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Erfahrung. Nichts oder alles?


Hi****

Empfohlener Beitrag

Als f Maso im Endstadium...ich stehe auf leichtsinnige und unerfahrene Herrinnen...die sich auf meine Aussage verlassen und dann gibt's eine wundervolle Randerfahrung...SMT🤭🖤😈

vor einer Stunde, schrieb Ademar:

Wie hoch ist der eigene Druck, gut zu sein, zu bestehen?
Inwieweit ist man ehrlich zu sich selbst und dem Gegenüber, das man noch am Anfang steht?

Und selbst wenn man sich all dieser Dinge bewusst ist, ist das Gegenüber bereit sich darauf einzulassen?

Ich glaube, diese Fragen stellen sich, wenn BDSM das zentrale Element ist, das einen verbindet, bzw. erst noch verbinden soll.

Mein Einstieg war, dass ich eine Freundin gefunden hatte mit Sub Neigung. Wir wußten von unseren Neigungen, Grundlage war aber, dass man sich mag, vertraut miteinander ist. Dann haben wir nach und nach unsere D/S und SM Rollen gefunden.

Am Ende bleibt die Frage, wie "Erfahrung" kommuniziert wird.

Wenn das plakativ vor sich hergetragen wird wie ein Werbeschild, sehe ich darin eher eine red flag - ich kann dann einfach die Person nicht mehr ernst nehmen, die es nötig hat das zu betonen, wie erfahren die (angeblich) doch sind. Besonders wenn von denen dann auch nicht mehr kommt als irgendwelche Klischees...

Erfahrung ist im "handwerklichen" SM bei anspruchsvolleren Werkzeug oder Praktiken schon einiges wert - aber da können sich Anfänger auch mit leicht beherrschbaren Dingen hinarbeiten. Daher finde ich es relevanter, wenn ich das Gefühl in der Kommunikation bekomme, die Selbsteinschätzung ist realistisch und das unabhängig vom aktuellen Kenntnisstand.

Eine SpielpartnerIn von mir hat anfangs auch eher tiefgestapelt und nach und nach erst durchklingeln lassen, was sie in vorherigen Dynamiken schon an Erfahrungen gesammelt hatte. Beim ersten Spieldate hab ich deshalb den Erklärbären gespielt und wäre da ganz anders herangegangen, wenn ich vorher gewusst hätte, dass sie da bereits mehr gekannt hat als ich geplant hatte. Aber wenn ich das so überdenke, war das schon ziemlich clever von ihr, erstmal mit "wenig" zu schauen, ob ich überhaupt Ahnung von dem habe, was ich mit ihr anstellen wollte.

Gerade online kann ja jeder alles von sich behaupten und in einigen Fällen ist das nicht mehr als heiße Luft und gequirlte Kacke... 🤷🏻‍♂️

Erfahrung ist da nicht mehr als eine "Abkürzung" in neuen Dynamiken, wenn alle Seiten darüber verfügen - aber nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal bei einer Person. Da sind ja eher zahlreiche "green flags" entscheidender, wem man wie weit vertrauen möchte als ein zweifelhaftes "Werbeversprechen"...

vor 3 Stunden, schrieb kleiner_phönix:

 

Wieso wird davon ausgegangen, dass jemand lügt, wenn er sagt er hat Erfahrung? Das wäre ein anderes Thema. Worthülse wie @Tao08 kann ich definitiv nicht nachvollziehen. Für mich ist es sehr wertvoll, Erfahrung zu haben, auch wenn ich mich eher noch am Anfang sehe. Es macht die Qualität des Spiels anders wenn man weiß, was man mag. Dabei setze ich Erfahrung nicht mit Qualität gleich, nicht pauschal

Wann weiß man, daß die Erfahrung echt ist, ein Vorteil ist? Vom Wort oder von dem erlebten und gelebten Beweis? 

Es gab neulich hier den Fall im Forum. Jemand nannte sich erfahren, stolperte dann über das Wort Session. Bis heute keine Erklärung dazu vorhanden, obwohl FETMOD-UYEN meinen Hinweis auf diese Auffälligkeit selbst noch einmal wiederholte. 

Deine Einstellung ist doch eher, ich weiß, dass ich nichts weiß. Und das ist eine angenehme Haltung, die eben nicht eine "ausgebildete Sub" zeigen, sondern einen Menschen, der weiter lernen kann und will. 

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Was hier in diesem Thread viel genannt wird, dass man sich nicht auf Erfahrungslose verlassen, einlassen kann oder sollte. Fahranfänger, Atemkontrolle, Seilschaften. Das letzte Beispiel finde ich herausragend gut. Denn es geht gleich um Leben oder Tod. Für alle in der Seilschaft. 

Etwas Neues zu erfahren, ist für mich ein angewandtes Wissen, auch über Standardsituationen und die Vergangenheit hinaus. Eine pragmatische Anwendung von Wissen oder Neugier. Erstrebenswert, zweifellos.Aber erreichbar? 

Für mich gibt es massive Zweifel, wenn sich  jemand fertig als "Erfahren" verkauft. Da weiß ich, durch theoretisches Wissen und Lebenserfahrung, daß ein Lernwille oder Selbstreflexion "ich weiß, daß ich nichts weiß", oft eher rudimentär angelegt sein könnte und mit dem Wunsch korreliert, dass auf keinen Fall eine Unsicherheit oder Nichtwissen nach außen sichtbar werden soll.  

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In der Wand ist jede Form von Selbstüberschätzung oder "Ich bin erfahren", "kenn ich, ist immer so", fehl am Platz. Bescheidenheit vor den Naturgewalten, Wissen zu Techniken, sich bewusst sein, dass man nicht alles kann,  pragmatisches Denken und Handeln, gepaart mit steten Lernwillen: Das entscheidet ob man morgen noch mal klettern kann. 

Erfahrung ist für mich durchaus erstmal nur eine Worthülse, es ist im sozialen Kontext der Szene, Prestige, Status, Label, die ultimative Währung. 

Nur sehe ich zu oft, dass des Kaisers neue Kleider, keine Kleider sind. Ist es Lüge? I Oder keine Absicht, sondern adaptieren von sozialen Erwartungen? 

Mein Anspruch ist es nicht. Es wirkt auf mich nicht positiv. Aus Erfahrung bringt mich eine Echokammer, so warm und toll sie sich anfühlt, nicht weiter und ist deshalb nicht nachhaltig gut. Dysfunktional würden einige sagen. 

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