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An die Doms und Herren/Herrinnen: Wie geht ihr mit Fehlern um?


Na****

Empfohlener Beitrag

1. Ein Dom ist kein Roboter.. Wobei wahrscheinlich auch da Fehler passieren könnten. Nichts desto trotz: Fehler passieren oder "wo gehobelt wird, fallen Späne"
2. Du hast absolut recht damit, dass das Eingestehen von Fehlern eine gewisse Stärke darstellt. Für mich wäre es ein No-Go, wenn der dominante Part nicht dazu in der Lage wäre, seine Fehler zu erkennen und sich einzugestehen.
3. Dass deine Sklavin keine Entschuldigung verdient hat, ist deine Entscheidung.. Würde ich persönlich nicht mit zurecht kommen.. Ich finde aber auch, dass es deine Autorität in keinster Weise untergräbt! Mal eine Idee: Entschuldigen ja, aber wenn sie "schmollt" dann ggf dafür "bestrafen"? Evtl eine bessere Variante für dich? Falls nicht, mach es so, wie du es für richtig hältst denn das unterstreicht in meinen Augen deine Autorität viel mehr 😉

Meine „Innenansicht“ habe ich ja oben schon beschrieben. Wenn ich aber so was beobachten, also miterleben würde (dass der Dom einen Fehler macht und die sub damit verletzt ← und dieses Verletzten jetzt nicht im Kontext von D/s), und der Dom würde da einfach drüber hinweggehen und so tun, als wäre nix geschehen, dann müsste ich wohl erst mal schlucken. Wenn mir aber etwas an ihm liegt, würde ich ihn unter vier Augen darauf ansprechen. Ich würde ihm das nicht sofort vor den Latz knallen, auch er hat ja Anrecht auf seine Schrecksekunden. Je nach Reaktion und Ergebnis könnte daraus eine schöne Freundschaft erwachsen oder dieser Dom wäre bei mir unten durch und nur noch so klein mit Hut (also ganz, ganz klein) <- ich würde Distanz suchen.

Soviel zu meiner Fremdwahrnehmung, zumindest in Zeiten, in denen ich klar denken kann.

Fehler sind Menschlich und dazu zu stehen zeugt von Respekt. Gerade in diesem Bereich wird klare Kommunikation abverlangt für Vertrauen ect. Warum darf kein Raum für Entschuldigungen sein? Und beim Nächsten mal wird wieder abgegrenzt. Kann vielleicht nicht jeder, dann redet man darüber. Sonst wenn was im Raume steht und/oder jemand was belastet, is reden doch genauso wichtig! Lg

BlackownsPurple
vor 3 Stunden, schrieb LORDOFDARKNESS78:

Wenn man morgens aufwacht, dann ist das Gehirn noch nicht in der Lage durch Selbstkontrolle beherrschte, zurechnungsfähige Handlungen zu planen und auszuführen.

Das wäre dann so etwas wie ein "Teilzeitherr", einer dessen Herrschaft  nicht immer verfügbar ist, oder qualitativ stark schwankt, quasi so ein "Herr der keinen Wert hat", der auch nur eine wertlose Sklavin  hervorbringen kann?

 

LG BoP (m)

Vor 1 Stunde, schrieb BlackownsPurple:

Das wäre dann so etwas wie ein "Teilzeitherr", einer dessen Herrschaft  nicht immer verfügbar ist, oder qualitativ stark schwankt, quasi so ein "Herr der keinen Wert hat", der auch nur eine wertlose Sklavin  hervorbringen kann?

 

LG BoP (m)

Quasi ja das Gehirn ist bei jeder Person so …. 🤔 wir bringen alle wertlose Sklaven und Sklavinen ans Licht😂 wobei das ja nu auch sehr individuell gesehen werden kann.

BlackownsPurple
vor 1 Stunde, schrieb Arasjal:

Quasi ja das Gehirn ist bei jeder Person so …. 🤔 wir bringen alle wertlose Sklaven und Sklavinen ans Licht😂 wobei das ja nu auch sehr individuell gesehen werden kann.

Naja, zumindest bei Subbi muss das Gehirn entsprechend den obigen Ausführungen ja auch gleich nach dem Aufwachen schon funktionieren.

Zumindest wenn beide gleichzeitig aufwachen und der Herr ihr schon mal gesagt hat, dass das bei ihm nicht so ist ... 

Subbi ist dann quasi die "Vordenkerin", bis der Herr in die Gänge kommt.

