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Erfahrung. Nichts oder alles?


Hi****

Empfohlener Beitrag

Das ein Mensch mit Erfahrung potenziell mehr wissen und Erfahrung hat als einer ohne. Das braucht man nicht zu diskutieren. Das ist einfach meistens so und vollkommen okay, wenn mit Erfahrung gesucht wird. Auf eine Jungfrau hätte ich auch kein bog.

vor 1 Minute, schrieb kleiner_phönix:

Ich kenne mich dadurch besser. Und vor allem verbrenne ich nicht mehr auf diese ungute Art. Denke man kann es nicht an Jahren festmachen, sondern an der Intensität und Summe der Erfahrungen

Mal als kleine Zwischeninfo. Der Philharmoniker hat Musik studiert, über 30 Jahre dabei, jeden Tag 8 Stunden üben. Ich finde ihn grausam schlecht 

Das Thema entstand weil eine Femdom mich anschrieb. Und ich lauthals lachen musste, als sie von Erfahrungen sprach. 

Gerade eben, schrieb kleiner_phönix:

 

Geht es hier um BDSM oder Musik?

Das ist eine Analogie. Und ein Philharmoniker ist kein Freizeitmusiker, Erfahrung, Intensität ohne Ende, soviel wie es es im Bdsm kaum geben wird. Und der ist grausam schlecht. 

Und zurück zum Thema, Erfahrung ist für mich nicht greifbar, wenn das Resultat schlecht ist. 

Erfahrung zu haben ist super, sie darf nur nicht als Autoritätsfehlschluss angeführt werden. Also das man statt über konkrete Fähigkeiten und Wissen zu sprechen, die eigene Erfahrung als hohle Phrase benutzt.

Tatsächlich setzt der Wunsch nach einem erfahrenen Gegenpol, meines Erachtens ein gewisses Alter voraus, weg jemand 10 Jahre in der Philharmonie spielt, dann muss er mindestens, Ende 20 sein.
Ich persönlich schätze gerade bei männlichen Mitspielern ein gewisses Mindestalter. Ich hab leider oft die Erfahrung gemacht, hier weniger als anderswo, das die "jungen Kerle", einfach zu wenig Erfahrung mit "sowas wie mir" haben. Und oft hören se nicht zu uns wissen dann noch alles besser (Boah, ich kling wie meine Eltern).
Ich hab bisher leider nur sehr wenige im 20er Bereich getroffen, mit denen es nicht frustrierend war.
Also, ich sage, Alter und Erfahrung.

(bearbeitet)
vor 37 Minuten, schrieb kleiner_phönix:

 

Nun ja ich finde das nicht vergleichbar. Talent, die Qualität des Instruments, der „göttliche Funke“, Technik wie Fingersatz usw…und nicht zuletzt die subjektive Wahrnehmung, ob es Katzenjammer ist. Da ist BDSM deutlich einfacher, zumindest meine Art ^^
Unabhängig davon, kann dieser Musiker Noten lesen und sein Instrument stimmen, ohne Erfahrung ginge das nicht

Die Wahrnehmung ob jemand gut oder schlecht Geige spielt, ist nicht so ganz subjektiv. 

Übrigens spielt er herausragend Posaune und Trompete und sehr gut Klavier. Aber was bringt dass alles an Erfahrung, wenn er Geige spielen soll. 

Und so ist die Erfahrung für mich, die jemand im BDSM mitbringt oder einfordert, erstmal völlig wertlos. Wird aber überwiegend fröhlich eingefordert oder in die Welt hinaus getragen. 

Auf das Gegenüber individuell einzugehen, das bekommt man nicht durch alte Jahrzehnte Erfahrungen auf neue Dynamiken 1:1 übertragen. 

Und so lange aber immer noch die "Erfahrung" an sich wichtiger ist, als das sich Einlassen auf das tatsächliche menschliche "Instrument",welches in aller Regelmäßigkeit nicht mit anderen "Erfahrungen" vergleichbar ist, hat das für mich keinen Wert

Und der Posaunespieler versagt auf der Violine weiter gnadenlos. OBJEKTIV. 

