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Fehler, Irrtümer zugeben. Wie schwer oder leicht fällt euch das?


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Hallo zusammen,

der Austausch mit euch hier im Forum hat mich zu dieser Frage geführt.

Wie schwer oder leicht fällt es euch Fehler oder Irrtümer zuzugeben?

Ich finde die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. 

Bei rein sachlichen, faktischen Themen wird einem das vermutlich leichter fallen.

Aber was ist, wenn Emotionen im Spiel sind?

Was ist, wenn das eingestehen des Fehlers, des Irrtums, schwere Folgen hat?  

Das fällt einem je nach Thema und Folgen mal schwerer, mal leichter.
Finde das bei emotionalen Themen recht schwer, aber im Nachhinein tut es dann doch gut, wenn man darüber geredet hat und ein Missverständnis, Problem o.Ä. aus der Welt geschaffen zu haben
Faktisches falsch liegen ist an sich ja nicht so schlimm, wie du schon gesagt hattest.
Das emotionale ist wohl definitiv schwieriger. Finde aber gerade das dass eingestehen solcher Fehler von großer selbstreflexion zeugt.
Mir persönliche Würde sowas wahrscheinlich auch schwer fallen. Emotionalität wiegt ja manchmal mehr wie Logik 😄
Empirisch und faktisch falsch zu liegen ist nicht schlimm das kann ja nun jedem passieren . Emotional daneben zu hauen erwischt einen dann halt öfter am eigenen inneren ego . So sehe ich das auf jeden Fall
vor 2 Minuten, schrieb Hagen98:

Emotional daneben zu hauen erwischt einen dann halt öfter am eigenen inneren ego .

Ist es nur das Ego, oder können auch Schuldgefühle eine Rolle spielen? 

Vor 10 Minuten , schrieb daisy-gaga:

Ist es nur das Ego, oder können auch Schuldgefühle eine Rolle spielen? 

Meist nur das Ego . Schuldgefühle kommen hinzu wenn man sich dazu noch selbst über eine emotionale Verfehlung im Klaren ist . Das setzt aber Fähigkeit zu reflektieren vorraus.

vor 3 Minuten, schrieb MissCurious:

Oder hast du ein Gegenbeispiel?

Nein, nicht wirklich. Mir wurde mal vorgeworfen ich würde "etwas" nicht wertschätzen. Dabei hatte ich das Gefühl das ich mich viel mehr um dieses "etwas" bemühe. Da waren auf beiden Seiten Emotionen. Dur Emotionen ist ein Fehler, oder ein Irrtum manchmal auch schwer auszumachen. 

vor 3 Minuten, schrieb Teaspoon:

Manchmal reicht es aber schon ohne Schuldzuweisung und Schuldannahme aufeinander zuzugehen. 

Voraussetzung dafür wird wohl aber eine gewisse Vertrautheit sein. Was ist wenn die noch nicht ausreichend vorhanden ist? 

Fehler zugeben zu können zeigt in erster Linie Größe.
Sind Emotionen im Spiel ist aufgrund des Eingeständnis eines Fehlers wichtig eine gemeinsame emotionale Ebene zu finden in der sich beide Parteien wieder finden. Damit meine ich Zugeständnisse zu erlauben aber auch zusätzlichen Freiraum zum gemeinsamen ausgestalten offen zu lassen.
Gerade eben, schrieb daisy-gaga:

Nein, nicht wirklich. Mir wurde mal vorgeworfen ich würde "etwas" nicht wertschätzen. Dabei hatte ich das Gefühl das ich mich viel mehr um dieses "etwas" bemühe. Da waren auf beiden Seiten Emotionen. Dur Emotionen ist ein Fehler, oder ein Irrtum manchmal auch schwer auszumachen. 

Ok, aber hier stehen 2 wahre Emotionen sich gegenüber. Die Person empfindet es so. Sie tut nicht so als ob, sie empfindet es tatsächlich. Und du empfindest so wie du es tust. Die Gefühle sind keine Täuschung und auf der Ebene habt ihr beide Recht. 