 

LG, BoP (m)

 

vor 7 Stunden, schrieb LORDOFDARKNESS78:

Wenn man morgens aufwacht, dann ist das Gehirn noch nicht in der Lage durch Selbstkontrolle beherrschte, zurechnungsfähige Handlungen zu planen und auszuführen. Wenn ich aufwache und einen Fehler mache, dann ist das nicht meine Schuld, denn ich hatte ja nicht die Möglichkeit den Fehler zu bemerken, mir stand nämlich keine Möglichkeit dazu offen, aktiv den Fehler zu verhindern, und entsprechend war es auch kein Versagen, dass der Fehler passiert ist, sondern der Fehler war den Umständen zuzuschreiben - entsprechend trägt dann niemand die Schuld and einem solchen Fehler, und es wäre lächerlich jemandem dafür die Schuld zu geben.

Das ist wohl die lahmste Ausrede, die ich hier lesen könnte.

Wenn ich weiß, dass ich morgens erst in die Gänge kommen muss, kann ich mich auch dafür entscheiden, dass ich erst nach meinem zweiten Kaffee auf etwas reagiere... 🤷🏻‍♂️

Und genau das ist dann ein vorwerfbarer Fehler, wenn man Entscheidungen trifft, obwohl man noch nicht ganz wach ist und das auch so morgens für sich als Selbsteinschätzung hat, dafür eine Anlaufzeit zu benötigen. In der Zeit nimmt man dann bewusst Fehler in Kauf und in einem anderen Kontext würde man da von "grober Fahrlässigkeit" sprechen...

Wenn ich einen Fehler mache. Stehe ich dazu und kann mich auch entschuldigen. Gerne spreche ich mit meinem Sub auch darüber, einfach um Missverständnisse aus zu räumen. Ich möchte das mein Sub sich gesehen fühlt. Grundsätzlich kann ich meine "Fehler" aber auch zu seinen machen. Es kommt sehr stark darauf an, was passiert ist 😁

Zitieren

Wenn ich weiß, dass ich morgens erst in die Gänge kommen muss, kann ich mich auch dafür entscheiden, dass ich erst nach meinem zweiten Kaffee auf etwas reagiere... 🤷🏻‍♂️

Finde den Fehler.

Schrecklich, da bin ich unerträgliche Person wohl mal wieder angeeckt und habe Frustrationen bei gewissen Lesern getriggert, oh nein !
Zu viel Wissenschaft, zu wenig Emotionen.

Ich finde den Thread erstmal ganz toll, weil er so vielfältig ist. Ich möchte aber gleichzeitig daraufhinweisen, dass es hier kein objektives richtig oder falsch geben kann, wenn man nicht die Beteiligten mit einbezieht.

Ich hätte beispielsweise kein Problem damit, mir selber den Fehler einzugestehen und diesen auch zu benennen. Wenn ich aber wüsste, dass meine Partnerin das gar nicht leiden kann, dann kann ich mich auch dazu entscheiden es zu lassen oder sogar soweit gehen und sie für den Fehler verantwortlich machen - Gründe lassen sich immer finden 😉

Womit ich persönlich beispielsweise viel mehr ein Problem hätte, wäre die Drohung mit dem Beziehungsabbruch. Das hast du, soweit ich das lesen kann, nicht getan. So wie ich das verstanden habe, hast du in einem anderen Kontext deine Grenzen aufgezeigt und klar gemacht, dass Lügen für dich ein Grund wäre eine Beziehung zu beenden. Das finde ich auch völlig legitim. Was ich auch legitim fände, wäre der erneute Hinweis auf diese Grenze. Illigitim wäre es für mich persönlich zu sagen: "Wenn du jetzt nicht zugibst, dass du lügst, dann ist die Beziehung hier am Ende!".

Hast du - so wie ich es verstehe - nicht getan, ich möchte nur meinen persönlichen Horizont aufzeigen. Für mich gibt es die menschliche Beziehungsebene - wir beide sind Partner und haben eine Beziehung zueinander. Und es gibt die BDSM Ebene. Ich versuche diese beiden Ebenen soweit wie es geht zu trennen. Mir ist es wichtig, dass bewusst ist, dass es auf der einen Ebene "schlecht laufen" kann, ohne dass die andere Ebene betroffen sein muss. Diese Trennung muss man aber nicht vornehmen - ich sehe darin aber durchaus große Vorteile.

