Website Logo

BDSM vs. Missbrauch: Den Unterschied erkennen

Während BDSM Spaß macht, ist es wichtig sicherzustellen, dass alles sicher und einvernehmlich ist. Wenn du dich auf Kink einlässt, kannst du lustvoll an deine Grenzen kommen, aber solche Aktivitäten birgen auch Risiken, die zu Missbrauch führen können. Der Autor und Sexpädagoge M. Christian vergleicht die Dynamik zwischen BDSM und Missbrauch und gibt Hinweise auf mögliche Probleme.

 

play_signup_468x60_ge.gif

 

Es ist entscheidend, Missbrauch in BDSM-Beziehungen zu erkennen. Es gibt viele Artikel, Online-Tutorials und Kurse, die sich mit BDSM im Vergleich zu Missbrauch beschäftigen. Solche Ressourcen erklären den Unterschied zwischen sicherem BDSM-Spiel und ungesunden Dynamiken, die zu psychologischen und physischen Schäden führen können. Leider ist es oft einfacher zu lernen, blaue Flecken und Verletzungen zu vermeiden, als sich gegen emotionalen Missbrauch abzusichern.

Bildung, Kommunikation und die Etablierung einer gleichberechtigten Machtdynamik sind sehr wichtig. Es besteht kein Grund, vor BDSM Angst zu haben; wenn du deine Grenzen kennst, sowohl die harten als auch die lockereren, sowie die emotionalen Risiken verstehst, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass sicheres BDSM-Spiel jederzeit praktiziert werden kann.

 

BDSM vs. Missbrauch 

Für viele Menschen kann BDSM - insbesondere Dynamiken, die Dominanz und Unterwerfung beinhalten - eine Manifestation einer erotischen Fantasie oder intensiven Sehnsucht sein. Das ist natürlich alles in Ordnung, aber es ist entscheidend, niemals aus den Augen zu verlieren, dass es eine Fantasie ist. Diese Dynamik ist etwas, das nicht unbedingt in der "echten" Welt existieren kann oder sollte. Wenn die Fantasie in die Realität übergeht, kann es schwierig werden zu unterscheiden, wo BDSM aufhört und Missbrauch beginnt. Zum Beispiel kann eine Domme ihren Sub zu einem unrealistischen Maß an absolutem Gehorsam zwingen: In ihrer Begeisterung vergessen sie dabei, dass sie mit einer echten Person spielen und nicht mit einer imaginären, idealisierten Figur.

Aber BDSM-Missbrauch kann auch in beide Richtungen gehen. Ein Sub kann dazu gedrängt werden oder sich selbst überzeugen, dass dem Dom bedingungslos gedient werden muss und daher nach seinen Befehlen handeln sollte, selbst wenn dies körperliche oder emotionale Schäden verursacht.

 

BDSM Missbrauch: Achte auf versteckte Red Flags!

BDSM vs. Missbrauch: Gehe sicher, dass du den Unterschied merkst

 

Stimmt: Es gibt einige Kinkster da draußen, für die diese Situation eine bequeme Möglichkeit ist, ihre Grenzen auszuloten. Für viele ist es jedoch von größter Bedeutung, Missbrauch im BDSM zu erkennen, um emotionales und körperliches Wohlbefinden zu gewährleisten. Es ist entscheidend, regelmäßig in Kontakt zu treten und sich abzustimmen, um zu sehen, wie sich alle Beteiligten fühlen, damit die Szene nicht zu weit geht.

 

“Wenn die Fantasie in die Realität übergeht, kann es schwierig sein zu unterscheiden, wo BDSM aufhört und Missbrauch beginnt.”

 

Wie jemand sich auf dem Boden hält, ist eine persönliche Entscheidung, aber eine gute Idee ist es, regelmäßige Pausen einzulegen und als völlig gleichberechtigte Partner*innen zu sprechen. Dadurch wird sichergestellt, dass das BDSM-Spiel sicher ist und es wird eine Grundlage geschaffen, um zu besprechen, was in der Dynamik funktioniert und was nicht.

 

DIES KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN:

 

Eine weitere Empfehlung ist es, sich guten Freund*innen außerhalb der BDSM-Community anzuvertrauen, mit denen du frei sprechen kannst. Dies wird helfen, deine Perspektive im Gleichgewicht zu halten. Noch besser wäre es, professionelle Hilfe in Form von Therapie zu finden,  in der Kenntnisse darüber vorhanden sind, wie Kink-Beziehungen funktionieren und die emotionalen Risiken verstanden werden, wenn BDSM in Missbrauch übergeht.

