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Warum sind wir auf Arbeit so oft SUB?


SM-Art-5-GG

Empfohlener Beitrag

Die Arbeit bedeutet an sich ein Verhältnis, wo koordiniert werden muss, um ein Ergebnis zu erzielen. Das bedarf eines Koordinators. Dieser hat die Verantwortung inne und er trägt die Verantwortung für Erfolg oder Misserfolg. Ob es - dem Erreichen des Ziels beim BDSM gleichzusetzen ist lehne ich grundheraus ab. Das Eine ist eine vertraglich fixierte Aufgabe und das andere eine freiwillige und selbstständig entschiedene körperlich/geistige und sexuelle Hingabe. Mit dem 1.Mai hat das absolut nichts zu tun.

(bearbeitet)

Stimmt, das sehen Manche schon länger so 😊

 

"Die Arbeitskraft kann als Ware auf dem Markte nur erscheinen, sofern und weil sie von ihrem eigenen Besitzer zum Verkauf angeboten wird. Damit ihr Besitzer sie als Ware verkaufe, muss er über sie verfügen können, also freier Eigentümer seines Arbeitsvermögens, seiner Person sein. Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer, also beide juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, dass der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für eine bestimmte Zeit verkaufe. Denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für alle Mal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware."

(frei nach Julian Borchert) 

 

Dann stellt sich ja erst Recht die Frage, warum viele sich nach Verkauf ihrer Arbeitskraft so submissiv verhalten?

Und andere eben nicht?! 🤔😊

Und nun sogar ergänzend, warum manche dies verdrängen? 😊

bearbeitet von SM-Art-5-GG
(bearbeitet)
vor 23 Minuten, schrieb Violet_Fog:

Arbeit ist im Kapitalismus Ausbeutung und immer irgendwie Sklaverei. Aber das hat doch nichts mit den Dynamiken die wir im BDSM herstellen zu tun.

Ich verhalte mich keinem meiner Chefs gegenüber (sexuell) submissiv :D  

Ich meinte natürlich auch eher (asexuell) submissiv i.S.v. "unterwürfig" bzw. angepasst.  😊

 

Submissiv bedeutet ja "unterwürfig, fügsam oder demütig. Häufige Synonyme sind unterwürfig, devot, fügsam, gehorsam, sklavisch, untertänig und hörig." lt. KI und laut OpenThesaurus "Allgemein/Neutral: Fügsam, gehorsam, anpassungsfähig.

Stärker/Unterwürfig: Devot, untertänig, hörig, sklavisch.

Abwertend: Kriecherisch, hündisch, speichelleckerisch.

Gehoben: Servil, submiss. "

Submissiv umfasst daher eine große Bandbreite von Bedeutungen. 

 

bearbeitet von SM-Art-5-GG
vor 7 Minuten, schrieb SM-Art-5-GG:

Ich meinte natürlich auch eher (asexuell) submissiv i.S.v. "unterwürfig". 😊

Ja aber das bin ich auch nicht. Wir arbeiten alle zusammen zu einem Ziel das und allen wichtig ist. Ich bekomme grundsätzlich keine Anordnungen. Ich glaube in vielen Bereichen gibt es da einen deutlichen Abbau von Hierarchien. 

(bearbeitet)
vor 11 Minuten, schrieb Violet_Fog:

Ja aber das bin ich auch nicht. Wir arbeiten alle zusammen zu einem Ziel das und allen wichtig ist. Ich bekomme grundsätzlich keine Anordnungen. Ich glaube in vielen Bereichen gibt es da einen deutlichen Abbau von Hierarchien. 

Dann bist du vermutlich die lobenswerte Ausnahme der Regel. 👌😊

Und gehörst somit zur Gruppe derer, die "es weniger oder nicht sind"

bearbeitet von SM-Art-5-GG

Ich bin in auf Arbeit eher Dom, einer muss den Durchblick und die Übersicht behalten und immer in kürzester Zeit die Leute/ Aufgaben koordinieren, und ich habe in meinem Bereich bei drei Teams festgestellt, das dies fast niemand effektiv kann

Aus dem Grund wirst du nicht oben stehen können…Kontrolle/position/Dom/Einfluss

Arbeit ist ein Geben und Nehmen. Nicht umsonst gibt es Gewerkschaften, Streikrecht, Betriebsräte, Arbeitsverträge usw.



