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Predicament Bondage - Der BDSM Guide

Für Rope-Bunnies ist es das größte Vergnügen, sich lustvoll fesseln zu lassen, um dabei die Kontrolle abzugeben. Doch es gibt noch eine Steigerung des reinen Bondage, eine extremere Variante, bei der dem Fesseln eine Prise oder auch jede Menge Sadismus hinzugefügt wird. Victoria Blisse hat Predicament Bondage für unsere Community recherchiert und einen Guide erstellt, , der es ermöglicht, diese interessante Technik auszuprobieren. 

 

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Was ist Predicament Bondage? 

Eine Zwangslage (eng. Predicament) ist definiert als eine schwierige, verwirrende oder sehr unangenehme Situation, weshalb sich normalerweise niemand freiwillig in eine solche Situation begibt. Predicament Bondage besteht fast immer darin, die gefesselte Person in eine Situation zu bringen, in der es keinen wirklichen Ausweg, sondern nur die Entscheidung zwischen zwei wahrhaft ungemütlichen Alternativen zu wählen gibt, deshalb wird Predicament Bondage auch Zwickmühlen Bondage genannt. Hier ein paar Beispiele:

  • In einer Stressposition gefesselt zu werden, in der eine jede Bewegung zur Entlastung bestimmter Muskeln, Schmerzen an anderer Stelle verursacht. Dazu wird z.B. das Haar der Sub an einem Analhaken befestigt, sodass jeder Versuch Kopfhaut und Nacken zu entlasten, dazu führt, dass der Analhaken tiefer versinkt.
  • Der Befehl bzw. die Aufforderung, eine bestimmte Position zu halten, während gleichzeitig Schmerzreize zur Ablenkung gesetzt werden. Vorzugsweise werden diese Reize auf Körperpartien gesetzt, die empfindlich und einer hohen Belastung ausgesetzt sind. Besonders sadistisch ist, wenn zusätzlich Bestrafung für Versagen droht, die Position zu halten. 
  • In einer Session mit mehreren Subs können diese vor die Wahl gestellt werden, den Schmerz bzw. die Strafe selbst zu ertragen oder sie den anderen zuzufügen.
  • Sehr beliebt ist Predicament Bondage auch mit der gleichzeitigen Verwendung von Fesseln und Klammern. Dabei wird der Bewegungsspielraum eingeschränkt, indem Nippelklemmen mit Gummibändern befestigt werden, sodass der/die Sub sich z.B. selbst quälen muss, wenn er/sie sich mit einem Dildo o.ä. beglücken will.

 

Welche Ausrüstung braucht man für Predicament Bondage? 

Das Gute ist, man braucht überhaupt keine spezielle Ausrüstung dafür. Predicament Bondage kann man mit dem gleichen Spielzeug starten, das man sonst auch benutzt: Seile, Ketten, Gerte, Klemmen usw. Zwangslagen funktionieren sogar, wenn nicht einmal physische Fesseln vorhanden sind. Die richtigen Kommandos reichen aus, wenn die notwendige Fantasie gepaart mit gewissen anatomischen Grundkenntnissen vorhanden ist. Du solltest bestenfalls wissen, wie dein/e Sub tickt. Was macht ihn/sie an? Wie bewegt er/sie sich? 

 

In der Luft rumhängen: Eine typische Predicament Bondage Fantasie

In der Luft rumhängen: Eine typische Predicament Bondage Praxis
 

Sicherheit und Predicament Bondage

Abgesehen von den normalen Regeln für das sichere Spiel bei “normalem” Bondage und BDSM gibt es keine besonderen Regeln für Zwickmühlen Bondage, abgesehen von den folgenden:

  • SSC (Safe, Sane & Consensual) beachten!
  • Eine gefesselte Person nicht unbeaufsichtigt lassen.
  • Nicht ohne Safeword spielen.
  • Auf den/die Sub achten und immer wieder Feedback einholen, um zu checken, ob das Spiel ohne Risiko fortgesetzt werden kann.
  • Nicht in Positionen fesseln, die bestehende Verletzungen bzw. bekannte gesundheitliche Probleme verschlimmern könnten.  

Wenn du ein Bondage-Liebhaber bist und über das nötige Equipment verfügst, kannst du deine Seile, Fesseln und Ketten für Bondage in Zwangslagen verwenden. Die Fesselung selbst muss nicht einmal besonders unangenehm und harsch sein. Es reicht völlig einen Gegenstand oder ein Körperteil, das der/die Sub haben will, außerhalb der  Reichweite zu platzieren. Bring ihn/sie dazu, sich zu drehen, sich zu strecken oder sich in der Fesselung zu winden, wenn er/sie das Lieblingsspielzeug erreichen will. 

