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Vertrauen und Schutz - Fesseln


La****

Empfohlener Beitrag

Fesseln braucht Vertrauen, aber das geht ja in beide Richtungen.

Ich fange ja ganz selten gefesselt an. Du bringst also erst einmal mir dein Vertrauen entgegen, dass ich nicht plötzlich dich zum Beispiel überwältige und fessele.
Von daher ist es doch nur fair, dass ich dann auch dir das nötige Vertrauen entgegen bringe.
Das als Perspektive eines Mannes, der aber eben meistens in der körperlich überlegenen Position anfängt und diese dann gerne aufgibt.

Aber das betrifft ja nicht nur Fesseln. Ich muss meinen Gegenüber auch Vertrauen, dass nicht plötzlich mein Gesicht im Internet steht. Bei etwaigen intimen Kontakten muss man im Hinblick auf STD Vertrauen haben.
Und so weiter.

Also, es geht nicht ohne Vertrauen. Und bis das da ist, muss man sich eben anderweitig treffen.

Beim Fesseln geht es ja auch oft genau darum, die Kontrolle vollständig abzugeben und sich voll und ganz auf die Situation einzulassen.
Wer das nicht kann/will, sollte Fixierungen allgemein einfach weg lassen.
Für Sub kann es ein wunderschönes Gefühl sein, wenn Vertrauen da ist.
Es kann aber auch definitiv negativ für Sub sein, zB indem es in einem Tunnelspiel endet.

Und vielleicht sollte man sich einfach nur mit „körperlich überlegenen“ Menschen treffen, mit denen man sich auch schon beim Schreiben wohl gefühlt hat. Ich finde es seltsam mit dem Gedanken in Situationen zu gehen „hey er/sie ist stärker als ich, dass nutzt er/sie bestimmt aus“

Erst kommt Vertrauen, dann die Hingabe, in meinem Fall gefesselt sein, aber es gibt für mich kaum etwas erregender es, mich meiner Herrin total auszuliefern, und wenn ich fixiert bin alles auszuhalten , was kommt. Fixiert nimmt mir jede Möglichkeit auf Einflussnahme, und das ist gut so.

vor 12 Minuten, schrieb ElliHH:



Und vielleicht sollte man sich einfach nur mit „körperlich überlegenen“ Menschen treffen, mit denen man sich auch schon beim Schreiben wohl gefühlt hat. Ich finde es seltsam mit dem Gedanken in Situationen zu gehen „hey er/sie ist stärker als ich, dass nutzt er/sie bestimmt aus“

Das ist aber nunmal die Lebensrealität als Frau. Frauen werden ständig Opfer von Übergriffen und Gewalt. Es ist eine beidseitige Sache, es braucht beidseitiges Vertrauen. Du hast da auf der einen Seite ganz viel Verständnis auf der anderen aber nicht. Für alle Beteiligten ist es eine Vertrauenssache sich darauf einzulassen.

Für mich ist Fesseln ein derart zentrales Element, dass ich mit niemanden der das gar nicht möchte, etwas machen würde, auch nichts anderes. 

Ich fande gerade das gefesselt werden immer sehr interessant das ausgeliefert sein einer Frau gegen über.

Und was das Vertrauen angeht, bis jetzt habe ich mich immer erst auf neutralen Boden getroffen für ein Kaffee oder Tee um sich kennen zu lernen.

Das ist aber eben schon ein wichtiger Punkt: Für Frauen ist die Gefahr durch körperliche Unterlegenheit ständige Realität und damit (leider) „normal“.
Insbesondere für Männer ist die Aufgabe der Kontrolle halt ein größerer Schritt, da es eben nicht ständig passiert.

Das meine ich jetzt rein beschreibend, ich möchte da weder Verständnis für die ängstlichen Männer erzeugen noch das Verhalten der Damen beeinflussen.

vor 2 Stunden, schrieb LadyViolet_:

Natürlich braucht es Vertrauen um sich aufeinander einzulassen, sich zu öffnen, nah zu kommen - überhaupt um sich privat zu treffen.

Ich stocke immer wieder bei der Aussage von Subs, wenn sie sagen, Fesseln sei nichts für den Anfang, das brauche ja viel Vertrauen. Und das mag für die Person ja so stimmen. Mir jedoch gibt es ein komisches Gefühl, insbesondere wenn das von Menschen kommt, die mir körperlich überlegen sind. Ich begebe mich ja schon in eine potentiell gefährliche Situation wenn ich mich irgendwann entscheide mich in Zweisamkeit mit ihnen zu begeben. Für mich sind sie ungefesselt ja gefährlicher :D Das was ich mit ihnen tun könnte, wenn sie gefesselt sind, könnten sie auch ungefesselt mit mir tun - beides unfreiwillig und strafrechtlich relevant und natürlich sollte man bis das Level an Vertrauen aufgebaut ist lieber schreiben und öffentlich Kaffee trinken oder in einem geschützten Rahmen wie einem Fesseltreffen zueinander finden.