Wenn ich auf der Beziehungsebene einen Fehler mache, dann habe ich den bisher immer angesprochen und auf Augenhöhe die Beziehungsebene wieder "bereinigt". Auf der BDSM Ebene kann das wie gesagt anders aussehen: Wenn die Sklavin mir morgens im Tiefschlaf etwas schickt, dann ist es ihre Verantwortung, dass sie einen so schlechten Zeitpunkt wählt und sollte sicherstellen, dass ich es zur Kenntnis genommen habe. Oder ich entschuldige mich, weil wir auch auf der BDSM Ebene leben, dass Fehler eingestanden und wiedergutgemacht werden - beides schon vorgekommen und beides problemlos gewesen 😊

Im Ergebnis: Wenn du und deine Sklavin deine Lösung so leben, dann sehe ich da überhaupt kein Problem 🤷‍♂️

Am 31.5.2026 at 10:53, schrieb Nazarah:

Hi Zusammen,

Diese Frage geht vorallem an Die Doms und Herren / Herrinnen unter euch, aber auch an die Subs und Sklaven (mehr dazu am Ende).

Wie geht ihr mit Fehlern um, die euch in eurer Rolle als dominanter Part passieren? Gleitet ihr darüber hinweg? Sprecht ihr sie aktiv an? Entschuldigt ihr euch vielleicht sogar?

Hintergrund ist: Ich habe meiner Sklavin (24/7-TPE) neulich eine ziemliche Standpauke gehalten, weil ich das Gefühl hatte, dass sie eine Aufgabe nicht ernst nimmt und nicht ehrlich in diesem Kontext ist. Sie war leider in der Vergangenheit öfter nicht ganz ehrlich, und hat mit Haarspaltereien und weglassen von Informationen etwas gelogen. Ich habe ihr damals gesagt, dass Lügen für mich so ziemlich der einzige Grund ist, sie als meine Sklavin aus meinen Diensten zu entlassen. Das Thema hat also eine gewisse Brisanz.

Als ich ihr diese Standpauke gehalten habe, habe ich darauf Bezug genommen "Ich habe dir gesagt, wie wichtig Ehrlichkeit ist und trotzdem etc etc.." Es stellte sich aber schnell raus, sie hatte die Aufgabe erfüllt und mir auch einen Beweis geschickt, ich hatte ihn schlicht übersehen, weil ich zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz wach war. Es hat sie verletzt, ich hab es sofort gespürt und es war mir wirklich unangenehm, weil ich besser hätte prüfen müssen, bevor ich so etwas sage.

Ich habe den Fehler also sofort eingeräumt und mich bei ihr entschuldigt. Ein ungewöhnlicher Vorgang für uns beide, weil wir eine sehr intensive und strikte Machtverteilung leben. TPE eben. Sie hat es nicht gleich voll akzeptiert und hat kurz geschmollt, kam dann aber doch schnell zu sich.

Gedanken die mir in dem Moment durch den Kopf schossen waren: Untergräbt es meine Autorität, wenn ich mich entschuldige? Muss ich mich überhaupt bei meiner Sklavin? Hat sie ein Recht darauf?

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass sie zwar kein Recht darauf hat, ich es aber trotzdem immer wieder tun würde, weil ich finde, dass das eingestehen von Fehlern kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke ist.

Aber mich interessiert, wie ihr das seht, hattet ihr schon ähnliche Situationen? Wie habt ihr sie gelöst und wie sind sie ausgegangen? Und falls eine Sub/Sklavin bis hier gelesen hat, was wünscht ihr euch in so einer Situation von eurem Dom/Herrn/Herrin?

Ich bin gespannt auf eure Antworten!

Viele Grüße

Nazarah

Deine Eingangsfrage bzw. der Post an sich hat sehr viele Aspekte die berücksichtigt werden müssen. Und auch die Antworten die du bisher erhalten hast zeigen, dass es eben nicht nur eine Ebene ist, die hier eine Rolle spielt:

1. Die menschliche Ebene:
Wenn man einen Fehler macht, dann entschuldigt man sich! Das gilt völlig unabhängig von BDSM, Rollenvorstellung oder etwas anderem. Es ist ein Minimalkonsens unserer Gesellschaft und das Mindestmaß an Anstand, den man von jeder Person erwarten kann. Alles andere ist ein Zeichen von Schwäche oder toxischer Persönlichkeit.

Wie so eine Entschuldigung auszusehen hat, ist allerdings von dem individuellen Beziehungsverhältnis abhängig. Später dazu mehr.

