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An die Doms und Herren/Herrinnen: Wie geht ihr mit Fehlern um?


Na****

Empfohlener Beitrag

Hui! Hier geht es ja schon richtig rund, in gerade mal zwei Stunden so viele Kommentare! Hab die jetzt noch nicht alle gelesen, kann also sein, dass mein Beitrag nicht in den Flow passt. Also jetzt direkt zum ET:
 

vor 2 Stunden, schrieb Nazarah:

Hi Zusammen,

Diese Frage geht vorallem an Die Doms und Herren / Herrinnen unter euch, aber auch an die Subs und Sklaven (mehr dazu am Ende).

Wie geht ihr mit Fehlern um, die euch in eurer Rolle als dominanter Part passieren? Gleitet ihr darüber hinweg? Sprecht ihr sie aktiv an? Entschuldigt ihr euch vielleicht sogar?

Hintergrund ist: Ich habe meiner Sklavin (24/7-TPE) neulich eine ziemliche Standpauke gehalten, weil ich das Gefühl hatte, dass sie eine Aufgabe nicht ernst nimmt und nicht ehrlich in diesem Kontext ist. Sie war leider in der Vergangenheit öfter nicht ganz ehrlich, und hat mit Haarspaltereien und weglassen von Informationen etwas gelogen. Ich habe ihr damals gesagt, dass Lügen für mich so ziemlich der einzige Grund ist, sie als meine Sklavin aus meinen Diensten zu entlassen. Das Thema hat also eine gewisse Brisanz.

Als ich ihr diese Standpauke gehalten habe, habe ich darauf Bezug genommen "Ich habe dir gesagt, wie wichtig Ehrlichkeit ist und trotzdem etc etc.." Es stellte sich aber schnell raus, sie hatte die Aufgabe erfüllt und mir auch einen Beweis geschickt, ich hatte ihn schlicht übersehen, weil ich zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz wach war. Es hat sie verletzt, ich hab es sofort gespürt und es war mir wirklich unangenehm, weil ich besser hätte prüfen müssen, bevor ich so etwas sage.

Ich habe den Fehler also sofort eingeräumt und mich bei ihr entschuldigt. Ein ungewöhnlicher Vorgang für uns beide, weil wir eine sehr intensive und strikte Machtverteilung leben. TPE eben. Sie hat es nicht gleich voll akzeptiert und hat kurz geschmollt, kam dann aber doch schnell zu sich.

Gedanken die mir in dem Moment durch den Kopf schossen waren: Untergräbt es meine Autorität, wenn ich mich entschuldige? Muss ich mich überhaupt bei meiner Sklavin? Hat sie ein Recht darauf?

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass sie zwar kein Recht darauf hat, ich es aber trotzdem immer wieder tun würde, weil ich finde, dass das eingestehen von Fehlern kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke ist.

Aber mich interessiert, wie ihr das seht, hattet ihr schon ähnliche Situationen? Wie habt ihr sie gelöst und wie sind sie ausgegangen? Und falls eine Sub/Sklavin bis hier gelesen hat, was wünscht ihr euch in so einer Situation von eurem Dom/Herrn/Herrin?

Ich bin gespannt auf eure Antworten!

Viele Grüße

Nazarah

Für mich gäbe es diese Frage eigentlich gar nicht. Alles, was wir machen, hat irgendwelche Konsequenzen, so auch das, was ich mache. Und wenn ich etwas verbockt habe, dann stehe ich dazu. Ich könnte sonst nicht mehr ruhigen Gewissens in den Spiegel sehen, das heißt, mein Gewissen wäre damit belastet. Und da stellt sich mir nicht die Frage, wem gegenüber ich meine Schuld zugebe, ob Azubi, Kollege, Chef, Familie, Freund, und natürlich auch sub. 

Ich meide übrigens die Redewendung „mich entschuldigen“, die ist zwar recht gebräuchlich, aber im echten Wortsinn kann man sich nicht selber entschuldigen. Es gab dazu sogar vor Kurzem einen Thread, Link s.u. Besser finde ich „um Verzeihung bitten“, „Sorry, da habe ich einen Fehler gemacht“, „tut mir leid“ oder ähnliches. Ich versuche, mit der Auswahl der Formulierung meinem Schuldbekenntnis eine angemessene Form zu geben und hilft mir auch, den Wert, die Schwere meines Fehlers besser einzuschätzen. 