Ich würde mich da total unwohl fühlen mit einer Person die meine Nähe will, die Zuwendung sucht, Intimität, aber nur unter der Bedingung im Prinzip mir überlegen zu sein. Das sagt zwar niemand so, aber im Grunde ist es das. 

Anders herum wenn die Person, die gefesselt werden soll, sowieso schon weniger groß und stark ist, dann ist sie natürlich gefesselt noch hilfloser. Da ergibt das wieder für mich Sinn wenn jemand noch nicht noch tiefer sich da hineinbegeben will. Da würde mir das auch nicht so ein merkwürdiges Gefühl geben. 

Wir machen ja diesen ganzen Zirkus mit Covern und in der Öffentlichkeit treffen aus Gründen, auch als Femdoms.

 

 

Ich würde gerne was zum Thema fesseln antworten. Aber ich erkenne deine Fragestellung nicht,  hilfst du mir da weiter?😊

vor 2 Minuten, schrieb Rosenrot82:

Ich würde gerne was zum Thema fesseln antworten. Aber ich erkenne deine Fragestellung nicht,  hilfst du mir da weiter?😊

Du könntest beschreiben wie für dich der Zusammenhang zwischen Fesseln und Vertrauen ist. Was du dafür brauchst, um dich darauf einzulassen.

(bearbeitet)

Interessantes und leider wohl auch relevantes Thema. Bei mir ist es so, dass ich ein wenig fatalistisch bin. Bei meinen langjährigen D/s-Beziehungen, insbesondere bei der letzten, bin ich vorab mit einem gewissen Vorvertrauen in die Konstellation gegangen. Da ich niemals Bedingungen stelle und eben dieses Vorvertrauen gebe, bin ich bereit mich entsprechend anzuvertrauen. 

Das erste "richtige" Treffen, also nach zwei vorherigen Treffen im öffentlichen Raum (mit Cover), fand in einem Hotel statt. Und dabei gab es klare Anweisungen für mich.

Und diese Situation hätte für mich gefährlich werden können. Allerdings habe ich nie darüber viel nachgedacht. 

Allerdings verliefen die beiden vorherigen Treffen sehr positiv und es gab schon einen gemeinsamen Nenner hinsichtlich BDSM und so weiter. Also war ein gewisses Vertrauen vorhanden. Es bedingt sich eben gegenseitig.

Und niemals würde ich mich einfach so treffen und fesseln lassen, wenn nicht ein gewisses vorheriges Kennenlernen stattgefunden hätte.

 

 

bearbeitet von IhrWille

Natürlich bedarf erstmal jedes Treffen, egal mit welcher Intention Vertrauen. 

Beim fesseln im speziellen gehört meiner Meinung nach schon viel Vertrauen dazu. Ich meine damit nicht nur das Vertrauen, dass ich dem Gegenüber schutzlos ausgeliefert bin, sondern auch das mein Gegenüber weiß was er tut und sich der gefahren bewusst ist, die das fesseln mit sich bringt.

vor 28 Minuten, schrieb LadyViolet_:

Du könntest beschreiben wie für dich der Zusammenhang zwischen Fesseln und Vertrauen ist. Was du dafür brauchst, um dich darauf einzulassen.

Fesseln und Fixierung sehe ich als Gnade vom Top an Bottom. Dann kann ich nicht "weglaufen", es ist unmissverständlich "ich will dich so und du hast hier nichts zu sagen" . Das ist nochmal eine Unterstreichung meiner Ausrichtung. Leider ist es ziemlich lange her, dass ich fixiert und so ausgeliefert war. Die Bitten darum habe ich natürlich geäußert, aber die Entscheidung meines Doms respektiere ich da natürlich.  Das heißt im Umkehrschluß, ich muss meine Stärke zeigen und meine Hingabe ohne ein Hilfsmittel. Nichts woran ich mich festhalten kann, nichts was mich hält, nur der eigene Wille. Und es macht mich stolz es bisher immer auch ohne durchgehalten zu haben.

Ich würde sagen der Post hat weniger mit Fesselung zu tun. Wer wird diesen Gedanken der Überlegenheit weiterführen geht es eher in Richtung Paranoia. Wer sagt mir das die Dame keine Messer und Schreckschuß mitbringt? Wer sagt das nicht in ihrer Wohnung 8 Typen auf mich warten. Runtergebrochen Vertrauen kann missbraucht werden. 

Vor 5 Minuten , schrieb Wolfspaar3101:

Ich würde sagen der Post hat weniger mit Fesselung zu tun. Wer wird diesen Gedanken der Überlegenheit weiterführen geht es eher in Richtung Paranoia. Wer sagt mir das die Dame keine Messer und Schreckschuß mitbringt? Wer sagt das nicht in ihrer Wohnung 8 Typen auf mich warten. Runtergebrochen Vertrauen kann missbraucht werden. 