2. Die D/s bzw. TPE Ebene:

Das "Problem" von dauerhaftem Machtverhältnis ist, dass hier die Erwartungen an die Beziehungspartner ganz andere sind. Ein Fehler des Doms ist im Zweifelsfall nicht etwas das die Laune trübt, sondern kann das ganze Weltbild der Sub zerstören.
Gerade wenn es ein so emotional aufgeladenes Thema ist, wie du es beschrieben hast, von dem Sub´s Verbleib in ihrer Position abhängt, ist das, was Sub in dem Moment wahrgenommen hat, nicht einfach ein Fehler, sondern die reale Angst ihre Stellung zu verlieren.

Sehr viele Dom´s unterschätzen massiv, wie viel mehr in Sub´s Kopf passiert als nach außen gezeigt wird.

Das verursacht in diesem Moment natürlich zweierlei Reaktionen: Zum einen im ersten Moment Widerstand und zum anderen, langfristig Zweifel an der Beziehung bzw. Vertrauensverlust und damit Autoritätsverlust.

Der Widerstand ist leicht zu brechen bzw. auszuhebeln. Da genügt eine ernst gemeinte Entschuldigung, ein Zeichen oder je nach Beziehungserwartungen sogar einfach eine Ohrfeige.

3. Vertrauen und Autorität:

In diesem Punkt wird die Sache allerdings sehr viel komplizierter.
Ich habe mal für einen Workshop das Bild gezeichnet, dass das Vertrauen das ein Dom genießt, wie ein großer in der Luft hängender Sack voll mit Sand ist. Am Anfang schaufelt Sub da kräftig Sand rein, den sie, im besten Fall vom Dom überreicht bekommt.
Wenn etwas vorfällt, dass dieses Vertrauen oder die Autorität infrage stellt, dann ist das wie ein Loch, das unten in diesen Sack gestochen wird und mit der Zeit immer größer wird.
Dann können Sub und Dom, so viel Sand oben nachschütten wie sie wollen, wenn der Sand unten raus rieselt wird das nicht gut enden.
In diesem Kontext ist es also wichtig, als 1. Maßnahme dieses Loch in Angriff zu nehmen und die Situation so zu verarbeiten, dass sie gelöst ist.

Konkret in deinem Fall (und das ist jetzt nur eine wilde Vermutung, ich kenne ja nicht genug Details), wäre es wahrscheinlich sinnvoll mal an dem Problem des Vertrauens in Sub zu arbeiten, dass dich dazu gebracht hat diese vorschnelle Reaktion zu zeigen.

4. Rechte und Ansprüche:

Viele hier, auch der TE, haben darüber geschrieben, ob Sub ein "Recht" auf eine Entschuldigung hat oder diesen Anspruch haben darf. Allein diese Überlegung ist meiner Meinung nach, der völlig falsche Ansatz im D/s Kontext. Bei BDSM im allgemeinen und im D/s besonders geht es niemals um Rechte oder um Ansprüche, sondern immer um Bedürfnisse und Vertrauen.
Es geht nicht um die Worte, es geht nicht um die Entschuldigung an sich, ganz besonders nicht in Machtverhältnissen, es geht darum, dass Sub wahrgenommen wird, ihre Ängst bzw. Emotionen erkannt werden und Ihr die Möglichkeit eingeräumt wird es zu verarbeiten, auf die für Sie passende Weise. Und das steht jedem zu. Ohne Wenn und Aber.

Rein aus dem D/s Kontext betrachtet, ist die Verarbeitung von Fehlern beidseitig auch immer eine Möglichkeit die Dynamik und das Vertrauen zu festigen. Und die sollte ergriffen werden.

5. Form:

Eine konkrete, für alle passende Form gibt es nicht. Jede Dynamik ist unterschiedlich und die Erwartungen und Bedürfnisse der Partner stehen im Mittelpunkt. Daher ist es einfach wichtig, die Bedürfnisse des Partners zu kennen und sich entsprechend darauf einzulassen.

Im D/s Kontext muss man aber sehr aufpassen, dass man dabei nicht die Dynamik untergräbt. Eine unterwürfige Entschuldigung eines Dom, eine kurzfristige Machtumkehr durch "Freifahrscheine"* oder einfach eine zu große Unsicherheit bei Dom, kann für Sub ein ernstes Problem sein, weil es dann zusätzlich zum erlittenen "Schaden" auch noch die Dynamik infrage stellen muss.

