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Warum viele BDSMler 50 Shades of Grey kritisch sehen


Te****

Empfohlener Beitrag

  • Moderator
vor 50 Minuten, schrieb Teaspoon:

Warum sehen viele BDSMler 50 Shades of Grey kritisch?

Eine interessante Frage.

Ich selbst habe nur den ersten Teil gesehen.

Habe ihn aus Neugier geguckt, weil ich dieses Forum leite und selbst aber kein BDSM-ler bin.

Meine Meinung zum Film  erspare ich euch erstmal.

Bin aber auf eure Meinungen sehr gespannt.

Es wäre sicher schön, wenn sich Leute äussern würden, die alle Filme  gesehen oder alle Bücher gelesen haben.

Bitte freundlich bleiben.

 

Gruss Uyen

Ich habe weder die Bücher gelesen, noch die Filme wirklich gesehen. Aber trotzdem eine Meinung, haha.

Es gab einen ziemlichen boom um BDSM, als der erste Film damals ins Kino kam. War in aller Munde. Denke, dass er auch viele Menschen dazu inspiriert hat, es auszuprobieren.

Und das ist das, was ich kritisch gesehen habe. Denn es hat einige Menschen ausgespuckt, die deshalb dachten, dass BDSM etwas für sie ist und vorallem, dass sie wüssten worum es geht. Die einfach aufgesprungen sind, auf den hype-train. Ohne Ahnung zu haben, oder sich zu informieren, worum es wirklich geht.

Wenn ich an Zeilen, wie "Be my Mr. Grey." auf Dating-Plattformen zurückdenke...

Aber es gibt sicher auch Menschen, die den Büchern/Filmen zu verdanken haben, dass sie BDSM für sich entdeckt haben. Und das jetzt richtig, auf ihre eigene Art ausleben.

(bearbeitet)

Ein interessantes Thema welches hoffentlich nicht eskalieren wird.

Ich habe mich tatsächlich durch alle drei Bücher gequält. Hauptsächlich um wirklich eine Meinung bilden zu können und nicht nur nachzuplappern was ich von anderen darüber lese und höre. 

Gequält weil der Schreibstil der Autorin einfach nur furchtbar ist. Vielleicht hätte ich auf die Filme warten sollen, das hätte mir mehrere Gläser Whisky erspart. 😆

Aber zum Inhalt. Es ist defintiv eine Geschichte die man nicht, absolut nicht als BDSM Geschichte lesen sollte sondern als das was es ist, Fiktion, Fantasie. Diese Geschichte aus der Psychologischen Perspektive zu betrachten halte ich allerdings auch für wenig sinnvoll denn wenn wir bei Gesichten, Filmen und Romanen bleiben, müssten wir jeden Protagonisten in jeder Geschichte erst mal zum Psychologen schicken. Geschichten in denen Protagonisten keine Probleme haben, es keine Dramen gibt, keine Abgründe, sind selten erfolgreiche Geschichten. 

Die Autorin von 50Shades hat einen sehr verklärten und düsterromantischen Blick auf BDSM zu Papier gebracht. Sie hat zwei sehr toxische Charaktere erschaffen (ja auch Ana ist toxisch), eine dramtische Liebesgeschichte und das Ganze mit eim bisschen Popoklatsch gewürzt. Nehmen wir den kompletten BDSM Kontext aus der Geschichte heraus, bleiben zwei Protagonisten übrig deren Story niemals so erfolgreich geworden wäre. Der Bezug zum BDSM hat dem etwas verruchtes gegeben und auch wenn ich solche Wertungen normalerweise meide  trifft es hier sehr gut zu. Diese Bücher wurden für Frauen geschrieben die insgeheim Fantasien haben die sich niemals auszuleben trauen würden und sich darum in diese Fantasien als Ersatzhandlung flüchten. 