Ich hoffe doch sehr, dass die fesselnde Dame auch ein Rettungsmesser dabei hat. Auch das gehört zu verantwortungsvollen Handeln.
Manchmal muss eine Fesselung auch schnell gelöst werden.

vor 1 Minute, schrieb Sunstone_1983:

 

Ich hoffe doch sehr, dass die fesselnde Dame auch ein Rettungsmesser dabei hat. Auch das gehört zu verantwortungsvollen Handeln.
Manchmal muss eine Fesselung auch schnell gelöst werden.

Da hast du vollkommen Recht. 

Mein Ex-Dom war , wie man so schön sagt ein Rigger. Wenn er an einer bestimmten Stelle gezogen hat, ist das Komplette Seilwerk, das ansonsten stabil war, einfach gefallen. Bondage ist Kunst.

Ich verstehe sehr gut was Du sagst. Ich habe noch nie jemand am ersten Tag fixiert oder gefesselt.

Man muss auch als Dom jemanden kennenlernen und wie soll ich jemanden fixieren wenn ich nicht weiß wie jemand reagiert. Das kann strafrechtliche böse Folgen haben und das tu ich mir sicher nicht an.

Da ich es eh nur in einer festen Beziehung auslebe ist das auch gar nicht nötig, sondern alles zur richtigen Zeit.

Wäre ja das gleiche erster Tag und ich würde meinen Sadismus voll an jemand ausleben.

(bearbeitet)

Fesseln hat ja, wie bereits mehrfach betont, mit dem Aufbau von Vertrauen zu tun. 

Dieses wird in der Regel durch längere Kommunikation, per Chat, Telefon, Kaffeetrinken an neutralem Ort u.a. aufgebaut. Sollte dabei einer der beiden Seiten von Fesseln nichts halten, der/die andere aber dieses als unabdingbar ansehen, dann kann man/frau sich auch ein Treffen sparen. 

Wie bereits erwähnt, hilft Covern oftmals auch Ängste abzubauen. 

Fesseln beim ersten Kontakt scheint mir schwierig. Hätte so meine Zweifel, wenn eine/r der beiden Beteiligten darauf beharrt. Wobei auch richtig ist, dass "Gefahren" von vielen anderen Handlungen (Co-Tropfen, körperliche Gewalt, Verleumdungen nach Session, Fotos im Netz) ausgehen können. 

Zuletzt ist auch Fesseln nicht gleich Fesseln. Ob komplett oder leicht mit Seidentuch am Bett fixiert, ist ein großer Unterschied. 

 

Vieles wäre im BDSM oftmals einfacher, wenn es in gemächlichen Tempo erfolgt. Sowohl die Session als auch der Weg dorthin. Leider sind Einige da sehr ungeduldig. 

Zuletzt bleibt bei intimen Begegnungen immer ein Restrisiko, wie übrigens bei Stinokontakten auch.

Daher die unabdingbare Notwendigkeit des schrittweise, langsamen Aufbaus von gegenseitigem VERTRAUEN als GRUNDLAGE JEDER BEZIEHUNG. 

bearbeitet von SM-Art-5-GG

wenn ich dieses Vertrauen bei jemand nicht erzeugen könnte, wäre ich raus.

Fesseln/Fixierung braucht Vertrauen? Ja. Definitiv. Aber das braucht so manches andere auch.

Ich fixiere nie beim ersten Mal, und falls der Wunsch besteht, versuche ich es meinem Gegenüber erklärender Weise auszureden.

Ein Überlegener kann einen Unterlegenen auch missbrauchen, wenn dieser nicht fixiert ist.

Eine fixierte Person (Gehen wir mal davon aus, die Fixierung ist situationsentsprechend korrekt durchgeführt) ist wehrlos.

Bei einem Unterlegenen besteht also ein Machtgefälle von teilweise wehrlos zu komplett wehrlos.

Bei einem Überlegenen hingegen ginge es von nicht wehrlos zu komplett wehrlos.

Während der Unterlegene also womöglich die Hoffnung hat, dass der Überlegene ihm auch in fixiertem Zustand kein (ungewolltes) Leid zufügt, hofft der Überlegene womöglich, dass der Unterlegene die plötzlich umgekehrten Machtverhältnisse nicht schamlos ausnutzt. Doch manche Menschen zeigen leider erst dann ihr wahres Gesicht, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu bietet. Eine Garantie bekommt also sowohl der eine, als auch der andere nicht.

Es mag richtig sein, dass ein Unterlegener von Anfang an ein Risiko eingeht. Bei dem Überlegenen zeigt sich erst dann, ob er eventuell die falsche Wahl getroffen hat, wenn er bereits fixiert und entsprechend wehrlos ist. Gerade eine starke und in den meisten Fällen überlegene Person kann dieses Machtgefälle beängstigend finden. Hätte sie sich nicht fixieren lassen, wäre ihr (wahrscheinlich) nichts passiert, während Unfixiertheit bei einer schwachen und unterlegenen Person eher ein "Vielleicht hätte ich der Situation ja doch irgendwie entkommen können" darstellt.

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