Daher würde ich im BDSM Kontext allgemein sagen, sollte die Form immer folgendes enthalten:
(in Klammern konkretes Beispiel für den Eingangspost)

- Eine Analyse des Doms was schiefgelaufen ist um zu zeigen, dass Dom die Situation verstanden hat.
(Ich habe mich von unserer Vergangenheit und dem Vertrauensproblem zu einer vorschnellen Reaktion verleiten lassen. Das zeigt ganz klar, dass ich noch an diesem Thema arbeiten muss.)

- Ein Angebot ggf. verletzte Gefühle gemeinsam zu verarbeiten.
(Ich bin mir Sicher, dass es deine Wunde, mein fehlendes Vertrauen dir gegenüber, nochmal aufgerissen hat. Das muss dich jetzt bestimmt beschäftigen und ich weiß, dass du in letzter Zeit sehr daran gearbeitet hast. Wie geht es dir damit?)

- Und zuletzt noch ein Zeichen, das die Sicherheit gibt, dass dies nicht wieder vorkommen wird.
(Ich werde jetzt nochmal intensiv an der Vertrauenssache arbeiten, die darf uns nicht nochmal im Weg stehen. Du hast in letzter Zeit gezeigt, dass ich dir vertrauen kann und ich werde mein Handeln auch anpassen und dem Rechnung tragen.)

Im Idealfall wird das ganze noch begleitet von einer Möglichkeit das praktisch unter Beweis zu stellen. Aber auch ein anderes Zeichen, dass Nähe und Zuneigung gibt funktioniert als Abschluss.

 

*Im Fall von Brat/Princess sind Freifahrtscheine/Freiwünsche allerdings ein sinnvolles Mittel, da es die eigentliche Dynamik fördert.

 

 

(bearbeitet)

Doppelt

bearbeitet von FeuerHerr
Seite hing. Post ging doppelt raus.
vor 13 Minuten, schrieb FeuerHerr:

Deine Eingangsfrage bzw. der Post an sich hat sehr viele Aspekte die berücksichtigt werden müssen. Und auch die Antworten die du bisher erhalten hast zeigen, dass es eben nicht nur eine Ebene ist, die hier eine Rolle spielt:

1. Die menschliche Ebene:
Wenn man einen Fehler macht, dann entschuldigt man sich! Das gilt völlig unabhängig von BDSM, Rollenvorstellung oder etwas anderem. Es ist ein Minimalkonsens unserer Gesellschaft und das Mindestmaß an Anstand, den man von jeder Person erwarten kann. Alles andere ist ein Zeichen von Schwäche oder toxischer Persönlichkeit.

Wie so eine Entschuldigung auszusehen hat, ist allerdings von dem individuellen Beziehungsverhältnis abhängig. Später dazu mehr.

2. Die D/s bzw. TPE Ebene:

Das "Problem" von dauerhaftem Machtverhältnis ist, dass hier die Erwartungen an die Beziehungspartner ganz andere sind. Ein Fehler des Doms ist im Zweifelsfall nicht etwas das die Laune trübt, sondern kann das ganze Weltbild der Sub zerstören.
Gerade wenn es ein so emotional aufgeladenes Thema ist, wie du es beschrieben hast, von dem Sub´s Verbleib in ihrer Position abhängt, ist das, was Sub in dem Moment wahrgenommen hat, nicht einfach ein Fehler, sondern die reale Angst ihre Stellung zu verlieren.

Sehr viele Dom´s unterschätzen massiv, wie viel mehr in Sub´s Kopf passiert als nach außen gezeigt wird.

Das verursacht in diesem Moment natürlich zweierlei Reaktionen: Zum einen im ersten Moment Widerstand und zum anderen, langfristig Zweifel an der Beziehung bzw. Vertrauensverlust und damit Autoritätsverlust.

Der Widerstand ist leicht zu brechen bzw. auszuhebeln. Da genügt eine ernst gemeinte Entschuldigung, ein Zeichen oder je nach Beziehungserwartungen sogar einfach eine Ohrfeige.

3. Vertrauen und Autorität:

In diesem Punkt wird die Sache allerdings sehr viel komplizierter.
Ich habe mal für einen Workshop das Bild gezeichnet, dass das Vertrauen das ein Dom genießt, wie ein großer in der Luft hängender Sack voll mit Sand ist. Am Anfang schaufelt Sub da kräftig Sand rein, den sie, im besten Fall vom Dom überreicht bekommt.
Wenn etwas vorfällt, dass dieses Vertrauen oder die Autorität infrage stellt, dann ist das wie ein Loch, das unten in diesen Sack gestochen wird und mit der Zeit immer größer wird.
Dann können Sub und Dom, so viel Sand oben nachschütten wie sie wollen, wenn der Sand unten raus rieselt wird das nicht gut enden.
In diesem Kontext ist es also wichtig, als 1. Maßnahme dieses Loch in Angriff zu nehmen und die Situation so zu verarbeiten, dass sie gelöst ist.

