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Das solltet Du nicht tun, weil ...


Br****

Empfohlener Beitrag

Vor 54 Minuten , schrieb Bratty_Lo:

Der Pin ist dieser Stift? Ich wusste nicht, dass der so heißt. 

Ja ist ein sicherungspin

Vergebe niemals unüberlegte Aufgaben.

 

Nicht nur im SM kann so einiges schiefgehen. Eine scheinbar harmlose Aufgabe an den Sub kann im Krankenhaus beim Magenauspumpen enden. Ganz so schlimm war es bei mir zum Glück nicht. Aber hier ist meine Geschichte, warum ich heute außer Sushi absolut keine Algen mehr esse.

 

Die Geburtsstunde einer glorreichen Fehlentscheidung

 

Ich lernte einen netten, kleinen Devotling (unter 1,80 m) über das Internet kennen. „Aua“ war nicht so sein Ding, also telefonierten wir täglich und ich gab ihm kleine Aufgaben, nichts Weltbewegendes. Als unser erstes Treffen bei ihm zu Hause anstand, dachte ich mir, so eine kleine Aufgabe vorab könnte nicht schaden.

 

Warum habe ich mir nicht einfach etwas Klassisches ausgedacht? Zum Beispiel: „Mach mir nackt und nur mit einem Halsband bekleidet die Tür auf.“ Nein, ich musste ja kreativ sein. Und wenn ich kreativ sein muss, dann muss er es verdammt noch mal auch.

 

Wie sich schon erahnen lässt, ging das gründlich nach hinten los. Ich trug ihm auf, mir ein Drei-Gänge-Menü zu kochen. Die Bedingung. Nur mit Lebensmitteln, die er noch nie in seinem Leben zubereitet hat. Was im Umkehrschluss bedeutete. Kartoffeln, Reis, Nudelteig, Tomaten und Eier fielen selbst für den schlechtesten Koch flach. Bei den Gewürzen hatte er freie Wahl.

 

Sein zaghafter Versuch, mich vorab zu warnen, dass er gerne und auch exotisch koche und das schwer werden würde, ließ mich völlig kalt. Schließlich bin ich hier die superduper Domse und habe das Sagen. Der Devotling hat zu gehorchen und meine Wünsche umzusetzen. Dachte ich jedenfalls. Die Quittung folgte prompt.

 

Der unglamouröse Aufstieg

Ich warf mich also in Schale, hübschte mich auf und tackelte mich auf, als würde ich in ein Fünf-Sterne-Restaurant gehen. Schick, elegant, mit hochhackigen Schuhen und unnahbar.

 

Dann stand ich vor seiner Adresse in Nürnberg und dachte nur. Scheiße.

 

Ich hatte völlig vergessen, dass diese alten Nürnberger Mehrparteienhäuser selten einen Aufzug besitzen. Und dreimal dürft ihr raten, in welchem Stockwerk er wohnte? Richtig, ganz oben unterm Dach. Warum hat er mir das nicht gesagt? Hätte ich das gewusst, wäre ich in Turnschuhen und Jogginghose aufgetaucht. Oder meine Aufgabe hätte gelautet, dass er mich gefälligst auf Händen oder einer Sackkarre hochzutragen hat.

 

Oben angekommen war ich völlig verschwitzt, das Make-up verlaufen, und ich schnaufte wie ein alter Ackergaul. Mehr als ein absolut unerotisches, japsendes „Hallo“ brachte ich nicht heraus. Nicht gerade der beste erste Eindruck und den hatte er mit seiner Wohnortwahl gründlich versaut. Wusste er denn nicht, dass man als Devotling gefälligst im Erdgeschoss zu wohnen hat?

 

Na ja, egal. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen und ich esse für mein Leben gern. Bis zu diesem Tag.

 

Das grüne Grauen in drei Akten

 

Er zeigte mir seine Wohnung. Toll geschnitten, ordentlich und sogar ein Käfig gehörte zu seinem Eigentum. Aber ich hatte einfach nur Kohldampf. Schließlich hatte ich extra für diesen Abend den ganzen Tag noch nichts gegessen.

