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Ist BDSM im Kern eigentlich spezialisiertes Cosplay?


Mr****

Empfohlener Beitrag

Hallo zusammen,

ich habe mir in letzter Zeit einige Gedanken zu einer These gemacht, die in der Szene zwar immer mal wieder auftaucht, bei genauerem Hinsehen aber eine ganz neue Tiefe bekommt. Wenn man nämlich die Lupe anlegt, verschwimmen die Grenzen zwischen einer Comic Convention und einem Club Abend überraschend schnell. Meiner Meinung nach ist BDSM im Kern eigentlich eine sehr spezialisierte Form von Cosplay.

Das fängt schon bei der Macht der Uniform an. Beim Cosplay geht es darum, durch Kleidung in eine andere Haut zu schlüpfen, und im BDSM ist das exakt dasselbe Prinzip. Ob es die Lack, Leder Outfit oder ein Pet Play Kostüm ist.
Die Kleidung dient als visueller Schalter. Sobald das Outfit angelegt ist, schlüpft man in eine feste Rolle wie Sir, Herr Meister Sklave etc. Das ist psychologisch identisch mit dem Moment, in dem ein Cosplayer seine Perücke aufsetzt und zu Link oder Wonder Woman wird.

Damit einher geht das Character Acting und das klassische Rollenspiel. Ein Cosplayer verkörpert einen Charakter und übernimmt dessen Posen und Verhaltensweisen. Dabei gibt es klare Archetypen: Während der Cosplayer den Helden oder Bösewicht spielt, nutzt der BDSMler Rollen wie den Dominanten, die Submissive oder den Sklaven und Meister. In beiden Fällen geht es um Immersion.
Das Erschaffen einer künstlichen Realität, in der man sich für eine begrenzte Zeit bewegt.

Auch der Ort des Geschehens folgt ähnlichen Regeln. Cosplay findet oft in einem abgegrenzten Raum wie einer Convention statt, BDSM in Spielräumen oder Clubs. Beides sind im grunde Safe Spaces, an denen andere Regeln gelten als in der normalen Welt. Was auf der Straße seltsam wäre, wie etwa jemanden an der Leine zu führen oder mit Schwertern zu hantieren, ist innerhalb dieses Rahmens völlig akzeptiert und Teil der gemeinsamen Performance.

Zuletzt darf man das Handwerk und die Ästhetik nicht vergessen. Wer sich die Szene ansieht, merkt schnell, wie viel DIY dahintersteckt. Cosplayer investieren Wochen in 3D-Druck und Näharbeit. BDSM Enthusiasten*innen wiederum stecken oft Unmengen an Zeit und Geld in maßgefertigte Bondage Ausrüstung, handgeflochtene Peitschen oder kunstvolle Shibari Knoten. In beiden Welten ist die Ästhetik ein Selbstzweck.
Es geht darum, dass das geschaffene Bild am Ende absolut stimmig ist.

Wie seht ihr das? Findet ihr den Vergleich passend oder gibt es für euch Punkte, in denen sich die beiden Welten grundlegend unterscheiden?

Ich trage keine Lack und Leder Outfits, ich muss auch keine Toys oder Werkzeuge in meinen Sessions nutzen, die Hände sind vielfältig genug. Und auch, wenn mir Fesseln und Halsbänder an einer sub sehr gut gefallen, kann man auch ohne alles ein tiefes Machtgefälle erzeugen.

Versuch es Mal von der anderen Seite zu betrachten: der Alltag, in dem man sich der Gesellschaft anpasst ist das Cosplay, nicht der Moment, in dem man aufblüht.

Cosplay heißt im Kern "verkleiden". Es geht um Anime- oder Videospiel-Charaktere. Cosplay hat im Kern aber nichts mit Sexualität zu tun. Genau wie oben bereits beschrieben wurde, wird es aber sexualisiert.

Davon muss man Rollenspiele abgrenzen. Hier kann im Prinzip jegliche Form von "Rolle" reinfallen. Viele würden auch Cosplay als Rollenspiele bezeichnen. Rollenspiele müssen auch nicht zwangsweise sexuell sein, man denke an Rollenspiele im Kontext von Bewerbungsverfahren usw. Abseits davon werden Rollenspiele auch sexualisiert.