In der Regel sind Eigenverantwortung und positives Feedback sowie Beteiligung am Gewinn förderlich für die Produktivität, was im Umkehrschluss bedeutet, dass sich die Menschen nicht gerne ausbeuten lassen, eben nicht submissiv „Ja Herr“ schreien, sondern die schlechte Führung durch niedrigere Leistung abstrafen.



Drastischere Mittel wie Streik und Kündigung werden oft aus Furcht vor sozialem Abstieg gemieden, nicht aus Unterwürfigkeit. Hier haben Hetzkampagnen gegen Arbeitslose ganze Arbeit geleistet… wäre man sozial abgesichert, müssten sich Firmen mehr ins Zeug legen, die Arbeitenden für sich zu gewinnen.



Zuletzt könnte man noch das Verhältnis zum Kunden als submissiv beschreiben, aber auch hier ist die Höflichkeit entweder gegenseitig oder erzwungen. Beschwerden über das Verhalten mancher Kunden hört man zur Genüge, im direkten Kontakt höflich zu bleiben ist ein Ausdruck von Professionalität. Auch hier gilt, dass eine Würdigung der erbrachten Leistung und Freundlichkeit oft zu besseren Ergebnissen führt.

Am 1.5.2026 at 20:35, schrieb SM-Art-5-GG:

Aus Anlass des 1.Mai hätte ich eine Frage: 

 

Warum sind wir auf der Arbeit so oft submissiv? 

Und für die, welche es weniger oder nicht sind: Korrespondiert dies mit eurer "Ausrichtung" im BDSM? 

 

Hat wohl kaum was mit submissiv zu tun, wenn man in einer Hirarchie Anweisungen aufgrund seines Dienstverhältnisses ausführt ;)

Ansonsten wären ja ALLE Soldaten bei der Armee, vom niedrigsten Dienstgrad bis zum General alle submissiv, weil sie Befehle befolgen. Kann natürlich sein, dass es Leute gibt, die eine submissive Einstellung haben und sich deshalb gerne zur Armee melden, oder es ihnen einen sexuellen Kick gibt, wenn der Chef in der Firma ihnen Anweisungen erteilt.....

War mein Arbeitsleben lang im Einzelhandel 🤔 ich erfülle meinen Vertrag, bin Kunden über höflich aber nicht devot oder ähnliches... 

Ist das Kunde eine kackbratze wird auch so reagiert. Selbst meine Chefs m/w waren auf Augenhöhe auch wenn sie mehr zu sagen haben/hatten, den am Ende leiten sie nur die Filiale und der Konzern steht über denen somit auch nur ein Arbeiter(nehmer wie ich) 🤔 und dem Konzern gegenüber bin ich auch nicht devot, läster oft genug über ihn auch öffentlich (nie vor Kunden im Laden, weil man ist professionell) aber wer fragt bekommt die Wahrheit. 

Weil Kapitalismus inhärent hierarchisch ist 🤷‍♂️
Auch im Sozialismus, den ich real auch in der Arbeitswelt erlebt habe, herrschten hierarchische Strukturen, das hat nichts mit der Gesellschaftsordnung zu tun, sondern folgt dem Prinzip von Organisation und Ordnung, ohne die bei einen strukturierten Zusammenwirken von mehreren Seiten nun einmal nichts geht.

Mein Herr ist selbstständig. Dennoch muss auch er sich nach Gesetzmäßigkeiten richten, auf Kunden eingehen usw... Man ist ja in einem Beruf auch nicht in dem Sinne "dominant", dass man da Neigungen ausleben könnte oder wollte. 

Dennoch kann er das natürlich recht frei wählen, was er annimmt. Können Angestellte allerdings auch ihren Job. Nur sind sie da häufig etwas "abhängiger" und können nicht groß picken. Aber jedem Selbstständigen wird auch an Aufträgen gelegen sein... 