Das ein falsches Bild von BDSM vermittelt wird, ist gar nicht so wichtig denn die meisten LeserInnen werden sich nie trauen es ausleben zu wollen. Sie lesen den nächsten Roman der ihr Kopkino ankurbelt. 

Die jenigen die sich von diesen Büchern aber so angesprochen fühlen das sie anfangen sich wirklich mit dem Thema zu beschäftigen, landen hoffentlich hier und auf ähnlichen Plattformen wo sie lernen können das 50 Shades nichts anderes ist als eine Geschichte und das BDSM anders funktioniert respektive anders funktionieren kann.

Im übrigen ist in meinen Augen die Geschichte der O nicht weniger toxisch, dennoch wird diese in manchen BDSM Kreisen gefeiert und nachempfunden. Da müsste man sich nur vielleicht einmal die Frage stellen ob nicht eine leise Doppelmoral mitschwingt wenn die O gefeiert, 50 Shades aber verurteilt wird.

Wie ich schon öfter mal anmerkte finde ich es nicht schlimm wenn Menschen wegen dieser Bücher hier landen. Wenn diese Bücher in ihnen etwas bewegen, sie anfangen sich mit soch selbst, ihren Bedürfnissen auseinanderzusetzen, wenn sie merken das dieses kleine Erwas in ihnen nichts ist was sie verstecken müssen, dann haben diese Geschichten für diesen Menschen etwas Gutes bewirkt. Ich würde mir wünschen das wir mit den... ich nenne sie mal 50Shades Überläufern, etwas offener in Kommunikation treten, weniger verurteilend sind, anstatt ihnen direkt die Tür vor der Nase zuzuschlagen.

 

bearbeitet von Gelöschter Benutzer
(bearbeitet)

Naja ich denke die negativen kritiken wird es hier genug geben... und dem schließe ich mich auch an, aaaaber eine positive sache: BDSM hat an bekanntheit gewonnen und viele haben darüber ihr interesse an BDSM gefunden. "BDSM? ist das nicht wie dieses 50 shades?" führt dann zwar zu einem aufklärungsgespräch aber wenigstens haben leute dadurch einen ungefähren Plan wovon geredet wird. Genauso wie es auf Wattpad ähnlich "falsche darstellungen" von BDSM gibt oder toxische beziehungen dort verherrlicht und romantisiert werden, ist trotz falschdarstellung, das endresultat meist eine erhöhte akzeptanz in der popkultur oder zumindest ein erster berühungspunkt mit der Szene. Also nicht alles immer nur schwarz und weiß sehen. Selbst im negativen gibt es positive aspekte 😉

bearbeitet von Gelöschter Benutzer
  • Moderator
vor 10 Minuten, schrieb DaddySpanks:

...aaaaber eine positive sache: BDSM hat an bekanntheit gewonnen und viele haben darüber ihr interesse an BDSM gefunden.

Das stimmt.

Eventuell haben Einige gerade durch die Filme/Bücher Mut gefunden ihr eigenes BDSM zu leben.

Die fünf Szenen wo mal Bdsm einen Raum erhalten hat sind ja wohl ein Witz…
Fifty Shades of Grey ist romantisch weil der Kerl ein Millionär ist. Würde er in einem Wohnwagen wohnen, wäre es eine Criminal Minds Folge :-)
(bearbeitet)
vor 23 Minuten, schrieb Chocco:

Fifty Shades of Grey ist romantisch weil der Kerl ein Millionär ist. Würde er in einem Wohnwagen wohnen, wäre es eine Criminal Minds Folge :-)

Nicht persönlich nehmen bitte doch genau diese Worte habe ich bereits sehr oft gelesen und gehört und genau dies ist es was ich mit "Nachplappern" meine. 