Konkret in deinem Fall (und das ist jetzt nur eine wilde Vermutung, ich kenne ja nicht genug Details), wäre es wahrscheinlich sinnvoll mal an dem Problem des Vertrauens in Sub zu arbeiten, dass dich dazu gebracht hat diese vorschnelle Reaktion zu zeigen.

4. Rechte und Ansprüche:

Viele hier, auch der TE, haben darüber geschrieben, ob Sub ein "Recht" auf eine Entschuldigung hat oder diesen Anspruch haben darf. Allein diese Überlegung ist meiner Meinung nach, der völlig falsche Ansatz im D/s Kontext. Bei BDSM im allgemeinen und im D/s besonders geht es niemals um Rechte oder um Ansprüche, sondern immer um Bedürfnisse und Vertrauen.
Es geht nicht um die Worte, es geht nicht um die Entschuldigung an sich, ganz besonders nicht in Machtverhältnissen, es geht darum, dass Sub wahrgenommen wird, ihre Ängst bzw. Emotionen erkannt werden und Ihr die Möglichkeit eingeräumt wird es zu verarbeiten, auf die für Sie passende Weise. Und das steht jedem zu. Ohne Wenn und Aber.

Rein aus dem D/s Kontext betrachtet, ist die Verarbeitung von Fehlern beidseitig auch immer eine Möglichkeit die Dynamik und das Vertrauen zu festigen. Und die sollte ergriffen werden.

5. Form:

Eine konkrete, für alle passende Form gibt es nicht. Jede Dynamik ist unterschiedlich und die Erwartungen und Bedürfnisse der Partner stehen im Mittelpunkt. Daher ist es einfach wichtig, die Bedürfnisse des Partners zu kennen und sich entsprechend darauf einzulassen.

Im D/s Kontext muss man aber sehr aufpassen, dass man dabei nicht die Dynamik untergräbt. Eine unterwürfige Entschuldigung eines Dom, eine kurzfristige Machtumkehr durch "Freifahrscheine"* oder einfach eine zu große Unsicherheit bei Dom, kann für Sub ein ernstes Problem sein, weil es dann zusätzlich zum erlittenen "Schaden" auch noch die Dynamik infrage stellen muss.

Daher würde ich im BDSM Kontext allgemein sagen, sollte die Form immer folgendes enthalten:
(in Klammern konkretes Beispiel für den Eingangspost)

- Eine Analyse des Doms was schiefgelaufen ist um zu zeigen, dass Dom die Situation verstanden hat.
(Ich habe mich von unserer Vergangenheit und dem Vertrauensproblem zu einer vorschnellen Reaktion verleiten lassen. Das zeigt ganz klar, dass ich noch an diesem Thema arbeiten muss.)

- Ein Angebot ggf. verletzte Gefühle gemeinsam zu verarbeiten.
(Ich bin mir Sicher, dass es deine Wunde, mein fehlendes Vertrauen dir gegenüber, nochmal aufgerissen hat. Das muss dich jetzt bestimmt beschäftigen und ich weiß, dass du in letzter Zeit sehr daran gearbeitet hast. Wie geht es dir damit?)

- Und zuletzt noch ein Zeichen, das die Sicherheit gibt, dass dies nicht wieder vorkommen wird.
(Ich werde jetzt nochmal intensiv an der Vertrauenssache arbeiten, die darf uns nicht nochmal im Weg stehen. Du hast in letzter Zeit gezeigt, dass ich dir vertrauen kann und ich werde mein Handeln auch anpassen und dem Rechnung tragen.)

Im Idealfall wird das ganze noch begleitet von einer Möglichkeit das praktisch unter Beweis zu stellen. Aber auch ein anderes Zeichen, dass Nähe und Zuneigung gibt funktioniert als Abschluss.

*Im Fall von Brat/Princess sind Freifahrtscheine/Freiwünsche allerdings ein sinnvolles Mittel, da es die eigentliche Dynamik fördert.