In einem größeren Unternehmen haben Chefs dann meistens auch wieder Vorgesetze und das Ganze geht ja ohnehin nach oben. Und selbst ganz oben können Leute nie gänzlich tun, was sie möchten. 

 

Was ist devot oder dominant? Ich bin nicht schüchtern. Ich halte Vorträge und konnte das schon immer gut. Ich leite auch genug Menschen an und prüfe die Arbeit anderer. Das tun die allerdings auch von mir. Nur liegt meine Prüfberechtigung recht weit oben. Das ist aber auch eher eine lästige Aufgabe. Ich lege meine Sachen meinem Chef vor (nicht alle). Der wäre jetzt aber zu hoch, um alles zu prüfen. Das heißt von eingen anderen Mitarbeitern machen das dann wiederum andere usw. 😅 Der will ja gar nicht erst alles vorgelegt bekommen. Wobei ich nicht immer los muss und neben Gleitzeit, Homeoffice machen kann. 

Ich kann schon leitende Tätigkeiten übernehmen. Das ist jetzt nicht so das Problem. Dann geht es einfach um die "Sache". Und auch das sehe ich dann als "Dienst". 

Ich muss allerdings ganz ehrlich gestehen: 

Meine Neigung kommt immer wieder durch. 

Manchmal sehne ich mich nach möglichst niederen Tätigkeiten. Denke oft an bdsm, mein Herr schickt mich gestopft los oder so...🤭 Das letzte mal fand er beidseitig gestopft gut. der Chef sagt: "Frau L., Sie haben ja schon morgens so gute Laune..." Ja, ich grins dann halt im Fahrstuhl. Gab ja auch schon das "Morgen-Spanking". 

Stelle mir voll oft "Secretary" oder so vor... Ich habe sogar eine Geschichte geschrieben. "Die 6. Etage", heißt die einfach nur. 

Richtig gerne bin ich "Mädchen für alles"! Die anderen sagen mitunter: "Dafür bin ich nicht zuständig!", wenn das ihrer Stelle nicht entspricht. 

Und in meinen Träumen würde der mich auch erniedrigen. Da müsste ich mich immer tief bücken... 

Ähm. Hatten mal Betriebsfeier und der hatte schon n' Bier zu viel. "Frau L., ich würde mir wünschen, dass meine Frau auch mal vor mir kniet..." 

Häh??? Wieso "auch" mal? Das impliziert ja schon, dass er denkt, ich würde das tun... (also tue ich ja auch 🤭). Habe das Gespräch dann einfach beendet. 

Mein Herr würde das sogar gut finden, wenn mein Chef mich erniedrigen würde und ich einen "Sondervertrag" hätte...😅 Ich lebe da schon ein wenig meine Unterwerfungsneigung. Ich mache halt, was ich soll...

Ich stelle mir häufig vor, dass der mich ins Büro ruft und ich die Hose runterziehen soll oder so. Oder der ein Gespräch über mein "Feuchtigkeitsproblem" mit mir führen möchte...

Ich bin in der Hinsicht richtig gestört. 

Glaub, einige merken das manchmal auch. 

Ich finds auch geil, wenn mein Herr mich in nem Plastik Höschen losschickt. Dann ist mir das peinlich, dass in meinem Schritt was knistern könnte und ich gehe nur langsam... 

Ich habe meine Neigung sozusagen immer. 

 

Am 1.5.2026 at 20:35, schrieb SM-Art-5-GG:

Aus Anlass des 1.Mai hätte ich eine Frage: 

Warum sind wir auf der Arbeit so oft submissiv? 

Und für die, welche es weniger oder nicht sind: Korrespondiert dies mit eurer "Ausrichtung" im BDSM? 

Das würde ich so nicht unterschreiben. 

Auf der Arbeit gibt's zunächst zwar keine Demokratie. Es gibt einen Job und ein Aufgabengebiet und dann heißt es "tun" und dafür bezahlt werden, das beinhaltet auch Arbeitsanweisungen. 

Viele Menschen benötigen Sicherheit, Struktur, manche wollen auch Ruhe, keine Reibung, keinen Ärger, nicht auffallen oder eben durch besondere Zuverlässigkeit oder Fleiß glänzen. 

