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Erfahren vs. unerfahren


Eiskalt

Empfohlener Beitrag

Vor 2 Stunden, schrieb Schneeflöckchen:

@Eiskalt ich habe vor ein paar Jahren immer gesagt, dass für mich eine Anfängerperson nie in Frage kommt. Sag niemals nie 😆

Ja, erfahrene Personen können sich auch selbst überschätzen und sich selbst zu sicher sein. Ist denke manchmal vergleichbar mit der sogenannten Betriebsblindheit.

Wer sich selbst zu sehr anpreiste und die eigenen „Errungenschaften“ war raus. Auch die Zugehörigkeit in einer Szene sagt nichts über die Erfahrung in der Praxis aus. Mein Ex hat sich auch geschmückt, klar er war belesen und hatte ein paar Feldversuche doch mit Meinem Schlagwerkzeug wusste er nicht umzugehen. Ich beherrsche dessen Handling.

Aktuell habe ich einen Freund der nichts mit BDSM zu tun hatte und wir haben in 3 Monaten mehr ausprobiert und praktiziert als ich in den letzten 2 Jahren 😆

Er musste also nicht erfahren sein, er hat die Neugier und die Geduld neue Dinge auszuprobieren und ich kann neues mit ihm ausprobieren.

Voll schön, das freut mich voll für euch :3
Super toll so ein Kommentar hier drunter zu lesen wollte ich einfach mal gesagt haben.

Ich sehe das etwas anders. Mein Mann hat sehr viel Erfahrung, ich dagegen stehe noch ziemlich am Anfang meiner Reise. Trotzdem haben wir bei null angefangen, denn er musste mich schließlich erst kennenlernen. Inzwischen weiß er sehr genau, was mir guttut, was er mir zumuten kann und wann er mich auch mal bremsen muss. Und genau da profitieren wir beide von seiner Erfahrung. Er weiß, was bestimmte Dinge in einem Menschen auslösen können, erkennt Reaktionen und kann entsprechend handeln, bevor etwas schiefläuft.
Natürlich reagiert jeder Mensch anders, aber Erfahrung bedeutet doch nicht, dass man deshalb alle gleich behandelt. Ganz im Gegenteil! Sie hilft dabei, auch mit unbekannten Situationen umzugehen. Eine Garantie gibt es nie, aber deshalb ist Erfahrung doch nicht weniger wertvoll. 😉
Klar, wenn ein Dom nur auf sein eigenes Wohl bedacht ist, spielt es kaum eine Rolle, wie viel Erfahrung er hat. Aber es gibt eben auch Doms, denen das Wohl ihrer Sub wirklich wichtig ist und die ihre Erfahrung genau dafür einsetzen. Und warum sollte man das dann kleinreden?

Ich denke dass man mit jedem Menschen individuell die BDSM Welt neu erkunden muss und einander kennen lernen muss !

Klar gemachte Erfahrungen helfen, aber mir ist eine unerfahrene Person als Dom lieber, wenn diese verantwortungsbewusst agiert wie jemand, der sein Programm abspielt ohne Rücksicht oder sonstiges eingehen auf Sub !

Ich habe keine Ahnung von Bondage/Shibari.

Ich würde aber niemals jemanden, der dies seit 20 Jahren praktiziert, den Nutzen dieser Erfahrung absprechen.

Vielleicht sollte man dies dann in anderen Bereichen auch nicht machen.

Gestern um 19:09 Uhr, schrieb SirTorben:

Ich habe keine Ahnung von Bondage/Shibari.

Ich würde aber niemals jemanden, der dies seit 20 Jahren praktiziert, den Nutzen dieser Erfahrung absprechen.

Vielleicht sollte man dies dann in anderen Bereichen auch nicht machen.

Da widerspreche ich mal, jemand der "20 Jahre Erfahrung" hat, aber nur 1-2 Mal im Jahr fesselt, wird weniger Erfahrung haben als jemand, der ein halbes Jahr sehr intensive Kurse, Workshops etc. mitgenommen hat und am Ende sogar Einzelunterricht und quasi täglich das Seil in der Hand hat - auch ohne Workshop, Unterricht etc. üben muss ja auch sein. Oder direkt nur Einzelunterricht, täglich. Da gibt's so ein paar "verrückte" Stories mit Riggermenschen, die da wirklich paar Monate sich komplett drauf fixiert haben und entsprechend eine enorme Lernkurve aufwiesen 😁
Und bei so manchen mit x Jahren war ich froh, dass das Bottom zum Glück heile geblieben ist.