 

Gleiche Kommunikation ist entscheidend

Im Einklang mit dem Prinzip "völlig gleichberechtigt" ist ein deutliches Warnsignal dafür, dass eine BDSM-Szene oder -Beziehung missbräuchlich geworden ist, wenn der oder die Dom*me es ablehnt, die Kontrolle über einen Sub aufzugeben, selbst wenn sie außerhalb ihrer Rollen als Spielpartner*innen kommunizieren.

 

BDSM oder Missbrauch? Erkenne den Unterschied

BDSM Missbrauch kommt in verschiedenen Formen: Achte auf die Red Flags! 

 

BDSM-Missbrauch kann in vielen Formen auftreten, zum Beispiel wenn ein Mitglied der Dynamik es ablehnt, auch nur für einen Moment aus seiner Rolle auszusteigen oder klarstellt, dass es immer noch die emotionale Kontrolle über die Situation hat. Nehmen wir an, ein Dominanter sagt, dass die Sub, mit der er spielt, jederzeit eine Pause einlegen oder das Spiel neu verhandeln kann, aber gleichzeitig würde dies einen negativen Einfluss auf die Beziehung haben. Dadurch wird die Sub möglicherweise dazu gezwungen, in ihre Rolle zurückzukehren, um eine emotionale Verbindung zum Dom aufrechtzuerhalten, was sie in eine Szene drängt, mit der sie sich unwohl fühlt.

 

“BDSM-Missbrauch kann in vielen Formen auftreten, zum Beispiel wenn ein Mitglied der Dynamik es ablehnt, auch nur für einen Moment aus seiner Rolle auszusteigen oder klarstellt, dass er immer noch die emotionale Kontrolle über die Situation hat.”

 

Darüber hinaus kommt Missbrauch in BDSM-Beziehungen nicht immer nur von der Seite des Dominanten. Auch Suba haben das Potenzial, eine Situation emotional zu manipulieren und ihre Dominanten zu etwas zu drängen. Wenn sie sich dagegen sträuben, eine BDSM-Dynamik zu beenden, oder emotionale, physische oder selbstverletzende Handlungen androhen, ist dies ebenfalls missbräuchliches Verhalten.

 

BDSM gegen Missbrauch: Einige Warnsignale

Hier sind einige potenzielle Warnzeichen, auf die Submissive achten sollten, wenn sie eine BDSM-Beziehung eingehen:

- Wenn jemand Dominantes sich weigert, zuzugeben, wenn er oder sie einen Fehler gemacht hat, insbesondere wenn es um Sicherheitsbedenken emotionaler oder körperlicher Art geht.

- Wenn jemand Dominantes unrealistische Forderungen stellt, wie jemanden dazu zu zwingen, den Kontakt zu Freunden und *** abzubrechen oder den Dominanten finanziell zu unterstützen (es sei denn, die Dynamik basiert auf einer etablierten finanziellen Vereinbarung), dann sollte man das Gespräch noch einmal überdenken.

Für Dominante, die BDSM-Missbrauch vermeiden möchten, sollte ein großes Warnsignal sein, wenn ein Sub widerwillig eigenständig handelt, unrealistische Aufmerksamkeit verlangt oder passiv-aggressiv erklärt, dass er oder sie ohne Kontrolle nicht funktionieren könne.

 

Wie man aus einer missbräuchlichen Situation herauskommt

Was tun, wenn sich eine BDSM-Dynamik in Missbrauch verwandelt? Zuerst: Zweifle nicht an deinen Gefühlen – wenn du dich missbraucht fühlst, dann ist das deine Wahrheit. Handle schnell, um weitere schlechte Behandlung zu vermeiden, und suche professionelle Hilfe, falls nötig, einschließlich Fachleuten für psychische Gesundheit, Strafverfolgungsbehörden oder im medizinischen Diensten.

Vertraue deinen Instinkten und schätze dich selbst als Person, nicht nur in einem BDSM-Kontext. Missbrauch in BDSM zu erkennen kann schwierig sein, aber wenn du dich in einer Situation befindest, in der du gedemütigt, manipuliert oder dich auf nicht einvernehmliche Weise missbraucht fühlst, suche Hilfe.

BDSM sollte Spaß machen. Es kann intensiv, aufregend und sogar lebensverändernd sein, aber es sollte niemals mit Missbrauch gleichgesetzt werden. Spiele klug, sei achtsam und denke daran, dass BDSM immer darauf basiert, sicher, vernünftig und vor allem einvernehmlich zu sein.

 

M. Christian ist ein angesehener Autor und BDSM-Pädagoge, der Kurse zu Themen wie Polyamorie bis hin zu Brustfolter für Veranstaltungsorte wie das SF Citadel, Good Vibrations, Beat Me In St. Louis und viele andere gegeben hat.