Und deshalb frage ich, warum so etwas abstraktes wie Erfahrung so erstrebenswert ist. Solange man nicht sagen kann, worin man Erfahrungen hat. Und solange diese Erfahrung auch nicht 1:1 auf den nächsten übertragbar ist. Poppen kann auch nicht jeder gleich gut. Und BDSM ist in meinen Augen deutlich vielschichtiger, erfordert mehr Erfahrung an vielleicht Menschenführung, aber sehr sicher zumindest grundlegenden Anatomiekenntnissen und EQ. 

Was ist diese Erfahrung wert, die mir jemand verkaufen will oder einfordert? 

Für mich erstmal nichts. Und fast auch nicht relevant, da mir schnelle Kontakte nichts bringen, ich auch denisexuell bin, und ich auch Freude daran habe, die Femdom mehr und mehr zu entdecken und kennenzulernen. Ich habe Lust und Freude am sich gegenseitig aufeinander einzulassen und sich gemeinsam zu entwickeln. Da empfinde ich das Erfahrungslabel kontraindiziert. 

Weiter oben schrieb jemand, Atemkontrolle ohne Erfahrung. Super Beispiel, weil sehr präzise gesagt wird, was man möchte. 

Aber leider gibt es auch das Wissen, das Papier geduldig ist. Dann habe ich lieber, um im Beispiel Atemkontrolle zu bleiben, eine vorsichtige und empathische Anfängerdomse mit Saniausbildung als eine Erfahrene, bei der bisher nie was passierte. 

Lieber ehrlich ohne Erfahrung, als nur voller "Erfahrungen". 

bearbeitet von HirnHerzHumor
vor 1 Stunde, schrieb HirnHerzHumor:

Viele reden von Jahren, andere suchen nur nach Erfahrenen. Alles nicht so wirklich greifbar. 

Und deshalb, warum ist das dann so wichtig? 

Kenne einen Philharmoniker, der spielt Violine grauenvoll, Katzenjamner ist schöner. Aber jahrzehntelange Erfahrung. 

Erfahrung. Alles oder ersetzbar? Und wenn ja, durch was genau? 

"Erfahrenen" im Hinblick auf bdsm ist nur eine Worthülse. Es ist ohne oder von geringer Bedeutung, wenn nicht im gleichen Atemzug Wörter ergänzen wie: Empathie, Verstand, Mäßigung, Verantwortung, Lebenserfahrung, Menschenkenntnis, Gefühle und Gefühlskontrolle und das kann man noch ziemlich lang ergänzen. 

Es gibt immer so viele "erfahrene Pseudodom(me)s. " ....

"Erfahren" bleibt nur die eine Seite der Medaille. Der außenstehende bildet sich immer seine/ihre Meinung, ob das glaubwürdig ist. 

vor 3 Minuten, schrieb Tau08:

"Erfahrenen" im Hinblick auf bdsm ist nur eine Worthülse. Es ist ohne oder von geringer Bedeutung, wenn nicht im gleichen Atemzug Wörter ergänzen wie: Empathie, Verstand, Mäßigung, Verantwortung, Lebenserfahrung, Menschenkenntnis, Gefühle und Gefühlskontrolle und das kann man noch ziemlich lang ergänzen. 

Es gibt immer so viele "erfahrene Pseudodom(me)s. " ....

"Erfahren" bleibt nur die eine Seite der Medaille. Der außenstehende bildet sich immer seine/ihre Meinung, ob das glaubwürdig ist. 

Danke, ich weiß dass ich mich auf dich verlassen kann. 😁

Erfahrung ist für höhere Spiele notwendig. Aber ohne eine "genetische Gabe" und das nötige Gefühl dafür, sind auch 40 Jahre irrelevant.

Niemand braucht erfahrung wenn man zusammen mit dem ganzen aufwächst. Es gibt keine Anleitung für das alles. Erfahrung ist in dem Bereich nicht notwendig in meinen Augen wenn man erwachsen ist und sein Handeln vertreten kann

Und zu den Antworten weiter oben: ja es bleibt nicht dabei das ich sage oh du bist erfahren? Und er sagt: ja, und das war's. Natürlich kommen dann Fragen und das Kennenlernen wo eben Empathie, afürsorge, Interesse,...geprüft werden

Und täglich grüßt das Murmeltier 🤣

Erfahrung ist nicht alles. Vor allem dann nicht, wenn es in X Jahren angegeben wird. Shibari ist da ziemlich gut: Jemand, der 20 Jahre " Erfahrung hat" aber in der Zeit maximal drei Mal im Jahr fesselte, davon nur drei Male Workshops besuchte, hat wesentlich weniger Kenntnis, als die "Anfängerin", die seit einem halben Jahr fesselt, davon aber fast jedes Wochenende bei einem Workshop ist und unter der Woche erfolgreich Partnys verschnürt. Wohl gemerkt verschiedene Partnys aller Körperformen, anstatt nur eine Person dem Klischee entsprechend.

