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Schlaflos Schlafend Teil 1 (kein BDSM und kein Sex)


Empfohlener Beitrag

Der Text ist heiß!

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Schlaflos schlafend

 

Es war mitten in der Nacht, als mein Telefon klingelte. Ich sah zwar nicht auf die Uhr, denn ich bekam meine Augen kaum auf, aber ich hatte schon eine Weile geschlafen. Also musste es mitten in der Nacht sein.

Ich drehte mich zur Seite, streckte meinen Arm aus und tastete nach dem Telefon. Nach dem ich ein Glas Wasser umgestoßen hatte, fand ich es und ging ran.

Ich brachte nur ein müdes „ja“ hervor.

„Sie ist nackt“, sagte eine leise Stimme.

„Glückwunsch“ antwortete ich, legte wieder auf und drehte mich zur anderen Seite. Ich schlief sofort wieder ein.

Nach einer Weile wurde ich wieder durch das klingelnde Telefon geweckt. Es klang sehr dumpf, und meine Hand kribbelte ganz merkwürdig. Ich versuchte meine Augen zu öffnen, und sah meine Bettdecke leuchten. Nach einem kurzen Moment der völligen Verwirrtheit wurde mir klar, dass ich mit dem Telefon in der Hand eingeschlafen war. Ich ging ran.

„Sie ist nackt“, sagte wieder diese leise Stimme.

„Das hatten wir schon. Wer ist denn da?“

„Max. Sie ist nackt“.

Es war Max, ein alter und guter Freund von mir. Wir kannten uns schon seit der Schulzeit.

„Sag bitte nicht, deine Ex. Die Nacht entwickelt sich auch so schon zu einem Albtraum“, sagte ich.

Ich hasste seine Ex. Ein grässliches Weib. Die zwei führten seit Jahren eine On/Off-Beziehung.

„Nein, die ist bei ihren Eltern“.

Ich hatte keine Ahnung ob das nun on oder off bedeutete, und wollte es auch nicht wissen.

„Welche Sie ist denn nun Nackt?“

„Die Frau aus der Werbung“, antwortete er mit leiser Stimme, „Du weißt schon, über die wir heute Morgen gesprochen haben. Der Rotschopf.“

Diese Antwort überraschte mich sehr. Er meinte ein Modell für Dessaus von einer Reklametafel.

„Bist du high, oder voll? Doch nicht etwa beides? Du weißt doch das saufen und kiffen zusammen der Horror ist.“

„Nein“, antwortete er. „Ich bin ganz klar. Aber sie sitzt hier, in meiner Wohnung, und ist nackt.“

„Wie hast du das denn geschafft? Ich meine, wie geht das?“

„Ich weiß es nicht.“

„Wie, du weißt es nicht? Du musst sie doch irgendwo her haben.“

„Nein, sie war plötzlich da.“

„Häh?“

„Ja, sie war plötzlich da. Einfach so.“

„Einfach so? Geht’s nicht ein bisschen genauer?“

Ich wurde neugierig.

Für einen Moment war er still, so als müsse er die Ereignisse erst mal sortieren. Dann begann er zu erzählen.

„Ich hatte schon geschlafen, wurde wach und sah Licht unter der Schlafzimmertür durchscheinen. Also bin ich aufgestanden um nachzusehen. Und da war sie.“

„Ach, einfach so?“

„Ja, einfach so.“

„Und nun? Ich meine wo ist sie, und was macht sie?“

„Sie sitzt einfach nur da, und ist nackt.“

„Ah ha, wo sitzt sie denn?“

„Auf meinem Sofa. Sie sitzt einfach so da, hat die Beine übereinandergeschlagen und wippt mit dem Fuß auf und ab. Dabei starrt sie auf den ausgeschalteten Fernseher.“

„Nackt?“

„Ja, nackt.“

„Einfach so?“

„Einfach so.“

Das alles erschien mir sehr merkwürdig. Aber Max lallte nicht, und die Story, die er mir da auftischte war zwar ungewöhnlich, aber es schien ihm damit ernst zu sein. Zudem war er auch nicht der Typ, der sich die Mühe machte, jemanden nachts, aus Spaß, mit einer irren Story um den Schlaf zu bringen.

Ich setzte mich aufrecht, und überlegte wie ich ihm nun helfen konnte, ohne aufstehen zu müssen. Ich war noch immer etwas schlaftrunken und hundemüde.

„Die Polizei“, sagte ich schließlich. „Was ist mit der Polizei?“

„Die Polizei? Ich glaube nicht das die von der Polizei ist.“

„Nein man, du sollst die Bullen Rufen.“

„Die Bullen rufen? Ich soll wirklich die Bullen rufen?“

„Ja, du hast sie ja schließlich nicht reingelassen, oder? Also muss sie eingebrochen sein.“

„Nackt?“

„Keine Ahnung man. Liegen ihre Klamotten denn da nirgendwo?“

„Nein, nichts. Hier ist auch alles verschlossen. Und ich kann auch nicht die Bullen rufen. Ich bin ein Kerl, mit einer unbekannten nackten Frau in der Wohnung. Was glaubst du wohl, wie das für die Bullen aussieht?“

Er hatte Recht. Umgekehrt wäre das alles überhaupt kein Problem gewesen. Wäre er eine Frau, mit einem unbekannten nackten Kerl auf dem Sofa, dann wäre alles ganz einfach. Aber so. Ich konnte die Handschellen im Geiste schon klicken hören. Uns musste etwas anderes einfallen.