Generell zum Thema:
Ich persönlich gehe daher niemals von einer Zahl = Können/Fertigkeiten/Fähigkeiten aus. Ich frage nach, was genau, welche Regelmäßigkeit und auch wo. Gerade im Shibari Kontext - damit ich als Bottom auch weiß, auf welchem Level darf ich eigentlich fordern und passen unsere "Themenbereiche" überhaupt zusammen. Und im Shibari Kontext würde ich nebst ggf. Schule auch fragen, was für Menschen bisher gefesselt wurden.
Jemand, der 20 Jahre lang klein, dünn und flexibel gefesselt hat und wirklich nur das - hat definitiv weniger Wissen als eine Person, die 20 Jahre komplett diverse Menschen von Geschlecht, Körper, Behinderungen, Krankheiten etc. gefesselt hat. Bei letzterem würde ich sogar mit noch weniger Jahren von mehr passender " Erfahrung" ausgehen sowie sicheres Fesseln für mich - der wo nur dünn und flexibel fesselt, macht mich höchstwahrscheinlich kaputt, weil er mich ggf. in vorgefertigte Formen presst oder alternativ absolut nicht die Fähigkeiten besitzt, Fesselungen vernünftig an mich anzupassen. Hab ich schon erlebt, wiederhole ich definitiv nicht mehr. Menschen mit gerade mal ein Jahr Erfahrung haben mich da schon schonender gefesselt als diese Person... Und klar, diese angebliche Erfahrung wird natürlich wirklich auch dann beobachtet, bevor ich mich drauf verlasse. Am besten an anderen Menschen oder alternativ eben sehr low Level an mir. Gerade im Seil spüre ich doch recht schnell, wenn da sehr viel nachgedacht werden muss, immer wieder etwas korrigiert wird. Das dürfte auch bei anderen Dingen auffallen. Und ist ein Aspekt, der definitiv ins Risikoprofil gehört.

Liste xyz an Workshops sagt erstmal eine Teilnahme aus, ob's wirklich gelernt wurde, steht auf einem anderen Blatt. Trotzdem frage ich das ab, da die Art und Weise oftmals schon ein Gefühl gibt. Bei Einzelunterricht kann ich ggf. direkt beim Lehrer nachfragen, wenn ich mir unsicher bin (wenn nicht gerade Unterricht in Japan. Da wird es etwas komplizierter 🤣). Ich persönlich fahre damit am besten, dass eben langsam, simpel und generell bei Shibari auf dem Boden angefangen wird. Bei den Whips habe ich Interesse explizit bei Menschen angemeldet, wo ich schon habe agieren sehen. Beides hat seine Risiken, bei Shibari sind bsp. meine Erfahrungen definitiv vorhanden und ich traue mir hier mehr Einschätzung währendessen zu. Bei den Whips nicht.

Was mir hier allerdings bisher meistens aufgefallen ist. Je mehr mit Erfahrung (+Jahreszahl) geprahlt wurde, desto unsicherer war diese Person für mich - "Habe 100 Jahre Erfahrung, ich bekomme jede Frau in fünf Sekunden zum Orgasmus. Deswegen knie nieder!"
Menschen, die ich gezielt habe fragen müssen und meistens vor allem jene mit "Ach ich hab nicht so viel Erfahrung wie der und der. Ich bin mir unsicher, ob dir das ausreicht" - war durchaus Menschen mit können dabei bis hin zu wirklich guten / sehr guten Handwerkszeug. Oder Menschen, wo das eher so eine Randinformation ist - im Jahr xyz Fundgrube BDSM/Shibari gefunden und seither nicht mehr verlassen oder zwischenzeitlich Pause. Das ist natürlich keine Garantie, jemand könnte das jetzt lesen und sich absichtlich zunutze machen, und es ist nur eine Beobachtung in meiner Region in den Kreisen, wo ich unterwegs war 😉 Dennoch wäre ich bei intensiver Angeberei einfach generell vorsichtiger. :)

vor 1 Minute, schrieb Seilfuchs:

 

Da widerspreche ich mal, jemand der "20 Jahre Erfahrung" hat, aber nur 1-2 Mal im Jahr fesselt, wird weniger Erfahrung haben als jemand, der ein halbes Jahr sehr intensive Kurse, Workshops etc. mitgenommen hat und am Ende sogar Einzelunterricht und quasi täglich das Seil in der Hand hat - auch ohne Workshop, Unterricht etc. üben muss ja auch sein. Oder direkt nur Einzelunterricht, täglich. Da gibt's so ein paar "verrückte" Stories mit Riggermenschen, die da wirklich paar Monate sich komplett drauf fixiert haben und entsprechend eine enorme Lernkurve aufwiesen 😁
Und bei so manchen mit x Jahren war ich froh, dass das Bottom zum Glück heile geblieben ist.


