Ich bin eine Sub. Keine Sklavin.
Und ich bin Brat. Nicht verspielt, sondern wach.
Mein Widerstand ist kein "nein", sondern die Frage:
"Bist du wirklich da?"
BDSM bedeutet für mich nicht Kontrolle um jeden Preis, sondern das seltene Privileg, sich fallen lassen zu dürfen.
Nicht, weil man schwach ist, sondern weil Vertrauen stark genug geworden ist, um das Gewicht zu tragen.
Ich reagiere auf Präsenz.
Auf Klarheit.
Auf jemanden, der nicht hetzt und keine Beweise braucht, um zu wissen, wer er ist.
Dominanz muss mich nicht beeindrucken, sondern sie muss bleiben, wenn es still wird.
Ich erzähle wenig über mich im Voraus.
Nicht aus Geheimniskrämerei, sondern weil Tiefe sich nicht auflisten lässt.
Was relevant ist, zeigt sich im Gespräch, zwischen Pausen, Blicken und unausgesprochenen Reaktionen.
BDSM ist für mich kein Ventil.
Es ist Struktur.
Verantwortung.
Ein Raum, in dem ich loslassen kann, weil jemand die Übersicht behält. Auch dann, wenn ich teste, zögere oder provoziere.
Treffen entstehen nicht aus Planung.
Sie passieren spontan, wenn ich ohnehin unterwegs bin, Zeit habe und mein Bauchgefühl keinen Schritt zurücktritt.
Druck zerstört alles.
Geduld öffnet Türen.
Ich suche nicht aktiv.
Ich beobachte.
Ich lasse mich finden.
Von einem Dom, der weiß, dass Hingabe nicht eingefordert wird und dass Vertrauen nicht beschleunigt werden kann.
Wenn du Dominanz brauchst, um dich selbst zu spüren, bist du hier falsch.
Wenn du Führung verstehst als etwas Ruhiges, Konsequentes, Tragendes, dann darfst du schreiben.
Alles andere bleibt im Schatten.
Bis es bereit ist, gesehen zu werden.
Wenn ich suchen würde - was ich selten tue - dann nach Folgendem:
Nach einem Dom, der weiß, was er tut.
Nicht aus Theorie, sondern aus Erfahrung.
Jemand, der seine eigene Lust nicht an erste Stelle setzt, sondern Verantwortung, Präsenz und Bewusstsein.
Ich suche keine Machtdemonstration.
Mich interessiert Führung, die liebevoll und streng zugleich sein kann.
Konsequent, ohne hart zu werden.
Zugewandt, ohne zu vereinnahmen.
Einen Mann, mit dem man auf Augenhöhe sprechen kann, bevor man sich fallen lässt.
Der zuhört, beobachtet, liest - und nicht beschleunigt, wo Entwicklung Zeit braucht.
Kontakte zum Austauschen, nicht zum Konsumieren.
Gespräche mit Tiefe, Klarheit und gegenseitigem Respekt.
Ohne Eile.
Ohne Erwartungshaltung.
Ohne Rollen, die schneller vergeben werden als Vertrauen wachsen kann.
Ich lasse mich lieber finden.
Aber wenn jemand glaubt, diesem Raum gerecht zu werden, darf er sich zeigen.
Alles Weitere entscheidet sich nicht im Text, sondern im Umgang.
Bitte nur Deutsche!
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*Dark Romance wird oft mit BDSM verwechselt.
Dabei sind es zwei sehr unterschiedliche Ebenen.*
BDSM ist greifbar.
Es lebt von Absprachen, Rollen, Grenzen, Konsens.
Von Dynamiken, die benannt werden können.
Von etwas, das man tut.
Strukturiert.
Bewusst.
Klar.
Dark Romance hingegen ist kein Tun.
Es ist ein Zustand.
Eine Spannung, die entsteht, wenn Macht nicht ausgesprochen werden muss und Hingabe nicht eingefordert wird.
Dark Romance beginnt im Kopf.
In unausgesprochenen Gedanken, in Blicken, die zu lange halten, in Worten, die mehr andeuten als erklären.
Es geht um Sehnsucht, Kontrolle, Abgründe, um das gefährliche Vielleicht zwischen zwei Menschen.
BDSM kann Teil davon sein.
Muss es aber nicht.
Und nicht jedes BDSM trägt Dunkelheit in sich.
BDSM ist der Rahmen.
Dark Romance ist das Flackern im Schatten.
Man kann fesseln, ohne Dark Romance zu berühren.
Und man kann Dark Romance leben, ohne je eine Grenze physisch zu überschreiten.
Dark Romance ist das, was bleibt, wenn alles Konkrete wegfällt und nur noch Spannung, Nähe und dieses leise Ziehen im Inneren existiert.