„Fass sie doch mal an“, sagte ich.

„Bist du irre, man? Ich kann sie doch nicht einfach begrabschen.“

„Man, du sollst ihr ja auch nicht zwischen die Beine fassen, oder so. Tipp sie doch einfach mal am Arm an, oder an der Schulter.“

„Nein, ich trau mich nicht.“

„Warum nicht?“

„Was ist wenn sie plötzlich losschreit?“

Diese Befürchtung erschien mir einleuchtend. Wenn sie schreien würde, wären wahrscheinlich die Bullen wieder im Spiel.

„Dann sprich sie an.“

„Nein man. Was soll ich denn sagen?“

Er sprach noch immer mit leiser Stimme.

Ich wurde ungeduldig und wollte einfach nur wieder schlafen.

„Man, sag hallo, oder frag sie nach ihren Namen, oder was sie will und wie sie reingekommen ist. Das kann doch nicht so schwer sein.“

„Mach mich nicht blöd an, man. Ich will dich mal in so einer Lage sehen. Was ist wenn sie schreit?“

„Ja aber irgendetwas musst du doch machen, wenn du nicht die ganze Nacht wach bleiben willst. Entweder sprichst du sie an, oder du tippst sie an.“

Dann war es eine Weile still. Ich vermutete er überlegte was er tun sollte.

„Na gut, ich spreche sie an“, sagte er dann schließlich.

Ich konnte zwar seine Stimme hören, verstand aber nicht was er sagte. Plötzlich schrie er auf.

„Scheiße, fuck!“

„Was ist los, was ist passiert?“, fragte ich.

„Scheiße man, sie ist weg“, antwortete er ganz aufgeregt.

„Wie weg? Ist sie weggelaufen? Ohne Klamotten?“

„Nein man, sie hat sich einfach aufgelöst.“

„Wie jetzt, aufgelöst?“

„Aufgelöst eben. Einfach so.“

„Einfach so?“

„Ja man, ich hab sie nach der Uhrzeit gefragt. Dann gab es plötzlich einen grellen Blitz, und sie war weg. Einfach so.“

„Warum hast du sie denn nach der Uhrzeit gefragt?“

„Man, das ist doch Scheiß egal. Mir ist eben nichts anderes eingefallen.“

„Ich habe aber gar keinen Donner gehört.“

„Was denn für einen Donner?“

„Naja, du hat doch gesagt, es gab einen Blitz. Müsste es dann nicht auch donnern?“

„Nein man, da war kein Donner. Nur der grelle Blitz, und weg war sie.“

„Einfach so?“

„Ja man. Einfach so!“

Wir schwiegen einen Moment. Die Geschichte war einfach nur verrückt. Aber ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass er sich das alles nur ausdachte, um mich zu verarschen. Wie bereits erwähnt, dazu war Max einfach nicht der Typ.

Nun saß ich da, im Dunkeln, mit dem Telefon am Ohr, und wartete darauf dass er wieder etwas sagte. Ich hätte natürlich auch etwas sagen können, aber mir viel nichts ein. Die Situation überforderte mich. Ihn vermutlich noch mehr.

„Man, ich bin völlig fertig“, sagte Max dann. „Ich werde mich jetzt hinhauen.“

„Wow, du kannst nach der Nummer gleich schlafen?“

„Ja man, ich bin total alle. Ich hau mich jetzt hin.“

„Alles klar“, sagte ich, und hatte das Gefühl, dass er mich nun schnell loswerden wollte.

„Man sieht sich“, sagte er, und legte auf.

Ich saß noch einen Moment lang da, mit dem Telefon in der Hand, und starrte in die Dunkelheit. Ich fand das alles total irre. Die ganze Geschichte erschien mir unwirklich. Egal, die Story war erst mal durch, und es hatte keinen Sinn jetzt drüber nachzudenken. Schließlich war es ja mitten in der Nacht. Ich legte das Telefon aus den Händen, schlüpfte unter meine Bettdecke und versuchte wieder einzuschlafen.

 

Diese Kurzgeschichte hatte ich vor ca. 10 Jahren mal begonnen, aber nie beendet. Angefangen hatte alles nur mit einem Satz. "Sie ist nackt." Die Geschichte entstand erst beim schreiben. Mal sehen wohin sie sich noch entwickelt. 

Merkwürdige Geschichte 🤔, aber auch irgendwie ganz interessant. Ich bin gespannt wie es weiter geht. Gut geschrieben. 

Spannende Geschichte. Super verwirrende Situation, mit der man am Ende komplett ohne Auflösung im Raume steht. Das machte für mich den Reiz des Textes aus.

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