Eine ideale Kombination für Predicament Bondage ist Orgasmuskontrolle und Edging, denn es ist ein herrlich sadistisches Vergnügen für jede/n Dom/me, seiner/seinem Sub dabei zuzusehen, wie sie/er sich quält, um endlich zum Höhepunkt zu kommen, besonders wenn dieses Vergnügen mit beinahe unerträglichen Schmerzen verbunden ist.  


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Haben nur Sadisten und Masochisten Spaß an extremen Spielen wie Predicament Bondage?

Viele Menschen, die Schmerzen eigentlich nicht mögen, genießen sie im Spiel trotzdem gerne, z.B. um sie für ihren Top zu ertragen. Genauso kann man es genießen, seine/n Sub in den Lust-Wahnsinn zu treiben, ohne wirklich ernsthaft quälen zu wollen. Das Predicament Spiel lässt sich in jede Dynamik des BDSM integrieren. Letztlich kommt es darauf an, mit welcher Intensität es gespielt wird.

Es geht nur darum, zu necken und zu quälen. Das Grundprinzip dieser Spielart besteht darin, dass die Person, die gefesselt wird, niemals gewinnen kann. Alle ihre Optionen enden mit einer Kapitulation und/oder Schmerz für sie. Das Vergnügen für alle Beteiligten liegt darin, die Kontrolle aufzugeben und sich dem Spiel hinzugeben.  

 

Predicament Bondage: das Element Folter ist immer ein wenig involviert

Predicament Bondage: das Element Folter ist immer ein wenig involviert

 

Können auch Unerfahrene Predicament Bondage spielen?

Es ist ratsam, erst Erfahrungen mit “normalem” Bondage zu sammeln, bevor man sich an Spielen mit Predicament versucht. Als Top musst du dir sicher sein, wie gefesselt wird und vor allem musst du wissen, welche Risiken bestehen, bevor du eine weitere Gefahrenstufe hinzufügen kannst. Wir empfehlen dir, einen Blick auf die verschiedenen Kurse unserer BDSM Training School zu werfen. Dort findest du jede Menge Info, von „Bondage für Anfänger“ (auf Englisch) bis hin zu Privatstunden, um ein besserer Bondage-Rigger zu werden.

Auch für den devoten Part ist es besser, langsam in die Materie einzusteigen. Eine “normale” Session mit Bondage und BDSM löst intensive Empfindungen aus, die unerfahrene Spieler überwältigen können. Damit sollte man erst einmal lernen, klarzukommen, bevor man das Spiel durch das Hinzufügen eines Predicament weiter steigert. 

 

Einfache Bondage-Positionen mit Predicament zum Ausprobieren

Hier sind ein paar Ideen, mit denen man starten kann:

  • Eine Bondage-Position, die den Sub dazu zwingt, auf Zehenspitzen zu stehen, kann ziemlich gemein sein. Oder man legt etwas Rauhes oder Stacheliges auf den Boden unter seine Fersen, auf dem er/sie auf keinen Fall stehen möchte. 
  • Ganz ohne Bondage, ruhig und gerade aufstellen und nicht bewegen, egal ob man gekitzelt, gestreichelt oder geschlagen wird. Als Steigerung dabei einen Gegenstand wie z.B. ein Paddel gerade halten. Wird es fallen gelassen, erfolgt eine Strafe! 
  • Hände über dem Kopf zusammenhalten, auch wenn die Brustwarzen gebissen oder geklemmt werden. 

Solange man Risk Aware Consensual Kink (RACK) praktiziert, kann man mit Predicament Bondage jede Menge Spaß haben, indem man ein wenig Angst und Schmerz mit den Fesseln kombiniert. 

Wenn du eine tolle und außergewöhnliche Bondage-Idee für das Predicament-Spiel hast, teile sie mit uns und füge Predicament Bondage als einen deiner Fetische zu deinem Profil hinzu, damit du andere finden kannst, die genauso neugierig darauf sind wie du!  

 

Victoria Blisse war eine erotische Autorin und sex-positive Reverend. Mit ihrer Leidenschaft und Kreativität half sie von Anfang an, fetisch.de und FET zu prägen. Leider verstarb sie im Januar 2024. Doch wir sind sicher: Jedes Mal, wenn einer ihrer Artikel gelesen wird, spürt sie einen kleinen Spank – und lächelt zufrieden über ihr Vermächtnis.

Übersetzt von Tomas Bordemé. Autor und Blogger, der für Fetisch.de über BDSM und Erotik schreibt. 

 

 

Stehst du auf Predicament Bondage und hast schon Erfahrungen gesammelt? Teile deine Stories mit der Community in den Kommentaren oder im Fetisch.de Forum.

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Bilder: shutterstock/Dmitry Morgan, shutterstock/Nikolay Moroz

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