In manchen Praktiken ist Erfahrung "messbar" bzw. Können/Wissen. In manchen Sachen ist es aus meiner Sicht nicht so möglich und eher ein schmückendes Label, ohne was dahinter.

Es kann also Sinn machen, wenn ich bsp. als bratty Bunny, wo einfach eine Herausforderung darstellt, aus Gründen jemanden suche, der schon Shibari Grundkenntnisse nachweislich vorweisen kann und eher Tendenzen hat mit Frechheiten entsprechend umzugehen. Das kann dann auch ggf. als Referenz gelten, ich kann ggf bei den Menschen auch mal nachfragen, ob das so stimmt, wenn ich bsp. Zweifel habe. Wenn jemand ein Untergebener eines bekannten Täters ist, möchte ich bsp auch nicht mit diesem Menschen fesseln.

Dennoch kann es sein, dass es absolut nicht passt und die Erfahrung total hinfällig ist.
Wenn ich einfach jemanden für sensorische Spielereien suche, wie bsp Wachs, kann ich auch einem neuen Menschen das Wissen recht zügig vermitteln, wie wir hier Spaß haben werden. Absolut ohne Vorkenntnisse, aber vielleicht passt es da einfach menschlich. Die Energie, die ich da reinstecken muss ist potentiell recht wenig. Hatte jetzt mehrmals Wachsspiele, wo ich das erste Opfer war, hat bisher immer super geklappt - die Fehler, die passierten, kamen auch bei langjährigen BDSMlern vor mit Wachsspiele Erfahrungen vor.

Beim Anfängern im Shibari besteht das Risiko, dass das mit dem Interesse bald hinfällig ist, weils doch nicht so interessant ist oder die Person vom Stil her eine komplett andere Richtung einschlägt als das worauf ich stehe. Und da bin ich ehrlich und habe für mich beschlossen: Ein Mensch, der anfängt, reicht mehr da maximal. Für mehr ist keine Kapazität da. Ich möchte gerade beim Shibari potentiell mehr Erleben als stundenlang stehend Seilständer zu spielen, weil Pattern XYZ mehrfach geübt werden möchte.

Und das könnte vielleicht häufiger auch die Grundessenz sein, wenn jemand erfahrene Tops sucht oder Bottoms, schneller ins erleben/fühlen kommem und eine gewisse höhere Sicherheit, dass es auch wirklich passt. Zwischen "stehe ich total drauf, brauchte ich in den letzten fünf Jahren in jeder Session in dieser Form und mit diesen Grenzen" und "Ich glaube ich könnte vielleicht eventuell darauf stehen" ist ein himmelweiter Unterschied.

Andererseits finde ich persönlich es auch sehr 'auffällig' wenn Tops nur(!) unerfahrenes Frischfleisch suchen und auch nur diese Anschreiben, dass kann Hinweis auf einen Tätermensch sein. Muss es nicht, aber mir ist bisher kein positiv Beispiel untergekommen. Hier besteht auch ein Unterschied zwischen "Es wird mit Intention gesucht" und "unerfahrene Bottoms laufen mir dauernd zu oder werden sogar mir zugewiesen."

Zusammen finden, da Miteinander neu Anfangen müssen Menschen sowieso 🤷 Erfahrungen mit nur einer Person heißt nicht, dass ich jetzt jeden Menschen lesen kann.

Vor 8 Stunden, schrieb HirnHerzHumor:

Die Wahrnehmung ob jemand gut oder schlecht Geige spielt, ist nicht so ganz subjektiv. 

Übrigens spielt er herausragend Posaune und Trompete und sehr gut Klavier. Aber was bringt dass alles an Erfahrung, wenn er Geige spielen soll. 

