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BDSM vs. Straftaten


Ei****

Empfohlener Beitrag

Vor 4 Stunden, schrieb Mistress_Smart:

Ich bin gerade überrascht und überlege ob ich einfach in anderen Foren unterwegs bin. Aber vielleicht reagiere ich einfach nicht drauf in meinem Kopf - don´t feed the Troll. Meist sind das dann eher die Wichtigtuer, die halt auch mal was von sich geben wollen und real keinen blassen Dunst haben. Den Hinweis auf das Strafrecht lese ich selten und wenn dann eher im Zusammenhang auf immense Altersunterschiede, die dann nach unten schiwierig werden - huuust.

Ich bin ganz auf deiner Seite, zudem man doch nicht vergessen sollte, das BDSM doch im gegenseitigen Einverständnis stattfindet, was Straftaten doch wohl ausschließt.
Meine ehemalige Herrin ließ mich die Peitsche spüren, so das mein Sack an einigen Stellen blutig war, nicht so angenehm, besonders die nächsten Tage, aber wenn sie es für notwendig erachtete, was bin ich schon , zu klagen.

Ich lehne CNC nicht ab, mach es selbst ganz gerne und sage trotzdem, dass es wichtig ist immer wieder darauf hinzuweisen, dass man da bitte aufpassen soll. Hier lesen viele Anfänger mit und mal ehrlich, es gibt genug Leute, die man erst mit der Nase auf gewisse Dinge stossen muss, damit sie bemerken, dass sie ihr Hirn einschalten müssen.
Mir gehts auch nur zum Teil um die ausführende Person, sondern um den Schutz von Sub, Sklave, etc
Ich weise darauf hin, weil es hier sehr viele Möchtegerns gibt, die Scheisse bauen und weil die Folgen für die geschädigte Person gravierende Auswirkungen haben. Unser Gesundheitssystem ist ohnehin schon überlastet, die Psychiatrien überfüllt, mit zT 6 Monaten Wartefrist. Muss ja wirklich nicht sein.
Wenn ich so Zeug erwähne, habe ich zumindest alles getan um solchen Scheiss zu verhindern.

Wenn man allein das Potential von BDSM-Praktiken, hinsichtlich potentiellem Missbrauch, mit ebenfalls dazu adäquaten Haushaltsgegenständen  vergleicht vernachlässigt man meiner Meinung nach völlig, dass es beim BDSM zusätzlich noch die psychologische Komponente der Dynamik gibt, die durch Abhängigkeiten, Beeinflussung, Machtgefälle und ein tiefes Vertrauensverhältnis einen Nährboden für Grenzüberschreitung, Missbrauch  und sexualisierte Gewalt bieten kann, was außerhalb dieses Bereichs in der Form ungleich schwerer ist. 
 

Daher finde ich es angemessen und immens wichtig, mehr und mehr, gerade Neueinsteiger*innen dahingehend zu briefen. Und nein, man kann aus meiner Sicht nicht „zuviel“ über Risiken und Gefahren sprechen.

Schwieriges Thema.
Läuft für mich unter "nicht alles was Bää sagt ist ein Schaf."

Grundsätzlich gilt wer ordentlichen BDSM ausführt ist sicher.
Nun kommt aber hinzu das nicht alle ordentlichen BDSM ausführen. Sein es weil wissen fehlt oder weil man nur so tun möchte und BDSM als Vorwand benutzt.

Und gerade in der Vergangenheit wurde viel Arbeit betrieben um BDSM aus der Polizeiwache zu holen. Eben weil man da das nötige Hintergrund wissen braucht um den Unterschied zu verstehen.

Auch neigen Menschen mit Psychischer Vorbelastung dazu sich wieder Menschen auszusuchen die Täter Tendenzen haben oder sogar Täter sind. Diesen Kreislauf zu durchbrechen ist schwer. Besonders wenn der über Generationen aufgebaut wurde.

Somit finde ich den Hinweis das BDSM nur dann Legal ist wenn er richtig ausgeführt wird wichtig.

Ja das richtig ausführen ist jetzt sehr grob benannt. Aber alle Gesunden Beziehung sehen anders aus. Daher ist Richtig auch von Beziehung zu Beziehung unterschiedlich.