Diese Unterscheidung zwischen „sich entschuldigen“ und „um Entschuldigung bitten“ geht schon ein bisschen in die Richtung Erbsenzählerei, aber ich Korinthenkacker mag solche Unterscheidungen und wende sie sehr gerne an. Ist so meine Natur, die Natur des 🦔s.

Und hier noch der Link:

@ allen noch einen schönen Rest-Sonntag!

1. Ein Dom ist kein Roboter.. Wobei wahrscheinlich auch da Fehler passieren könnten. Nichts desto trotz: Fehler passieren oder "wo gehobelt wird, fallen Späne"
2. Du hast absolut recht damit, dass das Eingestehen von Fehlern eine gewisse Stärke darstellt. Für mich wäre es ein No-Go, wenn der dominante Part nicht dazu in der Lage wäre, seine Fehler zu erkennen und sich einzugestehen.
3. Dass deine Sklavin keine Entschuldigung verdient hat, ist deine Entscheidung.. Würde ich persönlich nicht mit zurecht kommen.. Ich finde aber auch, dass es deine Autorität in keinster Weise untergräbt! Mal eine Idee: Entschuldigen ja, aber wenn sie "schmollt" dann ggf dafür "bestrafen"? Evtl eine bessere Variante für dich? Falls nicht, mach es so, wie du es für richtig hältst denn das unterstreicht in meinen Augen deine Autorität viel mehr 😉

Meine „Innenansicht“ habe ich ja oben schon beschrieben. Wenn ich aber so was beobachten, also miterleben würde (dass der Dom einen Fehler macht und die sub damit verletzt ← und dieses Verletzten jetzt nicht im Kontext von D/s), und der Dom würde da einfach drüber hinweggehen und so tun, als wäre nix geschehen, dann müsste ich wohl erst mal schlucken. Wenn mir aber etwas an ihm liegt, würde ich ihn unter vier Augen darauf ansprechen. Ich würde ihm das nicht sofort vor den Latz knallen, auch er hat ja Anrecht auf seine Schrecksekunden. Je nach Reaktion und Ergebnis könnte daraus eine schöne Freundschaft erwachsen oder dieser Dom wäre bei mir unten durch und nur noch so klein mit Hut (also ganz, ganz klein) <- ich würde Distanz suchen.

Soviel zu meiner Fremdwahrnehmung, zumindest in Zeiten, in denen ich klar denken kann.

Fehler sind Menschlich und dazu zu stehen zeugt von Respekt. Gerade in diesem Bereich wird klare Kommunikation abverlangt für Vertrauen ect. Warum darf kein Raum für Entschuldigungen sein? Und beim Nächsten mal wird wieder abgegrenzt. Kann vielleicht nicht jeder, dann redet man darüber. Sonst wenn was im Raume steht und/oder jemand was belastet, is reden doch genauso wichtig! Lg

Es geht doch nicht darum, in einer Dynamik den Rollenklischees zu entsprechen - die Bedürfnisse beider Seiten des "/" stehen dich im Vordergrund.

Was würde es denn der Beziehung bringen, wenn mein Gegenüber dann von mir menschlich enttäuscht wäre, wenn ich eigene Fehler übergehen würde, nur damit ich meine Machtposition nicht vermeintlich schwäche? Beziehung ist immer vor Dynamik - wenn die Beziehung funktioniert, ergibt sich Dynamik von selbst. Das ist auch mit ein Grund dafür, dass ich mich nicht als Dom identifiziere und mich da von allen Klischees gelöst sehe.

Eine Frage wäre da auch @Nazarah, welche Art Aufgabe es war, deren Ausführung du übersehen hast? Je bedeutsamer der Hintergrund, desto höher ist doch die Enttäuschung über mangelnde Sorgfalt, das nicht genau geprüft zu haben, bevor eine "Standpauke" kommt. Da bleibt dann die Frage danach, wie sehr man sein Gegenüber enttäuschen kann und möchte, indem man einen eigenen Fehler übergeht. 

