, da dieses individuell ist.

Vor 1 Minute , schrieb Zis:

Das ist inhaltlich mein Text nur mit anderen Worten.
Konkrete Absprachen sind aussagekräftiger als eine ethische Vorstellung, da dieses individuell ist.

Dann habe ich das wohl falsch verstanden. Entschuldige bitte das Missverständnis.

Gerade eben, schrieb Verdana-42:

Dann habe ich das wohl falsch verstanden. Entschuldige bitte das Missverständnis.

Eine Entschuldigung ist für mich nicht nötig.

Man sollte hier vielleicht erstmal zwischen Ethik und Moral differenzieren. Ethisch gibt es da m. W. keine Antwort drauf, moralisch ist das hingegen höchst subjektiv und hängt vom Konsens der Beteiligten ab.

(bearbeitet)

Die Abgrenzung ist eigentlich ganz einfach, nur gibt es bezüglich CNC (Consensual-Non-Consensual) oft ein Missverständnis.

Dieses Missverständnis basiert darauf, dass es fälschlich so interpretiert wird, als würde es dabei um Grenzverschiebungen außerhalb eines Konsent gehen.

Tatsächlich umfasst der Meta-Konsent aber eben auch diese Grenzverschiebungen, die somit generell erwünscht sind und daher keiner expliziten Zustimmung bedürfen.

Diese ist im Rahmen des Meta-Konsent vereinbart und bereits erfolgt. 

Die Abgrenzung besteht somit darin, ob der getroffene Meta-Konsent auch Grenzverschiebungen beinhaltet oder eben nicht.

Positives Beispiel:
"Das ist für mich aktuell eine Grenze. Ich möchte jedoch dass diese Grenze im Rahmen der Beziehung verschoben wird und stimme dem zu."

bearbeitet von SirTorben
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