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Das gehorsame Paar - Kapitel 2


Ni****

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Was sie ihm brachte
Robin

Robin hörte den Wagen, lange bevor er die Scheinwerfer im Flur an der Wand entlangwandern sah. Er hatte längst aufgeräumt, das zweite Glas für Laura schon bereitgestellt, trug noch die
dunkelblaue Chino vom Tag, dazu das weiße Hemd, die ersten drei Knöpfe offen, barfuß über den warmen Boden der Küche. Er stand auf, als sich die Haustür öffnete, ohne dass er es bewusst
entschieden hätte. Es war eine alte Gewohnheit — er wollte der Erste sein, den sie sah, wenn sie nach Hause kam.
Sie sah anders aus als sonst nach einem Abend mit Annika. Nicht beschämt, nicht unsicher — wacher. Als hätte sie etwas abgelegt, das sie lange getragen hatte, und wäre seitdem einen Zentimeter größer.
Noch im Flur streifte sie ihre Heels ab, kam barfuß auf ihn zu und begrüßte ihn mit einem Kuss, bevor sie sich zu ihm aufs Sofa setzte, die Beine hochgezogen, die Füße leicht zu ihm hin geneigt. Er nahm das Weinglas in die eine Hand, mit der anderen begann er, sanft über ihre Füße zu streichen, während sie sich zurechtsetzte. Die Stille zwischen ihnen, bevor sie zu sprechen
begann, war eine andere als sonst.
„Ich hab mit Annika gesprochen“, begann Laura schließlich, „und ich hab ihr etwas erzählt, das ich dir schon länger sagen wollte, aber nie die richtigen Worte dafür gefunden habe.“
Er sagte nichts, nahm nur ihre Hand, ein Zeichen, das sie beide kannten: Ich höre zu, du hast Zeit.
Sie erzählte ihm alles. Wie sie Annika beim Essen zum ersten Mal wirklich gesehen hatte — nicht die Geschäftsfrau, sondern die Frau, die führte, weil es ihr natürlich zufiel. Wie das Gespräch
sie dazu gebracht hatte, endlich auszusprechen, was sie schon seit Monaten in sich trug: dass sie spürte, wie sehr Robin trug, jeden Tag, ohne es je zu zeigen, und dass sie sich wünschte, dass auch er einmal loslassen dürfte. Und dass sie sich beide, als Paar, jemandem anvertrauen würden — mit ihr selbst ganz unten in der Ordnung, sogar unter ihm. Robin hörte zu, ohne sie zu unterbrechen, aber in ihm arbeitete es. Er dachte an den Tag vor zwei Jahren, an dem ihn der
Inhaber des Konzerns auf einem Netzwerktreffen angesprochen hatte — ein älterer Mann, der einen jungen Kopf voller Energie gesucht hatte, jemanden, der den ganzen Laden aufmischte,
ohne Rücksicht auf eingefahrene Wege. Er war von Robins Vita angetan gewesen, von seiner Ruhe, seiner Klarheit. Seitdem hatte Robin diese Rolle nie abgelegt — nicht im Büro, nicht zuhause, nicht einmal hier, im Spielzimmer hinter der verschlossenen Tür, wo er die Kontrolle genauso
selbstverständlich trug wie unten in seinen Meetings.
Und jetzt saß die Frau, die er seit Jahren führte, neben ihm und bot ihm genau das an, wovon er nie gedacht hätte, es laut aussprechen zu dürfen: die Möglichkeit, einmal nicht derjenige zu sein, der entscheidet.
„Und was, wenn ich Angst habe, dass ich es nicht kann?“, fragte er leise, ehrlicher, als er es sonst je zuließ.
„Dann finden wir jemanden, bei dem du es lernen darfst“, sagte Laura und legte ihren Kopf an seine Schulter. „Genau wie ich es bei dir gelernt habe.“
Er schwieg lange. Dann, endlich: „Wir reden mit Annika. Aber ich entscheide, wie und wann — das eine lasse ich mir nicht nehmen, egal wie sehr ich mich danach sehne, es loszulassen.“
Laura lächelte gegen seine Schulter. Genau diese Antwort hatte sie erwartet.

Laura
Später, als Robin schon schlief, lag Laura wach und hörte seinem ruhigen Atem zu. Sie hatte erwartet, dass er zurückweichen würde, dass die Idee ihn irritieren, vielleicht sogar kränken würde — ein Angriff auf das, was er sich seit seinem siebzehnten Lebensjahr aufgebaut hatte. Stattdessen hatte sie in seiner Stimme etwas gehört, das sie noch nie gehört hatte:
Erleichterung, so vorsichtig versteckt, dass nur sie sie erkennen konnte.
Sie dachte an Annikas Blick im Restaurant, an die Ruhe, mit der sie zugehört hatte, ohne zu urteilen. Und zum ersten Mal seit Wochen erlaubte sich Laura, sich etwas auszumalen, das größer
war als sie beide allein — eine Ordnung, in der sie nicht mehr die Einzige sein würde, die kniete.

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