Ja, diese Aufschlüsselung mit all den Differenzierungen finde ich gut, jedoch mit

 

vor 16 Minuten, schrieb FeuerHerr:

(Ich bin mir Sicher, dass es deine Wunde, mein fehlendes Vertrauen dir gegenüber, nochmal aufgerissen hat. Das muss dich jetzt bestimmt beschäftigen und ich weiß, dass du in letzter Zeit sehr daran gearbeitet hast. Wie geht es dir damit?)

Mit dieser Wortwahl unterstellst Du Subbi die aufgezählten Gefühle. Für mich wäre das nicht zielführend, für mich hat jeder das Recht auf seine eigenen Empfindungen.



 

vor 27 Minuten, schrieb Igel:

Mit dieser Wortwahl unterstellst Du Subbi die aufgezählten Gefühle. Für mich wäre das nicht zielführend, für mich hat jeder das Recht auf seine eigenen Empfindungen.

Das sind Beispiele, in denen ich alles unterstelle, es gibt ja keine reale Konversation, auf die ich Bezug nehmen kann. Ich habe ja auch geschrieben, dass die Beispiele auf meiner Vermutung beruhen.

Allerdings nehme ich im Beispiel auch nicht das Recht auf eine Meinung weg, im Gegenteil, ich mache ja ein Gesprächsangebot. Aber gleichzeitig zeige ich damit, dass ein Verständnis für Sub vorhanden ist. Man darf natürlich nicht falsch liegen, aber bei so eindeutigen Themen ist das schon legitim.
Wenn es jetzt etwas ist, bei dem ich mir nicht ganz sicher bin, würde ich auch eher "ich kann mir vorstellen" statt "ich bin mir sicher" wählen.

Aber nochmal, das ist ein exemplarisches Beispiel für eine fiktive Gesprächsführung, in dem die Reaktionen der Sub fehlen. In einer "sehr intensiven TPE Beziehung mit strikter Machtverteilung, in der eine Entschuldigung noch nie vorgekommen ist"

vor 31 Minuten, schrieb FeuerHerr:

Das sind Beispiele, in denen ich alles unterstelle, es gibt ja keine reale Konversation, auf die ich Bezug nehmen kann. Ich habe ja auch geschrieben, dass die Beispiele auf meiner Vermutung beruhen.

Allerdings nehme ich im Beispiel auch nicht das Recht auf eine Meinung weg, im Gegenteil, ich mache ja ein Gesprächsangebot. Aber gleichzeitig zeige ich damit, dass ein Verständnis für Sub vorhanden ist. Man darf natürlich nicht falsch liegen, aber bei so eindeutigen Themen ist das schon legitim.
Wenn es jetzt etwas ist, bei dem ich mir nicht ganz sicher bin, würde ich auch eher "ich kann mir vorstellen" statt "ich bin mir sicher" wählen.

Aber nochmal, das ist ein exemplarisches Beispiel für eine fiktive Gesprächsführung, in dem die Reaktionen der Sub fehlen. In einer "sehr intensiven TPE Beziehung mit strikter Machtverteilung, in der eine Entschuldigung noch nie vorgekommen ist"

Das hatte ich tatsächlich auch so vermutet. Aber die Information entsteht beim Empfänger, und ich würde da ganz viel im Konjunktiv sprechen. Beispiel: "Kann es vielleicht sein, dass es bei Dir eine Wunde aufgerissen hat, weil ich Dir zunächst nicht vertraut hatte?" So oder so ähnlich. 

Aber ich bin nicht der Maßstab, sondern ganz klar ein korinthenkackender Wortwixer (wohlwollend ausgedrückt: Ich schmecke die Wortwahl auf die mögliche Wirkung hin ab). Mir helfen bei solchen Gedankengängen vielfach Satzanfänge wie "Kann es sein, dass ...", "Ich habe den Eindruck, dass ...", "Könnte es vielleicht sein, dass ..."

Dass alles ist aber wirklich schon sehr fiktiv und spekulativ, stimmt.

vor 2 Stunden, schrieb Igel:

Wenn ich das so einen oder zwei Schritte weiter denke, ist das die Legitimation für jedes mögliche Fehlverhalten. "Wieso Schuld? Ich kann ja nichts dafür! Bin ja in solchen Situationen nicht zurechnungsfähig."

Das kann ja durchaus einen Reiz für viele darstellen und ist dann legitim 😅

 

vor 2 Stunden, schrieb Igel:

Schuldumkehr. Auch nicht meins. 

Soll aber nicht heißen, dass das grundsätzlich verdammenswert sei, denn ich weiß ja, dass die Welt so ist, wie sie ist, und es ticken nicht alle so wie ich. Das zeigen ja auch ganz deutlich einige Beiträge hier. 