Du fängst gerade erst mit BDSM an? Komm ins Fetisch.de Forum und hole dir Tipps ab, wie du auf der sicheren Seite bist. 

bdsm_forum_schmutzige_themen.png.7a3586ac11f20a777ac6a1f0bbd735a0.png

Bilder: shutterstock/Media Home ,  shutterstock/noPPonPat

 

 

18 Kommentare

Kommentar hinzufügen


    Verwandte Diskussionen

    Verwandte Diskussionen

    Offene Kommunikation

    Ein langes Intro spare ich mir und komme, der Überschrift gerecht werdend, gleich zur Sache. Ich meine, wo ist das Problem mit der offenen Kommunikation? Gerade auf einer solchen Plattform, die ja schon irgendwie einen geschützten Raum bietet!? Was kann denn schlimmstenfalls passieren!? Ich will euch sagen, woher mein Frust kommt: Es ist mir nun schon zum mehrfach wiederholten Mal passiert, dass sich eine Kommunikation oder sogar der persönliche Kontakt gut anfühlte, das auch von beiden Seiten kommuniziert wurde und mein Gegenüber dann von einem Tag auf den anderen verschwand. Ich bin wirklich ein aufgeschlossener, kritikfähiger und achtsamer Mensch, dem das Befinden des anderen wichtig ist. Eine kurze Mitteilung, darüber dass es nicht passt oder die Erwartungshaltung nicht erfüllt wurde; ein einfaches "Nein danke." kann doch nicht zu viel verlangt sein. Also woher kommt das? Gleichgültigkeit? Feigheit? Mangelnder Anstand? Bequemlichkeit? Ignoranz? Kennt ihr solche Situationen? Falls ja, wie erklärt ihr sie euch? Ist es ein Problem des Machtgefälles? Findet sich dieses Problem geschlechterübergreifend? Ich bin gespannt. 52 Likes 58 Antworten· vor 5 Tagen

    Was ist BDSM

    Immer wieder mal werde ich gefragt was ist BDSM? Als ob es dafür eine universelle Antwort gäbe. Ein Handbuch? Handbücher und Ratgeber gibt es viele. Für mich, fehlt den meisten die Perspektive auf sich selbst. Meine Erklärung, BDSM ist wie ein Hochhaus, viele Wohneinheiten, und jede Wohnung ist individuell eingerichtet. Nur weil meine Couch schwarz ist, kann deine rot oder blau sein. Nur weil ich gerne Koche, kannst du die Micro bevorzugen. Und wenn du aus deinem Fenster siehst, sehe ich aus meinem vielleicht ganz was anderes. Wichtig ist das du dich wohlfühlst, und ich wünsche dir dass du einen passenden Mitbewohner findest. 22 Likes 23 Antworten· vor 12 Tagen

    Erfahrungen mit BDSM-Unterkünften rund um den Bodensee?

    Hey Ich stolpere immer mal wieder über Bdsm Hotelzimmer. Diese sind dann aber nicht gerade um die Ecke (anderer Kontinent etc..) Hat jemand dazu Erfahrungen? Dürfen auch etwas weiter entfernt sein (200km vom Bodensee) 17 Likes 8 Antworten· vor 9 Tagen