Das geht wirklich nicht gegen dich persönlich. Es ist nur meine Einschätzung dessen was eine breite Masse in einer BDSM Comunity widerspiegelt. Es wird wenig zum eigenen Thema gesagt und viel....nun eben nachgeplappert ohne eine ein echtes Auseinandersetzen des Themas. 

bearbeitet von Gelöschter Benutzer

@NoDoll deinen Beitrag nur zu liken, reicht mir nicht. Ich applaudiere! Und danke fürs Lesen. 

vor 38 Minuten, schrieb NoDoll:

Da müsste man sich nur vielleicht einmal die Frage stellen ob nicht eine leise Doppelmoral mitschwingt wenn die O gefeiert, 50 Shades aber verurteilt wird.

Das Fass wollte ich nicht auch noch aufmachen, aber sehe es wie du.

vor 41 Minuten, schrieb NoDoll:

Ich würde mir wünschen das wir mit den... ich nenne sie mal 50Shades Überläufern, etwas offener in Kommunikation treten, weniger verurteilend sind, anstatt ihnen direkt die Tür vor der Nase zuzuschlagen.

Das wäre schön, aber aus irgendeinem Grund wird es Neulingen allgemein nicht leicht gemacht, gerade auch wenn sie über die Reihe hier her gekommen sein sollten. Wäre ein eigenes Thema, warum das so ist.

@DaddySpanks ich sehe es auch eher wie du, aber einige scheinen gerade damit ein Problem zu haben, dass es neue Leute in die Szene gebracht hat, die sich dafür interessiert haben. Ich vermute langfristig geblieben, sind nur die wirklich Interessierten. Aber eine allgemeine Offenheit ist geblieben. Und das sehe ich positiv, wie du.

(bearbeitet)
vor 24 Minuten, schrieb Teaspoon:

Das wäre schön, aber aus irgendeinem Grund wird es Neulingen allgemein nicht leicht gemacht, gerade auch wenn sie über die Reihe hier her gekommen sein sollten

Dazu habe ich diverse Theorien die hier definitiv den Rahmen sprengen würden. 😆

Bleibe ich bei 50Shades als "Einstiegsdroge" lautet die erste Theorie, die Geschichte hält Menschen einen Spiegel vor der aus Domsicht etwas zeigt was sie nicht sind und nicht sein können. Ein reicher Typ der sich nehmen und leisten kann was immer er will. Die Motivation könnte also ein Anflug von Neid sein. Zudem ist er eine fiktive Figur, ein Konkurrent den man nicht einfach ausschalten kann und dem Mann sich vielleicht unterlegen fühlt.

Aus Subsicht zeigt das Spiegelbild etwas mit einem Funken Wahrheit. Natürlich ist es nicht zu verallgemeinern doch aus nunmehr drei Jahren intensiven Gesprächen mit Subs habe ihäch mitgenommen das (leider) viele Frauen hinter ihrer devoten Neigung eine Unsicherheit verbergen, Scham und in manchen Fällen sogar Unwissen über ihren eigenen Körper. Dazu noch eine innere Blockade die sie daran hindert ihre Sexualität zu akzeptieren. Es ist also leichter für sie sich von einem Top führen zu lassen und sich sozusagen in ihre Sexualität "zwingen" zu lassen. Und ähnlich passiert dies auch bei Ana. 

Kommen nun also doe 50Shades Überläufer hier an ist es als würde man den verdeckten Spiegel lüften und man ist beinahe gezwungen hineinzublicken. Der/die 50Shadesüberläufer wird unwissentlich zum Ventil denn er/sie hat ja das Tuch vom Spiegel gerissen. 

Wie gesagt, nur eine Theorie. 

bearbeitet von Gelöschter Benutzer
vor 6 Minuten, schrieb NoDoll:

  Wie gesagt, nur eine Theorie. 

Ganz allgemein teile ich deine Einschätzung, dass Menschen es nicht mögen, wenn man ihnen einen Spiegel vorhält. Nicht selten bellen getroffene Hunde am lautesten. Ob das hier zutrifft, weiß ich nicht. Ich habe durchaus selbst Hypothesen dazu.

vor 4 Minuten, schrieb LadySachmet:

Sich eine Meinung bilden ohne die Bücher gelesen zu haben? Gewagt bis sinnlos.