Wenn du es lösen willst musst du ihr das eingestehen, dass sie es so empfindet und es sie verletzt. Du kannst sie fragen, was ihr dieses Gefühl gibt. Wenn sie das ausmachen kann, wäre das vielleicht hilfreich 

vor 4 Minuten, schrieb Hagen98:

Schuldgefühle kommen hinzu wenn man sich dazu noch selbst über eine emotionale Verfehlung im Klaren ist

Man kann anderen aber auch Schuldgefühle machen, um von dem eigenen Fehler, Irrtum abzulenken. Das geht dann ich Richtung gaslighting darvo.

darvo ist ein Akronym und steht für deny, attack and reverse victim and offender. Also leugnen, angreifen und Täter Opfer Umkehr. 

Die Schuldfrage ist zu vermeiden, wann immer es geht. Die Schuldfrage löst nie irgendein Problem, sie heilt nichts, löst nichts, sie sucht nur einen Sau die sie durchs Dorf jagen kann als Sühneopfer für alles was wehgetan hat. Man kann an ihr Vergeltung üben- und dann? Man kann seine Anteile eingestehen ohne sich oder andere zum Sündenbock zu machen.  

Außer wenn es ganz klar um Täter und Opfer geht, dann kann man das tun. Aber dann gibt es auch kein Miteinander mehr 

vor 8 Minuten, schrieb MissCurious:

Wenn du es lösen willst musst du ihr das eingestehen, dass sie es so empfindet und es sie verletzt. Du kannst sie fragen, was ihr dieses Gefühl gibt. Wenn sie das ausmachen kann, wäre das vielleicht hilfreich 

Jetzt, mit etwas Abstand, klingt das so logisch und einfach. In dem Moment gab es aber nur Eskalation auf beiden Seiten. Das wird sich nicht mehr klären lassen. Aber ich hoffe ich kann das im Hinterkopf behalten, falls ich nochmals ich eine ähnliche Situation gerate. 

Gerade eben, schrieb daisy-gaga:

Jetzt, mit etwas Abstand, klingt das so logisch und einfach. In dem Moment gab es aber nur Eskalation auf beiden Seiten. Das wird sich nicht mehr klären lassen. Aber ich hoffe ich kann das im Hinterkopf behalten, falls ich nochmals ich eine ähnliche Situation gerate. 

Oh Schade 🫂

(bearbeitet)
vor 10 Minuten, schrieb MissCurious:

Die Schuldfrage ist zu vermeiden, wann immer es geht. Die Schuldfrage löst nie irgendein Problem, sie heilt nichts, löst nichts, sie sucht nur einen Sau die sie durchs Dorf jagen kann als Sühneopfer für alles was wehgetan hat. Man kann an ihr Vergeltung üben- und dann? Man kann seine Anteile eingestehen ohne sich oder andere zum Sündenbock zu machen.

In dem von mir geschilderten Fall schien es mir ausschließlich um die Schuldfrage zu gehen. Das ist gar nicht so leicht sich dem in so einem Moment zu entziehen. 

bearbeitet von Gelöschter Benutzer
(bearbeitet)
vor 8 Minuten, schrieb daisy-gaga:

In dem von mir geschilderten Fall schien es mir ausschließlich um die Schuldfrage zu gehen. Das ist gar nicht so leicht sich dem in so einem Moment zu entziehen. 

Natürlich nicht. Das ist etwas das muss man mit Reflexion, wenn nicht gar Therapie "überschreiben"..ich weiß nicht ob das eher Generationentrauma oder religiöses Trauma ist, aber ich bin mit einer sehr großen Schuldfrage aufgewachsen und bin da sicherlich nicht die Einzige. Nur sie führt zu nichts. Wenn man sich schuldig fühlt, dann kann man sich selbst nicht leiden und kommt da nicht mehr raus, weil es nichts gibt, dass es ungeschehen macht. Es macht unversöhnlich mit einem selbst UND mit anderen. Und wie gesagt, man hat nur Gram als Antwort. Man kann gar nichts lösen. Es geht nur darum wer von beiden oder wer in der Runde stellvertretend der Sündenbock ist ohne einen Ausweg aus der Situation, ohne einen Weg zur Erbauung oder Besserung. Man kann dann "vergeben", als unverdiente Absolution, aber eine richtige Lösung ist das auch nicht. 