Und wie kann eine Entschuldigung die eigene Position denn schwächen? In dem Moment, in dem ein Fehler passiert ist man doch schon nicht mehr der unfehlbare Dom, der über jeden Zweifel erhaben ist... 🤷🏻‍♂️

Witziger Funfact - wenn ich einer Partnerin versehentlich leicht wehtue, während ich ihr absichtlich anders mehr wehtuhe, dann entschuldige ich mich auch sofort und mache dann mit dem absichtlichen weiter... 

Und Goody sehe ich nicht als Wiedergutmachung - die gibt es einfach so immer mal wieder.  Das ist einfach auch ein Zeichen, das man dafür setzt, sich um die/den PartnerIn und die Beziehung zu kümmern und Acht zu geben - anders hätte es für mich diesen Beigeschmack, mich von meinem Fehler "billig freikaufen" zu wollen... 

Wir sind fehlerhafte Wesen, Fehler zu machen ist entsprechend normal. Man muss immer damit rechnen, dass Fehler passieren können.

Schuld ist eine andere Frage, nur weil man einen Fehler macht, bedeutet das nicht automatisch, dass man dafür die Schuld trägt.

Wenn man morgens aufwacht, dann ist das Gehirn noch nicht in der Lage durch Selbstkontrolle beherrschte, zurechnungsfähige Handlungen zu planen und auszuführen. Wenn ich aufwache und einen Fehler mache, dann ist das nicht meine Schuld, denn ich hatte ja nicht die Möglichkeit den Fehler zu bemerken, mir stand nämlich keine Möglichkeit dazu offen, aktiv den Fehler zu verhindern, und entsprechend war es auch kein Versagen, dass der Fehler passiert ist, sondern der Fehler war den Umständen zuzuschreiben - entsprechend trägt dann niemand die Schuld and einem solchen Fehler, und es wäre lächerlich jemandem dafür die Schuld zu geben.

Ich finde Fehler sind der natürliche erste Schritt eines Lernprozesses, und man muss sie akzeptieren um aus ihnen lernen, sich weiterzuentwickeln. Die Strategien um zukünftige Fehler zu vermeiden sind das, was einen guten Herren ausmacht.

Wenn ich meiner Sklavin nicht bereits klargemacht habe, dass ich morgens früh nicht zurechnungsfähig bin, dann kann man vielleicht dennoch die Schuld an diesem Fehler tragen, auch wenn er den Umständen geschuldet ist, denn man hat diesen Fehler nicht antizipiert, und dann ist es auch rein logisch gerechtfertigt sich dafür zu entschuldigen, dass man es versäumt hat, diese Situation von vornherein auszuschliessen - denn dafür trägt man die Verantwortung, daran gibt es auch nichts zu diskutieren. Perfektion in dem Sinne kann man jedoch auch nicht erwarten, Fehler werden passieren und das ist leider unausweichlich, der Umgang mit Fehlern ist eine Herausforderung, der man sich gewachsen zeigen muss - bei voller Zurechnungsfähigkeit kann man das erwarten, das gilt natürlich für beide Rollen.

Wer als Herr dadurch beschädigt wird, oder sich als beschädigt wahrnimmt, oder von der eigenen Sklavin als beschädigt wahrgenommen wird, der wird wohl keine entsprechende Grösse haben, oder nicht den entsprechenden Wert, dazu verkörpern, der einen solch geradezu bedeutungslosen Makel kompensieren kann, dann wird es wohl Zeit mal langsam den Arsch hochzubekommen und von Fehlern zu lernen, an sich selbst zu arbeiten, bevor man von Anderen erwartet, als Autorität angesehen werden zu können.

Ich würde eine solche Situation im Nachhinein aufklären wollen, ganz klar zeigen, wo die Fehler zu finden sind und wo die Schuld zu finden ist, nüchtern der Logik folgend, wissenschaftlich die Situation sezieren und jede Frage der Sklavin beantworten, bis sie zufrieden ist, sich also innerlich wieder entspannt, da sie erkennt, dass ihr Herr die Situation logisch korrekt durchschaut und verstanden hat, und das unwohle Gefühl gewichen ist, sowohl bei ihr, als auch bei mir, denn solche Situationen sind nicht nur eine Krise, sondern wie die Chinesen es sehen, auch eine Chance, sich an ihr zu beweisen und daran zu wachsen, persönlich aber auch dynamisch.