Ich für mich mag das nicht. Ich suche zu Leuten, die so denken und handeln, Abstand und würde Annäherungen von denen aus dem Weg gehen.

Es macht ja schon einen Unterschied, ob man die Schuldumkehr im Rahmen einer Dynamik betreibt oder ob man sie dann auch anderen Menschen gegenüber an den Tag legen würde, findest du nicht? 🤔

Richtig lesen, statt sich was über Schuldumkehr zurechtfabulieren, kann vielleicht helfen. Wer eine Regel bricht trägt die Schuld daran. Voraussetzung für diesen Abschnitt war nämlich, dass die Sklavin vorher darüber aufgeklärt war, dass sie morgens direkt nach dem Aufstehen keine zurechnungsfähige Antwort/Reaktion erwarten darf. Wenn ihr das klar ist, und sie es dennoch erwartet, ist es ihre Schuld, weil sie die Anweisung ignoriert. Das geht so aus den vorausgegangenen Abschitten meines Beitrags hervor, wenn man das logisch daraus erschliessen kann, und genau liest, aber mit Genauigkeit  und Aufmerksamkeit haben es ja bekanntlich nicht so Viele, die sich hier austoben wollen, oder es war einfach zu kompliziert für den nicht so sehr ambitionierten Leser geschrieben.

vor 1 Stunde, schrieb KlareLinie:

Es macht ja schon einen Unterschied, ob man die Schuldumkehr im Rahmen einer Dynamik betreibt oder ob man sie dann auch anderen Menschen gegenüber an den Tag legen würde, findest du nicht?

Ja, das mag bei vielen zutreffen, bei mir aber nicht. Ich nehme meine Moral auch mir in die Dynamik.

Ich behaupte aber nicht, dass ich normal bin oder gar der Maßstab.

vor 28 Minuten, schrieb LORDOFDARKNESS78:

Voraussetzung für diesen Abschnitt war nämlich, dass die Sklavin vorher darüber aufgeklärt war, dass sie morgens direkt nach dem Aufstehen keine zurechnungsfähige Antwort/Reaktion erwarten darf.

Wo stand das? Vielleicht hier, in diesem einen Satz?

vor 16 Stunden, schrieb LORDOFDARKNESS78:

Wenn ich meiner Sklavin nicht bereits klargemacht habe, dass ich morgens früh nicht zurechnungsfähig bin, dann kann man vielleicht dennoch die Schuld an diesem Fehler tragen, auch wenn er den Umständen geschuldet ist, denn man hat diesen Fehler nicht antizipiert, und dann ist es auch rein logisch gerechtfertigt sich dafür zu entschuldigen, dass man es versäumt hat, diese Situation von vornherein auszuschliessen - denn dafür trägt man die Verantwortung, daran gibt es auch nichts zu diskutieren. Perfektion in dem Sinne kann man jedoch auch nicht erwarten, Fehler werden passieren und das ist leider unausweichlich, der Umgang mit Fehlern ist eine Herausforderung, der man sich gewachsen zeigen muss - bei voller Zurechnungsfähigkeit kann man das erwarten, das gilt natürlich für beide Rollen.

Oder woanders? Ich finde die Stelle nicht, an der es steht, dass die Sklavin vorher darüber aufgeklärt war. Und selbst, wenn Du meinst, dass Du dadurch schuldunfähig wirst oder gar, dass man dadurch schuldunfähig wird, dann ist das nicht meine Sichtweise.

Aber von mir aus mache das ruhig so, es gibt bestimmt Sklavinnen, die sich da wohlfühlen.

vor 7 Stunden, schrieb KlareLinie:

Ich möchte aber gleichzeitig daraufhinweisen, dass es hier kein objektives richtig oder falsch geben kann, wenn man nicht die Beteiligten mit einbezieht.

Kein Problem, es wurde nicht nach einer wissenschaftlichen Wahrheit gefragt, sondern nach eigenen Erfahrungen: "Wie geht ihr mit Fehlern um?"

vor 5 Stunden, schrieb FeuerHerr:

Konkret in deinem Fall (und das ist jetzt nur eine wilde Vermutung, ich kenne ja nicht genug Details),

Kein Problem, der TE bittet nicht um eine Analyse seines Verhaltens, sondern einfach um unsere Erfahrungen: "Wie geht ihr mit Fehlern um?"

 

Trotzdem beides sehr Inhaltsreiche, lesenswerte Artikel für mich.

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