(bearbeitet)

Weil es nun mal - allerdings in eher extremen Ausnahmefällen - zu strafbaren Handlungen kommen kann? Wäre so meine Idee dazu.

Betrifft zumindest nichtkonsensuelle Handlungen mit massiven Folgen bzw. körperlichen Schäden. 

Mich irritiert ja, warum mögliche Hinweise darauf offenbar irritieren.

 

BAG zu fahrlässige Tötung, Bewährung, Körperverletzung, Einwilligung, sexuelle, Praktiken

BGH, Urteil vom 26.05.2004, Az. 2 StR 505/03

"Der Senat hat entschieden, daß sadomasochistische Handlungen, die zu tatbestandsmäßigen Körperverletzungen führen, nicht bereits wegen ihrer sexuellen Motivation einen Verstoß gegen die guten Sitten darstellen. Frühere anderslautende Entscheidungen des Reichsgerichts sind infolge gewandelter allgemeiner Moralvorstellungen als überholt anzusehen. Maßgebend für das Sittenwidrigkeitsurteil im Bezug auf sadomasochistische Handlungen sind Grad und Gewicht der drohenden Rechtsgutsverletzung. Die Grenze zur Sittenwidrigkeit ist deshalb jedenfalls dann überschritten, wenn bei vorausschauender objektiver Betrachtung aller maßgeblichen Umstände der Einwilligende durch die Körperverletzungshandlung in konkrete Todesgefahr gebracht wird. In diesem Fall scheidet eine Rechtfertigung der Tat allein durch die Einwilligung des Verletzten aus. Ein solcher Fall lag angesichts des höchst gefährlichen Vorgehens des Angeklagten hier vor."

 

https://www.fetisch.de/magazin/bdsm-szene/bdsm-im-geltenden-recht/

bearbeitet von SM-Art-5-GG

Ich hoffe, ich habe dich richtig verstanden, die Antworten vor mir antworten etwas anders. 😅

Ich glaube, dass es gerade bei CNC, Ra.peplay, bestimmte D/s Beziehungsformen usw. deshalb so häufig genannt wird - weil es gerade da ein höheres Risiko für bestimmte Konsequenzen haben könnte und eine Partei das vllt. im Nachgang auch richtig bereut. Wobei ja auch generell zu BDSM der Hinweis kommt, Menschen stehen quasi mit einem Bein im Knast - auch wenns vllt ggf. nerven kann, ich finde es gut.

Oder auch Breathplay - da habe ich schon häufiger Menschen mitbekommen, die da sehr unbedarft dran gehen und vielleicht vergessen oder gar nicht drauf kommen, dass, wenn das tödlich schief geht, nicht die Welt einfach abwinken wird mit "War ja BDSM, ist schon okay." Ich tippe mal stark darauf, dass es da schon Fragen geben könnte, die das Gegenüber der Polizei zu beantworten darf usw. Und sich über solche Praktiken zu informieren bedeutet aus meiner Sicht auch, zu prüfen, was passiert, wenn etwas schief geht. 🤔 Nicht um sich selbst Panik zu machen, sondern um bewusst an das Thema dran zu gehen bzw. es ggf. zu unterlassen, wenn mögliche Konsequenzen nicht in meine Lebensrealität zu den ganzen anderen Risiken passen.

Und warum es ausgerechnet Menschen tun, die damit nichts zu tun haben bzw. genau diese Praktik als Tabu deklariert haben und dann etwas schreiben? Vielleicht haben sich diese Menschen informiert, sind über bestimmte Risiken gestolpert, und möchten genau diese Informationen anderen zur Verfügung stehen - weil regelmäßig ausführende da vielleicht betriebsblind sind und es ggf. vergessen. Ist nicht böse gemeint... Wer Sachen verinnerlicht hat, vielleicht schon Maßnahmen ergriffen hat um Risiken zu vermeiden - weiß vielleicht gar nicht zwingend, was für Infos alles ein Anfänger bräuchte oder übersieht das mal.

Wenn es allerdings wirklich in Richtung Kinkshaming geht quasi "Also CNC ist mir zu brutal. Das sollte strafbar sein, so generell. Also wirklich..." - konnte das nicht sogar dann gemeldet werden? 🤔

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