Generell zum Thema:
Ich persönlich gehe daher niemals von einer Zahl = Können/Fertigkeiten/Fähigkeiten aus. Ich frage nach, was genau, welche Regelmäßigkeit und auch wo. Gerade im Shibari Kontext - damit ich als Bottom auch weiß, auf welchem Level darf ich eigentlich fordern und passen unsere "Themenbereiche" überhaupt zusammen. Und im Shibari Kontext würde ich nebst ggf. Schule auch fragen, was für Menschen bisher gefesselt wurden.
Jemand, der 20 Jahre lang klein, dünn und flexibel gefesselt hat und wirklich nur das - hat definitiv weniger Wissen als eine Person, die 20 Jahre komplett diverse Menschen von Geschlecht, Körper, Behinderungen, Krankheiten etc. gefesselt hat. Bei letzterem würde ich sogar mit noch weniger Jahren von mehr passender " Erfahrung" ausgehen sowie sicheres Fesseln für mich - der wo nur dünn und flexibel fesselt, macht mich höchstwahrscheinlich kaputt, weil er mich ggf. in vorgefertigte Formen presst oder alternativ absolut nicht die Fähigkeiten besitzt, Fesselungen vernünftig an mich anzupassen. Hab ich schon erlebt, wiederhole ich definitiv nicht mehr. Menschen mit gerade mal ein Jahr Erfahrung haben mich da schon schonender gefesselt als diese Person... Und klar, diese angebliche Erfahrung wird natürlich wirklich auch dann beobachtet, bevor ich mich drauf verlasse. Am besten an anderen Menschen oder alternativ eben sehr low Level an mir. Gerade im Seil spüre ich doch recht schnell, wenn da sehr viel nachgedacht werden muss, immer wieder etwas korrigiert wird. Das dürfte auch bei anderen Dingen auffallen. Und ist ein Aspekt, der definitiv ins Risikoprofil gehört.

Liste xyz an Workshops sagt erstmal eine Teilnahme aus, ob's wirklich gelernt wurde, steht auf einem anderen Blatt. Trotzdem frage ich das ab, da die Art und Weise oftmals schon ein Gefühl gibt. Bei Einzelunterricht kann ich ggf. direkt beim Lehrer nachfragen, wenn ich mir unsicher bin (wenn nicht gerade Unterricht in Japan. Da wird es etwas komplizierter 🤣). Ich persönlich fahre damit am besten, dass eben langsam, simpel und generell bei Shibari auf dem Boden angefangen wird. Bei den Whips habe ich Interesse explizit bei Menschen angemeldet, wo ich schon habe agieren sehen. Beides hat seine Risiken, bei Shibari sind bsp. meine Erfahrungen definitiv vorhanden und ich traue mir hier mehr Einschätzung währendessen zu. Bei den Whips nicht.

Was mir hier allerdings bisher meistens aufgefallen ist. Je mehr mit Erfahrung (+Jahreszahl) geprahlt wurde, desto unsicherer war diese Person für mich - "Habe 100 Jahre Erfahrung, ich bekomme jede Frau in fünf Sekunden zum Orgasmus. Deswegen knie nieder!"
Menschen, die ich gezielt habe fragen müssen und meistens vor allem jene mit "Ach ich hab nicht so viel Erfahrung wie der und der. Ich bin mir unsicher, ob dir das ausreicht" - war durchaus Menschen mit können dabei bis hin zu wirklich guten / sehr guten Handwerkszeug. Oder Menschen, wo das eher so eine Randinformation ist - im Jahr xyz Fundgrube BDSM/Shibari gefunden und seither nicht mehr verlassen oder zwischenzeitlich Pause. Das ist natürlich keine Garantie, jemand könnte das jetzt lesen und sich absichtlich zunutze machen, und es ist nur eine Beobachtung in meiner Region in den Kreisen, wo ich unterwegs war 😉 Dennoch wäre ich bei intensiver Angeberei einfach generell vorsichtiger. :)


Du hast mir nicht widersprochen, weil ich etwas ganz anderes geschrieben hatte.

Und zwar, dass man jemandem nicht den Nutzen dessen Erfahrung absprechen sollte.

Was Du ausführst sind nur konstruierte Annahmen und Unterstellungen ("aber nur 1-2 Mal im Jahr"), die individuell zutreffen könnten oder auch nicht.

Bezogen auf einen Dir unbekannten, bestimmten Menschen, kannst Du das eben gar nicht wissen.
 

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