 

Wir setzten uns an den stilvoll gedeckten Tisch in einer Küche, die so dermaßen gehoben war, wie ich sie noch nie zuvor gesehen hatte. „Da kann ja gar nichts schiefgehen“, dachte ich mir noch erleichtert.

 

Er erzählte stolz, dass er mehrere Supermärkte und Spezialitätenläden durchforstet hatte, um Lebensmittel zu finden, die noch nie seine Pfanne berührt hatten.

 

Die Vorspeise. Algensuppe. Okay, etwas salzig (und ich hasse zuviel Salz), aber eigentlich ganz lecker.

 

Der Hauptgang. Gebratene Algenstängel (ja, das Zeug gibt es wirklich in Stangenform) an Algemousse.

 

Spätestens hier rief mein Körper. Stopp, halt! Das ist zu viel! Schon wieder Salz pur. Mein Innerstes widersetzte sich jedem einzelnen Bissen. Würgereiz Deluxe. Ich dachte nur. Jetzt bloß dem Devotling nicht direkt auf den edlen Esstisch kotzen. Brav, wie man es mir in der Kindheit beigebracht hatte, löffelte ich den Teller unter innerem Erwürgen leer. Seine Frage, ob ich noch Nachschlag möchte, lehnte ich dankend ab. Langsam fragte ich mich ernsthaft, wer von uns beiden hier eigentlich der Sadist war.

 

Und mir stand ja noch die Nachspeise bevor. „Bitte lieber Gott, lass es keine Algen sein, bitte, bitte“, betete ich stumm.

 

Und was servierte er mir mit einem stolzen Lächeln? Wieder dieses abscheuliche, grüne Zeug. Verflucht soll er sein. Wollte der Kerl mich etwa umbringen? Mehr als drei Löffel von diesem Algenmousse brachte ich nicht mehr runter. Mein Mund, meine Speiseröhre, mein Magen, alles fühlte sich an wie verätzt vom Salz.

 

Das bittere Ende

 

Diskret lächelnd behauptete ich, pappsatt zu sein, flüchtete auf die Toilette und spülte mir erst mal gefühlte zehn Minuten den Mund aus. Danach unterhielten wir uns eigentlich noch ganz anregend.

 

Als sich das erste Algen-Trauma in meinem Bauch endlich etwas beruhigt hatte, meldete sich die bittere Realität zurück. Mein Magen bemerkte schockiert, dass er abgesehen von dem salzigen Meeresgemüse den ganzen Tag noch absolut nichts zu essen bekommen hatte!

 

Mein Hunger-Knurren wurde im Raum unüberhörbar immer lauter. Der Devotling schaute mich ganz unschuldig an und fragte: „ Möchtest du vielleicht doch noch was von den restlichen Algen haben?“

 

In meinem Kopf schrie es nur: Hilfe, nein, bloß nicht. Laut und dezent am Verhungern sagte ich: „Nein danke, aber hast du vielleicht eine Scheibe Brot für mich?“

 

Mein Fazit: Vergebe niemals unüberlegte Aufgaben, die mit Essen zu tun haben, es sei denn, du möchtest deine Geschmacksknospen einäschern und am Ende hungrig an einer trockenen Brotkruste nagen.

Jemand besaß mal die Frechheit, bei einem meiner Texte den Rotstift anzusetzen. Wir schrieben uns beide Texte, Stories etc, ich deutlich mehr - nicht als Aufgabe; Pandemielangeweile. Einmal bekam ich einen Text zurück von ihm, mit ***t rot angestrichene "Fehler", elf in drei Seiten Text. Fünf waren keine, also ihm Dudenstellen geschickt. Dann seinen letzten Text korrigiert, 15 Fehler auf nicht einmal einer Seite. Er schnappte beleidigt ein, hat den Mist aber nicht wiederholt, der im Glashaus Sitzende.

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