    Warum für mich ein Kuss intensiver ist als BDSM

    Mich beschäftigt gerade eine Frage, besonders im Zusammenhang mit D/s: Warum kann sich Küssen für mich intimer anfühlen als eine D/s-Dynamik – obwohl gerade D/s doch unglaublich viel Vertrauen, Verletzlichkeit und Nähe voraussetzen kann? Dabei meine ich ausdrücklich nicht, dass D/s für eine dominante oder eine submissive Person weniger intim sein muss. Im Gegenteil. Als Sub kann es eine enorme Form von Vertrauen sein, einem Menschen freiwillig Macht zu überlassen, sich führen zu lassen und sich in einer Dynamik verletzlich zu zeigen. Und auch aus der dominanten Perspektive kann es sehr persönlich sein, diese Verantwortung anzunehmen, die Grenzen des anderen zu kennen, seine Reaktionen wahrzunehmen und mit dem Vertrauen umzugehen, das einem gegeben wird. Trotzdem empfinde ich Küssen für mich noch einmal anders. Für mich ist Küssen ein unmittelbarer nonverbaler Dialog – fast wie ein Walzer. Einer macht eine Bewegung, der andere reagiert darauf. Mal führt der eine, mal der andere. Man muss sich gegenseitig wahrnehmen, aufeinander eingehen und den Rhythmus gemeinsam finden. Es gibt keine Rolle, hinter der man sich bewegen kann, die einem aufgezwungen wird oder der du gerecht werden muss. Vielleicht liegt genau darin für mich der Unterschied: In einer D/s-Dynamik können Dominanz und Submission einen klaren Rahmen geben. Beim Küssen fällt dieser Rahmen für mich weg. Da geht es weniger darum, wer führt und wer folgt, sondern darum, wie zwei Menschen unmittelbar aufeinander reagieren. Ich kann deshalb jemandem in einer D/s-Dynamik sehr viel Vertrauen entgegenbringen und trotzdem keinen Wunsch haben, ihn zu küssen. Denn Küssen ist für mich nicht einfach eine weitere sexuelle Handlung. Ich kann keinen Menschen küssen, für den ich keine Gefühle habe. Vielleicht gibt es deshalb für mich verschiedene Arten von Intimität: D/s kann bedeuten „Ich vertraue dir genug, um mich auf unsere Dynamik einzulassen.“ Sex kann bedeuten „Ich teile körperliche Nähe mit dir.“ Und Küssen bedeutet für mich „Ich begegne dir unmittelbar und wir kommunizieren miteinander, ohne Worte.“ Mich interessiert deshalb besonders, wie andere das erleben – sowohl aus der dominanten als auch aus der submissiven Perspektive. Gibt es für euch einen Unterschied zwischen der Intimität von D/s und der Intimität von Küssen? Kann sich Macht abzugeben oder Macht zu übernehmen für euch persönlicher anfühlen als ein Kuss? Oder ist es gerade umgekehrt? Und vielleicht noch spannender: Gibt es für euch einen Punkt, an dem eine D/s-Dynamik von einer persönlichen Beziehungsebene getrennt werden kann – oder sind Vertrauen, Macht, Begehren und emotionale Nähe für euch untrennbar miteinander verbunden? Für mich bleibt momentan der Gedanke: Bei D/s kann ich mich bewusst auf eine Rolle und eine Dynamik einlassen. Beim Küssen gibt es für mich keine Rolle. Da bin einfach ich – und da bist du. 21 Likes 31 Antworten· vor 9 Tagen

    Die romantische Verklärung von bdsm - bzw. Was ist "dunkle" Romantik?

    Liebe Community,🌹🤭 Mich würde mal interessieren, inwiefern Menschen bei bdsm an Romantik denken? Ich erlebe immer wieder Darstellungen von Rosenblättern, Kerzen (dagegen habe ich nichts, wir sind auch mal romantisch und kann man als Ambiente machen). Nur weiter wäre es in vielen Darstellungen überhaupt kein bdsm für mich: Da ist dann dieses Knistern in der Luft, einer ist etwas dominant und verführt den anderen in einer sexuellen Lust. Es gibt eine Augenbinde oder Seidentuch, ein paar Klapse mit der Gerte und Stöhnerei... Die Leidenschaft und sexuelle Lust steigt und entlädt sich dann im Höhepunkt auch genau damit: mit Sex. Aber für mich gibt es so nicht bdsm & Romantik, bzw. bdsm ist keine "klassische Erotik" für mich. Wo ich gerne Männeroberkörper anfasse, wen sexy finde und so... Ich mag schon Romantik, aber das ist eher mal etwas zwischenmenschliches für mich von Liebe/Zuneigung, jedoch nicht bdsm als solches. Sicher haben wir das, da wir ja auch im dem Sinne eine D/S Beziehung haben auch schon ins bdsm getragen. Unsere besondere Verbindung (bdsm&Liebe). Es fing mit einem schönen Essen an, eine Rose (natürlich mit den Stacheln zwischen den Pobacken geklemmt, die Sub dann halten muss), mal Küsse am Hals... Aber es wurde dann doch immer bdsm. Also harte Hiebe, Tränen usw. Immer wollte ich diese Romantik überhaupt nicht, kann man mal so als Paar machen, ja auch "Sinnlichkeit" irgendwie. Aber kuscheln, küssen usw. ist grundsätzlich außerhalb von bdsm bei uns. Da ist unsere Neigung nun ja nicht romantisch...^^ Bdsm ist dunkel für uns. Meine Neigung ist da rein bei Leid, Benutzung usw. Aber ich höre immer wieder von dieser "dunklen Romantik". Was ist das dann genau??? Also ja, so Stimmung, Angst erzeugen, da hängen ⛓🪝 und so, das mag ich, sofern das gemeint wäre. 😅 Ambiente auch mal. Aber "klassisch romantisch", wäre jetzt ja nicht bdsm. Oder? Wie sehr ihr das? Habt ihr da einen Bezug zu bdsm&Romantik und falls ja, inwiefern? Eine weitere Frage: Wird bdsm häufig zu romantisch dargestellt? Und nicht als das, was es ist? Verklärt? Dankeschön 🙂 18 Likes 65 Antworten· vor 22 Tagen