Jump to content

Über Gefühle reden können


Te****

Empfohlener Beitrag

So wie es mit deinem jetztigen Partner ist muss es auch sein! Ansonsten ist es keine Partnerschaft.
Gefühle sind summarische Resultate die durch eigne Urteile entstehen und das geistige abtasten der Wirklichkeit.
Man ist ja nicht das Gefühl, sondern das was es wahrnimmt, wenn man diesen Unterschied versteht reicht es meist Gefühle einfach anzunehmen und zu fühlen. Rede nur darüber wenn jemand fragt aber es kommt doch drauf an was man damit macht?! 🤷🏽‍♂️😅
vor 2 Minuten, schrieb berlin903546:

Gefühle sind summarische Resultate die durch eigne Urteile entstehen und das geistige abtasten der Wirklichkeit.

Ich hätte Gefühle immer als biochemische Reaktion des Gehirns betrachtet, also auch nur bedingt beeinflussbar.

Das Gefühl ist was es ist im jetzt, der Umgang und das Urteil stehen aber deinem Wesen zu.
Mir ist klar das du Familie und Freundeskreis auch meintest, jedoch ist Jeder der dieses Thema nicht ernst nimmt weder Freund noch Familie. Zum glück ist im grossteil meiner Familie jeder offen für alles, ehrlich und respektvoll. Gefühle waren immer und sind immernoch wichtig.
Für Menschen welche damit nicht umgehen, darüber sprechen oder dies akzeptieren können ist kein Platz in meinem Leben.
Also im grund gno, gahne mit der estellig durchs Läbo dase schomal pauschal jede Hasso wahmer begegnot, be aber immer offo mich dunemo bessero lah zbelehro. Dadurch hane en art nur so Mänscha um mich wah mier güet tient. 👌
Ich habe grundsätzlich Schwierigkeiten Gefühle zu benennen. Brauche dafür Input von außen. Ich rede also viel darüber, was mich umtreibt, kann es aber nicht immer benennen.
Oft stößt das bei anderen auf. Vorallem natürlich, wenn ich Negatives äußere.
Aber von unterdrückten Gefühlen halte ich nichts.

Mir fiel es sehr lange sehr schwer über meine Gefühle zu reden. Zum Einen weil ich sie nicht verstand, es gibt schließlich keine normierte Tabelle mit „Gefühl x definiert sich durch y“, es gibt keine klar definierten Schwellwerte. Ab wann ist z.B. eine Bekanntschaft Freundschaft, wann Zuneigung Liebe? Gefühle und deren Interpretation sind etwas sehr Individuelles, und das kollidiert mit meinen Denkstrukturen.

 

Zum Anderen fällt es mir schwer, Gefühle zu vermitteln. In der Regel muss ich bewusst auf meine Gefühle reagieren, sie in Körpersprache übersetzen, und diese Körpersprache dann benutzen. Hier half mir in meiner Jugend das Internet sehr, da es hier ein stilistisches Mittel gibt, um gerade Empfundenes mitzuteilen: Smileys! Also noch die Vorform der Emojis.

 

Und zu guter Letzt wurde mir von meinem Umfeld oft vermittelt, dass meine Gefühle mein Problem sind. Mit Sprüchen wie „Du bist doch kein Mädchen!“ oder „Ein Indianer kennt keinen Schmerz!“ wurde mir nachhaltig, wahrscheinlich nachhaltiger als beabsichtigt, klar gemacht, wem Gefühlsregungen zustehen und wem nicht. Deswegen habe ich mich lange Zeit auch möglichst gut abgeschottet.

 

Inzwischen habe ich viel dazu gelernt, und gerade mit meiner jetzigen Partnerin… fällt es mir nicht immer leicht, aber leichter denn je über meine Gefühle zu reden. Auch kann ich mich inzwischen anderen Menschen gegenüber mitteilen, wenn auch nicht so tiefgreifend wie bei meiner Partnerin. Aber das war ein weiter Weg, und ich bin auch noch nicht am Ziel… falls es das überhaupt gibt.

Ich habe zum Glück Menschen denen ich meine Gefühle jederzeit und ungefiltert mitteilen kann und dafür bin ich diesen Menschen sehr dankbar.

Dennoch musste ich es tatsächlich auch erst lernen da ich, in Gefühlsdingen, in einer recht ambivalenten Umgebung aufgewachsen bin. Während ein Elternteil immer ein offenes Ohr hatte, Gefühle ernst genommen hat, geholfen hat die Gefühle richtig einzuordnen (manche Menschen neigen dazu zu weinen wenn sie eigentlich wütend sind etc.) so hat der andere Elternteil in dieser "was sollen die anderen denken?" Blase gelebt. 