Was hat das nun mit BDSM zu tun? Cosplay und Rollenspiele findest du auch (dann sexualisiert) im BDSM-Kontext. Aber BDSM besteht halt nicht "nur" aus sich verkleiden und/oder Rollen einnehmen. Dahinter steckt für mich deutlich mehr.

Wo kommt das immer her? 

Bdsm sind nur rollen... 

🤔 

Nur weil ich nicht ständig etwas auslebe bin ich doch trotzdem was ich bin... 

Ein Musiker ist Musiker auch wenn gerade nicht gesungen oder gespielt wird 

Selbse mit anderen Eigenschaften wie Künstler, Artisten etc 

 

Weder die noch ich legen das ab wenn wir den Raum verlassen/wechseln. Im Wohnzimmer bin ich dom/sub im Gang nicht mehr und in der Küche bin ich ein Einhorn oder Werwolf und morgen dann ein sucubuss in der Küche und ein elf im Gang 🤔 

 

Cosplay ist verherung und Bewunderung eines chars man imitiert diesen man bekommt nicht plötzlich übermenschliche Kräfte nur weil ich jetzt ein son goku kostüm an habe... 

 

vor 5 Stunden, schrieb MrError:

Während der Cosplayer den Helden oder Bösewicht spielt, nutzt der BDSMler Rollen wie den Dominanten, die Submissive oder den Sklaven und Meister. In beiden Fällen geht es um Immersion.
Das Erschaffen einer künstlichen Realität, in der man sich für eine begrenzte Zeit bewegt.

Es kann durchaus sein, dass manche BDSM so betreiben, wie du es beschreibst. Einfach mal in eine Rolle schlüpfen und dem Rollenbild entsprechend handeln.

Das kann auch viel Spaß bringen. Ähnlich wie beim Karneval, wo man sich als Hexe, Teufel, Prinzessin, usw. verkleidet.

Die weit aus meisten hier und ich auch, dürften aber BDSM ausüben, weil es ihrer Neigung entspricht. Eine Masochistin wird durch Lustschmerz erregt. Ein Dom fühlt eine große Befriedigung, wenn er eine gehorsame Frau hat. Hier geht es also um echte Gefühle, nicht um gespielte.

Für mich wird umgekehrt ein Schuh daraus. Wenn ich mich als Dom in einen schicken schwarzen Anzug kleide, dann ist das der authentische Ausdruck meines Gefühls.

Ich brauche keine bestimmte Kleidung um meine Neigung zu (er)leben. Ebensowenig schlüpfe ich in eine Rolle.

Vor 14 Minuten , schrieb Windgust:

Es kann durchaus sein, dass manche BDSM so betreiben, wie du es beschreibst. Einfach mal in eine Rolle schlüpfen und dem Rollenbild entsprechend handeln.

Das kann auch viel Spaß bringen. Ähnlich wie beim Karneval, wo man sich als Hexe, Teufel, Prinzessin, usw. verkleidet.

Die weit aus meisten hier und ich auch, dürften aber BDSM ausüben, weil es ihrer Neigung entspricht. Eine Masochistin wird durch Lustschmerz erregt. Ein Dom fühlt eine große Befriedigung, wenn er eine gehorsame Frau hat. Hier geht es also um echte Gefühle, nicht um gespielte.

Für mich wird umgekehrt ein Schuh daraus. Wenn ich mich als Dom in einen schicken schwarzen Anzug kleide, dann ist das der authentische Ausdruck meines Gefühls.

Und selbst dann ist es kein Cosplay sondern normale verkleidung. Der Bezug zu Cosplay fehlt komplett.

So bald ich mich der Gesellschaft anpasse, bin ich in einer Rolle. 

Ich bin immer eine devote Sklavin, nur zeige ich es nicht jedem. Es ist keine Rolle. 

In welcher Szene bist du denn unterwegs, in der solche Thesen immer wieder auftauchen? 

Bevor man solche Dinge wie den EP von sich gibt, sollte man sich vielleicht vorher mal eine Convention und eine Party anschauen und nicht irgendeine zusammengereimte Meinung als Tatsache darstellen...

Das ist einfach nur Bullshit über beide Szenen. 🤷🏻‍♂️

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