Ist das der Grund, warum du sonst nichts dazu schreibst? Dann ist die Bemerkung nicht nötig, niemand muss eine Meinung dazu haben.

Oder hast du alles gelesen? Dann schreib gern deine Meinung. "Kritisch" bedeutet übrigens nicht "schwarz oder weiß" sondern "für und wider"

Ich empfinde 50 SoG sehr am BDSM vorbei geschlittert. Sie haben versucht so viel Romantik in die Scenen rein zu bekommen und haben die Entwicklung einer richtigen DS Beziehung vollkommen ignoriert.

Und jetzt lehne ich mich weit aus dem Fenster, keiner der im BDSM sich als SUB sieht würde sich von MR. Grey dominiert fühlen.

Da ist nichts was jemand reizen würde die Kontrolle abzugeben.

Und Sie ist natürlich Littlegirl/Brat angehaucht, aber mehr auch nicht.

So der eigentliche BDSM wird ja noch nicht mal angeschnitten, sie zu fesseln und ihr den hinter zu versohlen hat nichts mit BDSM zu tun.

Bei Mr Grey fehlt die Leidenschaft das er ein neues Spielzeug hat, da ist keine Erziehung oder kein benutzen im Sinne von BDSM dabei und noch viel wichtiger was fehlt, ist das auffangen was dann folgen sollte, gerade wenn jemand neues in der Szene ist.

Da gibt es Filme und Bücher die weit aus weniger gehypte wurden und die die Themen definitiv besser darstellen als 50 SoG.

50 SoG ist ja grundsätzlich erstmal nur eine Fanfiction zur Twilight-Saga. Eine in meinen Augen recht schräge Fanfiction, wenn ich bedenke worum es beim Ausgangsmaterial geht. 

War ich damals fasziniert? Durchaus. Wobei ich nur die englische Version der Bücher und die Filme kenne. Denke ich heute anders über die Reihe als damals? Unbedingt! 

Heute bin ich kritischer mit dem Material. Nicht alles was als bdsm dargestellt ist würde ich auch als solches bezeichnen. Manches ist schlichtweg übergriffig, manches zu klischeehaft. Aber es gibt auch Momente in denen ich von "echtem" (hab kein passenderes Wort) bdsm reden würde. 

 

Hmmm... Jetzt hab ich meinen Faden verloren... 

Ich denke jeder Weg, wie jemand zum bdsm kommt, hat seine Berechtigung. Und niemand ist ein besserer oder schlechterer bdsmler weil er über Weg XY statt über YZ dazu gekommen ist. (Diese Wertung passiert häufiger als gut ist) Wichtig ist nur zwischen Fiktion (zB die der Bücher) und Realität unterscheiden zu können. 

(bearbeitet)
vor 6 Minuten, schrieb 8Sexspielzeug3:

Ich empfinde 50 SoG sehr am BDSM vorbei geschlittert. Sie haben versucht so viel Romantik in die Scenen rein zu bekommen und haben die Entwicklung einer richtigen DS Beziehung vollkommen ignoriert.

Und jetzt lehne ich mich weit aus dem Fenster, keiner der im BDSM sich als SUB sieht würde sich von MR. Grey dominiert fühlen.

Da ist nichts was jemand reizen würde die Kontrolle abzugeben.

Und Sie ist natürlich Littlegirl/Brat angehaucht, aber mehr auch nicht.

So der eigentliche BDSM wird ja noch nicht mal angeschnitten, sie zu fesseln und ihr den hinter zu versohlen hat nichts mit BDSM zu tun.

Bei Mr Grey fehlt die Leidenschaft das er ein neues Spielzeug hat, da ist keine Erziehung oder kein benutzen im Sinne von BDSM dabei und noch viel wichtiger was fehlt, ist das auffangen was dann folgen sollte, gerade wenn jemand neues in der Szene ist.