Was ich noch nicht gelernt habe ist gerade bei Gefühlen wie Wut sofort darüber zu reden. Ich nehme ziemlich vieles erst einmal sehr lange so hin und bin dahingehend eher eine tickende Zeitbombe. ^^

Insgesamt schaue ich aber schon recht genau wem ich mich anvertraue. Egal ob Familie, Freunde oder Partner, nicht bei jedem sind meine Gefühle gut aufgehoben, werden bewertet und kommentiert. Manchmal will ich das aber gar nicht. Manchmal möchte ich einfach nur sagen "mir geht es gerade so und so" ohne eine Antwort oder Aktion darauf zu erwarten. Dahingehend habe ich ein paar wirklich gute FreundInnen die im Grunde auch meine wandelnden Tagebücher sein könnten. 🫶

Wenn man sagt, dass man das erst lernen musste: Was hat geholfen? Wie kann man das lernen?

Gerade eben, schrieb Teaspoon:

Wenn man sagt, dass man das erst lernen musste: Was hat geholfen? Wie kann man das lernen?

Hmm ich fürchte das könnte ein halber Roman werden und es ist jetzt auch nur mein persönlicher Weg/Werdegang. 

Es brauchte für mich eine große Portion Selbstreflektion, öfter und nicht nur einmal.
Mich selbst zu hinterfragen, warum in dieser oder jener Situation mein Gegenüber anders reagiert hat als ich es mir gewünscht habe. Oft war die Antwort, weil ich nicht klar gesagt habe was ich mir von ihr gewünscht habe oder was ich tatsächlich gefühlt habe. Es war also ein Senderproblem. Was in dieser Hinsicht geholfen hat war sich der Angst zu stellen klar zu sagen was ich fühle auch auf die Gefahr hin das meine Gefühle nicht angenommen werden.

Es kommt auch vor das ich selbst gerade noch gar nicht weiß was genau ich fühle, dann ist es noch so diffus das ich es erst einmal für mich beleuchten muss und auch das zu sagen ist absolut in Ordnung. Also anstatt zu sagen ich fühle dieses oder jenes oder vielleicht doch was anderes, sage ich dann, ich kann mein Gefühl gerade noch nicht so genau benennen und muss das einmal für mich sortieren. 

Letztlich war ich aber tatsächlich auch vor einigen Jahren in einer Gesprächstherapie und ich kann sagen, diese hat mir in sehr vielen Punkten sehr viel weiter geholfen. Vor allem in dem Punkt die eigenen Gefühle überhaupt anzunehmen und zu akzeptieren. Jedes Gefühl hat seine Daseinsberechtigung. 
Hinzu kommt es sich bewusst zu machen das meine eigenen Gefühle nicht genauso von jemand anderem wahrgenommen werden könnten und wenn ich sicher sein will das diese Person meine Gefühle richtig einordnet, darf ich mich nicht darauf verlassen das diese Person mich richtig interpretieren kann sondern spreche aus was genau es gerade ist. Manchmal lasse ich mir damit etwas Zeit und denke erst einmal darüber nach ob dieses Gefühl gerade wirklich so ist wie ich denke oder ob es vielleicht nur gerade so präsent ist um andere Gefühle zu überlagern. 

Und der wohl größte Faktor sind die Menschen denen man sich anvertraut und ihre Reaktionen, ihr Verhalten. Ich habe also größtenteils verinnerlicht wem ich meine Gefühle auf welche Weise mitteilen kann indem ich diese Reaktionen für mich gespeichert habe.

Es ist nicht schlimm das zum Beispiel meine Schwester überhaupt nicht mir Traurigkeit umgehen kann und Menschen die traurig sind großzügig ignoriert. Ich erwarte von ihr nicht das sie mich tröstet wenn ich ihr sage das ich traurig bin. Ich sage ihr das ich traurig bin damit sie weiß was los ist aber ich verlange nicht das sie sich jetzt tröstende Floskeln abringt. 

Es geht also am Ende nicht nur allein darum was ich fühle sondern auch darum wie mein Gegenüber überhaupt mit Gefühlen umgehen kann.

Das ist jetzt mal so die Kurzfassung des Ganzen und wie gesagt, mein persönlicher Weg. 

 

Mein kleines und ich können auch über alles reden. Wir haben ein sehr inniges Verhältnis. Nicht nur über die schönen Dinge, auch was uns bedrückt, über was wir uns Gedanken machen, was einem angenehm ist aber auch unangenehm  

Wir beide wollen es ganz offen und ehrlich, das ist in unserer Beziehung absolut wichtig. Es gibt bei uns nichts, was nicht angesprochen werden kann. 

