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Im Profil: bin zu ehrlich


xS****

Empfohlener Beitrag

Vor 12 Minuten , schrieb TaliX:

"Ich bin zu ehrlich" = sozial inkompetent, vlt generell hohl, und nicht in der Lage, aus Fehlern zu lernen.
Eines von diesen Geständnissen, von dem die Schreiber glauben, es wäre etwas Positives ("grundehrlich").

Ich finde es aber auch generell naiv, irgendetwas von ehrlich zu schreiben in a) Partnerwünschen oder b)als Selbstbeschreibung. Weil, a) -wer sucht jetzt speziell nach einem möglich verlogenen Lügner zum Belogenwerden? Und b), würde nicht gerade ein Lügner sich als ehrlich beschreiben?
Und mit dem Wunsch, jemand "Ehrliches" zu finden signalisiert man mit Neonbeleuchtung, dass man bereits (oft?) erfolgreich hinters Licht geführt wurde und sich leicht manipulieren lässt, wenn der Manipulateur oft genug "ganz ehrlich", "ich schwöre" sagt.

Für mich schwer zu beurteilen, ohne zu wissen, in welchem Kontext es geschrieben ist, was sonst in dem Profil steht und welchen Gesamteindruck ich von dem habe, was ich in so einem Profil lese.

Für mich kann das tatsächlich genauso eine konstruktive Selbstbeschreibung sein, wenn es von jemand geschrieben ist, den ich z.B. als selbstreflexiv oder sogar ein wenig selbstironisch wahrnehme.
Aber es könnte genauso gut als "virtue signaling" rüberkommen, wenn der entsprechende Kontext fehlt.

Meist sind die „Charaktereigenschaften“ die besonders hervorgehoben werden genau das, was von diesen Menschen nicht zu erwarten ist. „Ich bin normal“ - jo, safe nicht. Ehrlich, anständig, aufrichtig, ein echter Mann und dennoch dabei seine Partnerin zu hintergehen. Respektvoll, und die erste Beleidigung lässt nicht lang auf sich warten. Keiner ist davon befreit, dass sich die Eigen- von der Fremdwahrnehmung unterscheidet, manchmal liegen dazwischen jedoch nicht nur Welten…..

"Zu ehrlich" kann jemand sein, der ohne Rücksicht sagt, was er denkt und fühlt und dabei natürlich nicht an sein Gegenüber denkt. Immerhin weiß man dann, woran man ist. Wir alle kennen auch die Umkehrform dieser Menschen. Die, die dir ins Gesicht lachen, aber dich tief in ihrem Inneren verachten.

Es kann aber auch ein Mensch sein, der sehr offen mit seinen Gefühlen und Sehnsüchten umgeht, mit Dingen, die ihn verletzlich machen, wenn er sie äußert. Und der schon mehr als einmal verletzt wurde und es trotzdem immer wieder tut, anstatt daraus zu lernen, weil es einfach seine Art ist. Andere verkriechen sich dafür in ihr Schneckenhaus. Und bleiben dort.

"Fließend sarkastisch" spreche ich nicht, aber ich vermute mal, dass es sich dabei um eine gerne gesprochene Sprache handelt. Wer die perfekt beherrscht, der legt entweder keinen großen Wert auf die Gefühle seiner Mitmenschen oder will sich dahinter verschanzen, weil er keinen anderen Kommunikationsstil (mehr) sein eigen nennt. Der Begriff "sarkastisch" findet sich auch in meinem Profil, aber weder mit einer positiven, noch einer negativen Wertung meinerseits. Ich stoße Menschen auch ungern vor den Kopf. Ich bearbeitete lieber die andere Seite ;)

Seilverrückt
vor 1 Stunde, schrieb DevoteVorführung:

Man muss nicht jedem in den Hintern kriechen und man muss auch nicht jeden lieben. Aber wenn du nix Nettes zu sagen hast, halt halt die Fresse.

Das trifft es schon ganz gut. 

Ich mag ehrliche Menschen und halte mich selbst auch für ehrlich, allerdings nutzen einige einige diesen Ausdruck um jeden ungefiltert die eigene Meinung um die Ohren zu hauen. 

Bloß weil man ehrlich ist heißt es nicht, dass man auf jegliches Feingefühl verzichten darf.

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