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Wahrnehmung von Schmerz


Da****

Empfohlener Beitrag

Ich fand es erschrecken, dass sich meine Schmerzwahrnehmung verändert hat. Teilweise brauche ich mittlerweile Schmerz, um überhaupt erregt zu sein. Ob ich das gut finde, bin ich mir noch nicht sicher. Insbesondere, wenn Vanilla einen nicht mehr erregt, die Partnerin aber teilweise StiNo ist.

Das hat weniger mit Meinung zu tun als mit dem, was biochemische Einflüsse mit der Reizverarbeitung machen. Möchtest du da wirklich über die physiologischen Prozesse reden, die dabei eine Rolle spielen?

 

Vor 17 Stunden, schrieb Ropamin:

Das hat weniger mit Meinung zu tun als mit dem, was biochemische Einflüsse mit der Reizverarbeitung machen. Möchtest du da wirklich über die physiologischen Prozesse reden, die dabei eine Rolle spielen?

 

Meinung ist wahrscheinlich nicht das passende Wort. Ich hätte es anders schreiben sollen. Mich interessiert, wie andere darüber denken und wie sie es wahrnehmen.

Jetzt ist das etwas klarer - wie erlebt jeder Schmerz in unterschiedlichen Kontext und nicht, weshalb das immer anders ist.

Um das Beispiel mit dem Zeh aufzugreifen -> es gibt vermutlich nur wenige, die dem Schmerz im BDSM Kontext etwas abgewinnen können, wenn sie sich stattdessen in einer Session den Zeh anstoßen.

Es geht, aus meiner Sicht, eher um die Art und Weise von dem Schmerz. Dabei hat jeder Mensch die eigene/n Intention/en dazu. Relativ geläufig sind mir: "Schmerz für jemanden anderen aushalten", "Schmerz, der Lust bereitet", "Schmerz um zu fliegen", "Schmerz zum entspannen, quasi meditieren" und auch immer häufiger "Schmerz als etwas erleben, wo ich selbst sehe, wie stark ich eigentlich bin." Es gibt sicherlich noch weitere Variationen hiervon.

Und es gibt halt auch je nach Dynamik diesen "Ich muss diesen scheiß Schmerz aushalten, weil Topperson das jetzt so will, obwohl ich dem gar nichts abgewinnen kann." Was aus meiner Sicht dann nicht unbedingt in Richtung "für jemanden etwas aushalten" ist. Meistens habe ich das mitbekommen im Kontext von CNC oder dergleichen inklusive ***play - also da ist dann wirklich der Aspekt mit "Gefahr" da - natürlich in dem Risikobereich, den die Person zugestimmt hat, also echte Lebensgefahr wird in der Regel nicht angestrebt - sich aber bsp. kopfmäßig vielleicht doch hineinversetzt bzw. Topperson tut dies mit einem "Mindfuck" alias "Ich könnte..." . 


Bestrafungen können auch Schmerz beinhalten, intensiv ist das sicherlich - ich tippe mal vorsichtig, dass im Kopf da dann etwas anderes abläuft :) Was ich damit andeuten möchte: Kontext "BDSM" dreht das nicht komplett alleinig um, Masochistisch sein auch nicht. Selbst im reinen SM Kontext können Strafen scheiße wehtun. Ein Beispiel aus meinem Masochismus: Es gibt viele Stellen, wo ich gebissen werden in Lust umwandle, andere Stellen, wo ich das einfach genieße ohne direkt horny zu werden und dann gibt es diese verfluchten Stellen, wo es einfach scheiße weh tut und jeder Spaß dann wirklich vorbei  ist - Bratspaß ganz besonders. Alles intensiv - letzteres aber genauso böse wie sich den Zeh anzustoßen und es bringt mich, zumindest für den Moment, dazu, mir meine Handlungen besser zu überlegen - anders als beim gestoßenen Zeh, wo ich vielleicht eher bei Wiederholung das Möbelstück verrücke oder so. 

Je nach Tagesform kann auch ein geliebter Schmerz im BDSM Kontext an diesem Tag auch richtig scheiße sein. Auch die Schmerzart (dumpf, spitz, brennend usw.) hat ebenfalls einen Einfluss. Wie aufgewärmt eine Person ist, ob die Person gerade gefesselt ist, vielleicht sogar in einer Shibari Suspension hängt.

Oder anders formuliert: Es gibt da verdammt viele Faktoren, die da Einfluss darauf haben und da sind wir noch nicht so ganz bei den körperlichen Abläufen angekommen. Schmerz ist und bleibt ein gewaltiges Spektrum :)

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