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TRIGGERWARNUNG! Übergriff


NikW95

Empfohlener Beitrag

vor 6 Minuten, schrieb Toy4her:

Die Frage sollte aus meiner Sicht hier zu allerst sein, ob der TE sich hier im Forum potentiellen Fragen von Behörden auseinandersetzen möchte. 
Ist er jetzt in der Verfassung sich kritischen Nachfragen zu stellen, sich diese selbst zu stellen und womöglich sogar im Forum darauf zu antworten.?.

Das wären für mich Fragen, die deinem Kommentar vorausgehen sollten, wenn man den TE und dessen Gefühle im Blick hat. 

Wir beide sind gänzlich verschieden.

Ich bringe es auf den Punkt. Straight, klar, manchmal hart. 

Es bedarf keiner Beantwortung der Fragen im Forum.

Er kann sich diese Fragen selbst beantworten - oder nicht , wenn es nicht als angemessen erscheint. 

Der TE hat mitgeteilt, dass er Anzeige erstatten will. Er wird dann von fremden Personen zu sehr intimen Dingen befragt werden.  nicht alle Cops sind psychologisch gut geschult oder empathisch. Bei Gericht wird auch die Gegenseite sprechen. 

vor 42 Minuten, schrieb Toy4her:

Ekelhaft, widerlich und von emotionaler Kälte nur schwerlich zu übertreffen!

Absolut... das ist eine Verschiebung der Verantwortung.

Es handelt sich eindeutig um einen sexuellen Übergriffe und sind wir mal ehrlich, wären die Geschlechterrollen andersrum würde die Diskussion anders aussehen.

Hier sieht man aber eben auch das Problem von Nein heißt nein, und nur Ja heißt ja. Beides kann man hier leider reininterpretieren 😞 Übergriffe gerade in der Szene werden klein geredet weil soll es nicht gehen, siehe teilweise Kommentare hier...

Ich habe länger überlegt, was und ob ich dazu schreibe. Es war ein sexueller Übergriff, eindeutig. Und das anzuzeigen, das ist ein mutiger Schritt.
Ich will Dich davon keineswegs abhalten. Als jemand, gegen den solche Übergriffe häufiger erfolgten (vor allem zu Zeiten, in denen die Gesetze noch viel weniger Tatbestände anerkannten), möchte ich Dir NikW95 nur raten, Dir keine allzugroße Hoffnungen auf Gerechtigkeit durch Justiz zu machen.
Es ist ein guter Schritt, den Du wagen willst. Hol Dir nur nach Möglichkeit Unterstützung, zB beim Weißen Ring oder Beratungsstellen gegen sexuelle Gewalt. Die Geschichte detailliert mehreren mürrischen Beamten zu erzählen, Monate bis Jahre warten, ob irgendetwas geschieht...ist ziemlich demoralisierend. Beratungsstellen begleiten, aber zwingen Opfern nicht auf, diesen Weg zu gehen, weil dieser Weg meistens eine Zweitraumatisierung beinhaltet.
Unterstützung finden ist wichtiger. Es gibt eine Verdrängungsphase - aber dann bricht es wieder auf. Deswegen ist es nicht schlecht, schon mal nach The***uten zu shoppen.
Auf die Frage, wie das mit dem Vertrauen wird...Es wird nicht genau wie zuvor. Es entwickelt sich später ein anderes Vertrauen, ein höherschwelliges. Du wirst häufiger erleben, dass Du Zweifel hast, oder einfach kein gutes Gefühl. Es ist nämlich leichter, Vertrauen zu entwickeln, wenn einem nie etwas passiert ist. Höherschwellig auch, weil Du jetzt weißt, dass Du von einer Partnerin beschützt werden willst, wenn's hart auf hart kommt. Das braucht mehr Vertrauensaufbau. Ziemlich viele hätten an der Stelle gepatzt. Ziemlich viele haben gepatzt, weil auch Gäste das hätten melden können.
Es ist schmerzhaft, zu lernen, wie wenig heil die Welt ist. Such Dir deshalb jede Form von Unterstützung, und pass gut auf Dich auf.

Damit genau dies nicht passiert, ist der DOM (egal welchen Geschlechts) da. Für mich hat deine Begleitung versagt!

Erste Hilfe nach Traumatisierung: Möglichst auf Alk und Co verzichten - benebelt funktioniert keine Heilung, und es wird zu schnell zu einer Krücke. Wenn man nicht schlafen, sich nicht konzentrieren kann - bitte keine Verschreibungen vom Hausarzt, sondern zu einer psychiatrischen Ambulanz gehen. Inzwischen wurden nach der Novellisierung des Opferschutzgesetzes auch Traumaambulanzen hochgezogen. Erstgespräche mit guten The***uten ausmachen - Erstgespräche kriegt man schnell, und wenn man sich in einem wohlfühlt, auf die Warteliste setzen lassen.
Man ist irritierbarer nach einer Traumatisierung - ein wenig Rückzug tut gut, aber man sollte sich nicht nur verkriechen. Und nicht Zeit heilt alle Wunden - sondern nette Erlebnisse und banaler Alltag helfen, den Abstand aufzubauen. Nur nicht plötzlich in risikoreiches Verhalten gehen, das ist eine Falle, in der einem wieder was passiert. YSich Zeit lassen. Die guten Beziehungen pflegen zu Menschen, die einen annehmen, und nicht welche, die einen stressen. Mitgefühl mit sich selbst entwickeln, und nicht sauer auf sich selbst sein, dass man nun ängstlicher, irritierbarer, emotionaler ist. Man hat nun mal etwas erlebt, dass das Fundament der Seele erschüttert hat - da gibt es keine Zeitvorgabe, wann man "wie vorher" ist, und sich unter Druck setzen erschwert die Heilung. Manches gibt sich, aber oft behält man Trigger zurück, erschrickt leichter bei Lärm, aggressiven Stimmungen. Deshalb ist es gut, sich einen The***uten zu angeln, der Hintergrund in Trauma hat und versteht, und einem hilft, mit sich selbst geduldiger zu werden.

Vor 11 Minuten , schrieb zoro1966:

Damit genau dies nicht passiert, ist der DOM (egal welchen Geschlechts) da. Für mich hat deine Begleitung versagt!

Aber die meisten von uns "versagen" in Ausnahmesituationen. Jeder von uns meint, von der Couch aus beurteilen zu können, wie perfekt man selbst gehandelt hätte. Schockstarre ist aber die häufigste Reaktion auf Unvorhersehbares.
Es ist gut, dass der TE einen Schlussstrich zieht, für sich, weil das Vertrauen weg ist.
Aber es ist eine Umkehr, bei jedem anderen als der Täterin die Schuld zu suchen. Die hat bewusst gehandelt, und niemand außer ihr hätte das kommen sehen können.
Ich habe aufgrund meiner Lebensgeschichte einige Extremsituationem gesehen - ganz, ganz selten schreitet jemand ein, noch seltener auf eine wirklich gute Weise.
Wir alle können nur auf uns schauen, wenn wir Geschichten wie diese lesen, und uns vornehmen, wie wir in einer ähnlichen Situation hoffentlich besser reagieren, indem wir jetzt darüber nachdenken.

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