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Performance beim Kennenlernen - Nutzen und Schaden? Wie viel ist zu viel?


La****

Empfohlener Beitrag

Ich hab das Glück, vor über 30 Jahren meine große Liebe gefunden zu haben und noch immer mit ihr glücklich zusammen bin. Damals gab es das www noch nicht in dieser Form und man hat sich real und unverstellt kennengelernt.

Btw. Was mir dabei auffällt. Man hat damals schneller jemand ins Bett bekommen, als heute "verstellt" online. 🤭

Hier bei Fetisch bin ich gelandet, weil ich doch ein paar Neigungen habe, die meine Partnerin nicht so teilt, aber toleriert (offen kommuniziert und abgesprochen). Hier war ich dann unter Gleichgesinnten  / Ähnlichdenkenden, aber wie gesagt, nicht auf der Suche. Dadurch war ich unverkrampft, hab mich gegeben wie ich bin, was zu vielen realen Kontakten führte, von denen heute noch einige echte Freundschaften geblieben sind.

Ich denke, dass die Kontaktsuche im Internet oft zu einem verfälschten Selbstbild führt (bewusst oder unbewusst), was sich dann bei einem realen Kontakt in Luft auflöst.

Wer also auf der Suche nach einem Partner ist (egal in welcher Form) und sich nicht authentisch darstellen kann oder lange erfolglos sucht, sollte eh den Rechner runter fahren und nach draußen gehen.

Ich denke, dass man real schneller einen passenden Partner findet, als online. (Ausnahmen bestätigen die Regel)

Es gibt Leute die suchen Performance und es gibt Leute die suchen einen Menschen, das eine machen Leute die ein Auto kaufen wollen, das andere machen die, die noch Respekt vor dem Individuum haben.

Hmm, sei doch einfach du selbst. Dieses ganze „Performance“ Gefasel zeigt doch nur deine Unsicherheit. Sorry, meine Meinung. Keine Anfeindung.

Nun, ich bin schon lang nicht mehr auf der Suche. Aber rückblickend gab es da für mich betrachtet schon ein wiederkehrendes Muster. 
 

Das, was sich letztlich aus einer Bekanntschaft ergab war meist nicht das, wonach ich mich anfangs gesehnt bzw. was ich angestrebt habe. 
 

Soll heißen, eine Herzensmenschen habe ich in alltäglichen Kontexten kennengelernt, ohne gerade nach jenem zu suchen. Da war kein Anmachspruch entscheidend, keine „Strategie“ im Hinterkopf. Meist nur ein ganz anderes Thema und das Zusammenspiel von uns beiden damit. Wobei man natürlich recht beiläufig merkt, wie die andere Person tickt, ohne anfangs direkt übereinander zu sprechen. 
 

Ansonsten habe ich das große Glück ein schlechter Lügner und wohl noch schlechterer Schauspieler zu sein. Ich kann gar nicht vortäuschen, blenden oder taktieren. Das liegt mir einfach nicht im Blut. Es ist vermutlich Fluch und Segen, dass ich, wenn ich mich angenommen fühle, gar nicht anders kann als authentisch zu sein. Man merkt sofort Unsicherheiten, Macken oder meine Standpunkte zu diversen Dingen. 
 

Entweder es matcht dann so gar nicht oder der ungeschönt Gesamteindruck kommt an. Ich will mich gar nicht verbiegen oder selbstverleugnen, um bei jemandem zu landen. Was natürlich nicht heißt, dass ich mich nicht gern auf die Bedürfnisse meiner Herzensmenschen einstelle und ihre Wünsche missachte.
 

Ich bin nur wie ich bin, mit Fehlern, regelmäßigen Fettnäpfchen und natürlich auch manchen guten Seiten. Genau so einen Eindruck wünsche ich mir auch beim Kennenlernen vom Gegenüber. Von Vorteil ist da immer gewesen, wenn wir gar nicht nach einer Beziehung suchten. Da war kein Druck, kein was wäre wenn. Einfach nur gemeinsame Zeit, dies und das und irgendwann, wo die Sympathie bereits sicher und Vertrautheit gewachsen war, kam allmählich der Wunsch zur expliziten Verbundenheit. Das war mehr ein langsamer Prozess (ja, ich brauche für sowas immer Zeit, was die ein oder andere Beziehung fast vermieden hätte, da ich für mich eine bestimmte „Gewissheit“ brauchte), weniger ein Balztanz. 
 

Ich schätze einerseits dieses Einfache, Schlichte und dadurch sehr Ehrliche und Authentische bei gewissen Persönlichkeiten (ähnlich der eigenen). Andererseits, und das ist wohl mehr auch ein Aspekt der BDSM-Dynamik, fasziniert mich diese Kunst, andere zu lesen, Bedürfnisse zusammenzuführen, intensiver Momente zu erschaffen etc., das alles was ich bei meiner Liebsten sehe, zieht mich dann so in den Bann, weil es keine Eigenschaften sind, die mir gegeben sind. 
Für sie ist es dementsprechend ein Leichtes, mich zu flashen, zu überraschen und ein Feuerwerk in meinem Kopf zu zünden. Manchmal mit einer Geste oder einem Wort allein. Ja, das mag ich beim Kennenlernen sehr, allerdings zählt das nur, wenn gemeinsame Werte, Wokeness und eine starke Connection fühlbar sind. 
 

Also long story short, Mensch vor Performance. Authentizität statt Show. 

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