Es ist doch schön wenn du jemanden hast wo du über Gefühle reden kannst. Natürlich sollte man darüber reden können. Aber den meisten ist es doch egal oder sie nutzen es aus. Ausdem Grund habe ich mir angewöhnt liebe zu schweigen.  

Meine Meinung ist, dass es essenziell für eine glückliche Beziehung ist über Gefühle, Emotionen und Bedürfnisse zu sprechen. Wem es nicht interessiert wie es seinem Gegenüber geht oder was er/sie/es gerade am meisten braucht, den betitel ich höchstens als temporären Weggefährten. Irgendwann ist doch immer der Moment da an dem man einfach nur in den Arm genommen werden möchte. Keine Lösungsvorschläge, keine eigenen Erzählungen um etwas zu relativieren. Einfach nur das Gefühl verstanden zu werden.
Das geht nur wenn man sich in allen Bereichen ausdrücken kann und darf. Dass, es Menschen gibt, die einen Nebensache abtun kann ich leider überhaupt nicht nachvollziehen. Mit dem Eingehen einer Beziehung (egal welche Art) gehe ich zugleich eine Beziehung mit allen Empfindungen meines Partners ein. Lg onderscht😊
AndersimNorden

Kommt drauf an, generell ja, es ist wichtig zu reden und zu zuhören. Und jeder wünscht sich wohl den Menschen um über wirklich alles reden zu können. Oder noch besser, jemanden wo man es einfach ausleben kann. Aber @NoDoll hat es passend formuliert.

 

vor 2 Stunden, schrieb NoDoll:

Es geht also am Ende nicht nur allein darum was ich fühle sondern auch darum wie mein Gegenüber überhaupt mit Gefühlen umgehen kann.

 

Ob man Gefühle auf chemische Reaktionen und summarische Resultate reduzieren kann bezweifle ich, so mag es "technisch" aussehen und man mag Gefühle auch kontrollieren und unterdrücken können, trotzdem sind sie da und man empfindet sie.

Nun es gehören wohl zwei Menschen dazu:

 

Derjenige, der über Gefühle reden kann, weil er weiß, was er fühlt, die Worte dazu findet und es angebracht findet, seine Gefühle zu verbalisieren. 

 

Und derjenige, bei dem ersterer das Gefühl hat, diese Gefühle zu verbalisieren.

 

vor 2 Stunden, schrieb Sachengirl18:

Es ist doch schön wenn du jemanden hast wo du über Gefühle reden kannst. Natürlich sollte man darüber reden können. Aber den meisten ist es doch egal oder sie nutzen es aus. Ausdem Grund habe ich mir angewöhnt liebe zu schweigen.  

Könntest du darüber reden, wenn jemand da ist, der zuhört? Oder wäre es dir auch dann nicht möglich? 

(bearbeitet)

Natürlich fand ich es auch schon mit 20 wichtig, mit meinen Freunden und meinem Partner über meine Gefühle reden zu können. Aber das konnte ich damals nicht. Ich hatte nicht gelernt wie und ich hatte nicht gelernt, dass das OK ist. Und vor allem wusste ich nicht, wie es sich anfühlt, wirklich über alles reden zu können.

bearbeitet von Teaspoon
vor 10 Minuten, schrieb Teaspoon:

Nun es gehören wohl zwei Menschen dazu:

 

Derjenige, der über Gefühle reden kann, weil er weiß, was er fühlt, die Worte dazu findet und es angebracht findet, seine Gefühle zu verbalisieren. 

 

Und derjenige, bei dem ersterer das Gefühl hat, diese Gefühle zu verbalisieren.

 

Könntest du darüber reden, wenn jemand da ist, der zuhört? Oder wäre es dir auch dann nicht möglich? 

Wenn ich genug  vertrauen hätte und glauben würde das man es nicht ausnutzt. Dann rede ich auch über Gefühle. Aber ich habe auch gelernt es nicht zu tun. Klingt blöd habe aber gelernt Gefühle nicht zu zeigen bzw darüber zu reden. Irgendwann wird man kalt wenn man genug schlechte Erfahrungen gemacht hat. Heute ist doch jeder so schnell austauschbar. Wer kämpft den noch um Beziehungen jeglicher Art. Ich denke wenn der richtige kommt dann rede ich auch über Gefühle Irgendwann zumindest. 

Eine Partnerin, die mich nicht komplett an sich ranlassen würde, also auch was Gefühle angeht und mich da aus ihrem Leben ausschließen würde, wäre nichts für mich.

Das wichtigste in einer Partnerschaft, ist doch unteranderem Gespräche und wenn ein Mensch mir nicht vollkommen vertrauen, würde eine totale Distanz zwischen uns schaffen. Denn das bedeutet doch, dass sie mir nicht vertraut.
×
×
  • Neu erstellen...