Persönlich bin ich auf der Arbeit nicht submissiv. Es ist gegen mein Naturell. Ich benötige maximale Freiheit und habe die auch anderen immer gegeben, wenn die Leistung passt. 

Das ist ja schon besonders. 🤔

Da wird landauf und landab vom dominanten Chef oder Vorgesetzten gesprochen, der nach der Arbeit zur Domina geht.

Aber den devoten Angestellten oder Arbeiter, der in seiner Freizeit zum  Dom mutiert, den gibt es  nicht? 

Halt schon besonders. 🤔

Vor 14 Stunden, schrieb SM-Art-5-GG:

Stimmt, das sehen Manche schon länger so 😊

 

"Die Arbeitskraft kann als Ware auf dem Markte nur erscheinen, sofern und weil sie von ihrem eigenen Besitzer zum Verkauf angeboten wird. Damit ihr Besitzer sie als Ware verkaufe, muss er über sie verfügen können, also freier Eigentümer seines Arbeitsvermögens, seiner Person sein. Er und der Geldbesitzer begegnen sich auf dem Markt und treten in Verhältnis zueinander als ebenbürtige Warenbesitzer, nur dadurch unterschieden, dass der eine Käufer, der andere Verkäufer, also beide juristisch gleiche Personen sind. Die Fortdauer dieses Verhältnisses erheischt, dass der Eigentümer der Arbeitskraft sie stets nur für eine bestimmte Zeit verkaufe. Denn verkauft er sie in Bausch und Bogen, ein für alle Mal, so verkauft er sich selbst, verwandelt sich aus einem Freien in einen Sklaven, aus einem Warenbesitzer in eine Ware."

(frei nach Julian Borchert) 

 

Dann stellt sich ja erst Recht die Frage, warum viele sich nach Verkauf ihrer Arbeitskraft so submissiv verhalten?

Und andere eben nicht?! 🤔😊

Und nun sogar ergänzend, warum manche dies verdrängen? 😊

Naja, die Ebenbürtigkeit, von der in Deinem Zitat die Rede ist, ist ja eine liberale Fiktion. Nach Abschluss des Vertrages kann der eine (in Grenzen) anweisen und der andere muss ausführen. Da gibt es auch niemanden, der als Arbeiter*in anders sein könnte, allenfalls gibt es gewissermaßen Arbeits-Brats. So sehr es Parallelen gibt, würde ich das aber nicht mit BDSM-Dynamiken gleichsetzen; ein Safeword ist keine Kündigung usw.

vor 17 Minuten, schrieb SM-Art-5-GG:

Das ist ja schon besonders. 🤔

Da wird landauf und landab vom dominanten Chef oder Vorgesetzten gesprochen, der nach der Arbeit zur Domina geht.

Aber den devoten Angestellten oder Arbeiter, der in seiner Freizeit zum  Dom mutiert, den gibt es  nicht? 

Halt schon besonders. 🤔

Das ist keine Mutation, das nennt man doch Selbstbestimmung. 🤔

Wie kommst du darauf, die Führung von Angestellten mit dem Top-Part im BDSM gleichzusetzen?

vor 19 Minuten, schrieb SM-Art-5-GG:

Das ist ja schon besonders. 🤔

Da wird landauf und landab vom dominanten Chef oder Vorgesetzten gesprochen, der nach der Arbeit zur Domina geht.

 

Eher nein. Ich bin in Lauf des Lebens vielen Chefs / Unternehmern oder leitenden Angestellten begegnet, auch wenn ich i.d.r. wenig über private Themen spreche, so sollten nicht mehr als 10 Prozent auf das von dir genannten Profil passen. 

Führungspersönlichkeit ist nicht gleich Dominanz. Das Wort "Macht" passt hier m.a. deutlich besser. Die Wege Menschen zu führen / Macht auszuüben sind sehr individuell und gleichzeitig auch sie zu empfangen.

Es gibt passende Gegenstücke für viele Formen der Führung / Macht und als Entscheider zu erkennen a) wer bin ich b) wer ist das Gegenüber, passt es ins Team und zu mir, ist ein ganz wesentlich Voraussetzung Menschen erfolgreich zu führen. 

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