Und so ist die Erfahrung für mich, die jemand im BDSM mitbringt oder einfordert, erstmal völlig wertlos. Wird aber überwiegend fröhlich eingefordert oder in die Welt hinaus getragen. 

Auf das Gegenüber individuell einzugehen, das bekommt man nicht durch alte Jahrzehnte Erfahrungen auf neue Dynamiken 1:1 übertragen. 

Und so lange aber immer noch die "Erfahrung" an sich wichtiger ist, als das sich Einlassen auf das tatsächliche menschliche "Instrument",welches in aller Regelmäßigkeit nicht mit anderen "Erfahrungen" vergleichbar ist, hat das für mich keinen Wert

Und der Posaunespieler versagt auf der Violine weiter gnadenlos. OBJEKTIV. 

Und deshalb frage ich, warum so etwas abstraktes wie Erfahrung so erstrebenswert ist. Solange man nicht sagen kann, worin man Erfahrungen hat. Und solange diese Erfahrung auch nicht 1:1 auf den nächsten übertragbar ist. Poppen kann auch nicht jeder gleich gut. Und BDSM ist in meinen Augen deutlich vielschichtiger, erfordert mehr Erfahrung an vielleicht Menschenführung, aber sehr sicher zumindest grundlegenden Anatomiekenntnissen und EQ. 

Was ist diese Erfahrung wert, die mir jemand verkaufen will oder einfordert? 

Für mich erstmal nichts. Und fast auch nicht relevant, da mir schnelle Kontakte nichts bringen, ich auch denisexuell bin, und ich auch Freude daran habe, die Femdom mehr und mehr zu entdecken und kennenzulernen. Ich habe Lust und Freude am sich gegenseitig aufeinander einzulassen und sich gemeinsam zu entwickeln. Da empfinde ich das Erfahrungslabel kontraindiziert. 

Weiter oben schrieb jemand, Atemkontrolle ohne Erfahrung. Super Beispiel, weil sehr präzise gesagt wird, was man möchte. 

Aber leider gibt es auch das Wissen, das Papier geduldig ist. Dann habe ich lieber, um im Beispiel Atemkontrolle zu bleiben, eine vorsichtige und empathische Anfängerdomse mit Saniausbildung als eine Erfahrene, bei der bisher nie was passierte. 

Lieber ehrlich ohne Erfahrung, als nur voller "Erfahrungen". 

Wieso wird davon ausgegangen, dass jemand lügt, wenn er sagt er hat Erfahrung? Das wäre ein anderes Thema. Worthülse wie @Tao08 kann ich definitiv nicht nachvollziehen. Für mich ist es sehr wertvoll, Erfahrung zu haben, auch wenn ich mich eher noch am Anfang sehe. Es macht die Qualität des Spiels anders wenn man weiß, was man mag. Dabei setze ich Erfahrung nicht mit Qualität gleich, nicht pauschal

Ich schwanke da sehr zwischen ja und nein.

Mir ist sein Auftreten und sein Umgang mit mir wichtig und dass er sich selbst 100% unter Kontrolle hat.

Ob man dazu Erfahrungen braucht? Vielleicht. 

Ein gewisses Maß an grundlegenden Kenntnissen sollte auf jeden Fall vorhanden sein. Zum Beispiel würde ich mich beim Klettern niemals von Jemandem sichern lassen, der nicht weiß wie das geht. Aber, und das wurde auch schon in vorherigen Beiträgen erwähnt, mit jedem neuen Partner im BDSM hat man die große Unbekannte vor sich: den neuen Menschen mit seinen Vorlieben, noch nicht erforschten Befindlichkeiten und wahrscheinlich auch Päckchen. Insofern hat man zwar das handwerkliche Rüstzeug parat, aber muß die neue Konstellation auch erstmal neu erforschen.
Meine persönliche Präferenz ist ein erfahrenes Gegenüber hinsichtlich Methoden und Technik. Dabei läßt sich, wie auch schon in vorherigen Beiträgen erwähnt wurde, Erfahrung nicht in Jahren oder sonstigen Einheiten messen. Aber es sollte bekannt sein, an welchem Ende man das Schlagwerkzeug greift und wo man hinschlagen darf und wo nicht 😉

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