Da gibt es Filme und Bücher die weit aus weniger gehypte wurden und die die Themen definitiv besser darstellen als 50 SoG.

Hm danke für diesen Beitrag. Du arbeitest hier auf einen sehr wichtigen Punkt hin den ich gern noch einmal unterstreichen möchte. 

Ich interpretiere deine Worte als einen Blick auf 50Shades als eine Art...Lehrbuch für BDSM was es defintiv nicht ist. Vielleicht ist dies einer der Gründe warum BDSMLER so kritisch damit sind. Sie blenden aus oder übersehen das es sich um einen Roman handelt und nicht um ein Sachbuch oder eine Biographie. 

Es ist eine Fantasie. Jeder von uns hat Fantasien und nicht immer haben diese Fantasien etwas mit der Realität zu tun. Wir wissen dies und gehen entsprechend mit unseren Fntasien um. Genauso sollten wir auch 50Shades und andere Romane in diesem Kontext behandeln. Als Fantasien und nicht als potenzielle Sachbücher. 

bearbeitet von Gelöschter Benutzer
(bearbeitet)
vor 52 Minuten, schrieb Teaspoon:

@NoDoll

Das wäre schön, aber aus irgendeinem Grund wird es Neulingen allgemein nicht leicht gemacht, gerade auch wenn sie über die Reihe hier her gekommen sein sollten. Wäre ein eigenes Thema, warum das so ist.

Ich denke, dass muss man differntiert betrachten. Und ich empfinde die Fetisch-Community eigentlich nicht als besonders ablehnend gegenüber Neulingen.

 

Eine femsub wird sich hier sicher auch als von 50 shades inspirierter Neuling nicht vor Anfragen retten können. Spricht sicher auch einige Doms an, was neues zu "verderben".

 

Als maleDom ohne Erfahrung wird es da wahrscheinlich etwas schwieriger. Aber wenn man sich informiert, Interesse und Motivation zeigt, offen kommuniziert und auf Menschen zugeht, wird man sicher auch da nicht rein auf Ablehnung stoßen.

bearbeitet von Gelöschter Benutzer
50 Shades ist eine Phantasie, welche an 80iger/ 90iger ***ie- Romantik- Filmchen erinnert. Was die damaligen trittbrettfahrenden Werke mit dem Original eint. (u.a. Cross[irgendwas], 80Days war gelungener)
Das erste Buch las sich ganz gut. Die darauf folgenden zwei Bände verloren doch sehr an irgendetwas Fesselnden. Gut, das ist meine Sicht der ersten drei Bücher.

In keinem Fall ist irgendeines der Bücher ein Sachbuch!

Vielleicht niedlich, gewiss nicht lehrreich.
  • Moderator
vor 18 Minuten, schrieb Mark421:

Und ich empfinde die Fetisch-Community eigentlich nicht als besonders ablehnend gegenüber Neulingen.

Ob ablehnend oder nicht hängt auch ein wenig davon ab, wie man (auch als Neuling) auf eine Community zugeht.

Fettnäpfchen stehen eben fast überall rum.

Ich empfinde es nicht als eine Art Sachbuch oder ähnlichem da ich bereits in der Scene war bevor der Film raus kam, und ich verstehe auch das dies nur eine Fantasie darstellen soll.

Was mein Unmut an dieser Verfilmung hervor ruft ist, das genau die unwissenden die mit BDSM noch keine Berührung gemacht haben, diesen Film als Maßstab nehmen und dann unterhalte dich mal mit so jemanden.

Ich weiß den Unterschied zwischen Fiktion und Sachkunde doch ganz gut einzuschätzen, aber wenn wir ehrlich sind, werden die meisten Menschen ohne Hintergrundwissen glauben das das realistisch ist.
vor 2 Minuten, schrieb 8Sexspielzeug3:

Ich empfinde es nicht als eine Art Sachbuch oder ähnlichem da ich bereits in der Scene war bevor der Film raus kam, und ich verstehe auch das dies nur eine Fantasie darstellen soll.