 

Wenn man es wirklich lösen will und am Miteinander interessiert ist, dann gibt es bessere Fragen als die Schuldfrage 

bearbeitet von MissCurious
vor 7 Minuten, schrieb MissCurious:

Wenn man es wirklich lösen will und am Miteinander interessiert ist, dann gibt es bessere Fragen als die Schuldfrage 

Ich glaube da lag das Problem. Ein wirkliches gegenseitige Interesse gab es rückblickend wohl eher nicht. 

vor 9 Minuten, schrieb MissCurious:

Es geht nur darum wer von beiden oder wer in der Runde stellvertretend der Sündenbock ist ohne einen Ausweg aus der Situation, ohne einen Weg zur Erbauung oder Besserung. Man kann dann "vergeben", als unverdiente Absolution, aber eine richtige Lösung ist das auch nicht.

In dem Fall hatte ich letztlich alle Schuld auf mich genommen. Vor allem aber um mich dann zu entziehen. 

vor 21 Minuten, schrieb MissCurious:

Oh Schade 🫂

Ja, irgendwie schon. Aber ich konnte letztlich do noch etwas für mich daraus mitnehmen.  

Wenn man Fehler macht, dann steht man auch dazu. Ja und es hat schon unter Umständen schwerere Konsequenzen.
Wie ich selbst aktuell gerade erlebt habe. Naja wir sind Menschen und keiner ist Fehlerfrei.
vor 2 Minuten, schrieb SvenViking:

Naja wir sind Menschen und keiner ist Fehlerfrei.

Das sollte man sich immer wieder mal ins Gedächtnis rufen, sowohl für andere als auch für uns selbst.  

Fehler? Ich? Grundsätzlich sind doch immer die anderen Schuld und was man mir bösartigerweise als "Fehler" unterjubeln will, das ist einfach deren Unvermögen, meine Genialität und Beherrschung jeglicher Situation zu verstehen.

Okay, vielleicht lasse ich das jetzt doch nicht einfach mal so stehen.

Fehler sind menschlich und auch wenn speziell Doms ja darüber stehen, also über dem Menschsein (den Eindruck habe ich manchmal), so neigen wir auch zu Fehlern.

Ich mache Sachen falsch, ich begehe Fehler. Und ich versuche sie zu vermeiden und auch nicht zu wiederholen.

Egal ob BDSM oder daa andere, sie gehören zu uns. Gerade im zwischenmenschlichen sind sie besonders bedeutend. Da gehören Gefühle dazu und das macht den Fehler um so komplexer.

Ich hasse es, wenn mich jemand laut brüllend auf meinen Fehler aufmerksam macht! Bitte ja, mach es, aber so, dass du mir nicht mein Gesicht nimmst.

Ich überlege mir sehr genau, ob und wie ich Fehler von anderen anspreche. Gehe ich da voll drauf? Versuche ich das Thema sensibel anzusprechen? Welche Technik verwende ich, um darauf hinzuweisen, das war falsch, das war nicht gut, das ist schlimm.

Ich versuche also aus der 'Ich'-Perspektive zu sprechen. Wie ich das empfunden und erlebt habe. Was das gerade mit mir macht.

Und das ist such gut so. Ich weiß wer ich bin und wenn ich einmal losgelassen werde, dann kann ich auch mit Worten 'töten'. Das bringt mich aber nicht weiter und die Spirale der Eskalation dreht immer schneller.

Ich muss zu meinen Fehlern stehen, das ist für mich wichtig. Und im Umgang mit der mir anvertrauten Person(en) umso mehr. Ich nehme in kauf, das der Fehler auch dazu führt, dass z. B. eine Beziehung endet.

Manche Fehler sind zwar lächerlich, weil sie aus Situationen entstehen, weil es rin Missverständnis gegeben hat. Auch das gehört dazu. Aber selbst das gehört Ernst genommen.

In meiner Jugend hasste ich es, wenn ich mich dabei ertappt gefühlt habe, einen Fehler begangen zu haben. Das hasse ich auch heute noch. Aber ich habe damit meinen Frieden gemacht.

Solange du nicht im Supermarkt brüllend darauf hinweist, ich hab das falsche Müsli eingepackt.

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