Ich würde mich entschuldigen, wenn ich es versäumt haben sollte, darauf zu verweisen, dass ich nach dem Aufwachen eine Weile brauche, um einen klaren Kopf zu bekommen, nicht indem ich eine Floskel verwende und sage "es tut mir leid", und damit die Sache aus der Welt wäre, sondern indem ich ihr zeige, dass und warum ich den Fehler bei mir sehe, und ihn akzeptiere, niemand hat was davon, wenn es einem Leid tut.

Aber zu sehen, dass ein Fehler akzeptiert wird, und dass der Herr sich darum kümmert, dass er daran wachsen will, und ein besserer Herr werden will, das sollte eine Sklavin stolz darauf machen, eine gute Wahl getroffen zu haben, als sie sich ihm unterworfen hat.

Wäre es nun die Schuld der Sklavin gewesen, da sie ihren Herrn zu früh mit einer solchen Situation konfrontiert hat, ohne bspw. ihn zu fragen, ob er schon fit dafür ist, und sie sich der Situation hätte bewusst sein müssen, dann läge der Fehler und die Schuld auf Seiten der Sklavin, das müsste man auch ganz klar sezieren und vermitteln. Wenn sie es verstanden hat, sollte sie daraus lernen und dadurch ihren Herrn stolz auf sie machen, dass sie diesen Fehler zukünftig vermeidet, und so beweist, dass sie lernfähig ist, sich weiterentwickeln und verbessern will, und es eine gute Wahl war, sie als Sklavin auszuwählen.

Ein einzelner Fehler kann auch eine Sklavin nicht beschädigen, wenn sie Einsicht zeigt und daraus lernt - wenn sie Fehler aus Unaufrichtigkeit, Unachtsamkeit, Faulheit oder Ignoranz heraus in einer zurechnungsfähigen Situation wiederholt, dann muss sie bestraft werden, um dieses Verhaltensmuster zu brechen. Erst in einer solchen Situation würde ich eine Sklavin als beschädigt ansehen, weil ihre Einstellung nicht korrigiert wurde. Entsprechend wär es analog dazu beim Herren auch der Fall.

Ignoranz, Faulheit, Unachtsamkeit und Unaufrichtigkeit sind Dinge, die ein Individuum beschädigen und entwerten.

Ein Herr, der keinen Wert hat, kann nur einen Sklaven hervorbringen, der auch keinen Wert hat. Wer nicht als Sklave gesehen werden will, der suche sich also einen Herrn, den man nicht als Herrn sehen kann, weil er keinen Wert hat.

Ein Beispiel meiner Meinung nach ist eine Frau, von der der Mann nur verlangt, dass sie die Beine breit macht keine Sklavin, denn wenn sie das macht, dann beweist sie nicht, dass sie irgendwas gelernt hätte, sondern sie macht nur, was ihr sowieso schon angeboren ist. Eine Sklavin macht aus, dass sie etwas dazulernt, das für sie nicht schon als gegeben gilt. Ein Mann, der einer Frau nichts beibringt, sondern nur von ihr verlangt das zu tun, was sie ohnehin schon immer macht, der ist auch kein Herr, da er ihr nichts vermittelt. Ficken ist ein natürlicher Reproduktionsprozess und keine BDSM spezifische Konstellation. Jeder Mann kann ficken, ficken ist Vanilla und nicht dominant.

BlackownsPurple
vor 3 Stunden, schrieb LORDOFDARKNESS78:

Wenn man morgens aufwacht, dann ist das Gehirn noch nicht in der Lage durch Selbstkontrolle beherrschte, zurechnungsfähige Handlungen zu planen und auszuführen.

Das wäre dann so etwas wie ein "Teilzeitherr", einer dessen Herrschaft  nicht immer verfügbar ist, oder qualitativ stark schwankt, quasi so ein "Herr der keinen Wert hat", der auch nur eine wertlose Sklavin  hervorbringen kann?

 

LG BoP (m)

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