Was mein Unmut an dieser Verfilmung hervor ruft ist, das genau die unwissenden die mit BDSM noch keine Berührung gemacht haben, diesen Film als Maßstab nehmen und dann unterhalte dich mal mit so jemanden.

Ich weiß den Unterschied zwischen Fiktion und Sachkunde doch ganz gut einzuschätzen, aber wenn wir ehrlich sind, werden die meisten Menschen ohne Hintergrundwissen glauben das das realistisch ist.

Entschuldige, ich habe eventuell schlechte formuliert. Ich habe es nicht direkt auf dich gemünzt sondern nur einen Aspekt hervorheben wollen der als Andeuting bei dir mit geschwungen ist. Das war absolut nicht als Vorwurf gemeint. 

Tatsächlich unterhalte ich mich sehr viel mit Menschen diesen "Unwissenden". Manche sind recht beratungsresistent, andere sind sehr offen und wissbegierig. 

Auch wenn ich diesen Unmut durchaus nachvollziehen kann, entspringt dieser ja einfach nur dem Wissen welches wir haben die wir einen anderen Einstieg in BDSM genommen haben und schon eine gewisse Zeit so leben. Mit diesem Wissen geht oft die Erwartung einher, jeder der auch "mitmachen" will soll sich gefälligst vorher informieren und eben nicht unwissend hier auflaufen und dann auch noch wegen so einem ollen Buch. 

Ich sehe dies etwas differenzierter. Wenn jemand unwissendes mit mir ins Gespräch kommt schaue ich ob dieser Jemand wirklich Interesse hat dazuzulernen oder ob dieser Jemand gerne ab dieser kleinen 50Shades Fantasie festhalten möchte. Es steht jedem frei es so zu machen und unbedingt falsch ist es nicht. Schauen wir auf die Cosplayer. Auch sie leben in einer Fantasiewelt. Finden wir das schlimm? Nicht wirklich. 

Das Verständnis von BDSM geht in viele Richtungen und nicht nur in eine. Was du und ich als BDSM sehen, sieht jemand anderes vielleicht als zu krass oder zu weich. Wir sehen 50Shades gar nicht als BDSM doch können wir anderen nicht unbedingt absprechen wenn sie es so sehen wollen. 

Dieser Unmut, so nachvollziehbar er auch ist, ist zugleich eine Art Bremse die wir kräftig treten obwohl die Ampel grün ist. Vielmehr liegt es doch an uns wie wir mit diesem Unmut umgehen und es ist unser persönliches Ding nicht aber das der Unwissenden. Manchmal kann es nützlich sein die eigene Art zu denken zu überdenken. Macht dieses Buch mich wirklich so sauer oder ist es nur eine Wissenfrage mit der ich positiv umgehen kann indem ich kommuniziere das BDSM weit mehr ist als dieses Buch? Kann ich dem Ganzen etwas positives abgewinnen? Wie zum Beispiel den erfreulichen Nebeneffekt das dieses Buch Menschen dazu gebracht hat sich mit dem Thema auseinander zu setzen, mit sich selbst auseinanderzusetzen und Bedürfnisse zu erkennen die bis dato unterdrückt wurden? 

Viel mehr noch ist es unsere Art zu kommunizieren mit der wir einen positiven Einfluss nehmen können. 

Anstatt zu sagen, "oah nä, du hast diesen Schrott gelesen und bis darum hier gelandet." Da wundert es kaum wenn die angesprochene Person erst mal in den Verteigungs oder Angriffsmodus geht.

Ein Willkommensangebot wäre " oh du hast das gelesen. Ich habe eine bestimmte Meinung zu diesem Buch und wenn du magst, reden wir darüber". 

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